Fundsache
Polizisten, Feuerwehrleute, Bauarbeiter und andere Überlebende des Terrorangriffs vom 11. September 2001 – Zehntausende Personen, die als Ersthelfer danach ihr Leben aufs Spiel setzten – werden demnächst seltsame Post erhalten: Ihre Namen müßten jetzt mit der FBI-Liste aller Terroristennamen abgeglichen werden (the Huffington Post):
Jeder Ersthelfer des 11. September, der nicht mit den Daten aller Terrorismusverdächtigen verglichen wurde, wird keine ärztliche Versorgung für die zahlreichen und sich verschlimmernden Leiden durch die Katastrophenfolgen erhalten. So steht es in dem Gesetz (dem sog. James Zadroga 9/11 Health and Compensation Law), das bei genau diesen Krankheiten Abhilfe schaffen sollte.
Aber plötzlich ist das Ganze nicht mehr bloß eine Parlamentskungelei.
Ärzte und Behörden, vom Gesetz dazu verpflichtet, werden nun aktiv und teilen allen Personen im 9/11-Überwachungs- und Behandlungsprogramm mit, dass ihre Namen, Geburtsorte, Adressen, Personalausweisnummern und andere persönliche Daten dem FBI übermittelt werden, um sicherzustellen, dass die Personen keine Terroristen sind.
Bauarbeiter John Feal, der am Ground Zero einen halben Fuß verloren hat, leitet heute die Bürgerrechtsbewegung der Feelgood-Stiftung. Er sagte voraus, dass das nicht gut ankommen werde: „Wenn die Polizisten und Feuerwehrleute das zuhause vorfinden, dann gehen sie durch die Decke. Worüber reden wir hier überhaupt? Über nicht-registrierte Putzkolonnen? Wir wissen doch, wer all diese Polizisten, Feuerwehrleute und Bauarbeiter waren! Das ist doch alles dokumentiert! Denken die vielleicht, dass da ein Terrorist dageblieben ist, um beim Aufräumen zu helfen? Und dass er dann all die Jahre hiergeblieben ist, um Zuschüsse von der Krankenversicherung zu kriegen? Ich hab’ ja schon viel aus Washington gehört, aber das ist ja wohl der Gipfel!“ „Unsere Krankheiten werden immer schlimmer, und wir sterben, und die schicken Briefe in die Welt mit der Frage, ob wir Terroristen sind. Denen fehlt es doch einfach an Mitgefühl.“
(Dienstags präsentiert die mediaclinique regelmäßig ausge- wählte Artikel des 3-monatl. Print-Magazins DIE GAZETTE. Texte, die "über die taktische Tagespolitik hinaus Antworten und Perspektiven" geben, zum Nachdenken anregen wollen.)
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Fritz Glunk, Herausgeber der GAZETTE


