Eindrucksvoll konnten Bohlen-Klone wie Don Alphonso Journalismus-Qualitäts-Debatte und Blog-Hetze ad Absurdum führen und Qualitätsmedien infiltrieren. Quo vadis, Medien-Deutschland? Von Ralf Schwartz.
Eindrucksvoll zeigt Ralf Schwartz, daß er zu blöd ist, Brecht und Heine auseinanderzuhalten, und reißt die Klappe himmelweit auf. Hat er zu nah an Goethes Schillers Glocke gestanden? Von Ralf Schwartz.
Don Alphonso sondert seinen Rotz auf Bildzeitungs-Niveau nun in der FAZ ab.
Niggemeier bloggt inzwischen auf dem Niveau einer Nachmittags-Talkshow der von ihm ach so verachteten Privat-TV-Sender.
Amir Kassaei (Kreativchef von DDB und Vorstandssprecher des ADC) wird von den Erfüllungsgehilfen der kommunikativen Durchschnittlichkeit (heute w&v, morgen Horizont) auf den Thron des besten Werbers Deutschlands gesetzt, weil er einen kreativen Portrait-Photographen hat (voriger Link) und seit Jahren erzählt, er hätte eine 'Innovations-Unit' gegründet.
Robert Basic verkauft sein Poesie-Album (jetzt noch niedlicher) namens 'Minimales Denken' Blog an den Meistbietenden für einen Betrag für den amerikanische Blogger nichtmal aufstehen würden und ist glücklich dabei.
Fehlt nur noch, daß in Zukunft Elke Heidenreich neben Dieter Bohlen in der Jury irgendeiner unsäglichen Casting-Show sitzt und Bruce und Barbie Van de Vaart im ZDF 'Lesen' moderieren und ihre Liebling-Comics von Bild-Zeitung über Focus und VF bis hin zur Vogue vorstellen.
Was haben wir bloß getan, daß wir all das verdient haben?
Wie konnte es gelingen, die FAZ-Blogs boulevardiger als den Boulevard zu machen?
Was soll der Netzökonom denken? Was all die seriösen und guten Journalisten, die noch gegen die Verflachung, Verdurchschnittlichung und Verdummung unserer Welt anschreiben?
Was soll ich über die FAZ denken, die spiegelonline mit einer Qualitäts-Defensive schlagen will? Was über Niggemeier, der einstige Qualität und Kompetenz verrät, um unterdurchschnittlich zu segeln (inzwischen auch auf stefan-niggemeier.de)?
Was soll ich denken über die Qualität eines Mediendeutschlands, das Menschen zu Gallionsfiguren macht, die man anderswo nichtmal kielgeholt hätte, weil die Taue zu schade wären und man die Haie sich nicht den Magen verderben lassen wollte?
Was soll ich über die Kommunikations-Manager einer Branche denken, die das Bild eines Mannes zu ihrer Fahne erheben und ihr wie die Lemminge über die Effektivitäts-Klippe folgen, um ihre Marken und ihren Gesunden Menschenverstand zu verraten? Einer Fahne, mit der intelligente, intuitive und imaginative Kommunikations-Vordenker sich nichtmal die Nase putzen würden, hätten wir solche in Deutschland!
Einmal mehr gilt in Abwandlung zu Brecht: denk ich an Medien und Kommunikation Deutschlands in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht (wie die Tageszeit der Veröffentlichung eindrucksvoll belegt)!
Hoffen können wir, daß wir nicht noch mehr vom gleichen bekommen, sondern der ein oder andere etwas merkt und agiert. Hoffen können wir, daß nicht die Medien-Demokratie ihrem großen Bruder folgt und auch zu einer schleichenden Diktatur des Dummen und der Durchschnittlichkeit wird.
Wünschen können wir uns, daß in Bälde vermehrt Menschen, Medien-Gourmets, Ästheten des guten Geschmacks und der intellektuellen Anregung um den Schlaf gebracht werden oder zumindest aufwachen, ob des schwindenden Niveaus des uns umgebenden medialen Äthers, der immer mehr zur Betäubung und Verödung genau der Nervenenden führt, die bei uns einst für Geschmack, Qualität und differenzierendes und distinktives Denken zuständig waren.
In diesem Sinne: Get well soon!
UPDATE 09:32 Uhr: In den Kommentaren zeigt Don Alphonso seine wahre Größe und weist mich unaufgeregt darauf hin, daß obiges Zitat, welches ich trotz Abitur Brecht anhängte, dem lieben Heinrich Heine zuzuordnen ist. Was für mich als Düsseldorfer natürlich doppelt furchtbar ist.
Wenn sich da mal nicht ein neuer Kommentar-Rekord andeutet!




