91 posts categorized "INNOVATION"

Friday, July 17, 2009

Next Step towards SKYNET

"Der Roboter, der Leichen frißt", soll entwickelt werden, schreibt Heise. Gemeint ist ein Roboter, der sich selbst versorgen kann, indem er Biomasse aufspürt und zur Energiegewinnung verbrennt, nicht mehr aufgeladen werden muß und damit autonom agieren kann.

Eine gute Sache! Nur, wie unterscheidet er lebende von toter Biomasse? Wie hält man ihn aus dem eigenen Lande fern? Wie sorgt man dafür, daß er nicht tötet, um zu überleben? Wie sorgt man dafür, daß er sich für die Matrix und nicht für SKYNET entscheidet? Wie verhindert man, daß er Soylent Green sieht?

Alles Hirngespinste. 1984 ist ja auch nie Realität geworden ...

Tuesday, July 14, 2009

vodafone, die Berater und der Mythos 'Social Media'

Während Don Alphonso sich zurecht in die Niederungen der vodafone-Kampagnendetails begibt, soll hier von den philosophischen Grundlagen des Social Media die Rede sein. Zur Sache:

Social Media

Es wird den ein oder anderen überraschen, aber 'Social Media' hat nichts mit 'Medien' zu tun. 'Social Media' ist ein Widerspruch in sich. Allein das Wort Media lenkt unsere Gedanken und Erwartungen in eine falsche Richtung, einen unsinnigen Kontext. Den Kontext nämlich der Medien! Ein Kontext, der Agenturen ermöglicht, ihren alten Wein weiterhin teuer zu verkaufen.

Aber:
1 - Medien sind Mittler, nicht mehr!
"Ein Medium (lat.: medium = Mitte, Mittelpunkt) ist etwas in der Mitte Befindliches, dazwischen Liegendes."
Marken und Unternehmen bedien(t)en sich der Medien, um zu ihren Zielgruppen sprechen zu können.

2 - Medien sind Sender, keine Empfänger!
Sie strahlen etwas aus. (Medien, die etwas empfangen, gehören in den Bereich des Okkulten.) Marken und Unternehmen strahlen Werbebotschaften aus. Werber und PR-ler sind auch nur Sender, keine Empfänger!

Social Networking

Der richtige mentale Kontext von Social Media ist 'Networking', daher wird in diesem Post nun allein von Social Networking gesprochen, um in diesem richtigen Kontext zu denken. Was sich dadurch ändert? Alles!
Social Networking ist nicht die lineare Verlängerung des Bekannten, sondern ein vollkommen neues Kapitel der Kommunikation

3 - Märkte sind Gespräche!
Gespräche funktionieren ohne(!) Mittler. Networking bezeichnet den direkten Kontakt, das direkte Gespräch, den Dialog, den Austausch! Der Mittler aber mindert im Zweifel die Qualität der 'Sendung', erhöht das Rauschen, sorgt für Mißverständnisse, verhindert ein Nachhaken!
Nur im Vakuum hat das Medium keinen negativen Einfluß auf die Nachricht.
WoM (Word of Mouth) ist das ultimative Social Networking. Was nur ist an den 3 Worten 'Märkte sind Gespräche' so schwierig zu verstehen?
(Unter dem Media-Kontext ist 'Märkte sind Gespräche' ein Böhmisches Dorf! Unter dem Networking-Kontext ist plötzlich alles klar. Sehen wir weiter.)

Kein Wunder, daß die Agenturen die Deutungshoheit über Social Media für sich reklamieren. Social Networking bedeutet ihr Ende. Einzig in der Massenkommunikation würden sie sich halten können, wenn sie kreativer und innovativer, intuitiver und empathischer würden.

Denn wo Märkte Gespräche sind, werden die Themen, die Inhalte zum Gold der Zukunft! Nicht mehr die Medien, nicht die Mittler. Die Mittler (ob Medien oder Agenturen) sind außen vor, man kann es nicht oft genug sagen.

4 - Social Networking ist Echtzeit-Dialog - nicht Werbe-Monolog!
Social Networking kann man nicht kaufen, buchen, planen! Social Networking ist nicht einfach eine Anzeige in sogenannten sozialen Medien!
Social Networking ist das kontinuierliche Gespräch, der Dialog.
Social Networking ist kein Schachspiel, das man über 3 Monate vom Elfenbeinturm aus mit einer amorphen Masse spielt, nachdem man alle seine Züge vorab geplant hat.

Social Networking macht die PR-Dame nicht mal eben in der Mittagspause. Social Networking hat nichts mit traditioneller PR zu tun, auch wenn sich das mancher wünscht. PR drückt 'Wahrheiten' über eine Marke, ein Unternehmen, etc. in den Markt und bedient sich gefälliger Medien. Social Networking erzeugt die Botschaft erst im Amalgam aus Spruch und Widerspruch der Öffentlichkeit. Social Networking nutzt Öffentlichkeit, um die Wahrheit zu finden - nicht um sie zu verdrehen!

5 - Social Networking führt(!) das Gespräch!
Social Networking führt nicht nur das Gespräch, sondern steuert auch dessen Richtung, gibt Themen vor, bringt die Diskussion wieder in die engagierenden Pfade, die gleichsam relevant für Öffentlichkeit und Unternehmen sind.

Social Networking kennt kein Wochenende, keine Ausreden, keine Vertretung. Social Networking braucht eine 24/7-dedicated Person vor Ort (online, wo immer das sein mag). Social Networking muß da sein, wenn die Themen da sind, idealerweise schon vor den Themen. Social Networking setzt die Themen, goutiert sie oder vernichtet sie, indem es sie ignoriert.
Das Schlimmste ist, kein Thema zu haben, keine Relevanz - denn was ist dann der Benefit?

Authentizität, Wandel und Innovation sind die spannendsten Meta-Themen des Social Networking. Hier liegen die Benefits für die Zielgruppe, die Öffentlichkeit, aber auch - und gerade - für Marke und Unternehmen!

Social Conscience

6 - Social Networking ist eine Haltung!
Es geht darum, sich - Auge in Auge mit der Öffentlichkeit deren - Vertrauen zu verdienen. Nicht, indem man verheimlicht und kleiner druckt, sondern indem man Authentizität schafft, die das Kleinstgedruckte nicht mehr braucht! Indem man Rückgrat zeigt, denn nur dieses läßt uns aufrecht gehen. Indem man Kritik ermutigt, denn nur die läßt uns wachsen.

7 - Social Networking ist reziprok!
"Das Wort sozial (von lat. socius‚ gemeinsam, verbunden, verbündet) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingtheit des Zusammenlebens ..." "... dies beinhaltet die Fähigkeit (zumeist) einer Person, sich für andere zu interessieren, sich einfühlen zu können, das Wohl Anderer im Auge zu behalten (Altruismus)".

Man erbringt eine Leistung, tut einen Gefallen, erwartet nicht direkt eine Gegenleistung, kann sich aber in den meisten Fällen sicher sein, eine gewährt zu bekommen, denn der andere steht nun in der Schuld (im konstruktiv-positiven Sinne) - sonst ist das Networking schnell am Ende, denn es beruht wie gesagt auf Gegenseitigkeit, Vertrauen und Vorschuss!

Werbliche Kommunikation dagegen ist keine Leistung, sondern eine Störung. Man wird unterbrochen bei dem, was man gerade - und gerne - tut! Man wird abgelenkt ...
Die werbliche Kommunikation selbst muß einen Nutzen haben, einen Mehrwert in sich tragen.

Social Marketing

Das Marketing, das sich in den letzten 20 Jahren den Schneid von Vertrieb, Entwicklung, Produktion abkaufen ließ, sollte seine Chance jetzt nutzen.

8 - Marketing im Social Networking muß Service sein!
Wenn das Produkt schon generisch und austauschbar wird, muß das Marketing differenzierende, alleinstellende Services und Dienstleistungen entwickeln, die den Menschen relevant genug sind, sich damit zu beschäftigen. Um ihrer selbst willen.

9 - Social Networking bedingt ein vollkommen neues Marken- und Marketing-Verständnis!
Social Networking bedeutet nicht das Uploaden von Bildern, sondern die Integration des interessierten Einzelnen in den Kreativitäts- und Innovations-Prozess des Produktes selbst, der Services und Features um es herum.

Die Produkthoheit geht vom Marketing in die Öffentlichkeit über. Das Marketing bleibt Vorbild und Vorreiter, es geht voran, es legt die Benchmark fest. Je intelligenter das Marketing diese Rolle übernimmt, desto eher folgt ihm die Öffentlichkeit. Je dümmer das Marketing sich dabei anstellt, desto harscher fällt die Kritik der Öffentlichkeit aus.

Social Networking hat nichts mit Reichweite, Quantitäten und Followern zu tun! Es nutzt nichts, 2500 oder 6000 Follower zu haben, die indifferent sind. Man braucht Fans, Multiplikatoren, engagierte Mitstreiter, Mitdenker, kritische Geister, die einen ständig fordern.

10 - Social Networking bedeutet Nutzen-Erfahrung!
Hier macht man keine (negative) Erfahrung mit (störender und ablenkender) Werbung, sondern Erfahrungen mit dem Produkt selbst, seinem Nutzen, Benefit, USP. Sei es über das Produkt selbst, eine relevante Applikation im Netz, einen Kundenservice, der in Vorlage tritt und Vertrauen aufbaut.

11 - Social Networking bedeutet, das Produkt ist der Held!
Social Networking macht also nur Sinn bei relevanten(!) Produkten bzw. relevanter(!) Innovation. Alles andere geht nach hinten los! Damit ist auch klar, daß Social Networking nicht in der Agentur oder in der Werbung seinen Ursprung finden kann, sondern im Unternehmen, im Marketing gelebt werden muß.
Zuallererst müssen hier die Produkt-, Marken- und Haltungs-Voraussetzungen geschaffen werden, ehe man über Werbung nachdenken kann.
Es geht immer nur um Inhalte, um Relevanz - nie um Oppulenz. Nie geht es um Überreden, immer nur um Überzeugen!

Es geht nicht um Symbole mit rotem Schopf. Es geht nicht um Bilder, vor allem nicht, wenn sie weniger als 1000 Worte sagen! Es geht um das Produkt selbst!


In Zukunft wird der Kern jeder Kampagne Social Networking sein müssen, um den herum wie bisher massenkompatible Frohe Botschafts-Monologe gestreut werden. Social im Sinne der Spieltheorie. Social im Sinne, daß das Unternehmen zuerst eine Leistung erbringen muß, ehe es mit der Gegenleistung - Kauf, Anerkennung, Advocacy - rechnen kann. Social im Sinne, daß die Menschen an der Weiterentwicklung des Produktes teilnehmen.

Das wird nicht morgen so sein, aber jedes Marketing und jedes Unternehmen täte gut daran, sich auf diese Zeiten mittels Üben! Üben! Üben! grundlegend vorzubereiten.

Und es ist auch nicht wahr, daß noch niemand so etwas in Deutschland gemacht hat! Wir alle machen es jeden Tag! Wir reden, wir überzeugen, wir entwickeln uns und im Gespräch andere, wir preisen an und untermauern mit unseren eigenen Erfahrungen, wir werfen unsere Kompetenz und Erfahrung, unser Wissen und unsere Eloquenz in die Waagschale. In jedem Geschäft, an jedem Kiosk und Schalter. Mit Freunden, Bekannten, Kollegen, Vorgesetzten.

Wir sind Social Networker - tagaus, tagein - das ist so einfach, daß niemand dies wahrhaben möchte, nichtsdestotrotz ist es so. Sobald die Marken und Unternehmen dies verstehen, werden sie verstehen, daß sie keinen Mittler brauchen, nur den Mut, endlich mit ihren (potentiellen) Konsumenten auf Augenhöhe sich zu unterhalten!

In diesem Sinne: Get well soon!


Anmerkung: Dieser Text ist eine Fortsetzung von hier und hier und hier.


UPDATE

TAZ > "Wenn die Zielgruppe sich wehrt".

23:28 Uhr > Adnation, der Vodafonelobbyist und das Ende der Zensurdebatte, Don Alphonso.
Liebe vodafones, war das eigentlich alles umsonst, was ich hier geschrieben habe? Und hier? Und hier? Und hier?

15. Juli

19:17 Uhr > "Spießer Alfons: Vodafone – Kampagne aus dem Papierkorb. Oder: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist", "Vodafone, ein Banner und ganz viel “Social Media”…", "Scholz & Friends das Handwerk und Vodafone".

Ab jetzt geht es hier ("Mein Name ist 'Alexander Panczuk', ich habe den Turing-Test bestanden (Reloaded)") weiter.

Wednesday, July 08, 2009

Google bringt 2010 eigenes Betriebssystem

> Hier mehr dazu: "Google Chrome OS: Will It Kill Windows?" (mashable), "ChromeOS - Google kündigt eigenes Netbook-Betriebssystem an" (golem).

Ob ich - oder manch anderer - aber zu 100% in die Server-Farmen von Sergey und Larry umziehen möchte? Ich bin mir nicht sicher. Momentan wäre mir das zu allumfassend vereinnahmend.

Sinnvoll wäre ein neues OS bestimmt - es gibt ja immer noch viele Menschen, die morgens ihren PC einschalten, und sich während des Hochfahrens schonmal einen Kaffee holen, um sieben Minuten später ihren Tag im Netz zu beginnen.

Ich mag Apples Tiger und Leoparden.

