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Friday, July 17, 2009

Zitate zum Wochenende ...

... von Social Media 'Experten': "_ein soziologe und fünf werbe-fuzzis".

Irgendwie ist das schon traurig, genau dies mit diesen Jahreszahlen zu lesen.

Seit Jahren 'schwatzen' die Agenturen klug, schalten aber dummerweise nachwievor TV-Spots - weil man da (in Kreation und Media) am meisten (auch am Kunden vorbei) verdienen kann.

Was fehlt, ist der intuitive und empathische Marketingmanager auf Kundenseite, der genau weiß, was da draussen (also hier) abgeht! Und bitte: Sagt jetzt nicht, dies sei gar nicht Aufgabe des Marketings! Dies ist seine einzige Aufgabe!

Wie sonst soll das Marketing bemerken, welchem Experten es gerade aufsitzt!? Wie sonst soll das Unternehmen wissen, woher - und vor allem wohin - der Wind weht!? Wie sonst soll das Marketing wissen, was relevant ist und wird!? Wie sonst soll die Marke die Bedürfnisse der Konsumenten vorwegnehmen!? Ihnen vorangehen und sie inspirieren können!?

Budget-, Werbe-, TV- und Plakat-Schlachten haben wir schon genug!

Barbies überzeugende Marken-Erfahrungen

Barbie, ja Barbie, zeigt seit ein paar Monaten in Shanghai wie man sein Brand-Franchise effektivst erweitern kann, ohne seine Wurzeln zu negieren.

Der Barbie-Flagship-Store umfaßt ein ganzes Haus und zeigt auf 3+ Stockwerken, alles, was unter Barbie/Mattel für 1 - Puppen, 2 - Mädchen, 3 - Frauen relevant ist.

1 - "The doll floor (dolls, designer doll gallery, doll accessories, books)." - "The Barbie Design Center, where girls design their own Barbie is on this floor."

2 - "The girls floor (girls fashion, shoes and accessories)." - "The Barbie Fashion Stage, planned and designed by Chute Gerdeman Retail, where girls take part in a real runway show, is also on this floor."

3 - "The women’s floor (women’s fashion, couture, cosmetics and accessories)."

Im 4. Stockwerk schließlich das Barbie Café. Hier viele Photos. Lohnt sich!

Eine sehr intelligente Vision, Generationen von Puppenspielerinnen zu vereinen, ihnen zu helfen, so aussehen, sich so schminken, anziehen und so fühlen zu können wie ihre Idole.
Besser kann man nicht dafür sorgen, daß der 'Zauber' von Mutter zu Tochter - bzw. auf die Barbie-eigenen Schönheits-Produkte! - übergeht.

Ob Beauty-OPs im Keller in Kürze folgen werden? Nichts wäre so erfüllend, als wirklich ein Leben lang Barbie bleiben zu können, oder?

Spaß beiseite: Es wird für Marken immer wichtiger, einzigartige Erlebnisse zu schaffen, die den ganzen Menschen umarmen, vereinnamen, begeistern.
Es reicht schon lange nicht mehr, dem Konsumenten das Blaue (oder vodafone-Rote) vom Himmel runterzulügen und ihn erst mit dem Kleinstgedruckten wieder schmerzhaft aus seinem Traum zu erwecken.
Vor allem wird es sich in den Zeiten des Social Networking immer schneller herumsprechen, wenn Unternehmen und Marken die Menschen täuschen - und die Folgen werden immer unkalkulierbarer, die Konsequenzen immer gravierender.

Es lohnt einfach nicht mehr, immer mehr Werbemillionen hinter schlechten Produkten her aus dem Fenster zu werfen. Stattdessen muß man Markenerfahrungen (gerne à la Barbie) und relevante Produkte kreieren.

Und hier geht es nicht um den einen Flagship-Store, sondern die Philosophie, die Basis des Konzeptes ist:
Der Kunde steht im Mittelpunkt. Um ihn herum soll sich alles drehen. Idealerweise ist alles, was er sieht, die richtige Marke, mit dem richtigen Image, Nutzen, Service - mit der richtigen Überzeugung und Authentizität.
(Der Kunde ist begeistert und engagiert sich FÜR die Marke und nicht GEGEN sie - wie gerade im Falle vodafone!)

