Gute Nachrichten hält die neue BBDO Consulting Studie bereit, wie die Absatzwirtschaft berichtet. Allerdings auch besorgniserregende (und der Titel ist irgendwie zweideutig).
Image courtesy BBDO Consulting, Studien-Download als pdf.
Um die Ergebnisse dieser Studie zu erhalten, hätte man nicht unbedingt 300 Marketingentscheider befragen müssen, vieles hätte man sich selbst denken können. Aber so hat man wenigstens Gewißheit. Und Gewißheit ist wichtig in diesen unsicheren Zeiten!
... wie zB bei Ergebnis 2:
"Kostendruck größte Herausforderung in 2009 – Mit Abstand die größte
Bedrohung ist aus Sicht der Entscheider der steigende Kostendruck."
... oder Ergebnis 5:
"Marketingeffektivität und –effizienz auf dem Prüfstand – der für 2009 erwartete steigende Kostendruck zwingt die Unternehmen den optimalen Einsatz des
Marketingbudgets zu überprüfen."
Das tut er zwar schon immer, es passiert nur (zu) wenig.
... ebenso wie Ergebnis 6:
"Unternehmen rücken stärker an die Kunden – Verbesserung der Kundenbeziehung wichtigste Maßnahme in 2009" und Ergebnis 7: "Stärkere Interaktion mit dem Kunden als ein Weg aus der Krise – Mehrheit der Befragten hält die Verbesserung des Kundendialogs für die wichtigste, kurzfristig relevante Maßnahme."
... und natürlich Ergebnis 8:
"Shift des Werbebudgets zu interaktiven und kundennahen Kanälen –
zunehmender Einsatz interaktiver Werbeformen auf Kosten der klassischen
Kommunikationskanäle.".
Hätte man sich denken können, wird seit Jahren gefordert, wird aus Zeit- und Ideenmangel nur nie umgesetzt. Die Entschlossenheit, mit der hier seit Jahren vorgegangen wird, bleibt besorgniserregend.
Aber spätestens nach der Krise gibt es keine Entschuldigungen mehr, nicht wahr?
Das alles ist aber auch kein Wunder, sieht man sich das erstaunlichste (oder doch vorhersehbarste?) Ergebnis an:
"Große Ratlosigkeit in Bezug auf Wege aus der Krise – ein Drittel der Entscheider weiß nicht, welche Faktoren in 2009 zum Erfolg führen werden."
Oder ist dies das verheerendste Ergebnis der Studie? Denn eigenlich müßten doch alle längst ihre erfolgbringenden Strategien festgezurrt, wenn nicht zweimal überarbeitet haben. Längst müßten Microstrategies greifen, die eine weitaus höhere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ermöglichen.
Längst müßten Innovationsprogramme laufen, um die Krise bzw. die Zeit danach kurzfristig nutzen zu können.
Ergebnis 4 ("Marketingbudgets trotzen der Krise – Nur ca. 10% der befragten Unternehmen
planen das Marketingbudget in 2009 zu reduzieren. In der Mehrzahl der Fälle wird
die aktuelle Höhe beibehalten, 15% planen eine Erhöhung.") ist nicht weiter überraschend, entscheiden doch gerade in Krisen nicht die Marketingverantwortlichen, sondern die Geschäftsführer und CEOs, in letzter Minute noch die Millionen des Marketing-Budgets in Profit umzuwandeln.
Positiv klingt der hoffnungsvolle Ausblick der Marketingentscheider, der unter Ergebnis 1 dargestellt ist:
"Lage ernst, aber nicht hoffnungslos – Die Auswirkungen der Krise werden von der Mehrheit der Entscheider als moderat eingeschätzt, Mehrheit erwartet
gleichbleibende Umsätze."
Das müssen wir nun nur noch der Politik klarmachen!
Wirklich interessant, danke BBDO Consulting.