Tuesday, July 07, 2009

Kindliche Neugier heißt jetzt 'Recherchesucht'

Sabine Bätzing, unsere glücklose Drogenbeauftragte, hat ein neues Spieldfeld gefunden, nachdem sie von den Tabak- und Alkohol-Lobbyisten aller Parteien vom Platze verwiesen wurde: das Internet. Bietet sich an, geht von ihm doch die größte Gefahr für die etablierte Politik aus.

Die Drogenbeauftrage beklagt also die Online-Sucht: "Der Bedarf wächst. Das Problem wird immer größer". Was man so 'größer' nennt, beschreibt der Spiegel: "Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen ergab, dass bundesweit 3,2 Prozent der Jugendlichen betroffen seien ..." bzw. "Zu einem anderen Ergebnis kam die Berliner Humboldt-Universität: Von echter Internet-Sucht könne nur bei 1,4 Prozent der 12- bis 19-Jährigen gesprochen werden."

Wenn man schon bei 1-3% von 'Problem' spricht, sollte man sich mal die Zahl Alkohol-Abhängiger, Alkohol-Gefährdeter oder der Raucher, Krebstoten, Arbeitslosen, Kinder und Familien in Armut ansehen. Da gibt es mehr zu tun für unsere Familienministerin (als Stoppschilder aufzustellen, aber das ist ein anderes Thema).

Vollkommen abstrus jedoch wird es weiter unten im Heise-Artikel: "Neuerdings gebe es jedoch auch einen Trend zur Recherchesucht. Die Betroffenen geben einen Begriff in eine Suchmaske ein und verlieren sich dann im Internet. 'Sie wollen Informationen zum Buchdruck im 19. Jahrhundert und landen beim Paarungsverhalten neukaledonischer Delfine', sagt Müller. Dabei vergessen sie, wie auch die Rollenspiel-Süchtigen, die Zeit."

Was gibt es Wichtigeres für Kinder und Jugendliche als 'die Zeit zu vergessen'!? Was gibt es Wichtigeres als der kindlichen Neugier zu folgen, Fragen zu stellen, Antworten zu hinterfragen, Horizonte zu erweitern, Tellerrände hinauszuschieben!?

In der Schule lernt man dies nicht mehr, da die junge Lehrergeneration dies auch nicht mehr gelernt hat. In der Schule experimentiert man nur noch in Ausnahmen, im Studium sind die Fächer am beliebtesten (da am seltensten), die freies Denken, Assoziieren und Entscheiden befördern - statt des Widerkäuens des erfolglosen letzten Buches des alternden Professors, der sich vor 13 Jahren schon aus der Realität verabschiedet hat.
Im Job wird Streamlining groß geschrieben, damit der Einzelne zwar Karriere macht, das gesamte Unternehmen aber Durchschnitt bleibt. In der Politik herrscht der Koalitions-, Fraktions- und sonstige Konsens-Zwang (mit entsprechenden Folgen).

Nur als Kinder haben wir noch die Freiheit, uns zu verlieren, und uns wiederzufinden in Ozeanen des Wissens und Unwissens, das Lernen noch von der Pike auf zu genießen, weil es freiwillig und unendlich ist, weil es eben ohne Ziel, Sinn und Zweck ist.

Diese Zweck- und Richtungslosigkeit erlaubt uns, unsere Interessen zu finden, erlaubt uns, direkte Belohnung zu erfahren durch die Befriedigung dieser kindlichen Neugier, die unser Herz und unser Hirn öffnet, es sich vollsaugen läßt wie einen Schwamm, es wachsen und gedeihen und mehr fordern läßt.
Lernen um des Lernens willen, Wissen um des Wissens willen.

Nur so entsteht Kreativität, nur so kann es Innovation geben. Nur so werden wir immer intelligenter und intuitiver. Nur so werden wir ideellen (und damit materiellen - nicht umgekehrt!) Wohlstand auftürmen können.

Recherche, wie man es heute nennt, die Gier nach Wissen also, ist keine Sucht, sondern der menschlichste aller Triebe, der Grund für dieses großartige Gehirn!
Das hat nichts mit Sucht zu tun, sondern liegt in der Natur des Menschen.

Aber ich kann verstehen, daß die Politik dies als Krankheit verstanden und ausgemerzt haben möchte. Wehret den Anfängen!

In diesem Sinne: Get well soon!

Friday, July 03, 2009

Initiative D21: Die Deutschland AG und ihr Fortschrittsverhinderungsverein

Schon von der Initiative D21 gehört? Nein? Kein Wunder - obwohl dies doch "Europas größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft" ist!

"Die Initiative D21 wurde 1999 mit der Aufgabe gegründet, die Digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern." Welche 'digitale Spaltung'? - konnte man sich Anfang des Jahres noch fragen, denn es gab ja auch keine TV-, Radio- oder Tageszeitungsspaltung in D!?

Heute ist das anders, heute sehen wir einen Internet-basierten Generationen- und Visionen-Konflikt erster Güte auf uns zurollen, der von den einen als perfekte Welle, von den anderen als perfekter Sturm gesehen wird.

Die Politik will ihn nicht sehen (und seine Konsequenzen), versucht sie doch noch, den perfekten Sturm durch ein Stopp-Schild im Ozean des Internets zu bannen.

Die Initiative D21 vermeidet die Sichtung des perfekten Sturmes durch ihre Konzentration auf Quantitäten statt auf Qualitäten (46 Millionen Onliner sind nicht genug, Bildung und Internetnutzung: Die Richtung stimmt, Internetnutzung: Alle Bundesländer überspringen 60 Prozent Marke). Sie ignoriert den Sturm, blendet ihn aus.
Sie publiziert lieber spannende News wie: "Bundesminister zu Guttenberg: 'Flächendeckung bei Breitbandversorgung schreitet voran'" und initiiert Studien, die solche PR erzeugen: "Im Osten kein Anschluss", "Stetiger Onlinezuwachs in Deutschland".

Dabei ist sie so äußerst kompetent besetzt diese Initiative, aber kein Wort fällt über Netzsperren, Zensur des Netzes, die Ohnmacht der Politik und Parteien, etc.

Nun, vielleicht ist das kein Wunder bei einem Verein, der nicht nur wiederholt (bis er es selbst glaubt) sagen muß, er sei "Europas größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft", sondern sich auch so beschreibt: "Branchen- und Parteienübergreifend wirken heute rund 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen gemeinsam mit politischen Partnern von Bund, Ländern und Kommunen an der Gestaltung der Informationsgesellschaft mit."

Was soll man von solch einem Verein erwarten? Was von diesem Präsidium (Intel, Zeit-Verlag, Lucent)?
Was von diesem Gesamtvorstand (IBM, Telekom, Nokia, Accenture, Microsoft, Infratest, Siemens)?
Was von diesem Beirat (AOK, Roland Berger, Frank Bsirske, Hubert Burda, Ministerpräsident Böhmer, TUI, Olaf Henkel, Georg Milbradt, Ministerpräsident Oettinger, Friede Springer, Lothar Späth, Ministerpräsident Wulff, Dresdner Bank, SAP, et al.)?

Die Deutschland AG selbst sitzt dort, die besten Männer und Frauen des Landes mit den schlechtesten Zielen?
Was alles könnte dieser Verein bewegen für die Zukunft von Kreativität, Innovation sowie ideellem und materiellem Wohlstand?
Wenn dieser Verein nur hinginge und konzentrierte seine Kraft auf das hervorragendste Ziel, das sich solch ein Verein in diesen Tagen geben kann, nämlich Politik, Parteien, Wirtschaft und Kollegen zu überzeugen von der Notwendigkeit eines freien Internets!?

All diese klugen Köpfe, die sich gerieren als Vordenker, Visionäre gar, sehen noch weniger die Realität als der Online-Beirat der SPD? Engagieren sich gegen die digitale Spaltung und wollen von Google Geld kassieren, weil sie selbst 1 - medial, 2 - politisch und 3 - wirtschaftlich versagen?

Was will die Initiative D21 wirklich? Die Mauer niederreißen - oder sie erst errichten? Es wird Zeit, daß sich die Initiative äußert zu den wirklichen Themen unserer Zeit, daß sie Stellung bezieht für oder gegen den Fortschritt. Will sie ihn verhindern, um stärker von bestehenden Pfründen profitieren? Oder will sie ihrem Namen alle Ehre machen und uns vorangehen in eine neue Zeit?

Denn wie sagt Eric Schmidt, CEO Google, hier im Video so schön sinngemäß, als er von Jeff Jarvis gefragt wird:
Google konnte so erfolgreich sein, weil das Internet so wenig reguliert ist. Regulierung durch Politik und traditionelle Märkte bremst Entrepreneure und Innovation.
High Tech ist 3mal schneller als der traditionelle Markt, die Regierungen sind 3mal langsamer als der traditionelle Markt.
Der traditionelle Markt richtet sich gemütlich in seinen überregulierten Bereichen ein.
Der Druck des neuen Marktes auf die Regierungen wird entscheidend dafür sein, wie schnell wir Innovationen werden realisieren können.

In diesem Sinne: Get well soon, liebe Initiative D21!

Tuesday, June 30, 2009

Das Auto muß Handy werden

Im Daimler-Blog gab es einen Aufruf, seine Meinung zum Auto der Zukunft kundzutun - genauer fragt Ann-Kathrin Knebel: "Wie stehen Sie dem Thema „Besitz vs. Nutzung“ von Automobilen gegenüber? Was erwarten Sie in diesem Zusammenhang von uns als Premium Automobilhersteller?".

Ich habe meine Antwort mehrdimensional und ein wenig kryptisch gegeben. Ich hoffe, sie ist trotzdem klar:

"Erstmal kommt dieser Workshop natürlich Jahre zu spät, aber gehen wir davon aus, daß er jedes Jahr stattfindet (womit bewiesen wäre, daß er nichts bringt, sonst wäre Daimler längst Mobilitätsdienstleister!).

Zweitens stecken hier in den Kommentaren sehr gute Ideen - wäre gut, das Management würde sie endlich ernstnehmen! (Und ich weiß, wie das Management der Auto-Industrie in vorauseilendem Gehorsam die besten Ideen dem Top-Management vorenthält!)

Drittens: Zur Zukunft!
Vor dem Auto steht die Frage seines Sinns. Städte sind Parkplätze, das Land ist Autobahn.

Autos sind zu teuer für die Rentner, Jugendlichen und Arbeitslosen der Zukunft.

Autos sind zu schmutzig für die Zukunft der Welt.

Autos sind zu klobig, inflexibel, ja unbeweglich für die Alten und Gebrechlichen der Welt.

Das Auto folgt zu sehr dem Öl. Das Auto kreist zu sehr in den engen Köpfen der Ingenieure.

Das Auto muß zum Handy werden, zum Kommunikationsmittel der realen Welt, zur Verbindung, zum Enabler, muß Generationen zusammenbringen und zum Leben erwecken.

Das Auto braucht Charakter in der Gesichtslosigkeit der Masse, es braucht Persönlichkeit und Vorbildfunktion, es muß neue Wege beschreiten und nicht seine alten Pfade weiter austreten.

Aston Martins Cygnet ist solch ein Weg im Ansatze. Der Smart ein weiterer (die Lüge Micro Hybrid jedoch ist kontraproduktiv). Wenn Deutschland auch in der Klimapolitik versagt, USA/Kalifornien, etc. werden die Richtung vorgeben!

Mobilität und Kommunikation werden eins werden, ob das Auto will oder nicht.

Sinnvoll und vorausschauend wäre daher, schon heute diesen Weg einzuschlagen, auch wenn das Management sich darunter noch nichts vorstellen kann."


> Hier geht es weiter (in den Kommentaren des Daimler-Blogs). Lohnt sich!

Saturday, June 27, 2009

Telekom/Vodafone: Die Kindle-Verhinderer

Wer bis heute auf einen Kindle in Deutschland wartete, kann sich nun bei Telekom und Vodafone bedanken, daß der Kindle nicht kommen wird, wie die Wirtschaftswoche berichtet: "Die Preisvorstellungen der Telefongesellschaften seien überzogen, sagt ein Amazon-Manager. Aus dem Kreis deutscher Amazon-Partner wird das bestätigt".

Warum denken die Konzerne immer nur an ihren kurzfristigen Profit, statt Infrastrukturen zu schaffen, die Innovation anregen, potenzieren, in exponentieller Art generieren?
Warum fehlt im (Top-)Management immer noch der notwendige Weitblick, um Chancen zu erkennen, der Mut sie zu nutzen, die Imagination, sie in USPs und langfristige Wettbewerbsvorteile zu verwandeln?

"In den USA hat der Online-Buchhändler Amazon Mitte Juni schon die dritte Generation seines elektronischen Lesegeräts Kindle herausgebracht. In Europa sollte der Verkauf einem Konzerninsider zufolge in der ersten Jahreshälfte starten, doch daraus wird wohl nichts." 

Ganze Märkte könnten neu aufgebaut, von Telekommunikation-Unternehmen, die in ihren Stammmärkten schwächeln, besetzt und zur Wandlung in eine erfolgreichere Zukunft genutzt werden!

Stattdessen hört man immer nur das risiko-arme, konservierende, erfolg-verhindernde 'Nein' eines phantasie-, mut-, rückgrat- und visions-losen (Top-)Managements.

Wie will man Weltmärkte anführen, ihnen innovativ vorangehen, wenn es Unternehmen und Marken nichteinmal gelingt, den Anschluß an sie zu halten?


