Steve Ballmer legt jetzt richtig los. 1,2 Milliarden Dollar will er pro Jahr in die Verfolgung Googles investieren. Richtig groß und erfolgreich wird man aber nicht als zweiter, sondern nur mit eigenen Visionen. No Strategy, no Kekse! Von Ralf Schwartz.
Die Hungrigen fressen die Satten,
die Glänzenden fressen die Matten!
Das ist schon irgendwie mitleiderregend, wenn man mitansehen muß, wie Steve Ballmer bzw. gesamt Microsoft sich seit Jahren abmüht, doch noch etwas Vernünftiges aus seinem Monopol und all den Milliarden zu machen, die bei denen so rumliegen.
Talents first!
Tatsächlich sollte der erste Schritt sein, sich ein neues Image zu geben - nicht durch Worte und Marketing-Investitionen, sondern durch Taten -, um wieder besseres Personal anzulocken. Besser im Sinne visionärer als Steve himself und die ganze obere Garde, die im Grunde nur verwaltet, was die Vorgänger aufgebaut haben.
Da hat man so ein schönes Monopol und macht nichts draus. Im Gegenteil, man hat sich so lange monopolitär ausgeruht, daß man die wichtigsten Trends der letzten Jahre verschlafen hat.
Breite Entrepreneur-Basis
Es reicht auch nicht, einen ganzen Stall von schüchternen Hasen zu haben und nur ein helles Köpfchen an der Spitze. Auf jeder Ebene, in jedem Bereich, in jeder Abteilung, in jedem Büro müssen die besten Köpfe sitzen, die man finden kann.
Jeder Einzelne muß ständig neugierig sein, sich und alles infragestellen, sich ständig weiterentwickeln und das Unternehmen damit neu erfinden.
Intuition/Company
Das ganze Unternehmen, jeder Einzelne und jede Struktur, jedes System, jeder Prozess muß Empathie und Intuition atmen. Es darf keinen bewußten Aufwand mehr kosten, dem Markt und der Welt voraus zu sein.
Innovation und Trends
Längst geht es doch nicht mehr darum, die anderen mal machen zu lassen und dann mit seinen Quadratlatschen in das frisch gemachte Beet zu treten und alles plattzumachen.
Die Schnellen fressen die Langsamen, die Glänzenden die Matten, die Hungrigen die Satten. Das ist die neue Devise in einer Zeit, in der jeder alles kann, wenn er seinen Rechner einschaltet und online geht.
Heute geht es darum, innovativ zu sein, intelligent, intuitiv, imaginativ und distinktiv.
Man muß die Trends schon selbst kreieren, man kann sie sich nicht mehr zusammenkaufen. Man muß Monopole Momente im Dialog mit dem Markt und dem Konsumenten der Zukunft kreieren.
Im Übrigen sind die anderen inzwischen so intelligent, daß sie eine weltweite Vermarktung mit den Möglichkeiten des Internets und des Venture Capitals selbst auf die Beine stellen können. Ehe Steve mit der Wimper gezuckt hat.
Niemand muß mehr für kleines Geld zu früh an Microsoft verkaufen!
Wünschen wir Steve also alles Gute bei dem, was er Strategie nennt, im Grunde aber nur Scheckbuch-Taktik ist. Geld ist ja genug da.
Vielleicht gesellt sich irgendwann das entsprechende, visionäre Hirn dazu.




