Blogger öfter hinter Gittern als Print-Journalisten!
45% aller weltweit inhaftierten Reporter sind Blogger bzw. Online-Journalisten. Ein trauriger Rekord, der auf andere Art zeigt, wie relevant der Online-Journalismus inzwischen ist. Von Ralf Schwartz.
Die Organisation 'Committee to Protect Journalists' (CPJ) hat die Zahl inhaftierter Journalisten und deren Verteilung nach Medien herausgegeben.
Momentan (Stand 01. Dez. 08) sind 125 Journalisten weltweit in Haft.
Warum es gerade soviele Online-Reporter sind, ist im Grunde klar: "Online journalism has changed the media landscape and the way we communicate with each other." ... "But the power and influence of this new generation of online journalists has captured the attention of repressive governments around the world, and they have accelerated their counterattack." ...
"All of us must stand up for their rights - from Internet companies to journalists and press freedom groups. The future of journalism is online and we are now in a battle with the enemies of press freedom who are using imprisonment to define the limits of public discourse."
Auf die Onliner folgen 42% der Inhaftierten, die aus dem Print-Lager kommen. Andere Medien siehe Graphik:
Image courtesy cpj.org.
Olympia-Land China, wo 'alles besser wird, man muß ihnen nur Zeit lassen', wie sich unsere deutschen und europäischen Politiker immer wieder beeilen zu versichern, damit sie nichts tun müssen, hält auch in dieser traurigen Disziplin die Goldmedaille:
"Nowhere is the ascendance of Internet journalism more evident than in China, where 24 of 28 jailed journalists worked online. China's prison list includes Hu Jia, a prominent human rights activist and blogger, who is serving a prison term of three and a half years for online commentaries and media interviews in which he criticized the Communist Party. He was convicted of 'incitement to subvert state power' a charge commonly used by authorities in China to jail critical writers. At least 22 journalists are jailed in China on this and other vague antistate charges."
Andere Länder (von denen wir weniger hören - und jetzt kennen wir die Gründe) gehen laut CPJ ähnlich vor. Zu den 5 gefährlichsten Ländern gehören nach China: Kuba, Burma/Myanmar, Eritrea, Usbekistan.
Inzwischen gibt es eine Initiative, die von CPJ ins Leben gerufen wurde: 'Global Network Initiative', die Guidelines und Hilfestellung gibt in allen Fällen, in denen Journalisten und die freie Meinungsäußerung unterdrückt werden. Yahoo, Google, Microsoft und andere haben sich dieser Initiative schon angeschlossen.
"The image of the solitary blogger working at home in pajamas may be appealing, but when the knock comes on the door they are alone and vulnerable." ...
Arbeiten wir mit daran, daß sich Journalisten aller Medien und aller Länder in ihren Medien und Online frei und ungestraft äußern können. Arbeiten wir mit daran, daß das Internet selbst frei bleibt, ohne staatliche Eingriffe in seine Freiheit.
Wehren wir den Anfängen, wenn wieder Politiker in unseren eigenen Ländern das Internet vertrojanern, durch Sperrungen verlangsamen, freie Meinungsäußerung und bestimmte Wortkombinationen in die Nähe des Terrorismus rücken wollen, wenn vollkommen willkürliche Definitionen eindeutiger Straftatbestände für mehr Verwirrung als Klarheit sorgen und nur der Willkür der Staatsmacht, nicht aber der meinungsrechtlichen Freiheit und körperlichen Freiheit des aufgeklärten Bürgers dienen.
Freiheit ist teuer, aber sie darf uns nicht unsere Freiheit kosten!
> Original-Artikel und alle Zitate: cpj.org, "CPJ's 2008 prison census: Online and in jail".
mediaclinique via Twitter

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