UPDATE 13:54 Uhr
Dazu paßt diese Nachricht wie die Faust auf's Auge: Google Voice ist ein neuer Service in den USA, der momentan getestet wird und seinen Nutzern ermöglichen soll, weltweit über eine einzige Nummer erreichbar zu sein, etc.
mm schreibt: "In Deutschland stellen hohe Vermittlungsgebühren eine Hürde für die Einführung von Google Voice dar".

Qed!

Thursday, June 25, 2009

Nike+: Von den Anfängen bis heute

Die ausführliche (Vor-)Geschichte von Nike+ bei Wired: "The Nike Experiment: How the Shoe Giant Unleashed the Power of Personal Metrics".
Ein grandioses Lehrbeispiel für Nutzen, Interaktion und Service, sowie Social Networking.

Tuesday, June 09, 2009

Die News der Apple WWDC 2009

Minutiös hat Joshua Topolsky, engadget, aufgezeichnet, was es an neuen Entwicklungen von Apple gibt: "Phil Schiller keynote live from WWDC 2009".
Dies nicht nur in prägnanten Sätzen, sondern auch mit ca. 100 Bildern.

Für alle, die gestern nicht dabei sein konnten!

Monday, June 08, 2009

Neulich beim Werbeblogger: Agentur-Credential auf YouTube

Wirklich nicht schlecht, das Video. Natürlich ist es nicht von einer großen (oder gar einer Network-) Agentur, denn die müssen ja die Boni ihrer CEOs ranschaffen und können nicht mehr kreativ sein.
Interessanterweise auch nicht aus New York oder Berlin (hüstel!), sondern aus der Provinz (nein, auch nicht aus Düsseldorf!) der US of A.

Aber schaut mal selbst - und auch beim Werbeblogger - rein:


Video courtesy YouTube, BooneOakley.

Monday, June 01, 2009

“Bing? Interesting. I’ll have to Google that when I get home.”

The headline is a quote from the Onion and says it all! Who wants to know more, should have a look here for positives ("Hello Bing I am Loic") and here for negatives ("Bing is live. I already know I’ll be sticking with Google.").

Or, of course, see for yourself: Bing.

Quite nice, too: "Bing: Is That an Acronym for “Bing Is Not Google”?".

> See also: mediaclinique "Wave, wave, wave ... Bing".

Friday, May 29, 2009

Wave, wave, wave ... Bing

Google's Wave and Microsoft's Bing:

> "Gmail in real-time: Google does the Wave".
> "Sergey Brin: Google Wave Will Set A New Benchmark For Interactivity".
> "Neuer Web-Dienst Wave: Google plant die Über-E-Mail".

> "Bing It On: Microsoft Rolls Out Its New Search Engine".
> "Microsoft Bing: Much better than expected".
> "Bing Promo Video Makes Fun of Google Search".

Monday, May 18, 2009

TV-Quote: Gern lad ich mir Gäste ein

Schon lange steige ich nicht mehr in die Untiefen des quoten-medialen Tagesgeschäftes hinab, denn dafür gibt es in den forschenden Agenturen genug Experten, die der AGF und ihren Sendern widersprechen könnten.
Ups, Konjunktiv.

Diesen Artikel bei dwdl aber muß ich kurz kommentieren, laienhaft zwar, aber ich hoffe, trotzdem inspirierend: "Währungswechsel: So wird künftig die Quote gemessen".

dwdl beschreibt das Procedere, das künftig die Gäste-Nutzung messen wird (nachdem man herausgefunden hat, daß ebenso viele Panelteilnehmer außer Haus schauen, wie sie Gäster beherbergen: "Der Besucher im Panel-Haushalt A wird mit Alter und Geschlecht angemeldet und gezählt. Die Auswertungs-Software überprüft daraufhin, wo im Panel es einen Teilnehmer B gleichen Alters und Geschlechts gibt, der besagte Sendung nicht gesehen hat und eine Stunde vor und nach der Ausstrahlung den Fernseher nicht eingeschaltet hatte.
Fiktiv geht man dann davon aus: Der war bestimmt unterwegs und hat bei A ferngesehen. B bekommt die Fernsehzeit des Gastes rein rechnerisch aufgebrummt.
Der positive Nebeneffekt für die Sender: Die Gesamtreichweite erhöht sich.".

Das Wichtigste dabei ist der letzte Satz, denn das ist das einzige Ziel der Quotenmessung in diesen Tagen des Internet, des Online-Viewing, der Qualitätsflucht, etc.

Konzentrieren wir uns aber auf das Gesagte: Taucht in einem der 5.640 Haushalte ein Gast auf, und sieht in einem anderen der 5.640 Haushalte gerade eine ähnliche Person (Geschlecht, Alter) nicht fern, so wird diese nichtsehende Person als sehend gefeiert. So weit, so gut.

Leider funktioniert dieses System nur solange, wie es in Deutschland nur 5.640 Haushalte gibt. Tatsächlich jedoch gibt es (laut wikipedia) 39,178 Millionen(!) Haushalte, wie wir alle wissen.

Im Extrem bedeutet das neue System der Messung der Gäste-Nutzung also: Würden unglaubliche 50% der 5.640 Panel-Haushalte 1 Besucher von außerhalb des Panels haben, der jeweils 1 anderen Panel-Nutzer entspricht, der gerade nicht TV sieht, und würden zB diese unglaublichen 50% alle DSDS sehen, würde sich die Quote rechnerisch verdoppeln - allein, weil das Panel durch diese rechnerischen Spielereien durch Besucher von außerhalb des Panels stark kontaminiert werden kann.

Klingt logisch, oder?

Nun, liebe AGF, wo liegt in meinem Denken der Fehler?
Oder ist es so, daß man sich jetzt mal so richtig reichrechnet auf Kosten der Werbungtreibenden, die natürlich noch seltener als ich in die Untiefen des quoten-medialen Tagesgeschäftes hinabsteigen, da es ja in den forschenden Agenturen genug Experten ...?

In diesem Sinne: Get well soon!


> Siehe auch mediaclinique "TV-Sender: Lange Nasen, kurze Beine".
> Und mediaclinique "TV: Auf die 14-49er-Lüge folgt die 20-59er-Lüge!".

Monday, May 11, 2009

24/7-April 04: Tempo als Toilettenpapier

Horizont und w&v berichten heute übereinstimmend: "Nach 80 Jahren bringt die bekannte Papiertaschentuch-Marke erstmals auch Toilettenpapier auf den Markt."

Das ist bestimmt alles sauber abgefragt, getestet und beobachtet. Aber nur weil Opa kein Toi-Papier mehr unter der gehäkelten Rolle auf der Hutablage seines Audi hat, und Oma ihm stattdessen Tempo reicht, muß das noch nicht bedeuten, daß es wirklich Sinn macht, wenn Gesicht und Gegenteil eine solch unheilige Allianz eingehen.

Für mich ist und bleibt das ein April-Scherz! "Hasse mal'n Tempo" jedenfalls wird jetzt wohl vom geflügelten Wort zur Witzfigur.

Wer das alles nicht glauben mag, der kann sich hier selbst überzeugen: tempo-toilettenpapier. Eine schwierige URL übrigens, empfinden doch die Seher der geplanten Spots in den nachmittäglichen Werberahmenprogrammen Orthographie eher als Vogelkunde.
(Tempo-teulettenpapier.de haben die Verantwortlichen jedenfalls noch nicht gekauft, da schlägt die Telekom-'Navigationshilfe' unbarmherzig in die Kerbe, da könnte man aber reich mit werden, wenn man schnell genug ist.)


> 24/7-April 03: > "Klinsmann und das Kreuz des FC Bayern".
> 24/7-April 02: > "Müntefering empfiehlt neue Verfassung für Deutschland".
> 24/7-April 01: > "Papst schickt 500 Ostereier ..." (inkl. 24/7-April Definition).

Aller guten Dinge sind 3 - auch bei Denkfehlern!

Nur eine kurze Notiz bei Horizont.net ließ mich staunen darüber, wie Agenturen immer noch denken. Michael Enzenauers, Geschäftsführer Optimedia, Thesen aus dem Interview:

1 - "Viele, vor allem junge Mediaplaner, interessieren sich viel zu wenig für die Medien, die sie belegen"

Eine interessante These, die mit der nächsten aber schon ad Absurdum geführt wird! Was denn jetzt!?

2 - "Jüngere Mitarbeiter bevorzugen häufig das Medium, dass ihnen persönlich nahesteht. Ob das immer markenadäquat ist, bezweifele ich."

Wäre dem wirklich so, müßte Kino weitaus höhere Werbespendings aus dem großen Budgetkuchen bekommen, oder?

Wäre dem wirklich so, müßten die Internet-Spendings in den entsprechenden Zielgruppen auf dem Niveau von TV sein, oder?

Das Internet ist kein Medium im herkömmlichen Sinne, die Agenturen versuchen nur ständig, eines daraus zu machen, weil sie es sonst nicht begreifen können.

Wie markenadäquat ist es denn, TV nur wegen der Kickbacks zu belegen? Und Print aus dem gleichen Grunde über die letzten 10-20 Jahre zu vernachlässigen?

Unterstellt man, daß der jüngere Mitarbeiter, die jüngere Mitarbeiterin neugieriger, wißbegieriger, lernfähiger ist als der ältere Mitarbeiter (zB Michael Enzenauer), unterstellt man weiterhin, daß die jüngeren Mitarbeiter Digital Natives sind, also im Internet geboren und mit ihm organisch aufgewachsen, sind sie die Zukunft der Kommunikationsberatung - für das Wohl der Marken und für das Wohl der Agenturen.

Darüber sollten die 'älteren Mitarbeiter' mal nachdenken!

3 - Die Verlage müssten sicherstellen, dass die Qualität ihrer Produkte dennoch erhalten bleibt, um im Wettbewerb mit dem Internet nicht weiter an Boden zu verlieren, sagt ME.

Selbst wenn die Verlage die Qualität verzweifelt halten, werden sie untergehen. Es geht längst nicht mehr um das 'Halten' der Qualität. Es geht darum, sich neu zu erfinden. Es geht darum, zu verstehen, daß das Internet die Welt, das Leben und die Menschen fundamental verändern wird.
Es geht darum, neue Qualitäten zu entwickeln, Internet und Gedrucktes synergetisch zu verbinden, aus der Addition der Beiden mehr als die Summe ihrer Teile zu machen!

Darum geht es übrigens auch für die Agenturen - auch wenn die es immer noch nicht wahrhaben wollen!

In diesem Sinne: Get well soon!

Friday, May 01, 2009

Twitter + Trends + Search!

Twitter ist jetzt mit Trending Topics (siehe unten die von heute) und Search unmittelbar auf der Startseite ausgestattet.
Nun weiß man immer auf den ersten Blick, was gerade in der Diskussion ist!

Saturday, April 18, 2009

Pattie Maes & Pranav Mistry zeigen die Zukunft des Persönlichen Digitalen Assistenten

Das muß man selbst gesehen haben. Ein Mini-Beamer, eine Kamera, ein remotes System und überragende Intelligenz zeigen die Zukunft, wie ich sie mir morgen schon umhängen möchte.

Und weil man es selbst gesehen haben muß, möchte ich gar nicht so viele Worte verlieren, sondern nur einen Screenshot zeigen und dann sofort an das TED-

TedSixthSense
Video übergeben! Pattie Maes & Pranav Mistry:


Image und Video courtesy TED.

Thursday, March 12, 2009

Die Zukunft des medialen Geschäfts

Fischmarkt schreibt: "Das Fachblatt Horizont hat die Chefs der deutschen Mediaagenturen zu ihren Prognosen für 2009 und ihren Investitionsplänen befragt. Die Erwartungen sind erwartungsgemäß düster, aber spannend ist, wo die Mediaspezialisten die Zukunft ihres Geschäfts sehen."

> "Die Zukunft der Werbung ist überwiegend digital".

Da mußte ich natürlich einen Kommentar zu abgeben:

"Spannend ist vor allem, daß alle noch in den traditionellen Dimensionen denken. Media, Werbung, Zielgruppenansprache, Targeting als Streuverlust-Minimierung.

Keiner aber darüber nachdenkt, die Werbung zu transzendieren, den Monolog durch den Dialog abzulösen, die Konsumenten in den Innovations-Prozess mit einzubeziehen, Produkte durch Nutzen, Marketing durch Service und die Marke durch Werte zu vervollkommnen, vielleicht gar zu ersetzen.

Die Konsumenten sind den organisierten Agenturen immer noch weit weit voraus.
Die bestehende Agentur-Denke kann die kommunikativen Probleme der Zukunft nicht mehr lösen."

Der iPod Shuffle spricht mit uns

Endlich sind wir nicht mehr so allein im iPod Shuffle. Nun spricht er mit uns. Er sagt uns, welches Lied wir hören und in welcher Playlist wir uns befinden (was natürlich bedeutet, daß wir nun mehrere Playlists auch im Shuffle anlegen können!). > Via VentureBeat.

ShuffleTalk
Image courtesy VentureBeat, Apple.

Wie man an anderer Stelle lesen konnte (ich weiß nur nicht mehr wo), hat der Shuffle eine unterschiedliche Stimme, je nachdem, ob er mit einem PC oder einem Mac synchronisiert wurde!

Monday, March 09, 2009

The Next Google?

Das nächste Google am Horizont? Ereilt Google nun das Schicksal von Altavista, die vor Google Searches angeboten haben? Oder ist dies wieder nur der nächste Hype - ungefähr solange bis der Servcie im Mai online geht?