Tuesday, July 14, 2009

vodafone, die Berater und der Mythos 'Social Media'

Während Don Alphonso sich zurecht in die Niederungen der vodafone-Kampagnendetails begibt, soll hier von den philosophischen Grundlagen des Social Media die Rede sein. Zur Sache:

Social Media

Es wird den ein oder anderen überraschen, aber 'Social Media' hat nichts mit 'Medien' zu tun. 'Social Media' ist ein Widerspruch in sich. Allein das Wort Media lenkt unsere Gedanken und Erwartungen in eine falsche Richtung, einen unsinnigen Kontext. Den Kontext nämlich der Medien! Ein Kontext, der Agenturen ermöglicht, ihren alten Wein weiterhin teuer zu verkaufen.

Aber:
1 - Medien sind Mittler, nicht mehr!
"Ein Medium (lat.: medium = Mitte, Mittelpunkt) ist etwas in der Mitte Befindliches, dazwischen Liegendes."
Marken und Unternehmen bedien(t)en sich der Medien, um zu ihren Zielgruppen sprechen zu können.

2 - Medien sind Sender, keine Empfänger!
Sie strahlen etwas aus. (Medien, die etwas empfangen, gehören in den Bereich des Okkulten.) Marken und Unternehmen strahlen Werbebotschaften aus. Werber und PR-ler sind auch nur Sender, keine Empfänger!

Social Networking

Der richtige mentale Kontext von Social Media ist 'Networking', daher wird in diesem Post nun allein von Social Networking gesprochen, um in diesem richtigen Kontext zu denken. Was sich dadurch ändert? Alles!
Social Networking ist nicht die lineare Verlängerung des Bekannten, sondern ein vollkommen neues Kapitel der Kommunikation

3 - Märkte sind Gespräche!
Gespräche funktionieren ohne(!) Mittler. Networking bezeichnet den direkten Kontakt, das direkte Gespräch, den Dialog, den Austausch! Der Mittler aber mindert im Zweifel die Qualität der 'Sendung', erhöht das Rauschen, sorgt für Mißverständnisse, verhindert ein Nachhaken!
Nur im Vakuum hat das Medium keinen negativen Einfluß auf die Nachricht.
WoM (Word of Mouth) ist das ultimative Social Networking. Was nur ist an den 3 Worten 'Märkte sind Gespräche' so schwierig zu verstehen?
(Unter dem Media-Kontext ist 'Märkte sind Gespräche' ein Böhmisches Dorf! Unter dem Networking-Kontext ist plötzlich alles klar. Sehen wir weiter.)

Kein Wunder, daß die Agenturen die Deutungshoheit über Social Media für sich reklamieren. Social Networking bedeutet ihr Ende. Einzig in der Massenkommunikation würden sie sich halten können, wenn sie kreativer und innovativer, intuitiver und empathischer würden.

Denn wo Märkte Gespräche sind, werden die Themen, die Inhalte zum Gold der Zukunft! Nicht mehr die Medien, nicht die Mittler. Die Mittler (ob Medien oder Agenturen) sind außen vor, man kann es nicht oft genug sagen.

4 - Social Networking ist Echtzeit-Dialog - nicht Werbe-Monolog!
Social Networking kann man nicht kaufen, buchen, planen! Social Networking ist nicht einfach eine Anzeige in sogenannten sozialen Medien!
Social Networking ist das kontinuierliche Gespräch, der Dialog.
Social Networking ist kein Schachspiel, das man über 3 Monate vom Elfenbeinturm aus mit einer amorphen Masse spielt, nachdem man alle seine Züge vorab geplant hat.

Social Networking macht die PR-Dame nicht mal eben in der Mittagspause. Social Networking hat nichts mit traditioneller PR zu tun, auch wenn sich das mancher wünscht. PR drückt 'Wahrheiten' über eine Marke, ein Unternehmen, etc. in den Markt und bedient sich gefälliger Medien. Social Networking erzeugt die Botschaft erst im Amalgam aus Spruch und Widerspruch der Öffentlichkeit. Social Networking nutzt Öffentlichkeit, um die Wahrheit zu finden - nicht um sie zu verdrehen!

