Sunday, July 12, 2009

vodafone: Wenn der Blauäugige auf den Einäugigen trifft

Ich bin betroffen. Ein Unternehmen gibt sich sichtlich Mühe, sich selbst von einem Tag auf den anderen ein vollkommen neues, hippes, uploadiges Image zu geben und scheitert vollkommen. Und es gibt mir die Schuld. Also nicht mir selbst, sondern allen, die meiner Meinung sind, sozusagen.
Sagt dieses trendige Unternehmen in seinem Blog etwas dazu? Nein, denn es ist Wochenende und deren Generation Upload schläft aus. Und das ist gut so (wie wir später sehen)!

vodafones Blauäugigkeit

Ich bin traurig, daß vodafone so blauäugig war (und immer noch ist), dies alles ("Kurze Kritik der vodafone Pressekonferenz") zu wagen und doch nichts daraus zu lernen ("vodafone: Wir haben nichts verstanden"). Ich bin traurig, daß vodafone sich von Einäugigen beraten läßt, die sich anscheinend überhaupt nicht in ihrer Welt auskennen. Dazu aber später.

Ich bin traurig, daß vodafone allen Ernstes auf diese Experten setzte, sich auf sie verließ, ihnen teures Geld für ihre 'Expertise' bezahlte und nun dasteht wie der Trottel der Nation. Das hat vodafone nicht verdient. Verdient hätten sie, durch diese Experten sich einen Vorsprung vor der Telekom und Kollegen herauszuarbeiten, diese um Längen hinter sich zu lassen.

Trägt vodafone Mitschuld? Natürlich! Mit ein wenig Intuition, mit ein wenig mehr Verständnis der Blogosphäre, mit ein wenig Antizipation wären die eklatantesten Fehler erst gar nicht passiert, weil man einfach das entsprechende Produkt zur Kampagne angeboten hätte! Siehe dazu auch den Netzökonomen:

"Vodafone trägt eine nicht gerade geringe Mitschuld an dem Desaster. Denn einige Dinge hätten den Verantwortlichen vorher klar sein müssen:

- Man kann die neue Zielgruppe der „Generation Upload" nicht mit Old-School-Marketingsprüchen begeistern. Die Versuche wirkten in der Tat lächerlich (sich daran in unzähligen Blogbeiträgen abzuarbeiten allerdings genauso). Dass die Pressekonferenz aber etwas mehr Inhalt brauchte, war wohl auch dem Vodafone-Chef Fritz Joussen noch klar geworden. Denn entgegen der Absprache mit der Deutschen Telekom verkündete er zum Beginn der PK den Abschluss des VDSL-Bitstream-Vertrages mit der Telekom und nahm dafür in Kauf, den Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme ganz alt aussehen zu lassen, weil dieser gleichzeitig in München den Abschluss des Vertrages verneinte. Sein Pech: Diese Nachricht interessierte die "Community" rein gar nicht.

- Ein Unternehmen, das ein eher schlechtes Image in der Zielgruppe hat, muss sich schon mehr als eine Werbekampagne einfallen lassen, um seinen Ruf zu drehen. Das schlechte Image beruht einerseits in der Zustimmung zu den umstrittenen Netzsperren („Zensursula"), die von den Bloggern (aus gutem Grund) abgelehnt werden, andererseits aber auch in den Produkten und Tarifen: Die „Generation Upload" ist entweder bei T-Mobile unter Vertrag, weil sie ein iPhone will, oder bei O2, weil die Münchner vernünftige Datentarife haben. Vodafone ist in der Zielgruppe weder für coole Handys noch für attraktive Tarife bekannt. Warum also sollte die gut informierte „Generation Upload" zu Vodafone wechseln? Ein attraktives Angebot hätte die anschließende Diskussion anders aussehen lassen.

Vielleicht lernen wenigstens andere Unternehmen aus den Fehlern von Vodafone."

Hätte vodafone darüberhinaus ein wenig geübt, wäre dieser Post nicht entstanden: "die kraft und die herrlichkeit in ewigkeit amen". Blauäugig-unprofessionell ist da noch das Netteste, ähem, was man zu dieser Performance sagen kann, hat aber auch seinen menschlich-emotionalen Charme!

Muß man sich über diese Posts aufregen? Nein! Das ist das Netz. Das ist die ungeschminkte Meinung der (im positiven Sinne) Betroffenen, derer, die sich angesprochen fühlen sollten von der Kampagne - und dies nun auch tun.

Der Social Media Part daran ist, daß sie nun (seit der PK) auch antworten. Das muß man nicht nur akzeptieren, daß muß man sogar begrüßen und gutheißen! vodafone sollte sich darüber freuen! vodafone sollte dies im Positiven nutzen und in die Stärke(!) seiner eigenen Kampagne verwandeln!
Leider ist Wochenende und die Generation Upload bei vodafone selbst ist inzwischen beim Frühshoppen.

Beraters Einäugigkeit

Unglücklicherweise äußern sich statt vodafone selbst die vodafone-/Arcor-Berater in vorauseilendem Gehorsam. Diese Berater (nein, nicht Mirko Lange, talkabout) haben vodafone in dieses Desaster (siehe oben beim Netzökonom, der selbst von Mirko Lange in den Kommentaren gelobt wird "Ich bin erleichtert, auch solche differenzierten Meinungen von der FAZ zu lesen." ) geführt als sie ihnen 'blühende Landschaften' versprachen.

