Göttgens zwar bei Rodenstock, aber noch immer nicht im Jetzt angekommen!
Schön, daß Olaf Göttgens wieder da ist. Schade, daß er sich direkt mit einem kapitalen Bock zurückmeldet. Aber wer hat etwas anderes erwartet? The G-Force is back again!
Hintergrund
Die w&v schreibt, daß eine der ersten Taten des Olaf G. als neuer CEO bei Rodenstock ist, die Agentur infragezustellen und 4 Agenturen zum Pitch zu laden. So weit, so gut.
Dann aber folgt im Artikel der Satz "Sobald eine neue Lead-Agentur gefunden worden ist, will Rodenstock in einem zweiten Schritt die Mediaagentur sowie die PR-Agentur überprüfen.".
Instant-Anamnese
Olaf G. hat schon früher bewiesen, daß Entwicklungen in Märkten und Medien spurlos an ihm vorübergehen können und auch Markensymbole, wie zB ein Mercedes-Stern, ihm keinen Respekt einflößen und ihm zuwenig relevant sind, um sie in ihrer ganzen Strahlkraft zu erhalten. Sie werden um ganze Dimensionen reduziert.
Images werden auf die Generik fokussiert (zB Qualität, etc.), um breiteste Zielgruppenansprachen zu erlauben - damit aber an den Menschen vorbei zu kommunizieren.
Diagnose
Im aktuellen Fall der stapel-orientierten Agentur-Auswahl fällt er wieder in alte Muster grotesker Eindimensionalität zurück und greift auf Erfahrungen seines Reptilien-Hirnes zurück, die längst von der Neuzeit des 21. Jahrhunderts ad absurdum geführt sind.
Gerade im Zeitalter sozialer Medien, wachsender Reklame-Resistenz, wachsender Individualität, Ungeduld und Unabhängigkeit der Konsumenten, können überlebte Agentur-Auswahl-Modelle nicht mehr zielführend, können veraltete Erfolgsmodelle nicht mehr erfolgreich sein.
Olaf G. hat lange den Punkt seiner Inkompetenz überschritten und wähnt sich jenseits von Gut und Böse in Sicherheit, ein folgenschwerer Fehler. Das Peter-Prinzip vergißt nicht.
Allein sich selbst verkaufen zu können wird bei Rodenstock noch weniger zum Erfolge reichen als bei Mercedes und BBDO zuvor.
Was also ist zu tun?
Therapie
Weitaus wichtiger als die vorschnelle Agenturauswahl sollte für CEO Olaf G. die Unternehmensstrategie sein! Was nutzt eine neue Agentur und eine neue Kampagne, wenn das Produkt, die Marke, die Unternehmensstruktur nicht optimiert und auf zukünftige Märkte ausgerichtet sind?
Olaf G. beginnt mit dem, was er kann: Meetings, Briefings, Hyperaktivität. Helfen wird es nicht, aber es erzeugt einen guten Eindruck. Bei wem auch immer.
Auch er sollte sich 100 Tage nehmen, das Unternehmen, seine Produkte und Märkte zu verstehen. Sollte mit den Menschen sprechen, die ihm die Erfahrung voraushaben. Sollte in den Märkten unterwegs sein. Sollte sich ein eigenes Bild machen. Sollte die relevanten Schritte in der richtigen und nicht in seiner Reihenfolge gehen. Sollte eine Vision entwickeln!
Zudem ist es äußerst kontraproduktiv in der heutigen Zeit, zuerst eine Leadagentur zu bestimmen und erst danach über die Mediaagentur zu entscheiden.
Gerade heutzutage, wenn Strategien und Maßnahmen aus einem Guß sein müssen, wenn man über alle Medien und TouchPoints hinweg ganzheitlich denken muß, wenn man äußerst fokussiert und konsistent agieren und äußerst schnell re-agieren können muß, kann sich niemand den immensen Luxus leisten, Kreation und Media und PR getrennt voneinander zu betrachten - außer Olaf G.
Er muß verstehen, daß gute Werbung lange vor der Agenturauswahl beginnt.
Gute Kommunikation beginnt bei der Ausrichtung und Aufstellung des Unternehmens, der Zukunfts-, Kunden- und Strategie-Orientierung des Unternehmens, der Marke, der Produkte und der Menschen selbst im Unternehmen.
Hier gibt es viel zu tun, und das Letzte - nicht das Allererste - ist die Auswahl der Agentur!
In diesem Sinne: Get well soon!
mediaclinique via Twitter

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