Thomas Knüwer schreibt: "Seit dem Wochenende vibriert die US-Web-Szene ob eines Artikels von Nova Spivack, dem Chef des Startups Radar Networks. Er hat sich das neueste Projekt von Stephen Wolfram angeschaut, einem britischen Mathematiker, dessen Software Mathematica zum Standard für Wirtschaftsmathematiker gehört."

> Siehe dazu idealerweise auch "Wolfram|Alpha Is Coming!" im Blog von Stephen Wolfram!

Sunday, March 01, 2009

Fast Company: World's Most Innovative Companies

Fast Company hat gewählt. Hier die Ergebnisse: "The Fast Company 50". Mit Q-Cells ist eine einzige Company aus dem 'Land der Ideen' dabei!

FCmostinnovative09
Image courtesy Fast Company.

Monday, February 23, 2009

TV bleibt auch in den Zeiten des Medium sapens lieber Neandertaler

Ein taktischer Kommentar offenbart ein tiefsitzendes, konservatives und zukunftsunfähiges Verständnis des TV-Geschäftsmodells.

Jan Kühl, Geschäftsführer des RTL2-Vermarkters El Cartel Media, sagt im Horizont-Interview:
"Der Wert eines TV-Spots ändert sich nicht, weil wir wirtschaftlich schwere Zeiten durchmachen. Das bedeutet, wenn der Kunde weniger Geld zur Verfügung hat, bekommt er auch weniger Fläche."

Lieber Jan, der Wert eines Spots ändert sich in Deinem Fläche verkaufenden Geschäftsmodell nicht. Würdest Du Leistung verkaufen, würde er sich sehr wohl ändern!

Ich meine hier nicht 'Leistung' in Deinem Sinne, also Augäpfel, Kontaktwahrscheinlichkeiten oder Bruttokontakte.

Ich meine Leistung in dem Sinne, daß Medien in den heutigen Zeiten - nicht 'in der Krise', sondern im 21. Jahrhundert - abverkaufs-relevant agieren sollten. Sie sollten sich an den kurz- und langfristigen Abverkaufswirkungen der von ihnen beworbenen Produkte und Marken messen lassen.
Sie sollten sich nicht an der Höhe der Rabatte und nicht an der Größe der Fläche messen lassen.

Lassen sie sich an dieser Abverkaufswirkung messen, ändert sich der Wert eines Spots sehr wohl - und gerade in der Krise! Er kann viel, wenig oder gar nichts wert sein - gemessen daran, wieviele Menschen denn trotz Krise noch das Produkt kaufen.

Gerade in diesen Zeiten könnten die großen Vermarkter ihre Sender in Gruppen hinter sich bringen und den Kunden und Agenturen Abverkaufs-Deals anbieten.
Sie könnten beweisen, daß sie - gerade in der Krise - mit ihren Kunden und Marken in einem Boot sitzen.
Sie könnten Risiken und Chancen teilen.
Sie könnten wirkliche Partner sein - und nicht nur Werbezeiten- oder -Flächen-Verkäufer, lieber Jan.

Gerade in den Zeiten des Internet wird es Zeit, sich von der Vermarktung der Fläche zu verabschieden und wirkliche Leistung - ie. Nutzen über die Fläche hinaus! - zu verkaufen.

Sunday, February 15, 2009

Tesla S Elektro-Limousine

Tesla beginnt langsam, sein zweites Modell nach dem Roadster vorzustellen. Der S soll am 26. März vollständig enthüllt werden.
TeslaS
Image courtesy Tesla, Wired.

Das Modell S soll um die 50.000 Dollar kosten - weniger als die Hälfte des Roadster.

Während der Rest der Autowelt mehr oder weniger zusammenbricht, möchte man bei Tesla Mitte 2009 profitabel sein.

> Via Wired "Tesla Teases Us With a Shot of Its Sedan".

Saturday, February 14, 2009

Copy&Paste Deine Twitter-Diskussion in Dein Blog

Louis Gray und Robert Scoble beschreiben Twickie, einen neuen Service, mit dem man auf einfachste Art seine Twitter-Diskussionen in den eigenen Blog-Post integrieren kann.

> Via Louis Gray "Twickie Lets You Post All Your Twitter Replies to Your Blog".
> Via Robert Scoble "Doing comments first on Twitter with Twickie".
> Twickie.pirillo.com.

Deutschland - Land der Ideen: Deutsche Post

Wie die Wirtschaftswoche höchstexklusiv berichtet, plant die Post die Briefzustellung an allen 7 Tagen der Woche. Dabei sollst Du am 7. Tage ruhn. Aber es kommt noch besser! Von Ralf Schwartz.

Die Deutsche Post hat laut Wiwo mit ihrer "Strategie 2015" zwei besondere Pfeile im Köcher:

1 - "Für das bisherige Porto gäbe es ... die Zustellung von Dienstag bis Samstag, gegen ein höheres Entgelt auch am Sonntag und Montag."

(Allerdings, kleiner Wermutstropfen, bedarf es dazu der "Änderung der gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland". Das dürfte aber kein großes Problem für die Post sein, wenn man weiß, was Bahn, Telekom und Post sich alles erlauben dürfen, in diesem unserem Lande.)

2 - "Projekt 'Hybrid Post 2'. Dabei werden Briefe von Unternehmen zunächst an die Post gemailt und dann per Papierausdruck an den Empfänger weitergeschickt."
Das Projekt ermöglicht den "Versand eines Briefes beispielsweise von Europa nach China statt in acht Tagen in wenigen Stunden" und kostet "ein Drittel weniger.

Keine schlechten Projekte, die leider zum Scheitern verurteilt scheinen, selbst wenn 'Strategie 2015' nicht das Jahr, sondern heute Abend nach dem Wetterbericht meint.

zu 1 - Wettbewerber aus anderen Branchen haben sich eine Art Zauber ausgedacht, Briefe gar nicht mehr zu versenden, sondern über Telephon, Kabel, die Luft gar zu verschicken, und nennen das frech E-Mail, wohl für Elektrische oder Elektronische Mail.
Das soll sogar gar nichts kosten und die Mails soll man jeden Tag empfangen können, sogar feiertags. Und es soll in einigen Gegenden der Welt sogar schon funktionieren.

zu 2 - Die gleichen ominösen Wettbewerber garantieren eine Zustellung dieser ebenso ominösen E-Mail in wenigen Sekunden. Sie könnten also schneller in China sein als die Post.
Andere verkaufen sogar graue Black-Boxes, aus denen dann diese E-Mail in ausgedrucktem Zustand wieder herauskommen soll. Unvorstellbar.

Vielleicht aber kann man das alles noch verbieten, gar sperren lassen, denn Terroristen und Kinderpornographen scheinen diesen Dienst bereits zu nutzen.

Schlecht wäre es natürlich nicht, wenn alle Mails zentral durch die Post gingen, dann müsse man nur dort ein Büro für Herrn Schäuble einrichten und er hätte alles im Blick.

Und wenn es dann doch mal etwas Besonderes sein soll, was ich über die Post versende, wer gibt der Poststation in China mein Briefpapier, damit sie darauf drucken kann?


Wie gesagt, keine schlechten Projekte - für einen Chemiker und Neurobiologen, der nie irgendwo anders gearbeitet hat als bei McKinsey und Deutscher Post.

Aptera e2 Specs und Testfahrt

Am 28. Januar zeigten wir unter "Daimler nur noch Kulisse" (wobei sich Kulisse darauf bezog, daß Daimler so weit abgeschlagen scheint, daß sie sich schon im Glanze eines E-Autos werblich sonnen müssen) ein Bild des Aptera e2.

Hier nun ein Clip zu den Spezifikationen - und eine kurze Fahrt Seth Godins:

Clip courtesy Loic Le Meur, YouTube.


> Via Loic Le Meur.

Saturday, February 07, 2009

Amazon Kindle 2 - Eine Überlegung wert

Während der Kindle 1 noch aussah wie eine gebleichte Olivetti-Reiseschreibmaschine, die man zu einer Buchstütze umfunktioniert hatte, ist der Kindle 2 doch schon recht ansehnlich geraten.

Kindle2a
Kindle2b
Images courtesy Amazon, VentureBeat.

Bei vermuteten 359 Dollar allerdings muß man sich überlegen, ob die nächste Smartphone-Generation nicht schon entsprechend gut ausgestattet ist, und man noch einen Moment wartet - wenn er überhaupt zu uns kommt!


> Via VentureBeat "More Kindle 2 pics and details: Sexy, soon but still expensive?".

Monday, February 02, 2009

Deutschland - Land der Ideen!

Nicht nur im Bezug auf Innovation sind wir (heimlicher) Vorreiter der Welt, sondern auch in Bezug auf Kreativität können wir allen etwas vormachen!

Warum sollte man also diese beiden Vorteile nicht in einer einzigen Anzeige zum gemeinsamen Klimax zum Wohle des Werbungtreibenden kumulieren lassen?

Evonik
Image courtesy Evonik Industries.

Das Bild spricht eine klare Sprache, die auch jeder in den 0,6 Sekunden durchschnittlicher Betrachtungszeit ohne geringsten Zweifel aufnehmen, interpretieren und unter Evonik Industries abhaken ablegen kann.

Die offene Bild-Text-Schere sorgt für ähnlich immense Spannung wie das Bildmotiv selbst. Glückwunsch an KNSK!

Die Genauigkeit der Aussage "Wir sorgen dafür, daß Autos in Zukunft mit Strom fahren." - und damit die Beschreibung des eigenen Tuns - ist beeindruckend. Vielleicht weiß Evonik aber schon, daß sie keine große Zukunft haben werden.

Die Farbe der Anzeige rückt sie in entsprechende Nähe zur Telekom, die für Innovation und kreative Meisterleistung auch kein unbeschriebenes Blatt ist.

Ob sich wohl die Marke Evonik selbst auch so sähe, wenn man sie fragen würde? Wenn man sie nicht einfach nur managen würde?

In diesem Sinne: Glück auf!

Friday, January 30, 2009

Würde Google Autos bauen, ...

... was würden sie anders machen als die großen Hersteller? fragt sich Jeff Jarvis unter anderem in seinem Buch namens "What would Google do?".

> In der BusinessWeek gibt es einen Buchauszug dazu.

Wednesday, January 28, 2009

Daimler nur noch Kulisse!

Im Oktober launcht das Google-Start-Up Aptera ein E-Auto, daß Daimler und Kollegen alt aussehen läßt. Ein Screenshot aus wired.com zeigt die aktuelle Markt-Situation eindrucksvoll. Von Ralf Schwartz.

Während die Vorstands-Millionäre der Autobranche ihre Firmenjets verkaufen und mit dem Wagen nach Washington und Berlin pilgern, um um Vergebung ihrer Dummheit, Kurzsichtigkeit und Ignoranz zu betteln - und ein wenig Geld als Wiedergutmachung ihrer Ingenieursblasen mit zurücknehmen - sind ihnen Start-Ups nasenkilometerweit voraus.

Über die Chinesen berichteten wir schon ("Ohrfeige für Auto-Vorstands-Millionäre!"), jetzt ist auch Heise über den e2 gestolpert ("Elektrofahrzeug 2e soll auf den Markt kommen"), von dem wohl schon 4000 vorbestellt sind. Mehr dazu also bei Heise.

Für mich viel spannender ist dieser Screenshot, den ich im richtigen Moment vom wired-Artikel über den Aptera e2 machte:

DaimlerAptera
Image courtesy wired, mediaclinique.

Eindrucksvoll die aktuelle Situation: Die Großen der Branche können nur noch mit ihren Diesel-'Trucks' fast schamhaft versteckt (oben rechts) auf den redaktionellen Seiten werben, auf denen über die wahren Fortschritte anderer(!) in der Automobil-Branche berichtet wird.

Die, die in Zeiten unvollständigen Wettbewerbs Gewinne und Trophäen einfahren konnten, sind nun an den Rand gedrängt, weil sie sich nicht rechtzeitig um ihre Zukunft, ihre Konsumenten und ihre Strategie kümmerten.

Mit einem immensen Aufwand müssen sie nun zu einem Wettlauf ansetzen, bei dem sie mit einigermaßen Weitblick und Gesundem Menschenverstand immer der Igel hätten sein können, hätten sie nicht allein darauf gesetzt, ihre Dornröschen ins Trockene zu bringen und selbst Schäfchen zu sein.

Und selbst wenn der e2 (und die Chinesen, siehe oben) nur wegweisende Inspiration sind, ist das schon weitaus mehr als man dieser Tage von unseren Automobilproduzenten erwarten kann!

Wünschen wir ihnen also alles Gute und daß sich die Bilder bald wieder drehen und die Rollen vertauschen!

Tuesday, January 13, 2009

Ohrfeige für Auto-Vorstands-Millionäre!

Ein chinesisches Start-up stellt in Detroit ein Elektroauto für 22.000 Dollar vor, das zuhause aufgeladen werden kann. Die Geschichte sollte man gelesen haben. Ein Lehrstück. Von Ralf Schwartz.

Wundervoll! Wiedermal scheint es ein David allen schwerfälligen Goliaths da draussen zu zeigen. Ein Elektroauto für 22.000 Dollar! Während all die wichtigen Manager noch schlafen, müde vom Zählen der eigenen Bezüge.

Das Start-Up sagt, es sei doch viel einfacher, ein Elektroauto zu bauen als ein normales Auto, von daher gebe es hier geringe Markteinstiegsbarrieren, die man genutzt habe!

Das sollten sich die Autohersteller mal auf der Zunge zergehen lassen, die in Washington Milliarden verlangen und in Deutschland heulend auf Angelas Schoß sitzen, um gerettet zu werden, vor sich selbst und ihrer Kurzsichtigkeit der letzten Jahre (nicht, daß das in Zukunft besser werden wird).