Natürlich sind die Berater konsterniert. (Ähnlich wie die beteiligten Testimonial-Blogger. Wobei letztere (Sascha Lobo, Schnutinger) wenigstens so schlau sind, kurz die Augen zu schließen (um im Bilde zu bleiben) und sich einfach rauszuhalten.)

Konsterniert, die Sphäre wohl doch nicht zu kennen, ängstlich, ihre 30 Silberlinge zurückgeben zu müssen, ängstlich, von ihren Chefs (FM Schmidt bei Nico!, Nico bei Sascha?) virtuell enthauptet /skalpiert zu werden.

Verwirrt sind sie, sind sie doch erst seit kurzem oder schon viel zu lange im Social Media Geschäft (das ja, und das ist die schönste Rechtfertigung, die man verschiedentlich liest, in Deutschland niemand kennt!). Zu kurz (Mirko Lange seit 09. Februar), um die einzelnen Spieler zu kennen, zu lang (Nico im Online-Beirat der SPD), um Social Media noch von 'normal Media' zu differenzieren.

Je kürzer man im Geschäft ist, desto weniger Standing man dort hat, desto weniger selbstbewußt man sich selbst fühlt, desto stärker die eigene Profilneurose ist, desto stärker (über-)reagiert man auch. Das ist nicht negativ, das ist menschlich, das ist nur natürlich (dazu gibt es (Meta-)Studien).
Man sollte es aber wissen. Man sollte professionell damit umgehen können. man sollte sich wie eine Führungspersönlichkeit verhalten und vorbildlich vorangehen - auch in (vermeintlich) widrigen Umständen.

Ich genieße die Ruhe, die von Lobo, Schnutinger, Basic, vodafone ausgeht. Ich genieße die Abgeklärtheit, mit der Nico sich bei Einzelnen in den Kommentaren beschwert "Vodafone. Old School.", aber irgendwie keine große Show abzieht.

Ein wenig betroffen bin ich von der Betroffenheit eines Mirko Lange, der sich bereits von meinem wunderschönen Bild ("die Beratungsgeier kreisen schon") aus der Ruhe bringen ließ.

Stärker betroffen bin ich von seinem aktuellen Post "Der (schmutzige?) Kampf um die Deutungshoheit – Generation Upload trifft Generation Polemik", dessen er sich selbst zwar nicht so sicher ist, daß er ihn auf der eigenen Site zeigt (denn da steht immer noch sein Kunde hätte alles richtig gemacht an erster Stelle - oder?), der aber trotzdem mit Kanonen auf unseren Spatzen Don Alphonso wegen seines Artikels einschlägt.

Vollkommen überflüssig und kontraproduktiv! Viel zu kurzsichtig! Das einzige, was Mirko damit erreicht, ist, daß nun jeder weiß, daß er selbst zu den Einäugigen gehört, die die Blogossphäre nicht kennen, die den Don nicht kennen, die seine spitze Zunge und Schreibe nicht kennen - die aber vor allem nicht akzeptieren, daß der Don sich längst den Status des ersten und besten Hofnarren im Staate erarbeitet hat.

Der Don ist wie Dieter Bohlen - am besten, wenn er frei Schnauze sprechen/schreiben kann. Das weiß auch die FAZ und sie tat sehr gut daran, ihn in ihren Bloghimmel zu berufen. Er sorgt für die Farbe Don in einer Welt voller Farben - wie ich es mal in Anlehnung an vodafone formulieren möchte.

Und die Hofnarren - dessen muß man sich bewußt sein, waren weise Menschen in ihren Äußerungen, Meinungen und Einschätzungen (auch wenn er mich zu einem Kollegen von Mirko Lange gemacht hat, Danke Don!). Weiser als mancher selbsternannte König - nur, die Könige wußten dies.

Die Blauäugigen und die Einäugigen

Die Einäugigkeit ist es, die uns Probleme bereitet. Die Blauäugigkeit wird dazulernen, sie kann sich entwickeln. Die Einäugigkeit ist gefährlich. Zu sehr ist sie von sich überzeugt, obwohl sie längst ihre Grenzen erreicht hat. Die Einäugigkeit ist kein guter Ratgeber. Kennt sie doch ihre hohe Distanz zum Sehenden, weiß um ihr Handicap, und hadert mit diesem Schicksal.

Der Blauäugige ist frohen Mutes, er stolpert in die Welt, er macht Fehler, er lernt daraus, er rappelt sich hoch und geht umso forscher voran. Wir lieben den Blauäugigen, er wagt das Unmögliche - und schafft es irgendwann auch.

Der Einäugige jedoch dreht sich meist im Kreise, läßt er sich von seinem einen Auge lenken. Das ist natürlich. Naturgesetz. Er selbst nur kann es verhindern. Dazu muß er es bemerken. Dazu braucht er den Sehenden. Dies zu wissen, zu akzeptieren, danach zu handeln, kann auch aus ihm einen Weisen und einen Sehenden machen!

Laßt vodafone also einfach in Ruhe machen, liebe Einäugige. Sie sind der Fels in der Brandung. Sie brauchen keine Putzerfische. Sie sind teflonbeschichtet. Bohren aber gerade ein kleines Loch durch ihre Schutzschicht, durch die der Sauerstoff der Blogossphäre, die Meinungs- und Deutungsfreiheit, zu ihnen dringen und sie lehren wird.
Denn sie werden lernen müssen, wollen sie ihre vollmundigen Versprechen wahr werden lassen - ob sie wollen oder nicht.

