Nun also noch ein Skandal. Nach verschiedenen Daten-Skandalen, den Preissystem- und -Erhöhungs-Skandalen jetzt ein Kommunikationsskandal, wie Spiegel bzw. w&v berichten.
Und wieder wird ein Bauer geopfert, obwohl ich sicher bin, daß derartige Aktionen im Vorstand präsentiert, beklatscht und verabschiedet werden - dort also die endgültige Verantwortung allokiert ist.
DIAGNOSE
Leisten kann sich die Bahn all das, was ihr so 'passiert', nur weil sie mit Hilfe der Politik ihr Monopol absichert.
Als Marke, die Vertrauen in der Bevölkerung - oder zumindest bei ihren Kunden - aufbauen sollte, hat die Bahn bisher auf ganzer Linie versagt. Da nutzt es auch nichts, Dieter Bohlen umsonst fahren zu lassen.
Es ist ein wirklich bedenkliches Zeichen, daß gerade die größten Skandale in den Unternehmen realisiert werden, die immer noch Quasi-Staatsunternehmen sind: Bahn, Post, Telekom.
THERAPIE
Gerade dort aber müßte die Politik aufräumen, um Vorbilder zu kreieren für die Wirtschaft als Ganzes, das Management, die Corporate Governance und die Corporate Social Responsibility.
PROPHYLAXE
Marken müssen sich Maximen geben, einem Kategorischen Imperativ unterordnen, an dem sie sich mesen lassen und selbst messen - wenn es schon Politik und Vorstand und Aufsichtsrat nicht tun.
Marken müssen Vorbilder werden, müssen den Menschen vorangehen, dürfen sie nicht hintergehen. Sie müssen in Vorleistung treten. Sie müssen sich beweisen, in Taten, nicht in Worten. Sie müssen sich das Vertrauen der Menschen geduldig erarbeiten, nicht arrogant wegen eines Monopoles in den Wind schlagen.
In diesem Sinne: Get well soon!