Genau diesen Geist erwarte ich von unseren deutschen Marken und Unternehmen! Ich will, daß sie neue Wege gehen, daß sie sich wie wahre Marken verhalten, daß sie vorangehen, daß sie neue Wege gehen, uns inspirieren, uns überraschen und beeindrucken - nicht mit ihrer Dummheit, sondern mit Intellekt, Intuition und Imagination. Sie sollen die Marken endlich wieder leben - nicht managen und melken.

> Hier der Original-Post beim Silicon Alley Insider "Chinese Electric Car Start-Up Embarrasses American Automakers".

Viel Vergnügen!

Tuesday, January 06, 2009

Scholz & Friends oder Eigenwerbers Eigentor!

Wow! selten hat eine Agentur die Krise der Reklamezunft so eindrucksvoll auf den Punkt gebracht wie S&F in ihrer aktuellen Selbstvermarktung, die man eigentlich 'Selbstvernichtung' nennen müßte (tatsächlich aber gibt sie ja nur das qualitative Niveau der durchschnittlichen Agentur in Deutschland wieder, möchte ich hinzufügen, 15:11 Uhr).

Ein knapp 80-jähriger afro-amerikanischer Biene Maja Willie erlebt den Aufstieg und Niedergang von Reklame, Werbung, Kommunikation und fragt sich am Ende eines überflüssigen, historischen Abrisses: "Don't you have something interesting to say?".


Video courtesy YouTube, S&F.

Ob er mit dieser Frage wohl S&F meint? Denn interessant ist das, was sie zeigen wirklich nicht. Im Zweifel nämlich sollte jeder einigermaßen beschlagene Werber und Marketing-Mensch diese Historie aus dem Eff-Eff kennen, da er sie selbst mitverunstaltet hat.

Im Zweifel würde es erst jetzt interessant werden! Denn jetzt müßten die Antworten von Scholz & Friends kommen!
Die Antworten, die mir zeigen, daß diese Agentur nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft sehen kann, daß sie ihre Kunden beraten kann zu dem, was kommt, nicht nur zu dem, was geht.
Aber nein, das Filmchen bleibt ein Werber-Filmchen.
Es endet mit "Let's get the people engaged again!"!?

So what, muß ich in gleicher Sprache fragen? Na und? Was soll das? Wohin soll das führen? Warum verschwendet diese Agentur 3,5 Minuten meiner kostbaren Zeit ohne mir Antworten zu geben? Warum disqualifiziert sie sich für jede anspruchsvolle Marken-Aufgabe?
Warum werden manche Marketeer das auch noch gut finden?

99% der Zeit werden mit der Darstellung einer bekannten Situation verschwendet. Das ist typisch für deutsche Werber. Fleißarbeit vor Inspiration. Fließband vor Lösungen. Adaption der Vergangenheit vor Innovation der Zukunft.

Höchstwahrscheinlich träumt S&F jetzt auch noch von einer viralen Verbreitung dieses Verschnittes von Sendung-mit-der-Maus-Didaktik und Biene-Maja-Optik.


> Weitere Stimmen:

Roland vom werbeblogger bleibt irgendwie diplomatisch: "ansonsten fasst der Spot sehr schön zusammen, wie sich die Welt der Marken und Werbung verändert hat".

Thomas Knüwer wird zurecht ein wenig deutlicher: "Das hebt die Welt nicht aus den Angeln - aber es ist so weit gelungen. Wie wäre es also mit dem nächsten Online-Projekt? Zum Beispiel einem einigermaßen ordentlichen Internet-Auftritt".

Rainersacht bringt es in den Kommentaren zu Knüwer direkt auf den Punkt: "Selten eine derart dumm-dreiste Darstellung der werberischen Pseudowissenschaft gesehen. Übles Zeuch. Und gleichzeitig das Dokument des finalen Überlebenskampfs einer sinnlosen Branche...".

Monday, December 15, 2008

Der Spiegel und das RSS-Weihnachtsgeschenk!

Wie CARTA und mediaclinique berichteten, hat der Spiegel beim RSS-Thema bisher wenig Marktführerschaft bewiesen. Nun zog er wenigstens zu Zeit, FAZ, Welt, etc. gleich. Das ist wie Weihnachten! Von Ralf Schwartz.

In "mediaclinique fordert Freiheit für RSS Full-Text-Feeds!" hatten wir dargelegt, wie wichtig vollständige RSS-Feeds für den Erfolg im Medienmarkt sein können.

In "Warum will der Spiegel nicht, was der Guardian kann?" (bei CARTA und mediaclinique) hatten wir gezeigt, wie vorbildlich der englische Guardian mit dem Thema RSS umgeht und daß sich mancher deutsche Verlag da noch eine Scheibe abschneiden kann.

Begrüßenswert also, daß der Spiegel inzwischen die Zeichen der Zeit erkannt hat und RSS-Feeds nun wenigstens mit kurzen Zusammenfassungen der Artikel ausliefert.

Dies vor allem vor dem Hintergrund, daß die Chefredakteure vor kurzem erklärt hatten, eigentlich sehr gut aufgestellt zu sein und nichts mehr ändern zu müssen.

Es gibt eben immer etwas zu ändern und zu perfektionieren, denn die Welt dreht sich immer schneller unter unseren Füßen und wenn wir uns nicht mitdrehen, fallen wir zurück - als Mensch, Marke oder Medium!


Noch schöner wäre natürlich, wenn der Spiegel sich in seinem wohligen Marktführer-Gefühl bequemen würde, dem Markt voranzugehen und endlich mit den Bloggern gleichzuziehen(!), indem er komplette Feeds anbietet (und gerne auch Werbung dort integriert - am Ende und nicht zu groß!).

Tuesday, December 02, 2008

Ist Print tot? Verdammt, es lebe Print!!!

TechCrunch stellt die rhetorische Frage, um sie direkt zu verneinen. Auch in Deutschland wird immer öfter gesagt, Print sei tot. Dabei ist doch nur das Business-Modell tot. Von Ralf Schwartz.


Während Scott Merrill, der Autor des TechCrunch-Artikels, in Barcelona bei der Nokia World weilte, sprach natürlich wieder mal jeder über den offensichtlichen Print-Tod.
Scott meint, dies liege nur an der Kurzsichtigkeit der anwesenden Blogger, denn schließlich sei auch die USA-Breitband-Penetration erst bei 25% und die anderen 75% müßten ihre Hirne ja auch irgendwie nähren.


Ebenso sehe ich dieses Phänomen in der deutschen Blogosphäre. Für die meisten kann der Tod von Print nicht früh genug kommen! Aber was dann? Wer soll denn die dpa-Artikel vervielfältigen und in die unterschiedlichen Zeitungsformate bringen? Wer soll das ganze Wissen erfinden, daß man tatgtäglich in den Boulevard-Titeln und online findet? Wer soll all die Studien in Auftrag geben, die einem sagen, daß man zu einer aussterbenden Minderheit gehört, wenn man lesen kann oder das Jahr der Schlacht bei Hastings (1066) noch erinnert?

Aber Spaß beiseite! Wir brauchen Print. Wir brauchen die Presse!
Wir brauchen nur nicht die aktuelle Qualität. Wir brauchen keine Journalisten, deren Texte auf Effizienz getrimmt sind. Wir brauchen keine Redaktions-Zentren für mehrere Titel. Wir brauchen keine Experimente, sondern guten alten Journalismus. Wir brauchen Geschichten, die die Leser fesseln. Wir brauchen Originalität.
Wir brauchen Individualität, Rückgrat, Mut, Investigation und einen langen Atem für die Story des Jahres. Wir brauchen keine Geschichten, in die man lieber heute als Morgen den Fisch einschlägt.


In irgendeinem Verlag muß doch eine Handvolll mutiger und visionärer Journalisten zu finden sein, die man in einen Raum sperrt und erst wieder rausläßt, wenn sie nach 10 Stunden, denn länger kann das bei praktikablen Machern doch nicht dauern, eine geniale Idee zu haben, eben diese geniale Idee haben - und das entsprechende Geschäftsmodell.

Mir kann doch niemand erzählen, daß die gesamte deutsche Journaille und die gesamte deutsche Medien-Beraterzunft die totale intellektuelle Flaute hat!

Mir kann doch niemand erzählen, daß diese Branche sich aufgegeben hat und nun endgültig den Managern in den Verlagen die Entwicklung des Print-Produktes überlassen will!


> TechCrunch: "Is print dead?".

> UPDATE 03.12.2008: Eine lohnende Diskussion zum Thema bei Indiskretion Ehrensache "Weil der Journalist sich ändern muss".

Monday, November 24, 2008

Endlich ein Beamer für die 5. Jeanstasche!

Am 19. November wiesen wir noch auf diesen Beamer hin: "Endlich ein vernünftiger Beamer für die Hosentasche!".

Hier jedoch gibt es die Steigerung: Konica hat einen Beamer vorgestellt mit den Maßen: 20 x 40 x 7 mm - das ist USB-Stick-Format! Links der neue, rechts ein älteres Modell.


KonicaBeamer
Image courtesy Konica, Crunch Gear.


> Original-Post bei Crunch Gear "Konica Minolta develops a USB stick-sized projector ".

Wednesday, November 19, 2008

Endlich ein vernünftiger Beamer für die Hosentasche!

Ab 01. Dezember verkauft Texas Instruments seinen PK-101 über japanische Apple-Stores.
Der Mini-Projektor kann aber nicht nur an iPods und iPhones und sonstige Apple-Geräte, sondern auch an die anderen angeschlossen werden.

Tibeamer
Image courtesy TI und japantimes.


Mehr Informationen gibt es im Original-Artikel bei japantimes "Be a walking drive-in with mini projector".

Tuesday, November 11, 2008

Endlich: RSS im TV-Bildschirm!

Wer immer noch nicht weiß, was RSS bedeutet und wie es das Leben vereinfachen kann, der sollte sich diesen Fernseher mit RSS-Technologie ansehen!

RSSTV
Image courtesy Samsung, labnol.org.


Amit Agarwal schreibt dazu: "The Samsung 850 series HDTV includes a new Infolink RSS Access feature that lets you read RSS feeds on the television screen while you continue to watch your favorite movies.

The Infolink RSS service pulls and displays live RSS feeds when users connect to the Internet via the integrated Ethernet port.

And if you are in the US, just plug in your zip code and current information like local weather forecasts, outside temperature, stock prices, etc. will be displayed on your screen again via RSS feeds."


Das wäre doch für manchen perfekt, wissen wir doch, daß die Parallelnutzung des TV unaufhaltsam zunimmt.
Und wenn die Qualität der Schrift gut genug ist, könnte das eine schöne Alternative für das Wohnzimmer sein.

Jetzt könnte doch auch der Spiegel komplette Feeds anbieten, oder?
Ja, CARTA eigentlich auch.


> Via digitalinspiration.

Thursday, October 30, 2008

Hollywood: Wir werden Robert Basic retten!

Robert macht sich Sorgen, daß er schuld sein könne, wenn McCain die Wahl gewinnt. Ganz Hollywood will jetzt dafür sorgen, daß es nicht soweit kommt! Von Ralf Schwartz.


Ein freundlicher Hinweis hat Robert Basic (siehe Videoclip bei "Wenn McCain gewinnt") darauf aufmerksam gemacht, daß er am 07. November verantwortlich sein könne, daß McCain die Wahl am 04. November mit 1 Stimme Vorsprung gewonnen hat - weil Robert nicht wählte.

Steven Spielberg hat nun die meisten und größten Stars vor der Kamera versammelt, um Robert zu helfen, damit dieser Albtraum nicht wahr wird.

Hier kann man sich klar darüber werden, warum man auf jeden Fall wählen sollte.
Fast 5 Minuten ist zwar unendlich lang, folgt aber der guten, alten Tradition des TV-Shopping, wo man ja auch ungefähr hundertmal erklärt bekommt, warum Yvonne Catterfeld durch proActiv geheilt wurde und nun damit missionierend durch die Nacht reitet.


Video courtesy Steven Spielberg, YouTube.

Das Video beginnt zwar mit Tom Cruise, ist aber ansonsten okay.


> Direkter Link zum 'Robert Basic Video' bei cnnbcvideo.com.
> Hier die älteren Spielberg Clips, die zum Wählen auffordern!

UPDATE: Anscheinend ist dieser Hinweis nötig: Bitte beachten, dies ist eine neue Technik, die erlaubt, jeden Namen in das Video einzubauen! Solltet Ihr auch probieren!

Wednesday, October 29, 2008

Interaktive Werbung auf dem iPhone: Will ich auch!

MobiAdNews schreibt dazu: "Rhythm NewMedia, a pioneer in mobile video advertising, announced a new iPhone video ad unit, which for the first time provides in-video interactivity. The iPhone’s unique touch characteristics allowed Rhythm to overlay TV style ads with touchable buttons that activate a call, SMS, a website, a map of local dealers, or another video. Lincoln and Pepsi have signed up as the first advertisers for this new ad unit."

Coole Sache. Jetzt brauche ich nur noch ein iPhone.


Via mobiadnews.com "Interactive Video Ads Arrive on The iPhone", da kann man auch eine embedded Video Werbung für Lincoln sehen.
Hier die Pressemitteilung von Rhythm NewMedia "Rhythm NewMedia Launches the World’s First Interactive iPhone Video Ads".

Monday, October 27, 2008

Warum will der Spiegel nicht, was der Guardian kann?