In diesem Sinne: Get well soon!


(Nachtrag/Disclaimer: Ich bin Kunde(!) von vodafone (und Telekom) und daher ungemein an ihrer Weiterentwicklung, ihrem Lernen und der Optimierung ihrer Relevanz für den Konsumenten interessiert - denn nur dann profitiere ich als eben dieser Kunde.)

Saturday, July 11, 2009

vodafone rockt die BlogCharts

Wie cool ist das denn!? Was für eine perfekte Media-Plazierung! Während das Basic Thinking Blog mehr als 10% seiner Links verliert (und deshalb in den Charts in vodafone-Rot erscheint), befindet sich die vodafone-Kampagne aus Solidarität im ebenso freien Fall und der irre Base-Jumper ruft Basic Thinking zu: "Werde Held für einen Tag!" ... und später noch: "Es ist Deine Zeit!"

VFcampaign
Screenshot courtesy deutsche blogcharts.

Das mutet sogar ein wenig zynisch an, oder? Ebenso zynisch eben, wie die Diskrepanz zwischen Kampagne und Produktrealität.

So kann man eigentlich nur vodafone zurufen: "Es ist Deine Zeit!" - Nutze sie!
Carpe Diem!

> Mehr Blogs, die vodafone-Werbung fahren: "Deutschlands Blogs - Hand in Hand mit Zensursula".
> Mehr Background im unten anschließenden Post!

Friday, July 10, 2009

vodafone: Wir haben nichts verstanden

(Kontinuierliche Updates siehe am Ende des Posts!)

Wie muß man sich das vodafone-Innenleben nach der Katastrophe ("Kurze Kritik der vodafone-Pressekonferenz") vorstellen? Kann man, kann ein Manager, kann ein Unternehmen Fehler öffentlich zugeben? Kann man zurückrudern? Kann man aus seinen Fehlern lernen?

Nun, da genau das die einzige Aufgabe eines Unternehmens ist (die Adaption unvorhersehbarer Entwicklungen, die Antizipation sich abzeichnender Entwicklungen, das Dem-Wandel-Vorangehen), sollte dies nicht nur möglich, sondern leichteste Übung sein. Allein die Realität sieht meist anders - oft diametral - aus.

Diagnose

vodafone zB hat vieles richtig gemacht, in den Details zumindest, auf diese einzugehen wäre müßig. Denn es hat zwar wenig, aber just in den kriegsentscheidenden Disziplinen (der Strategie und dem Selbstverständnis bzw. der Selbstverständlichkeit einer überkommenen Marketing-Definition) falsch gemacht, sodaß die gesamte Aktion (PK und Markenkampagne) als Katastrophe enden mußte.

Gelungen wäre der Coup nur, wenn man nicht die Intelligenz via Livestream in den Raum gelassen hätte. Bei der Presse allein hätte man leichtes Spiel gehabt, sie ist nicht der Konsument, sie will nur Schnittchen, für die man 'keine Kosten und Mühen scheute', sie stünde über den Dingen und würde hofberichterstatten.

Die Internet-Community, wie sie so schön genannt wurde, jedoch will keine marketing-technischen oder werblichen Wolkenkuckucksheime, sondern reale Leistung, realen Mehrwert (vor allem, wenn dieser Mehrwert auch noch eine Säule der Strategie sein soll).
Sie will keine Lady-Schnutinger-Sascha-Lobo-Gaga-Testimonials, sondern Nutzen und Service, Authentizität - und nicht werblichen Klamauk.

vodafone machte den Kardinal-Fehler, den Marketing und ein unaufmerksamer CEO/Geschäftsführer nur machen können: das Marketing stülpte der Marke und dem Unternehmen ein - anscheinend unabgesprochenes, unvorbereitetes und in seinen Konsequenzen noch gar nicht verstandenes - neues Geschäftsmodell über: die "Generation Upload"!

Denn diese Fokussierung des Upload hat empfindliche Implikationen: mit der Pressekonferenz hätten die Datenvolumen- und Bandbreiten-Begrenzungen fallen müssen! Die Upload-Geschwindigkeiten hätten merklich steigen müssen! Man hätte neue Tarife, vor allem eine Entwirrung des Tarifdschungels, vorstellen müssen. All das ist nicht passiert. Die beste Marketing-Tarnkappe macht aber ein ansonsten schlechtes Geschäftsmodell nicht unsichtbar!

Man kann zudem nicht immer noch auf dem ältesten Traum des Marketing ("Nur mit meinem Produkt kannst Du Dich selbst verwirklichen!") herumreiten, da dieser erstens total ausgelutscht ist, weil letzte Zuflucht eines ubiquitären, generischen Produktes/Marke, und zweitens nicht glaubwürdig gegenüber einer wissenden Zielgruppe.

Therapie

Ein phantastischer, überlebensgroßer Marketing- und Authentizitäts-Knall könnte nun sein, die Kampagne einfach einzustampfen! Das hört sich natürlich für den seriösen Marketer wie absoluter Schwachsinn an, das verstehe ich. Tatsächlich aber wäre es die einzig adäquate Reaktion auf die Geschehnisse der letzten Tage. Der PR-Effekt alleine wäre unbezahlbar - ebenso wie der Image-Effekt in der engen 'Upload'-Zielgruppe! Die weitere Zielgruppe hat eh noch nichts bemerkt, würde Ehrlichkeit aber ebenso goutieren!

