Wir sind ein freies Land. (Fast) jeder kann nach seiner Facon glücklich werden.
Zwischen ihm oder ihr und dem Glück stehen die Gesetze, Politiker, die Nachbarn, der eigene (in Deutschland immer, weil immer durch die Neidbrille des anderen betrachtet, mit negativer Konnotation versehene) Ehrgeiz und (sic!) der Neid in den Augen der anderen.
Wir sind ein freies Land - auch für Marken. So frei, daß Marken(vor)recht und Markenpflicht die Vielfalt, die freie Berufsausübung, die Meinungs- und Gestaltungsfreiheit und das Glück des Einzelnen empfindlich einschränken kann.
Wir sind so frei, daß wir den Mammon über den Menschen gestellt haben. Und je mehr Mammon im Spiele ist, desto mehr Menschen darf man unglücklich machen. Eine faire Vereinbarung für den Teufel, denn sie sorgt dafür, daß er immer auf den größten Haufen - mit Verlaub - scheißt: Je mehr Menschen ich unglücklich mache, desto stärker wird die Marke - Es kann nur einen geben!
Und der spielt noch gegen sich selbst mit gezinkten Karten.
Winkt man dann noch mit dem Zaunpfahle der Arbeitsplatzverluste, ist nachgerade alles möglich. Politiker springen plötzlich aus jeder Torte, die eben noch Fettnapf war.
Ohne Probleme, sogar noch mit Unterstützung der (ver)öffen(t)lichen Meinung kann man Existenzen vernichten, genüßlich in Grund und Boden rammen, um 'Arbeitsplätze zu retten' - auch (und gerade) wenn man zuvor jahrelang mit seinem Intellekte nah der Flatline segelte.
Schizophren? Nur in einer Welt mit Ethik, Rückgrat, Moral und Ungeschriebenen Gesetzen. Unsere Gesetze jedoch sind geschrieben und das Papier ist nicht nur geduldig, sondern auch stärker als der Stein des Anstoßes. Unsere Welt ist (inzwischen) gemacht für all jene, denen Moral nichts mehr sagt, die Anstand als die Plattform zum Abschusse des anderen verstehen, deren Freiheit grenzenloser als die des Reinhard Mey ist, deren Ego sie selbst in den Mittelpunkt ihrer leblosen Welt stellt und ihren Wahnsinn zur Normalität erklärt, der sie um sich herum alles töten läßt, weil sie selbst innerlich längst tot sind.
Sie verkennen, daß die Box, innerhalb derer sie denken, die ihren Horizont markiert und ihre fehlende Weitsicht, ihren Egoismus und ihre degenerierte, sportliche Fairness, längst der eigene Sarkophag ist. Verziert mit den Geistern, die sie riefen, und die nicht mehr von ihnen lassen. Vernagelt mit ihrer Arroganz, Ignoranz und Intoleranz gegenüber der Vielfalt der Möglichkeiten, der Meinung Andersdenkender, der Potentiale der Zukunft, des Gesunden Menschenverstandes und der Freiheit aller anderen.
Sie selbst, denken sie, entscheiden allein über Ach und Weh der Welt, den Größenwahnsinn anderer, drehen ihr monochromes Kaleidoskop bis es allein in ihrer Farbe schimmert und merken nicht mehr, daß es doch nur der Balken in ihrem eigenen Auge ist ...
In diesem Sinne: Get well soon, World!
UPDATE
13:07 Uhr > Falls sich jemand fragt, was uns der obige Text sagen will: "Warum das Getöse?", nwzonline, via @50hz.
mediaclinique