Nun kann man sich ganze Artikel des englischen Guardian per RSS auf seinen Rechner senden lassen. Beim Spiegel zB geht das nur für die Überschrift. Wann werden die deutschen Verlage leserfreundlicher? Von Ralf Schwartz.


Die mediaclinique hatte sich noch am 13.10.2008 echauffiert und den Artikel "mediaclinique fordert Freiheit für RSS Full-Text-Feeds!" geschrieben, um auf die Situation der Feeds in unserer Gesellschaft hinzuweisen.

Der Guardian wird doch wohl nicht eingesehen haben - nein, nein, vollkommen unabhängig von meinem Artikel natürlich - , daß es Sinn macht, den Informationsbedürfnissen seiner Leser entgegenzukommen - und es dann auch noch tun!?

"First, every feed across the site includes the full content for each article. We've also embedded related links pointing people to more information on the web site. This way people can get the guardian.co.uk experience in whatever context is most useful to them."

Warum macht er das bloß, der Guardian?

"Second, advertising will soon appear within each full content feed item. Ads won't appear in the items which we display only as summaries."

Aha, um mit der Reklame näher an seine Leser heranzukommen! Und er geht sogar so weit (oder eben nicht), aus Zusammenfassungen die Werbung rauszuhalten! Wenn die Reklame dann nicht übertrieben groß ist, kann man auch damit leben.

Da hat doch wirklich mal jemand nachgedacht!

Glückwunsch, Guardian!
und: Schäm Dich, Spiegel (und alle, die sich angesprochen fühlen sollten in der deutschen Presselandschaft)!

Und wenn Ihr denkt, das können wir auch, dann bedenkt bitte, der Guardian geht weiter! Denn - als Highlight - gibt es sogar die Möglichkeit, mit einer einfachen UND-Verknüpfung sich seinen individuellen Feed zu erzeugen. Das habe ich so noch nicht gesehen.


Zitate und Original-Artikel: Guardian.co.uk "Upgrading our RSS feeds".
Mehr Hintergrund zum Thema RSS hier: "mediaclinique fordert Freiheit für RSS Full-Text-Feeds!".

Sunday, October 26, 2008

Und der Terminator hatte doch recht: Die Maschinen übernehmen die Macht!

Kevin Kelly sieht "one machine" auf uns alle zukommen: das Internet(!?) als Gesamtheit aller Rechner, Links, Inhalte, Möglichkeiten. Wer die Woche Zeit hat, sollte unbedingt seinen Text lesen: "Evidence of a Global SuperOrganism".

Wednesday, October 15, 2008

Japanische Starbucks-Produkte, die wir auch hier wollen!

Sowas wollen wir auch statt Coke Zero Zero Seven: In Japan schafft Starbucks es, geniale, lokale Produkte anzubieten - und in Deutschland?


Starbucks-discoveries-match


Und dann natürlich noch diese coolen Dosengetränke. We want!

Starbucks-doubleshot-1


Via CScout "Starbucks Japan goes local, gets canned" , woher auch die Bilder kommen.

Thursday, October 09, 2008

Vielleicht machen wir heute lieber doch noch ein paar Überstunden!

In Zukunft werden manche Manager wohl so als billige Arbeitskräfte eingesammelt, wie die illegalen Mexikaner entlang der Grenze.






(Das hatte ich doch gestern im Eifer des Gefechtes ganz vergessen online zu stellen. Hängt unter dem Chart des Original-Post zu "Bruttosozialprodukt und Werbeausgaben wohl enger verbunden als manchem lieb!" . Also genauer hier: Silicon Alley Insider.)

Tuesday, October 07, 2008

Here's to you Deutschlehrer und Denglisch-Fans!

Unser aller Deutschlehrer ist auferstanden in der konstruktiven Kritik eines älteren, medialen Alltagsmythosses der mediaclinique. Ein willkommener Anlass, sich ein paar Gedanken über das Verhältnis von deutscher und englischer Sprache zu machen. Von Ralf Schwartz.

Mein Mythos "Wir sind die (Agentur der) Zukunft! - No.05 der Medialen Alltagsmythen" vom (reorganisiert) 30.06. diesen Jahres war vor kurzem Anlass heftiger sprachwissenschaftlicher Kritik, die ich aber so gut geschrieben finde, daß sie hier in Gänze abgebildet sein soll (ich erhielt sie per Email).

Man muß wirklich nachdenken, was man selbst manchmal im Eifer des Gefechtes schreibt, und wie sehr man deutsch und englisch durcheinanderwirbelt, wenn man nur lange genug im Marketing oder einer (Kommunikations-)Agentur gearbeitet hat.

Also:

"Sehr geehrter Herr Schwartz,
ich habe heute Ihren Artikel  "Wir sind die (Agentur der) Zukunft! - No.05 der Medialen Alltagsmythen" gelesen.
Zwei Sachen dazu, eine gute Nachricht und eine schlechte. Zuerst die Gute:

1. Der Beitrag hat mir inhaltlich sehr gut gefallen; vor allem auch, weil ich ebenso sowohl über die Agenturlandschaft als auch über die einzelnen Punkte, die Sie angesprochen haben, denke. Sehr durchdacht analysiert und geschrieben.

Jetzt die Schlechte (und die fällt weitaus umfangreicher aus):

2. Sie zeigen typische Symptome für jemanden, der offenbar schon viel zu lange in den Medien arbeitet und unter "Marketingeritis" leidet.

Was ich damit meine?

Mir hat die ständige Verwendung von Anglizismen und Marketing-Kaudawelsch anstelle von entsprechenden deutschen Wörtern oder besser gesagt, anstelle eines Textes, der auf so einen Unsinn verzichtet, überhaupt nicht gefallen. 
Um es in "Ihrer Sprache" mal auszudrücken: absolutes "No go"!

Da schreiben Sie tatsächlich von "Legal Department", anstatt direkt "Rechtsabteilung" zu nennen. Oder Sie reden von "Soft Facts" (von den Soft Skills zu den Soft Facts?), anstatt einfach das zu schreiben, was sie meinen. Der "Geschäftsführer" wird bei Ihnen durch den "CEO der Online-Agentur" ersetzt. Klingt ja auch viel moderner. (?) Leider nein. Weitere heutzutage medientaugliche Ausdrücke wie "Meetings", "Know-How", "Part" und "Summary" zeigen mir, dass sie ganz offensichtlich bereits in zu vielen Meetings gesessen haben, um sich über eine neue Marketing-Strategie zu "committen" oder neue "Relationships" zu "adden", um dabei richtig "Traffic" mit entsprechendem "Value" zu erzielen. Und so machen Sie munter weiter mit diesem Unfug: "Das Geschäft ist zwar ein People Business [...]". Mal ehrlich, meinen Sie das ernst? "[...] die Optimierung von Insight-Generierung", 
Sprechen Sie doch einfach mal deutsch. "Inwieweit kooperiert Ihre Agentur mit Konsumenten (als Scouts, als Panel, als Feedback-Partner)?" Feedback, Entschuldigung, RÜCKMELDUNG ist übrigens etwas, was Sie gerade erhalten. "wenn nicht Challenger der Agentur- und damit Kommunikations- und Markenarbeit sein!" Hätten es "Herausforderer" nicht auch getan?? Nicht zu vergessen die "Consumer Engagement Forschung". Die was?! "Channel Planning" - natürlich! "more sexy" ? Immer!

Die Krönung der verbalen Entgleisung ist Ihnen allerdings mit diesem Satz gelungen:

"Wie stark sind zB. Themen wie Business Intelligence automatisiert (Learning Cycles entsprechend minimiert und Learning Insights maximiert), das Wissensmanagement horizontal und vertikal strukturiert, die Lernende Organisation realisiert, das Intellectual Capital mit Hilfe des 'Quickschen Dreiklanges' ("Generate - Share - Transform") freigesetzt, gefördert und kapitalisiert?"

Leider ist es um Ihre Grammatik auch nicht zum Besten bestellt.

"Die ersten vier Kompetenzen (Zukunfts- bis Kooperationsfähigkeit) fassen die Mythen des medialen Alltages No.01 - No.04 abstrahierend zusammen."

Bei allem Respekt:

Die Kompetenzen können selber gar nichts zusammenfassen. Es handelt sich schließlich nicht um ein handelndes Subjekt.

Richtig wäre: In den ersten vier Kompetenzen (oder besser Kompetenzbereichen) werden die Mythen des medialen Alltages No.01 - No.04 abstrahierend zusammengefasst.

"was sich in Bälde weisen wird" - wie wäre es mit "baldigst", denn das Wort "bälde" oder die Formulierung "in Bälde" gibt es nicht. Falls Ihnen ein Wörterbuch zu altbacken ist, versuchen Sie doch mal den Wortschatz der Universität Leipzig (http://wortschatz.uni-leipzig.de) - was natürlich keinen wirklichen Ersatz darstellt.

"Wirkmechanismen" gibt es nicht, es gibt höchstens "Wirkungsmechanismen"

usw.

Der Artikel ist zwar vom Juni dieses Jahres. Die neue deutsche Rechtschreibreform wurde allerdings bereits verabschiedet.
Das heisst: Sie dürfen sich deshalb gerne auch an die entsprechenden Regeln halten.

missverstanden / nicht mißverstanden
muss / nicht muß

[...]

Haben Sie jemals mal Begriffe wie "Channel Planning" bei Wikipedia eingegeben? Sie werden keinen Direkttreffer erhalten - und das bei einem sehr aktuellen, wenn auch nicht professionellen Online-Lexikon, ganz zu schweigen von Print. Als Otto-Normalverbraucher muss man also erraten oder Hellsehen können was Sie meinen oder stets ein Marketing-Lexikon zur Hand haben (falls besagter Begriff überhaupt dort zu finden ist). Ob Sie nun für Menschen, die im Bereich Marketing arbeiten, schreiben oder für jene, die damit nichts anfangen können: Sie sollten es in beiden Fällen nicht übertreiben, selbst (oder trotz!) wenn es in diesen Kreisen Sitte ist, sich mit allerlei wichtigtuerischen, nichtssagenden Phrasen zu brüsten. Treten Sie aus der Masse heraus und zeigen Sie Ihrer Leserschaft doch mal, wie ein Artikel aussieht, in dem auf solches möglichst verzichtet wird (d.h. nur die wirklich für das Verständnis des Zusammenhangs und des Textes notwendigen Begriffe werden verwendet) und den dennoch alle verstehen. Diesen Punkt sollten Sie besser in Ihre "6 Dimensionen des Qualitätsjournalismus" aufnehmen und zugleich beherzigen.

Es gibt feststehende englische Begriffe im Marketing. Das lasse ich gelten. Daneben gibt es aber eine Flut von aufgeblasenen Anglizismen, deren Verwendung in deutschen Texten und deutscher Sprache nichts zu suchen hat und zweifelsfrei völlig unnötig ist, weil sie nicht zu einer Erleichterung des Textverständnisses, sondern genau zum Gegenteil beitragen. Hinzu kommt, dass viele Leser dadurch einfach ausgegrenzt werden, denn wer will sich schon mit einem Text auseinandersetzen, der nicht auf Verständnis ausgerichtet ist. Das sollte die oberste Priorität sein. Das impliziert wie gesagt nicht, dass auf Fachbegriffe gänzlich verzichtet werden sollte. Ich möchte als Leser nur nicht pausenlos mit Marketing-Worthülsen (und das ist der entscheidende Unterschied zwischen echten und unechten Fachbegriffen) belästigt werden, wenn dies auch anders hätte formuliert werden können. Da nützt leider auch Ihre Vorliebe für das Fremdwort "proprietär" herzlich wenig, wenn es am Rest mangelt. Im ürigen: Bei "Proprietär" handelt es sich um ein Substantiv, nämlich "der Eigentümer". Sie sollten es daher entweder auch so verwenden, durch ein semantisch ähnliches Adjektiv ersetzen oder entsprechend auslassen.

Zitat: "unterstützen sie die arbeit der mediaclinique durch ihre spende! jede spende wird synapsen retten!"

Ich spende in Form von Rückmeldung stattdessen lieber für einen besseren Umgang mit der deutschen Sprache. Und wie ich jeden Tag sehe, muss hier noch sehr viel gespendet werden.

Um es abschließend mit Ihren eigenen Worten zu sagen:

Zitat: "Nur in den, der sich öffnet, kann Neues eindringen und erblühen."

Diesen Ratschlag gebe ich an Sie weiter.
In diesem Sinne viel Erfolg weiterhin, Ihr Blog ist trotz aller Kritik lesens- und weiterempfehlenswert.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Feynmeier

PS: Ein Buch, das ich Ihnen wärmstens empfehlen kann "Deutsch für Profis" von Wolf Schneider."


Das ist doch cool, oder?
Ich jedenfalls habe mich sehr gefreut.

In diesem Sinne prüfe jeder seine Worte und seine Sprache, ehe er spricht oder schreibt. Think about it!


(Robert Feynmeier ist ein selbstgewähltes Pseudonym, das der junge Kritiker auch nicht auflösen möchte. Es sei ihm erlaubt.)

Thursday, September 04, 2008

Buchempfehlung: 'Do you matter?'

Design spielt in unserer Welt eine immer größere Rolle für den Erfolg (oder Mißerfolg) eines Produktes oder einer Marke. Das leuchtendste Beispiel dieser Tage ist Apple. So auch im Buch des Designers Robert Brunner, eines ehemaligen Apple-Mannes. Von Ralf Schwartz.