Slogan der neuen Kampagne: WIR HABEN VERSTANDEN!

Die Blogger C-Lebrities werden entfernt! Das Produkt wird fundamental verändert - so wie es die Kampagne eigentlich verspricht!

Man würde aus den vodafone-Outlets heraus auf die Straße gehen und die Menschen wirklich erreichen - mit 200 Millionen Euro sollte das möglich sein und hätte einen größeren Impact (vor allem PR-mäßig) als die Coca-Cola-Lätta-Volksbanken-Kampagne von Scholz & Friends of traditional Advertising.

Prophylaxe

Es nutzt nichts mehr, sich selbst am letzten positiven Strohhalm festzuklammern, der auch noch seine eigenen Ziele verfolgt ("Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht."). Man sollte sich nun nicht auch noch für alle offensichtlich hinter diesem einen Strohhalm verstecken ("Reaktionen auf die LivePK").

Man sollte sich nach vorne wagen und die Kommentare ernst nehmen: "... Einfache, sinnvolle Tarife und bitte: Lasst, wenn ihr einen Tarif für die Einwohner des Netzes macht, auch deren Prinzipien einfließen, allen voran Freiheit: Schreibt uns nicht vor ob wir IM oder VoIP nutzen dürfen. Unter einer Flatrate fürs Netz stellen wir uns eine echte Flatrate (und nicht die 5GB-Gängelung) vor, die alle Webdienste ermöglicht. Die Nutzung des Handies als Modems sollte selbstverständlich sein. ...".

Man sollte endlich neidlos anerkennen, daß die anvisierte Community weiter gedacht hat als man selbst ("Wer ist die Generation Upload?").

Dies anzuerkennen ist übrigens kein Eingeständnis der eigenen Dummheit, sondern zeigt gerade die Intelligenz, Intuition, und Empathie, die Marke, Marketing und Unternehmen dringend brauchen, um in den heutigen Zeiten bestehen zu können, die von Ungeduld, Unabhängigkeit und Individualität des Konsumenten geprägt sind.

In diesem Sinne: Get well soon!


(Hier (nur zur Erinnerung) Internet-Volkes wahre Stimme (aus meinem Post "Kurze Kritik der vodafone-Pressekonferenz"):

UPDATE 09. Juli

08:17 Uhr > Weitere authentische Posts, die die Stimmung gut zusammenfassen: "vodafone rohrkrepierer 2.0", wirres.net, "Es ist deine Zeit: Die Helden der Generation Retweet", brainblogger, "Kampagnenstart bei Vodafone: Testimonial mit Risikopotential", pr-fundsachen, "Es ist Beine breit", Don Alphonso, "Vodafone sucht die Generation Upload", PRlen.

> Die Beratungsgeier kreisen schon und buhlen um einen vodafone-Auftrag: "Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht. Aber wer hat sie beraten?" (auch in den Kommentaren)".

15:56 Uhr > Die Sicht des Profis auf die PK: "Vodafone und die Generation Mix-it-baby", bei Thomas, Indiskretion Ehrensache. Die Käuflichkeit und Janus-Köpfigkeit der sogenannten (selbsternannten!?) A-Blogger: "Die Zensursula-Debatte hat sich erledigt", chris, fixmbr.

18:10 Uhr > Sieben Hausaufgaben, die vodafone erledigen muß, damit das vollmundige Versprechen auch Realität wird: "Vodafone goes Web 2.0 Wer geht mit?".

23:20 Uhr > Wie enttäuschend, vodafone hat nichts verstanden und verlinkt allein den mehr oder weniger einzig positiven Post, nämlich typischerweise den, den ich oben als 'Beratungsgeier' charakterisiert hatte, als "Reaktionen auf die LivePK". Schade, soviel Ignoranz hatte selbst ich nicht erwartet.)

UPDATE 10. Juli

13:55 Uhr > Nico Lummas Darstellung eines beliebigen Pitches, Tagesgeschäfts, Vorgehens einer traditionellen Agentur am Beispiel vodafone: "Generation Upload und der Dialog".
Schade, aber Realität: Fokus auf Werbung - statt auf Produkt, Nutzen, Services und Lösungen für die Konsumenten. So kann Kommunikation nicht mehr funktionieren!

15:29 Uhr > Mark Pohlmann macht anderen Unternehmen Mut, nun nicht in Angststarre zu verfallen, sondern es einfach besser als vodafone zu machen: "Das Medium als Botschaft".
Mir ist dabei wichtig, daß man sich nicht holterdipolter in neue Abenteuer stürzt (und erst beginnt, zu lernen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist), sondern inhaliert, individualisiert (auf Marke, Unternehmen, Geschäftsfeldstrategie und eigene Zielgruppe), übt und interative Prozesse einführt, statt direkt aus allen Rohren, die einem empfohlen wurden, beginnt, auf Online-Spatzen zu schießen.

Der Don: "Das angeblich originale Vodafail-Blogposting". Wie immer auf den Punkt und leicht darüber hinaus!

19:06 Uhr > Ein sehr schönes und konstruktives Schlußwort für diese aufregende Woche von @luebue: "Das sieht man es ja mal wieder". Danke Dir.

