Auf die Idee muss man in den heutigen Zeiten ersteinmal kommen, das Fernsehen im Netz auf bewegte Bilder und Ton und die Printverlage (also sich selbst) auf das geschriebene Wort zu beschränken.
Man öffnet damit nicht nur jedem Wettbewerb ausserhalb der Vereinbarung Tür und Tor, gräbt sich selbst das Wasser (und die Zukunft) ab, überlässt dem ein oder anderen Privatsender das Feld, sondern lässt auch noch Deutschland informations- und wissenstechnisch ver(bl)öden, nur um sein seit Jahren obsoletes Geschäftsmodell irgendwie zu retten.
Leider haben wir eine Politik, die nicht nur nichts vom Internet versteht, sondern auch nichts von Bildung, der Relevanz von Wissen für Innovation, Wandel und Wohlstand, oder dem Segen des freien Wettbewerbs für die Qualität eines Angebotes versteht (wobei hier nicht der neoliberale Schwachsinn oder der koalitions-politische Protektionismus gemeint ist).
Jedem Journalisten ...
"Auf gesellschaftlicher Ebene charakterisiert sich der Journalismus durch professionelle Fremdbeobachtung verschiedener Gesellschaftsbereiche. Themen mit Aktualität, Faktizität und Relevanz stellt er durch Publikation für die öffentliche Kommunikation zur Verfügung."
... und jedem Verlag ...
"Ein Verlag ist ein Medienunternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik, Unterhaltung oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet."
... müsste doch das Herz bluten, würde er die journalistische Freiheit eines anderen beschneiden.
Denn schließlich leidet darunter seine Vision, die größer ist als er selbst, die Menschen zu informieren, aufzuklären, mit Wissen, Meinung, Weisheit zu versorgen, aus ihnen mündige Bürger, meinungsstarke und entscheidungssichere Menschen zu machen.
Leider aber haben sich Journalisten und Verlage wohl längst von ihren hehren Zielen verabschiedet und fristen ein tristes, frustiertes Dasein, in dem nur noch Geld, Macht, Monopole zählen.
Schade, dass sie die Welt tatsächlich so negativ sehen, wie es bei wikipedia klingt:
"Der Journalismus ist permanent in Bewegung, sein stetiger Wandel schafft jeder Journalistengeneration neue Probleme und neue Herausforderungen".
Der wahre Journalist, der berufene Verleger würde wissen, dass jedes Quentchen Wissen mehr da draussen die Menschen schlauer, die Leser intelligenter, die Herausforderung für sie zu schreiben, zu arbeiten spannender macht, und jedes Projekt lohnender ...
Aber das ist wohl zuviel erwartet.