BusinessWeek online empfiehlt das Buch von Industrial Designer Robert Brunner, der lange Jahre bei Apple gearbeitet hat, und Corporate Consultant Stewart Emery: "Do you matter? - How Great Design Makes People Love Your Company".

Monopole Momente ohne den relevanten Einfluß herausragenden Designs werden immer seltener. Einzig die intuitiven Unternehmen haben längst begriffen, daß Design heute (fast) alles ist.
Die Masse der Unternehmen allerdings kann dies noch nicht adäquat in relevante Produkte und Actions übersetzen. Hier gibt es großen Nachholbedarf.

Aber ich will gar nicht lange reden, sondern lieber direkt Matt Vella, den Autor des Artikels, zu Wort kommen lassen:

About failure and success:
"The authors compare the once hot-selling Motorola (MOT) Razr phone to Apple's now ubiquitous iPod to underscore the fundamental impact of design-focused corporate strategies. Motorola executives could not build upon the concept of design as a wider strategy for growth. In the end, Motorola was unable to capitalize on the Razr's immense popularity, squandering a likely incalculable business opportunity. In contrast, the iPod wasn't the first MP3 player on the market, but its role as a gateway to a series of experiences and services, including the iTunes music, video, and movie store and a line of posh retail outlets drastically expanded Apple's business."

About Apple's recipe:
"That company's leadership, they argue, has successfully imbued every department in its organization with a coherent design sensibility that carries through all of its efforts. This matters not only because Apple has become the king of cool but also because its emotional hold over customers means it can charge a healthy price premium over competitors."

About some more examples in the book:
"It's not all Apple, however. A number of less well known examples round out the argument. Harley-Davidson (HOG) is held up as the model of a company that strives to cultivate relationships with customers and which, more important, would be sorely missed if it disappeared. Its rider events are held up a kind of branding lifeblood: The company boasts revenues of more than $1 billion but spends little more than $2 million annually on traditional advertising. Jones Soda (JSDA), a small but hip soft drink brand with annual revenues of about $40 million, taps into the desires of customers by offering custom-printed labels and flavors, quirky as the results may sometimes be. Brunner and Emery take readers to the aisles of Whole Foods (WFMI) and Target, to BMW dealerships, and to OXO-equipped kitchen counters to show that other companies understand these principles, too."


> Hier den Artikel "How Great Design Makes People Love Your Company" von Matt Vella über das Buch "Do you matter?" von Robert Brunner und Stewart Emery online lesen.

Wednesday, August 27, 2008

Der Traum des Brand Designers

Tim Leberecht von frogdesign möchte das Brand Management abschaffen und durch Brand Designer ersetzen. Warum er nicht Unrecht hat, aber trotzdem zu kurz springt. Von Ralf Schwartz.


Tim Leberecht schreibt unter dem Titel "The New Brand Continuum" in seinem Company-Blog 'Elektroniker':

"What exactly does a brand manager do? I asked people who carry this title but I could never quite figure out which responsibilities this most ominous job entails -- besides creating hefty brand books with arcane brand architectures and guidelines (usually ignored by employees and vendors), auditing brand equity through some arbitrary tracking mechanisms, and chasing malicious brand violators all over the globe."

Die mediaclinique denkt ähnlich, sieht sie den Brand Manager doch meist hinter der aktuellen Entwicklung herlaufen ohne sie je einzuholen, weil er an die Vergangenheit gekettet ist und nur zu Hause in der Zukunft lebt - ansonsten eben im Marketing.


"If the marketing 2.0 textbook holds that everyone's a brand steward, why have a dedicated brand manager? In the age of social media and "brand hijacking," how is "managing" a brand even a possibility? Seems like a pretty lofty but unrealistic idea."

So wie wir den Brand Manager kennen, managed er keine Brand, sondern die Menschen um sie herum. Er führt nur aus - wie jeder andere Manager auch - was mit ihm vereinbart wurde.

Das aber funktioniert heute noch weniger als früher. Die Welt dreht sich zu schnell als daß man langwierige Meetings und Absprachen einplanen und abwarten kann.


"Brand designers, on the other hand, are on the surge, especially in the digital space. Their task is not to manage a brand but to creatively co-shape its appearance on the web, such that it becomes a viral conversation.
Increasingly, brands are built (and destroyed) on blogs and web sites, so that there is a strong need for experts who understand brand in the context of online interaction paradigms.
Digital branding experts know that nowadays brand architecture is largely congruent with the information architecture on the corporate web site -- and brand identity is made of the content that is disseminated to online audiences through search results, online ads, blogs, campaigns, and micro-sites.
At last, brand designers dispel separations that have been artificial anyway, establishing a brand-new equation: brand experience is user experience is user interface design. Digital branding is branding. And your web strategy is your brand strategy and vice versa."

Dies wiederum ist doch zu einfach gedacht, denn wo bleiben hier der Handel, die Einkaufsstätte und Distribution, das Einkaufserlebnis? Auf der Strecke?

Um heutzutage Marken zu führen, benötigt man ein tiefgreifendes Verständnis von - vor allem aber Einfluß auf - alle relevanten TouchPoints der Marke.
Online ist ein Thema, Werbung ein anderes, der Kundenservice aber ist eine zentrale Anlaufstelle für zB Kundenbeschwerden, etc., und wird meist nicht vom Marketing, sondern einer Reklamations- oder Technikabteilung verantwortet. Hier laufen die Emotionen der Menschen auf, die Images zerstören können und sich meist später im Internet Luft machen müssen (indem die Menschen ihre Erlebnisse dort schildern).
Diese sollte man früh abfedern bzw. sich erst gar nicht hochschaukeln lassen.

Dazu benötigt man eine neuartige Struktur im Unternehmen, die der Marke untergeordnet ist und alle ihre TouchPoints verantwortet. Nicht mehr die künstliche, fast willkürliche Trennung heutiger Instanzen und Kompetenzen.

Die Agenturen selbst, die heutigen Brand Manager und das größere Brand Team müssen kompetenter werden, der Zukunft gegenüber aufgeschlossener.
Es kann nicht länger sein, daß Menschen an unseren Marken arbeiten, die weder die Denke der Lohas verstehen, noch die Kommunikationsbedürfnisse der Zielgruppen kennen, noch sich selbst als onlinemedien-literat bezeichnen können.

Hier bleiben zuviele Chancen auf der Strecke, wird zuviel Geld zum Fenster hinausverschwendet.


"Brand, user experience design, product design, marketing communications, PR, online advertising, etc. -- what we're seeing is an increased convergence of all these creative disciplines.
It is not a matter of strategic choice, more a necessity: The truth is that today's consumers demand that all these disciplines converge. As their experience of a brand spans different platforms, media, and technologies, ranging from the TV ad, blog review, the retail purchase, the out-of-the-box experience, to online customer support, the creative disciplines must, too."

Ja genau, aber das kann weder der Designer noch der Brand Manager. Dafür benötigt man eine seniore Position und Persönlichkeit, die nicht nur taktisch und synergetisch, sondern auch strategisch und visionär denken kann. Hier braucht man einen - so möchte ich ihn mal nennen - Brand Leader, bei dem alle Fäden zusammenlaufen und der in der Zukunft lebt.
Gerne kann für ihn ein Brand Manager und ein Designer arbeiten, die die Fäden zusammenhalten, um dem Brand Leader den Rücken freizuhalten.

Seine wichtigste Aufgabe ist, der Marke die Freiheit zu geben, die sie benötigt, sich zu emanzipieren und einen eigenen Weg zu entwickeln, wie sie mit dem Konsumenten kommuniziert und sich durch ihn - nicht gegen ihn - weiterentwickelt und im Dialog mit ihm Monopole Momente kreiert, die seine Bindung an die Marke erhöhen.


"A seamless, convergent consumer experience requires seamless creative convergence -- which means that there is not much tolerance anymore for agency-to-agency hand-offs in between. Branding is a "city that never sleeps." Creative firms that embrace this new brand continuum will win."

Auch hier kann man nur zustimmen. Die angesprochene Toleranz wird durch den Brand Leader minimiert. Der Brand Manager hat sich längst als nicht weit genug entwickelt herausgestellt, um die Verantwortung für die Führung einer Marke zu übernehmen.

Idealerweise minimiert man die Anzahl der beteiligten Agenturen und Partner und optimiert die Marke mit einem wirklich effizienten und stromlinien-förmigen Team minimaler Anzahl in einer einzigen Agentur!


Selbst die allerwenigsten Brand Design Agencies leisten dies natürlich heute zufriedenstellend - geschweige denn deutsche Media- oder Kreativagenturen. Da muß man schon lange suchen.

Vor allem haben bisher die wenigsten die Zeichen der neuen Zeit verstanden, da sie mit dem Code der alten Zeit groß geworden sind und es des tiefgreifenden, inneren und äußerlichen Wandels bedarf, den aktuellen und gerade sich verbreitenden Code zu entschlüsseln und in relevante Handlungen zu transformieren.

Der Brand Manager alten Schlages wird in Kürze eines der Relikte des obsoleten, weil veralteten Codes sein.


(Text von Tim "The New Brand Continuum", aus dem alle englischen Zitate stammen)

Sunday, August 24, 2008

Warum Microsoft nicht Apple ist!

Bei Microsoft muß Steve Ballmer selbst laut herausschreien 'I - love - this - Company!' - bei Apple übernimmt das der Kunde!* Jetzt soll Seinfeld für Microsoft retten, was Vista in 2 Jahren verbockt hat. 5 Faktoren, warum Microsoft nicht Apple ist. Von Ralf Schwartz.


Wenig wurde in der letzten Woche in den USA so diskutiert wie die Microsoft-Idee, Seinfeld einzuspannen, um sein Vista zu promoten bzw. aus dieser negativen Ecke herauszuholen, in die es sich selbst durch seine unterdurchschnittliche User Experience hineinmanövriert hat.

Wie aber soll Kommunikation eine Marke retten, die auf der Produktebene längst versagt hat?
Die Menschen werden - mit viel Glück - die Kampagne nett und lustig finden, aber sie werden nicht alleine deswegen ihre eigenen Erfahrungenen - und die ihrer Freunde und Kollegen - Lügen strafen und begeistert zu Vista zurückkehren.
Seinfeld ist Comiker und kein Zauberer!


Seinfeld selbst hatte seine beste Zeit vor knapp 10 Jahren als 1998 die letzte Folge seiner Serie ausgestrahlt wurde! Wie soll gerade er der jungen (unter 30-jährigen) Computer- und Internet-Generation ein Vorbild, eine Identitätsfigur sein können? Warum sollte gerade er etwas von Computern und Betriebssystemen verstehen bzw. dies glaubwürdig transportieren können?

Seinfeld selbst - wie auch seine einzelnen Freunde - war vielleicht einer der ersten und berühmtesten 'Nerds' (ohne die Computer- und Technik-Literacy), aber er hatte nunmal einen Apple auf seinem Tisch, keinen Windows-Rechner!


Gerade Monopole - aber auch große Unternehmen im Allgemeinen - haben in ihrer jeweiligen Vergangenheit zuviel Erfolg gehabt, um diesen von einem Tag auf den anderen infragestellen zu können.
Sie sind un/bewußt(!) arrogant, ignorant und intolerant - und daher fest davon überzeugt, daß nichts und niemand diese Erfolgswelle unterbrechen kann und natürlich davon, daß dieselbe ewig anhalten wird.

Worauf also sollte man achten, damit man nicht so müde, betriebsblind und schwerfällig wie Micrososft, sondern so alert, zukunftsbasiert und wandlungsfähig wie Apple wird?


1 - Monopol ersetzt nicht Intuition

An die Stelle der Intuition, die einen einst erfolgreich machte, rückte sehr schnell das Geld, die Macht, das Bewußtsein, fehlerlos, perfekt zu sein.
Gerade in einem Monopol - oder als Marktführer - aber benötigt man mehr Intuition als die Wettbewerber, um neue Geschäftsfelder zu identifizieren, zu besetzen, zu kapitalisieren.

Siehe die verheerenden Versäumnisse von Microsoft bei Search-Sites, Email-Sites, Game-Consolen, Music-Downloads, MP3-Playern und Social-Media-Portalen.

Die Kunst ist nicht, ein Monopol zu errichten. Die Kunst liegt nicht darin, dieses Monopol durch Geld und Macht aufrechtzuerhalten.
Die Kunst liegt einzig und allein darin, dieses Monopol zu nutzen, um den Menschen ihre Wünsche von den Augen abzulesen (Wünsche, die sie manchmal gar nicht selbst artikulieren können), ihnen durch Wandel und Innovation voranzugehen - und damit ein von Konsumenten 'gewähltes' Monopol zu kreieren. Ein Monopol, das sie lieben - wie zB Apples 'Monopol' bei iTunes und iPod und iPhone. Ein Monopol, daß die Menschen so sehr lieben, daß sie nie auf die Idee kämen, es Monopol zu nennen!


2 - Monopol ersetzt nicht Innovation

Intuition alleine jedoch bringt das Unternehmen auch nicht weiter, denn nach der Intuiton muß die Innovation einsetzen, die richtig erkannte Zukünfte in innovative Geschäftsmodelle bzw. Produkte und Marken transformiert.

Statt jedoch innovativ sein zu können, muß Microsoft momentan an allen zukunftsbasierten Fronten gegen die Googles, Apples, und alle anderen erfolgreichen Start Ups dieser Welt kämpfen, die in den relevanten Geschäftsfeldern längst an ihnen vorbeigezogen sind.
Kämpfen, statt zu innovieren. Reagieren, statt zu agieren. Verwalten, statt zu gestalten.