23:22 Uhr > Aber einer geht noch. Die Antwort auf Nico Lumma: "Generation Upload und der Dialog (übersetzt: shit happens)", felix, wirres.net.

23:59 Uhr > Einer noch: "Das Vodafone Desaster", chris, fixmbr.

UPDATE 11. Juli

17:26 Uhr > Zwei wundervolle Texte zum Einstieg ins Wochenende: die kraft und die herrlichkeit in ewigkeit amen, reisenotizen aus der realität, und der Don in der FAZ: "Vodafone lädt auf und eckt an".

23:36 Uhr > Was ein Kindergarten! Nico Lumma versucht sich immer noch zu exkulpieren. Siehe Kommentare unter Cems "Vodafone. Old School.". Was gibt es da noch zu telephonieren und zu erklären. Wir waren live dabei und sehen das Ergebnis. Lummaland ist abgebrannt (spätestens seit dem SPD-Zensur-Online-Beirats-Debakel) und bleibt auf diesem Stand (gerade und besonders nach vodafone.
Das Rückgrat ist das, was uns aufrecht erhält.

23:56 Uhr > "Ein Taktiker auf dem Weg zum Grab", Kausch & Friends.

Thursday, July 09, 2009

JvM-Website: Die Krise der Agentur-Stars

(UPDATE 10. Juli - 14:08 Uhr > Noch eine Agentur, die nicht weiß, wie die Welt um sie herum funktioniert: “No-Kids.org” vs. Kinderpornografie: Aktionsseite offline!")


"Revolution!", schrei(b)t PAGE, denn JungvonMatt habe eine neue Website. Revolution (oder so ähnlich) rief gestern auch vodafone in einer live-gestreamten Pressekonferenz, denn man habe eine neue Kampagne.

Leider gibt es bei beiden keine Revolution, wenn es auch zu wünschen wäre. (mediaclinique: "Kurze Kritik der vodafone Pressekonferenz") Konzentrieren wir uns auf JvM!

Während meiner Kommentare sollten wir den Untertitel "Die Krise der Agenturen" im Hinterkopf behalten. Die neue Startseite JvMs allein spricht dazu bereits Bände:

JvM
Screenshot courtesy JvM.

Diagnose

1 - Auffallen um des Auffallens willen.
2 - Aufmerksamkeit um der Aufmerksamkeit willen.
3 - Lautes Schreien ohne wirkliche Inhalte.
4 - Plakativer Monolog statt intensiver Dialog.
5 - Selbstbeweihräucherung statt Kundennutzen.
6 - Traditionelle Werbemechanik des letzten Jahrhunderts.
7 - Social Media als reine Kulisse (nicht im Bild).

Die Punkte müssen nicht weiter ausgeführt werden!

Vergegenwärtigt man sich, was gestern bei vodafone (ua. von FM Schmidt, Scholz & Friends) gezeigt wurde, trifft auch dies 100%ig die obigen 7 Punkte.

Wie man leicht erkennt (ja, auch gestern), ist die von den großen Playern benannte 'Netz-Community' diesen großen Playern soweit voraus, daß nur noch Fremd-Schämen angesagt ist, wie einige meinten. Soweit voraus, daß von den großen Playern nur wenig übrig bleiben wird. Soweit voraus, daß die etablierten Agentur-Stars längst abgehängt sind und nur noch Kulisse wären, würden sie nicht von ängstlichen Marketern, (vermeintlich) auf Sicherheit setzend, immer wieder hinter dem Ofen hervorgezerrt.

(Wie internet- und social media-affin die Agenturen sind, zeigt sich beispielhaft und eindrucksvoll auch an ihren kläglich scheiternden Abmahnversuchen im Auftrage ihrer Brick&Mortar-Großkunden:
- "KemperTrautmann erweist "Du bist Deutschland" Bärendienst",
- "FingeRWEg - von dieser Kampagne!", JvM.)

Therapie

Die großen Agentur-Stars des alten Jahrtausends sind am Ende. Sie - und ihre Kunden! - haben es nur noch nicht bemerkt. Dazu wird es aber langsam Zeit.
Selbsterkenntnis wäre notwendig. Ein langes, profundes und katharsisches In-Sich-Gehen.

Da hilft aber kein Sascha Lobo, er und Nico konnten der SPD nicht helfen ("Lummerland ist abgebrannt") und er hat vodafone keinen Dienst erwiesen. Er hätte ablehnen müssen!

Die Sascha Lobos dieser Welt sind nur die Verlängerung der traditionellen Mechaniken (plattes Auffallen durch Äußerlichkeiten um jeden Preis, kein Nutzen) in die neue Welt hinein.
Das ist das, was die Unternehmen und Agenturen verstehen. So wollen sie das Internet sehen.

Prophylaxe

Das Internet kann man aber nur verstehen, wenn man akzeptiert, daß es 'das Internet' nicht gibt, daß die mühsam erlernten und liebgewonnenen Mechaniken nicht mehr funktionieren.
Man muß sich vergegenwärtigen, daß das Internet keine amorphe Masse (vor allem kein rechtsfreier Raum, liebe Politiker) ist, daß es aus Milliarden Individuuen besteht - mit ihren individuellen Ängsten, Bedürfnissen, Sorgen und Sehnsüchten.
Man muß wissen, daß diese Menschen im Ideal einzeln angesprochen, in einen Dialog verwickelt werden wollen, der ihnen etwas bringt, der sie nicht von ihrem Leben ablenkt, wie Werbung es versucht, sondern der etwas Nützliches, Sinnvolles, Relevantes zu ihrem Leben hinzuaddiert!

