Google wird innerhalb seines Book Settlements wohl nur noch englischsprachige (bzw. beim US Copyright Office registrierte) Bücher scannen und online durchsuchbar machen. "Proteste vor allem aus Deutschland und Frankreich hatten insofern Erfolg, als deutsche und französische Bücher nun nicht mehr von Google ins Internet gestellt werden", schreibt Meedia.
Erfolg? Was soll daran erfolgreich sein, wenn man deutsche Bücher nicht mehr suchen, finden, für wissenschaftliche Recherchen oä. nutzen kann?
Und wie paßt das zur "Bücher befördern Ideen"-Philosophie des Börsenvereines? "Bücher sind unverzichtbar für die Entwicklung unserer Gesellschaft und
deren Ideale. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstützt
diese Entwicklung durch sein Engagement für den deutschen Buchmarkt und
für die freie Verbreitung des geschriebenen Wortes." steht da!?
"Bücher unverzichtbar"? - "Freie Verbreitung des geschriebenen Wortes"?
Vielleicht kann man das nur verstehen, wenn man weiterliest: "Der Verband vertritt die Interessen von rund 5.900 Verlagen, Buchhandlungen, Antiquariaten, Zwischenbuchhandlungen und Verlagsvertretern." - also explizit nicht die Interessen des Lesers, des Konsumenten, all derer, die die Bücher kaufen, zahlen und lesen sollen. Hm.
Das ist also wirklich ein Erfolg für den Börsenverein! Jetzt kann er in aller Ruhe Libreka vorantreiben, denn da kann man schon "Mehr als 1.000 teilnehmende Verlage, über 100.000 Titel" bewundern (Google: 6 Millionen).
Da sind wir einen wirklich großen Schritt weitergekommen beim Siegeszug der deutschen Sprache. Bald wird es Deutsch nur noch im Grundgesetz, in Deutschland und bestimmten Teilen Südamerikas geben.
Der Rest der Welt wird sich endgültig vom Deutschen als (irgendwann mal) relevante Veröffentlichungssprache verabschieden. So bringt man keine Kultur in die Welt! Die Goethe-Institute drehen sich im Grabe herum.
Manchmal wäre es schon ganz gut, ein wenig über den eigenen, monetären Schatten hinauszudenken.
Ach so: der Börsenverein "kritisierte an der neuen Vereinbarung, dass sie Europa von der Buchdigitalisierung abschneide"!
(Hier übrigens das originale "Google Books Amended Settlement Agreement" bei Scribd, 'awaiting Court Approval'.
Dies nur falls es jemanden interessiert - und falls jemand noch nicht verstanden hat, wie sehr die Transparenz, Ubiquität der Information und Wissensaneignung des Individuums durch Internet, Innovation und konstruktives Handeln potenziert werden können!)
UPDATE
12:53 Uhr > "Google und die Medien – ein paar Gedanken und Thesen", CARTA.
19. November
12:23 Uhr > Google Book Settlement: Jetzt hat selbst der Börsenverein sein Eigentor verstanden. Glückwunsch! > "German publishers criticize new Google Books deal".
mediaclinique
