"... Es wäre nicht möglich gewesen, Guttenberg auch nur ansatzweise in die Nähe des Kanzleramts zu rücken, wenn nicht irgendwann mal Journalisten angefangen hätten zu schreiben, dass sich da einer warmlaufe für die Kandidatur und selbstverständlich dafür geeignet sei.
Von Guttenberg fordern sie jetzt echte Demut, Reue, Widerruf - in den Staub mit ihm!
Von den Journalisten selber habe ich nur ziemlich dürre Worte darüber gelesen, warum sie dem Gaukler und Blender so sehr auf den Leim gegangen sind.
In der SZ stand ein Halbsatz (“auch der Autor dieser Zeilen…”), die FAZ gefiel sich in einer raunenden Andeutung, Redaktionen seien da irgendwie auf Linie gebracht worden.
Das ist eine einigermaßen interessante Theorie, über die man gerne mehr wüsste. Schließlich stellt die FAZ da in einem Satz die Integrität des politischen Journalismus in Frage.
Was, bitte, soll man Redaktionen noch abnehmen, wenn man über sie leichthin sagen kann, sie ließen sich mühelos instrumentalisieren und auf Linie bringen? Und auf wessen Linie überhaupt - und von wem?
Schade, dass sich politische Journalisten so gerne mit anderen auseinandersetzen, mit sich selbst aber dann doch eher nur ungern.
Mindestens so spannend wie die Frage danach, wie alle auf Guttenberg reinfallen konnten, wäre also auch die Frage, was eigentlich den Politjournalistenbetrieb in den vergangenen Jahren bewogen hat, Guttenberg zur Lichtgestalt zu stilisieren. ..."
(Absätze durch mich) - Via JakBlog, Hosianna, Guttenberg!.