Das Internet kann man nur verstehen, wenn man Teil seiner selbst wird, wenn man die neue
- Tonalität (vs. des etablierten Journalismus),
- Praktikabilität (vs. des etablierten Kunden-Services, Beschwerdemanagements),
- Dialog-Kommunikation (vs. platter Monologe),
- Authentizität & Ehrlichkeit (vs. 'verlogener', ablenkender Kampagnen),
- Offenheit (vs. der Abschottung des etablierten Marketings),
- Forschung & Open Innovation (vs. der Abschottung des traditionellen Unternehmens),
- Nutzen- & Service-Orientierung (vs. vordergründiger Aufmerksamkeit),
versteht, übt, realisiert, immer wieder perfektioniert (oder zumindest danach strebt).

In diesem Sinne, liebe Agenturen, liebe JungvonMatts dieser Welt, seid Ihr noch ein wenig entfernt vom Kerne der Sache, der Berliner würde drastischer 'jottwede' (janzweitdraussen) sagen. Aber dies - zum Glück - demonstriert Ihr mit Eurer Website ganz gut.
Ihr seid Kulisse, Ihr seid nicht Teil der Lösung!
Im Zweifel seid Ihr Teil des Problems!

In diesem Sinne: Get well soon!

Wednesday, July 08, 2009

mediaclinique gratuliert Klaus-Peter und Sascha

Zwei Nachrichten erhellten heute unseren empathischen Horizont: "Sascha Jansen wird Geschäftsführer bei OMG 4CE" und "ProSiebenSat.1-Vertriebsvorstand Klaus-Peter Schulz wirft das Handtuch".

Beide habe ich als realistische Manager kennengelernt, die einerseits ruhig vor sich hinarbeiten und trotzdem schlagkräftige Organisationen mit Leben füllen (Sascha), andererseits wissen, was sie wollen, aber fair bis zur Selbstaufgabe bleiben (Klaus-Peter) - Tugenden, die man in den heutigen, extrovertierten, (vermeintlich) schnellen Zeiten nicht mehr oft findet, vor allem nicht mehr wertschätzt.
Dabei gibt es wenig wertvolleres als eine stabile Struktur, die langfristig ausgerichtet ist, strukturell und emotional.

Die Quick Wins, die sich mancher CEO wünscht, und meist zu Lasten des Kunden gehen, stehen auf tönernen Füßen und sind kontraproduktiv in einem Dienstleistungsunternehmen, das ua. auf dem Vertrauen zu eben diesem Kunden fußt!

Kurze Kritik der vodafone Pressekonferenz

Bei vodafone wird nichtmal mehr mit Wasser gekocht, sondern nur noch mit Heißer Luft! Beim Livestream der Pressekonferenz wird Marketing-Generik als neue Kampagne verkauft. Daher möchte ich mich auch mehr auf die Inhalte denn auf die PK als solche konzentrieren. (UPDATE 09. Juli, 08:44 Uhr: Wie die Entwicklung zeigt, liebe vodafones, wird es immer wichtiger, dies bis zum letzten Wort zu lesen, zu inhalieren und Konsequenzen zu ziehen!)

Diagnose

vodafone konzentriert sich also auf drei tragende Säulen: Mehrwert - Kunde - Power! Das machen aber Telekom, Quelle, BMW, Zewa auch! Das macht jeder! Nun also keine Differenzierung mehr, um alle zu erreichen!

vodafone wird sich in Zukunft auf die Farbe Rot konzentrieren! The Colour Red in a world of Colours! Hallo!? Great, nun also Rot neben Magenta. Und: worauf hat sich vodafone vorher konzentriert, wenn nicht Rot?

Es geht um die 'Generation Upload' - was immer das sein mag, denn im nächsten Satz schon sind dann doch wieder alle gemeint. Macht ja auch Sinn.
"Einen 17-Jährigen sehe ich hier gar nicht!" sagt der Marketing-Leiter später in der PK. Genau das ist das Problem von vodafone!

Das nächste Problem ist eine Kampagne, die die langweiligsten, weil gelerntesten Klischees propagiert: die Bloggerin mit dem kleinen Kind, den Base-Jumper, den MySpace-Musiker - geht es noch mainstreamiger und weniger polarisierend?

Eine Kampagne unterstützt von einem 1977er Bowie-Song!? Den die Protagonisten selbst singen? Das ist Cord-Sofa und Kuschelecke pur unter dem Jägermeister-Hirsch - aber nicht das Positioning eines modernen Telekommunikations-Unternehmens.

Und Sascha Lobo als Testimonial wird die Älteren und Seriösen abschrecken - sowie gleichzeitig die Jungen zu Tode langweilen. Wie gesagt: "Einen 17-Jährigen sehe ich hier gar nicht!"

Was nutzt mir die Warhol-Kampagnen-Idee des 15-Minute-Hero? Das ist Old School und das erste was allen Agenturen einfällt. Das ist nicht das Internet. Das ist nicht Social Media!

Die Verwendung des neuen vodafone-Slogans "Es ist Deine Zeit!" verstehe ich überhaupt nicht, denn schließlich geht es nicht um Zeit (höchstens wenn man wiedermal mit der Hotline streitet, obwohl der Kunde ja im Mittelpunkt steht).

