Die Bild träumt, sie sei Kaisermacherin. KT träumt, er könne Kanzler aller Deutschen werden und ein vieltausendjähriges Reich errichten. Der Spiegel träumt, er könne etwas gegen die Bild ausrichten. Ich kriege Plaque.
Die echten Menschen, die haben das Träumen längst aufgegeben, sie sehen keine Hoffnung mehr, sie wissen, daß ihre Kinder es einmal schlechter haben werden als sie selbst.
Früher - als die Kinder es besser haben sollten als die eigenen Eltern - investierte man Zeit und Geld in Bildung. Kurze Zeit später war das nicht mehr so wichtig und die Kinder sollten Beamte werden. Ich zB lag genau dazwischen. Zuerst wurde ich gebildet, was das Zeug hielt, dann, nach dem BWL-Studium, wünschte mein Vater sich, ich würde die sogenannte Höhere Beamtenlaufbahn einschlagen. Da hätte man einen sicheren Job!
Heute empfehlen die Eltern ihren Kindern, die Schule abzubrechen und direkt in Hartz-IV einzusteigen. Siehe dazu auch Panem et Democraciensis.
Die anderen wollen König von Deutschland werden - in der Politik, oder einer anderen Casting-Show. Sie leiden unter Realitätsverlust. Manchmal meint man, sie kämen gar von einem anderen Stern, hätten die falschen Hochglanzzeitschriften inhaliert, den falschen Politikern und Wahlen geglaubt.
Auch der Traum der Bild ist längst ausgeträumt. Da sie es sich aber nicht anmerken läßt, ist die Politik weiter überzeugt, sie müsse sich der Bild unterordnen und vor ihr zittern. Spannend, denn die Bild überlebt nur mit Hilfe der Politik. Die Politik traut sich aber nicht, ihre eigenen Träume aufzugeben, um damit den Traum der Bild endgültig ad Absurdum zu führen.
Die Politik will nicht verstehen, daß die Bild eine Plaque in Form einer Wandanlagerung ist "der arteriellen Blutgefäße ..., die schließlich zum Infarkt führen kann". Sie will lieber glauben, die Bild sei Panzer, Schild und Sprungbrett: Plaque also im Sinne einer "Verstärkung der Einlage von Sakkovorderteilen aus starkem Rosshaar, um die Sprungkraft der Einlage im Sichtbereich zu erhöhen".
Wir alle müssen verstehen, daß eine Plaque à la Guttenberg eher so zu beschreiben ist: "ein Biofilm auf den Zähnen, besonders an schwer zugänglichen Bereichen der Zähne. Er besteht aus Speichelbestandteilen, Stoffwechselprodukten von Bakterien, Nahrungsresten und Bakterien". Da hilft nur brutale Disziplin, Sauberkeit und Konsequenz, denn "pathogene Plaque entsteht innerhalb von 24 Stunden".
Der Spiegel dagegen leidet einfach an Verdrängung, an Gedächtnisverlust und Alzheimer - wir haben es hier mit senilen Plaques zu tun: "extrazelluläre Ablagerungen ... in der grauen Hirnsubstanz. Die Ablagerungen sind vergesellschaftet mit degenerativen nervalen Strukturen ...".
Der Spiegel selbst erinnert sich nicht mehr an seine inhaltlich besten Zeiten, weiß nicht mehr, was ihn einst groß und berühmt und gefürchtet machte ... sieht nur seine Gegner, nicht aber seine eigene Persönlichkeit.
Traurige Einzelschicksale, die viel mit dem Bild zu tun haben, das wir von uns selbst und von anderen haben:
Der Neid in den Augen der anderen ist eben kein wirklicher Ersatz für das verlöschende Feuer in uns allen.
Die Links zu #guttenberg unter Fremdschämen für Deutschland.


