Über Ostern - und über Wolfgangs Wendepunkt - dachte ich nach. Dachte nach über Mel Gibsons drastischen Film Passion Christi. Dachte nach über das Leiden Christi, seine Folter, sein Blutvergießen, dachte an all die Schmerzen, das Leid, den Tod, all das, was er für uns auf sich nahm, um uns ein wenig zu retten.
Und dachte dann an seine Stellvertreter auf Erden, die dieses Leid, dieses Opfer mit Füßen treten, indem sie Kinder schänden, kleine Jungen mißbrauchen, nach männlichen Jugendlichen lechzen, die Finger sich lecken, die eben noch die Hostie hielten, den Leib Gottes, zur Befriedigung ihrer eigenen fleischlichen Lust.
Dachte an all jene aus ihren Reihen, die schweigen zu diesen Taten, die Täter in Schutz nehmen, und damit diese Verbrechen an den Menschen, der Jugend, der Menschlichkeit billigen. Billigen die Verbrechen an Jesus, an Gott selbst, den Verrat für immer und alle Zeiten.
Dachte an jene, die immer noch verharmlosen, die immer noch nicht jenen die Schuld geben, die Täter waren und sind, sondern denen, die Taten aufdecken und publik machen.
Dachte an jene, die immer noch ihre Roben mit Stolz tragen und schweigen, statt aufzustehen, statt aufzubegehren, statt aufzuschreien, anzuschreien gegen dieses Unrecht, gegen diese Unmöglichkeit, diese Unsäglichkeit, diese Menschen in ihrer Mitte weiter nicht nur zu dulden, sondern zu beschützen, ihnen Absolution zu erteilen, ihnen die Rente lebenslang zu zahlen von unserem sauerverdienten, vom Munde abgesparten Gelde, Gutes damit zu tun in der Welt.
Von unserem Gelde, mit dem man besser die Opfer versuchte zu entschädigen. Ein wenig zumindest, den Schmerz zu mildern, den Vertrauensverlust, in den Priester, die Kirche, Jesus und Gott selbst, wie er dies zulassen konnte, zuschauen konnte.
Schweigen konnte, statt Blitze zu senden, oder diese, die man nichteinmal mehr Menschen nennen kann, der menschlichen Gerichtbarkeit zu übergeben.
Dachte an all die Gläubigen, die ungläubig zuschauen, gläubig wegschauen, Gaffer vor dem Herrn, nicht wert, weiter sein Haus zu betreten, seinen Namen in den Mund zu nehmen, ehe sie nicht gesprochen haben gegen dies gen Himmel schreiende Unrecht, Todsünde gar.
Dachte an all die alten Männer, die Unheil bringen und Elend allüberall auf der Welt. Die alten Männer, die sich millionenschwere Paläste bauen, sie Kirche nennen, über die Menschen lachen und über Jesus. Dachte an die alten Männer, die sich Kinder und junge Männer dienbar machen und das Allerheiligste, was Gott uns schenkte, unser Leben und den Tod Jesu, mit Füßen treten.
Dachte an all die alten Männer, die nur dumm schwatzen, und unsere kleine Welt durch ihr Handeln zur Hölle machen
- statt ihr Leben und Handeln nach dem Vorbilde Jesu auszurichten, Vorbild zu sein und die Menschen zu inspirieren, eine bessere Welt zu Ehren Jesu und ihres Gottes zu errichten.