Therapie

Es geht um Zugang, um Access! Es geht um Geschwindigkeit, es geht um Preis und Mehrwert, es geht um Möglichkeiten, Chancen, Potentiale! Und es geht darum, genau das zu propagieren! Die unendlichen Möglichkeiten des Internet, der (tele-)mobilen, interaktiven Welt!

Es geht darum, zu zeigen, daß ich ohne vodafone in dieser Welt einfach aufgeschmissen bin. Zu zeigen, daß ohne vodafone nichts läuft!

Das Internet ist eine neue Welt mit neuen Möglichkeiten. Es ist kreativ und innovativ. Es ist partizipierend und interaktiv. Es ist eine Wissens- und Unterhaltungs-Plattform. Es erlaubt Dialog, Ko-Creation, Forschung, Vertrieb, Crowd Sourcing und Open Innovation. Wo findet sich dies in der Kampagne? Im Slogan? In der Strategie?

Prophylaxe

Warum kommt doch immer wieder die langweilige Media-Mix-Kampagne dabei heraus, wenn Unternehmen eine Social Media Kampagne machen wollen? Weil die Agenturen es immer noch nicht können?

Warum stehen bei einer Kampagne für die 'Generation Upload' all die obigen Dinge im Vordergrund, nicht aber das Social Media Thema? Warum war FM Schmidt, zitternd, nervös und sich an seiner Mappe festhaltend in der PK und nicht Nico Lumma, der Social Media Director der SF-Truppe?
SF ist eine Agentur des letzten Jahrtausends, keine des kommenden!

Es nutzt nichts - es ist im Gegenteil sogar kontraproduktiv - die Mechanismen der alten Medien auf das Internet zu übertragen. (UPDATE: Da nutzt es auch nichts, 200 Millionen über Deutschland zu kippen, wie otr schreibt - die hätte man lieber in das Produkt investieren sollen, statt nun alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen!)
Es ist kontraproduktiv, die Marketing-Strategie nicht vollkommen neu als Unternehmensstrategie zu denken.
Es ist kontraproduktiv, die Marketing-Strategie nur als Werbestrategie zu verstehen.

Das Marketing muß die Geschäftsmodelle, Marken und Produkte des Hauses entwickeln. Es muß Nutzen, Services und Gespräche liefern. Es muß vorangehen.
Märkte müßen innovativ verstanden, innovativ interpretiert und innovativ im Dialog mit dem Konsumenten realisiert und mit Leben gefüllt werden.

Das kann keine Agentur, kein Grüner Tisch, kein Vorstand!
Man muß die Regeln kennen, die Abkürzungen.
Dafür muß man Teil der Zielgruppe sein. Teil des Spieles. Teil der Lösung!
Keinesfalls jedoch Teil der Kulisse!

Tritt aus Deinem eigenen Schatten, vodafone! (UPDATE: Schöner als in den Kommentaren der Horizont kann ich es auch nicht sagen. Hier spricht Communities Stimme, und die ist mehr als eindeutig!)


Zur PK selbst:
- Super, daß sie live in's Netz übertragen wurde.
- Anscheinend (siehe Kommentare) gab es einige Stream-Probleme, aber für das erste Mal war das Handling professionell.
- Weniger professionell waren Raum, Beteiligte (FM Schmidt), Ablauf, Inhalte, Präsentationsform (ppt/Layout).
- Die 'Diskussion' war nah an der Farce.
- Dies war keine wirkliche PK, sondern eine Marketing-Präsentation!



UPDATE 09. Juli

08:17 Uhr > Weitere authentische Posts, die die Stimmung gut zusammenfassen: "vodafone rohrkrepierer 2.0", wirres.net, "Es ist deine Zeit: Die Helden der Generation Retweet", brainblogger, "Kampagnenstart bei Vodafone: Testimonial mit Risikopotential", pr-fundsachen, "Es ist Beine breit", Don Alphonso, "Vodafone sucht die Generation Upload", PRlen.

> Die Beratungsgeier kreisen schon und buhlen um einen vodafone-Auftrag: "Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht. Aber wer hat sie beraten?" (auch in den Kommentaren)".

15:56 Uhr > Die Sicht des Profis auf die PK: "Vodafone und die Generation Mix-it-baby", bei Thomas, Indiskretion Ehrensache. Die Käuflichkeit und Janus-Köpfigkeit der sogenannten (selbsternannten!?) A-Blogger: "Die Zensursula-Debatte hat sich erledigt", chris, fixmbr.

18:10 Uhr > Sieben Hausaufgaben, die vodafone erledigen muß, damit das vollmundige Versprechen auch Realität wird: "Vodafone goes Web 2.0 Wer geht mit?".

23:20 Uhr > Wie enttäuschend, vodafone hat nichts verstanden und verlinkt allein den mehr oder weniger einzig positiven Post, nämlich typischerweise den, den ich oben als 'Beratungsgeier' charakterisiert hatte, als "Reaktionen auf die LivePK". Schade, soviel Ignoranz hatte selbst ich nicht erwartet.

Weitere Updates nur noch über "vodafone: Wir haben nichts verstanden".

Der Quelle-Katalog oder Die verpaßte Chance des Click-Journalismus

Seit mehreren Jahren feiert der Click-Journalismus - also die Aneinanderreihung nutzloser, aber potentiell Clicks generierender und damit Online-Einnahmen der Verlage steigernder, Photos - fröhliche Urständ.

