Ich möchte nur einen sehr kurzen Absatz aus Wolfgangs Thesen für 2011 zitieren, der Euch zu denken geben und schlaflose Nächte bereiten sollte:
"Danach haben mehr und mehr Agenturen und Berater begonnen, das Feld zu besetzen – die meisten mit sehr jungen Mitarbeitern und Berufseinsteigern. In den Jahren 2006 bis 2010 hat sich Social Media immer mehr von einem Trendthema zu einem Businessthema entwickelt, das heute tatsächlich wesentlichen Anteil am Geschäftserfolg von Beratungsfirmen hat. 2011 wird das Jahr sein, in dem das Thema bei den Unternehmen und Marken in Deutschland endgültig angekommen und in die Praxis überführt ist."
Bei den meisten Agenturen hat sich am ersten Part obiger Darstellung wenig geändert. Bei den wenigsten wurde Social Media als Chance des Strukturwandels erkannt. Immer noch sind es junge und zu junge Mitarbeiter, die Social Media - im wahrsten Sinne des Wortes - verkaufen sollen. Beides aber macht keinen Sinn:
01 - Die Jüngsten haben nunmal nie die beste Lobby im Konzern (wie sich manche große Agentur heute geriert, um Effizienzen zu generieren).
Solange Social Media nicht an oberster Position in der Agenturgeschäftsführung integriert und gedacht wird, solange wird diese Agentur nicht Social Media atmen, sondern nur für Kunden auf großflächigen Plakaten (und im Aufzug) aufmerksamkeitsstark vor sich hertragen.
02 - Social Media kann man nicht mehr verkaufen. Social Media muß gelebt, vor allem vorgelebt werden. Wo sind die Agenturen, die dies tun? Social Media leben?
Es reicht nicht, die Blondeste nach vorne zu (s)chicken (sorry), wenn der Kunde Social Media sehen möchte.
Social Media ist momentan die Speerspitze der Bewegung, da muß der Chef nach vorne, der aber hat keinen Account bei twitter der facebook, geschweige ein regelmäßig bestücktes Blog, nicht wahr? Nun, die Blondeste auch nicht, aber ihr verzeiht man das. Muß halt der Praktikant ran, das Social Media Feigenblatt.
Es reicht schon lange nicht mehr, Social Media als 'Media, aber eben sozial' zu verstehen (hat es übrigens noch nie). Social Networking, wie ich lieber sage, ist weitaus mehr als Media sich je träumen ließ - deshalb sind die meisten Agenturen auch noch nicht dort angelangt: Sie können immer noch nicht träumen, haben immer noch keine Phantasie, interessieren sich immer noch nicht für Technik und die gegenüber der Vergangenheit unbegrenzten Möglichkeiten.
Liebe kleine Agenturen, hört auf, Amateure (im besten Sinne des Wortes) sein zu wollen. Liebe große Agenturen, hört auf, Konzerne sein zu wollen, darin liegt kein Heil.
Beide solltet Ihr versuchen, den Menschen da draussen zu verstehen, das Dialogwesen, den Kommentator, die emsige Fan-Biene, auf Augenhöhe mit der Welt und dennoch ihr ein wenig voraus.
Ihr solltet versuchen, die Marken zu verstehen, die Personen und Persönlichkeiten sein wollen, die nicht mehr von oben von der sicheren Kanzel herab zur Masse monologisieren wollen, sondern in der Menge baden, sich mir ihr wandeln, entwickeln wollen, die vorangehen wollen und die Menschen behandeln möchten, wie sie selbst behandelt werden wollen.
Ihr solltet versuchen, zu erkennen die Vorteile der neuen Individualität, der neuen Unabhängigkeit und der neuen Ungeduld der Menschen. Solltet versuchen, ihnen voranzugehen, beispielhaft sein in Eurem Tun, Eure Ängste ablegen vor dem (gar nicht mehr) Neuen, und endlich Social Networking leben, aus ganzem Herzen, mit jeder Ader Eures Hauses und Eurer Mitarbeiter, mit jeder Synapse, die Ihr noch finden könnt, jeder Zelle, die noch nicht immun ist gegen das Neue, den Wandel, den Fortschritt und die Zukunft ...
Und nun solltet Ihr schauen, was der Rest von Wolfgangs Text für Euch bedeutet!
In diesem Sinne: Get well soon!