Letzteres wird Microsoft wohl auch bei den aktuell gehypten Themen wie Cloud Computing (Amazon, IBM, Google) und Mobile-Web/Telekommunikation (Googles Android und Apples iPhone) nicht gelingen - obwohl sie forschen (Geld ausgeben) wie die Besessenen.


3 - Monopol ersetzt nicht Produktqualität

Wenn dann aber zu den ausbleibenden Innovationen auch noch Mängel in der Weiterentwicklung bestehender Produkte kommen, dann sieht es ganz schlecht aus für das Unternehmen.
In dieser Situation ist Microsoft nun: nichts in der Pipeline und keine perfekt funktionierenden, aktuellen Produkte!

Während Apple all-time-Highs in der Kundenzufriedenheit erreicht, muß Microsoft 300 Millionen Dollar in eine Kampagne zur Rettung Vistas, das seit zwei Jahren die Menschen nervt, investieren.

Monopolisten lassen sich gehen, trennen nicht mehr zwischen aktuell und zukünftig relevanten Produkten und Aktivitäten, konzentrieren ihre Mittel allein auf die Erhaltung des Monopols, vernachlässigen ihre Kunden aus lauter Selbstzufriedenheit und vermeintlicher Sicherheit.

Auch ein Monopol benötigt zu seiner Stabilität überlegene Produktqualität. Man kann sich nicht ewig auf die Dummheit der Leute verlassen. Gerade heute, in den Zeiten der Globalisierung, der ubiquitär fallenden Marktzugangsvoraussetzungen, der wachsenden Markttransparenz und Konsumentenmacht, nicht.


4 - Monopol ersetzt nicht Kreativität

Bedenkt man, daß die wohl beste Idee der Microsoft-Agentur lautet, Seinfeld nach 10 Jahren Abwesenheit auf den Bildschirm zurückzuholen, realisiert man, wie weit Microsofts Entscheider und Berater hinter der Zeit zurück sind. Realisiert aber auch, wie verzweifelt die Manager sein müssen, sich noch an solch einen Strohhalm zu klammern.

Im Grunde ist dieses Vorgehen nicht weiter ungewöhnlich, sondern nur logisch. Denn natürlich macht man in der Kommunikation die gleichen Fehler wie in Produktqualität und Business Innovation. Natürlich verpaßt man Chancen, plant und agiert am Markt vorbei und (v)erkennt das Durchschnittliche als die sensationelle Lösung, die alle Probleme lösen wird und mehr.
Man selbst hatte jede Benchmark verloren, in allen Dimensionen.


5 - Monopol ersetzt nicht Talent

Einfach gesagt: Die falschen Leute in den falschen Positionen treffen die falschen Entscheidungen.
Die größte und schwierigste Aufgabe des CEO ist, genau dies zu erkennen und rechtzeitig Abhilfe zu schaffen, die Weichen zu stellen, das Unternehmen und die Mitarbeiter auf die Zukunft vorzubereiten.

Ich habe noch das spöttische Gelächter derer im Kopf, die sich damals über Nokia lustig machten, als diese sich vom Gummistiefel zur Telekommunikation wandelten (Heutzutage denkt man manchmal: Ach, würde die Telekom doch nur Gummistiefel produzieren und den Rest den Leuten überlassen, die etwas davon verstehen!).
Apple ist einen ähnlichen, wenn auch nicht so revolutionären Weg gegangen, als sie in das MP3/Music Business einstiegen.

Dafür braucht man weitsichtige Menschen und Manager. Dafür braucht man keine trägemachenden Monopole, sondern talentierte Trüffelschweine. Monopole können nicht den Willen des Menschen brechen, verändern auch nicht seine Bedürfnisse, sondern befriedigen sie nur einfach nicht und machen ihn deshalb unglücklich.

Trüffelschweine erkennen bei den eigenen Mitarbeitern, bei den Konsumenten, in den Märkten und in der Zukunft, was im Argen liegt - und handeln entsprechend, indem sie Strömumgen nicht ignorieren oder wegdiskutieren, sondern antizipieren und kapitalisieren.


Warum wohl wehrte sich Yahoo verzeifelt gegen die Übernahme durch Microsoft? Weil Jerry wußte, wohin das führt: man wird dann selbst zum Teil diesen untoten Unternehmens mit dem weltweiten Monopol, dem kalten Herzen und der im Grunde ausweglosen Situation, sich Intuition, Innovation, Kreativität und Talent teuer einkaufen zu müssen. Und doch immer noch danebenzuliegen, weil einem selbst eben genau diese 5 Faktoren des wahrhaften und nachhaltigen Erfolges fehlen.

Man trifft also die falschen Entscheidungen, man setzt die falschen Prioritäten, man spielt die falschen Szenarien durch, man beschäftigt die falschen Berater, man wählt die falschen Lösungen als die vermeintlich richtigen, wiegt sich zulange in Sicherheit - weil man an Symptomen herumdoktert, statt die Ursachen der Malaise zu bekämpfen. Weil man nicht auf die hört, die eine andere Sicht der Dinge haben.


(* Quote of Mike Elgan, former editor of Windows magazine, about the difference between ordinary brands and charismatic brands: businessweek, "Designing the Future of Business")

Friday, August 22, 2008

Nils wartet auf September!

Ikea zeigt uns allen, wie die ersten Schritte in die Zukunft des Webvertising aussehen! Da können sich die Cokes und Microsofts usw. dieser Welt mal eine Scheibe abschneiden!

Hier der Lifestream von Nils, der - in Analogie zum entsprechenden Ikea-TV-Spot - auf September wartet:

UPDATE 27.08.08: Lifestream entfernt, da Nils immer zu laute Musik hört oder ständig das Telephon bei ihm klingelt!

Nils

Trotzdem lohnt das Reinschauen! Bildschirmfüllend kann man das ganze 24/7 auf wartebisseptember.de verfolgen.
Viel Vergnügen!


(via Charles Frith, via The Kaiser)


Monday, August 11, 2008

Die Rezeption von TV-Werbung ist so 2007!

Seit letzter Woche ist es US Kabel-TV-Anbietern erlaubt, zentrale Server einzurichten, die jeden Fernseher in ihren Network-Haushalten in einen digitalen Videorecorder (DVR) verwandeln. Zeitversetztes Sehen und Ad-Skipping werden so zu einem Volkssport! Von Ralf Schwartz.


Auch wenn in Deutschland DVR-Nutzung, Zeitversetztes Sehen und das Überspringen von Werbung von den TV-Anbietern noch regelmäßig heruntergespielt werden, kann man in den Staaten lernen, was passiert, wenn die Dämme brechen - und wie außerordentlich schnell die Entwicklung sein wird!
Und hier ist nichtmal die Entwicklung im Internet berücksichtigt!


Schon heute stehen in 25% der amerikanischen Haushalte DVRs. Das entspricht knapp 26 Millionen Haushalten.
Für alle amerikanischen Haushalte erwartet man in 2012 eine Penetration von 37%, was knapp 44 Millionen Haushalten entspricht.

Beunruhigend ist dabei die Entwicklung der Kabel-Haushalte, die immer an der Spitze der Bewegung stehen.
Man erwartet, daß aufgrund des Urteils in Kürze in 60% aller Kabelhaushalte(!) DV-Recorder und -Funktionen verfügbar sein werden.

Und DVR-Haushalte produzieren auch andere Horrorzahlen (in den Augen der TV-Anbieter): "A study of 1,000 TV consumers in the U.S., Europe and Asia conducted by management-consulting firm Oliver Wyman found 85% of DVR owners are currently skipping at least three-quarters of ads."
Da bleibt dann nicht mehr viel übrig, was noch gesehen wird an Werbung.

"Two-thirds of TV viewers reported they would not be willing to watch any ads at the beginning of a program in order to watch uninterrupted, ..."
Das wäre dann wie im Kino und ebenso verständlich, daß dies nervt.

"... and 85% stated that they would not be willing to pay anything to remove all commercials."
Was wiederum beruhigend ist, denn dies bedeutet, auch wenn man Werbung nicht sonderlich mag, ist man immer noch nicht bereit, Geld zu bezahlen, um sie von seinem Bildschirm zu verbannen.

Aber wie lange dauert das noch? Oder wie niedrig muß der Betrag sein, den man leisten muß, um werbefrei zu werden? (Premiere ist da sicherlich keine relevante Benchmark in Good Old Germany.) Oder welcher Marken-Sponsor wäre der erste, der einem einen werbefreien Spielfilm-Genuß garantiert und davon profitiert? Bisher gab es da eher halbherzige Versuche, dies zu kapitalisieren.


Aber keine Bange:

Solange wir in Deutschland monopolartige Zustände bei den Kabelbetreibern supporten, wird sich hier weniger tun als möglich wäre.

Die Sender gehen erste Schritte, trauen sich aber nicht, den ganzen zu gehen. Hier ist das Internet ein Umweg!

Die Landesmedienanstalten be- und verhindern wirklich herausfordernden Wettbewerb, um ihre öffentlich-rechtlichen Geldvernichtungsmaschinen (und sich selbst) zu schützen.


Nichtsdestotrotz sollten Werbungtreibende sich frühzeitig Gedanken machen - vor allem, im Blick auf die Gesamtsituation der Werbung in Deutschland -, ob nicht ein jeder Tropfen, von dem wir meinen, er falle auf den heißen Stein, das Fass zum Überlaufen bringen kann.


> alle Zitate aus Adage "Ad Skipping? Just Wait. It's Going to Get Worse"

Thursday, August 07, 2008

ProSiebenSat.1 spart sich zu Tode!

Wenn ProSiebenSat.1 nicht bald begreift, daß TV-Sender Content- und keine Cash-Lieferanten sind, wird der TV-Markt in Kürze bereinigt sein. Vor allem, wenn Guillaume auf seine letzten Konzerntage noch 70 Millionen spart! 4,5 unkonventionelle Tips. Von Ralf Schwartz.


Nach wenig inspirierenden Zahlen für das zweite Quartal soll nun also ein weiteres Mal die Kostenbremse angezogen werden.

Der Teufelskreis aus sinkenden Seherzahlen, zurückgehenden Werbeeinnahmen, geringeren Umsätzen und Profits, höheren Sparerfordernissen, qualitativ schlechteren Programmen, weniger attraktiven Schauspielern, weniger wirklichen Events, weiter sinkenden Zuschauerzahlen ist längst eingeleitet - auch wenn man ihn noch nicht wahrhaben möchte.


Hier hilft es einfach nicht, für die gesamte Gruppe so fortzufahren, wie man es schon bei SAT.1 falsch gemacht hat. Das gleiche Denken, das die Probleme erst geschaffen hat, kann sie nicht plötzlich lösen.


Das Fernsehen kann weiter der Platz sein, der die Massen vor dem Bildschirm sammelt, es muß sich nur von den Erfolgsrezepten der Vergangenheit verabschieden und die alten Zöpfe im wahrsten Sinne des Wortes abschneiden.

Ja, das bedeutet auch, noch stärker in die Staaten zu blicken - vor allem aber, schneller zu lernen, schneller die Erfolge der Vergangenheit zu vergessen, denn sie sind nicht zu wiederholen, und stattdessen die neuen Nutzer(!) zu verstehen, denn sie sind die Zukunft.


Öffentlich-Rechtliches Vorbild

Zu lernen gilt es zB auch vom Rotationsprinzip der Öffentlich-Rechtlichen, die noch in der gleichen Woche ihre besseren Filme über die Dritten verteilen.
Stärker verwässern als heute kann man die defacto nicht existenten Privatsender-Profile sowieso nicht mehr.

Wiederholungen in der Nacht und am Nachmittag würden zudem helfen, das bewegte Testbild aus Porno, Gerichtsshow und NeunLive-Zombies abzulösen.


Video-near-Demand

Da mancher Film heute schon alle 6 Wochen läuft und es keiner merkt, kann man auch auf 6mal die Woche gehen und dies als Service verkaufen, denn so kommt man den Rezeptionsgewohnheiten der Internet-Bevölkerung näher und liefert durch viele Wiederholungen ein Video-near-Demand.


Sender sind Vergangenheit

Der Traum vom starken Sender ist Vergangenheit. Der Rezipient der Zukunft ist Cherry-Picker. Er richtet sich nicht mehr nach Senderprofilen. Das hat er aus dem Internet gelernt, das er als große Selbstbedienungs-Unterhaltungs-Kommunikations-Show wahrnimmt (ups, habe ich doch glatt 'Information' vergessen).


Highlights sind die Zukunft

Die Zukunft sucht nach starken Programmen, starken Events, starken Persönlichkeiten, die die Zuschauermassen binden können - aber bestimmt nicht nach Sendern!

Die Konzentration auf mehr Highlights zugunsten der Reduktion des armseligen Durchschnittsprogrammes, das einem entgegenmodert, sobald man den Fernseher einschaltet, wird immer wichtiger.
Highlights sorgen für positiven Gesprächsstoff, Downlights fürs Wegzappen.


Fazit

Wie immer geht es um den perfekten Mix vorhandener Fähigkeiten, Möglichkeiten und Inspirationen und nicht um die Verfolgung einer einzigen engstirnigen, gestrig erfolgreichen Philosophie oder Strategie.

Dies wird jeden Sendetag wichtiger!

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  • Wie kann ein zweifach Lead Award gekröntes Magazin, das Mitte 2008 im 5. Jahre eingestellt wurde, heute 'aktueller denn je' sein?

    > Dazu muß man nur die 140- Zeichen(!)-Synopsis jeder einzelnen der 50 Ausgaben inhalieren! Enjoy!