Nun liegt der Quelle-Katalog vor und keiner erkennt die Chance. Die Zeit bringt nur 15 Photos zusammen: "Die Welt des Quelle-Katalogs". Der Spiegel allein die Vergrösserung eines einzigen Bildes: "Das konsumistische Manifest".

Das ist enttäuschend. Da hätte man nun 1348 Bilder (also Katalog-Seiten, laut Spiegel) vorliegen und nutzt diese einmalige Chance nicht. 1349 Clicks! (1349, weil der letzte Click im Spiegel nichtmal mehr auf ein Bild geht, sondern auf die Sammlung aller Clickstrecken!)

Vielleicht ist dies aber eine neue Pietät gegenüber den Todgeweihten, die vor ihrer letzten Fahrt nochmal 50 Millionen Euro in kleinen Scheinen verspeisen dürfen, nichtsdestotrotz aber dem Tode geweiht bleiben, ihm sogar näher denn je sind.

Positiv denken könnte man ausnahmsweise und mit der Clickstrecke für eine höhere Bekanntheit der einzelnen Katalogseite sorgen, den Unbedarften an die einzelnen Produkte und eine Vermarktungsform des letzten Jahrtausends heranführen.

Aida singend könnte man für Aufmerksamkeit sorgen, den sich anschließenden Besitzwunsch generieren, Interesse wecken, und schließlich für die notwendige Handlung sorgen, auch wirklich zu kaufen. (Wobei es dann wieder egal wäre, kauft man den Hüftgürtel, die Waschmaschine, die Sofadecke bei Quelle, Kaufhof oder Karstadt. Helfen könnte man in jedem Falle.)

Belohnen könnte man die freibeuterische Verwegenheit, in diesen Tagen ein solch papiernes Gewicht in das sinkende Konjunkturboot zu werfen auf das es endgültig untergehe. Aber warum sollte man?

Hier hätte der Journalismus einem der seinen (also auslaufendes Modell, es allen und damit keinem rechtmachend, mit einem Bein im Netz, mit einem Bein im Grabe, die Zukunft ignorierend, an der Tradition festhaltend) die vorletzte Ehre erweisen können.

Vielleicht das nächste Mal, wenn die Koalition auf unser aller Kosten wieder eine Industrie und ein Geschäftsmodell des alten Jahrtausends (über die Wahl hinaus) 'rettet'. Vielleicht wird der Quelle-Katalog gar Nutznießer der Kultur-Flatrate!?

In diesem Sinne: Get well soon!

Google bringt 2010 eigenes Betriebssystem

> Hier mehr dazu: "Google Chrome OS: Will It Kill Windows?" (mashable), "ChromeOS - Google kündigt eigenes Netbook-Betriebssystem an" (golem).

Ob ich - oder manch anderer - aber zu 100% in die Server-Farmen von Sergey und Larry umziehen möchte? Ich bin mir nicht sicher. Momentan wäre mir das zu allumfassend vereinnahmend.

Sinnvoll wäre ein neues OS bestimmt - es gibt ja immer noch viele Menschen, die morgens ihren PC einschalten, und sich während des Hochfahrens schonmal einen Kaffee holen, um sieben Minuten später ihren Tag im Netz zu beginnen.

Ich mag Apples Tiger und Leoparden.

Tuesday, July 07, 2009

Familienministerium: Dichtung & Wahrheit

Ich halte mich da raus. Es ist inzwischen müßig, sich zu echauffieren. Nur wissen muß man es - und die entsprechenden Konsequenzen ziehen! Aber leset selbst: "Familienministerium hält an Zahlen zur Verbreitung von Kinderpornographie fest". In diesem Sinne: Get well soon!

Fiat Flashmob oder Die Spontaneität des Marketing

Fiat feierte den Geburtstag seines 500ers am 04. Juli mit einem Flashmob. Horizont schreibt letzte Woche: "In Deutschland ist München der Ort des Geschehens, wenn sich spontan Hunderte von Menschen versammeln, um auf den Fiat 500 anzustoßen."

Die eigene Website schreibt heute, Dienstag, 07. Juli, noch "Der Fiat 500 hat Geburtstag und das wird groß gefeiert. Ganz spontan findet in vielen Großstädten weltweit eine Flashmob-Party statt".

Spontan, soso. Was Marketing eben spontan nennt.

Der Kommentar dazu von Rosina bei Horizont:
"Was für eine eigenartige Idee. Hat sich jetzt also das Prinzip des Flashmobs auch in Agenturkreisen herumgesprochen. bin ja mal gespannt, ob sich Internetaktivisten wirklich vor den Marketingkarren von Fiat spannen lassen. Aber naja, wenn es Frei-Prosecco umsonst gibt, wird schon jemand kommen. Ob das dann halt wirklich die Zielgruppe ist, die man auf den lustigen Youtubestreifen sehen wird - oder müssen sich dann gecastete Eventpraktikanten zuprosten?"

Dem muß ich ja nichts mehr hinzufügen!

> Hier kann man dann irgendwann die achso spontanen Flashmobs sehen!

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  • Wie kann ein zweifach Lead Award gekröntes Magazin, das Mitte 2008 im 5. Jahre eingestellt wurde, heute 'aktueller denn je' sein?

    > Dazu muß man nur die 140- Zeichen(!)-Synopsis jeder einzelnen der 50 Ausgaben inhalieren! Enjoy!