"Eine ganze Reihe von Internet- und Technologiekonzernen, allen voran Apple und Google, bauen derzeit eigene TV-Angebote auf und könnten damit zu mächtigen Konkurrenten heranwachsen.
„Wir müssen uns endlich verbünden. Die starren Fronten erinnern mich manchmal an den Stellungskrieg von Verdun", zitiert das "Handelsblatt" den ZDF-Intendanten.
Aus Sicht von Schächter wäre eine Allianz von großem Vorteil - und zwar für den öffentlich-rechtlichen wie für den privaten Rundfunk.
"Ich versuche, die Führungskräfte der Privatsender, aber auch der Verleger an einen Tisch mit ARD und ZDF zu bekommen", so Schächter." - Horizont
Lieber Herr Schächter,
Ad 1: Konkurrenz belebt das Geschäft - das können Sie ja nicht wissen. 'Konkurrenz' gibt es eigentlich nur im Me-Too- oder generischen Felde. Entwickeln Sie Nachrichten-, Informations-, Bildungs- und Wissensprodukte (gerne auch mit Unterhaltungswert), die Ihnen eine Alleinstellung sichern - dann müssen Sie auch keine 'Konkurrenz' fürchten. Werden Sie wieder zum Lagerfeuer, um das man sich gerne schart.
Ad 2: (Wenn Sie sich noch an den Stellungskrieg von Verdun erinnern, scheinen Sie tatsächlich im letzten Jahrtausend verhaftet zu sein. Ganz, so, wie es Ihre jetzige Strategie impliziert.)
Seit 40 Jahren sinkt die Qualität Ihres Produktes ständig, und werden Sie immer austauschbarer zu den Privaten. Google und Kollegen sind seit einem Jahrzehnt am Horizont. Begeben Sie sich mit Ihren Truppen doch jetzt nicht endgültig auf Nebenkriegsschauplätze, sondern konzentrieren sich endlich auf das Wesentliche: ein distinktives, relevantes, einzigartiges, begeisterndes Produkt- und Service-Angebot voller Nutzen und Wert(e)!
Ad 3: "Wir müssen uns gemeinsam klar werden, wie wir damit umgehen, wenn Google oder Facebook unsere Inhalte wollen", erklärt Schächter".
Ich glaube nicht, daß Ihnen etwas Besseres passieren kann als daß andere Ihre Produkte wollen.
Empfehlung:
Probieren Sie nur einmal einen Scenario-Planning-Ansatz in Ihrem Hause (mit Ihren Agenturen) aus, in dem Sie durchspielen, Google und Facebook seien Ihre besten Freunde, bzw. das Beste, das Ihnen als Intendant eines Senders passieren kann.
Sie werden Augen machen, staunen, und sich fragen, warum Sie darauf nicht schon vor 10 Jahren gekommen sind.
Google und Facebook und Kollegen sind im Zweifel die Lösung! Und wenn Sie gut sind (WENN Sie denn gut sind), gar nur Kulisse Ihrer Aktivitäten - aber sie sind bestimmt nicht Ihr Problem!
In diesem Sinne, lieber Herr Schächter.
Mit beiden Augen sieht man besser!