5 - Social Networking führt(!) das Gespräch!
Social Networking führt nicht nur das Gespräch, sondern steuert auch dessen Richtung, gibt Themen vor, bringt die Diskussion wieder in die engagierenden Pfade, die gleichsam relevant für Öffentlichkeit und Unternehmen sind.

Social Networking kennt kein Wochenende, keine Ausreden, keine Vertretung. Social Networking braucht eine 24/7-dedicated Person vor Ort (online, wo immer das sein mag). Social Networking muß da sein, wenn die Themen da sind, idealerweise schon vor den Themen. Social Networking setzt die Themen, goutiert sie oder vernichtet sie, indem es sie ignoriert.
Das Schlimmste ist, kein Thema zu haben, keine Relevanz - denn was ist dann der Benefit?

Authentizität, Wandel und Innovation sind die spannendsten Meta-Themen des Social Networking. Hier liegen die Benefits für die Zielgruppe, die Öffentlichkeit, aber auch - und gerade - für Marke und Unternehmen!

Social Conscience

6 - Social Networking ist eine Haltung!
Es geht darum, sich - Auge in Auge mit der Öffentlichkeit deren - Vertrauen zu verdienen. Nicht, indem man verheimlicht und kleiner druckt, sondern indem man Authentizität schafft, die das Kleinstgedruckte nicht mehr braucht! Indem man Rückgrat zeigt, denn nur dieses läßt uns aufrecht gehen. Indem man Kritik ermutigt, denn nur die läßt uns wachsen.

7 - Social Networking ist reziprok!
"Das Wort sozial (von lat. socius‚ gemeinsam, verbunden, verbündet) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingtheit des Zusammenlebens ..." "... dies beinhaltet die Fähigkeit (zumeist) einer Person, sich für andere zu interessieren, sich einfühlen zu können, das Wohl Anderer im Auge zu behalten (Altruismus)".

Man erbringt eine Leistung, tut einen Gefallen, erwartet nicht direkt eine Gegenleistung, kann sich aber in den meisten Fällen sicher sein, eine gewährt zu bekommen, denn der andere steht nun in der Schuld (im konstruktiv-positiven Sinne) - sonst ist das Networking schnell am Ende, denn es beruht wie gesagt auf Gegenseitigkeit, Vertrauen und Vorschuss!

Werbliche Kommunikation dagegen ist keine Leistung, sondern eine Störung. Man wird unterbrochen bei dem, was man gerade - und gerne - tut! Man wird abgelenkt ...
Die werbliche Kommunikation selbst muß einen Nutzen haben, einen Mehrwert in sich tragen.

Social Marketing

Das Marketing, das sich in den letzten 20 Jahren den Schneid von Vertrieb, Entwicklung, Produktion abkaufen ließ, sollte seine Chance jetzt nutzen.

8 - Marketing im Social Networking muß Service sein!
Wenn das Produkt schon generisch und austauschbar wird, muß das Marketing differenzierende, alleinstellende Services und Dienstleistungen entwickeln, die den Menschen relevant genug sind, sich damit zu beschäftigen. Um ihrer selbst willen.

9 - Social Networking bedingt ein vollkommen neues Marken- und Marketing-Verständnis!
Social Networking bedeutet nicht das Uploaden von Bildern, sondern die Integration des interessierten Einzelnen in den Kreativitäts- und Innovations-Prozess des Produktes selbst, der Services und Features um es herum.

Die Produkthoheit geht vom Marketing in die Öffentlichkeit über. Das Marketing bleibt Vorbild und Vorreiter, es geht voran, es legt die Benchmark fest. Je intelligenter das Marketing diese Rolle übernimmt, desto eher folgt ihm die Öffentlichkeit. Je dümmer das Marketing sich dabei anstellt, desto harscher fällt die Kritik der Öffentlichkeit aus.

Social Networking hat nichts mit Reichweite, Quantitäten und Followern zu tun! Es nutzt nichts, 2500 oder 6000 Follower zu haben, die indifferent sind. Man braucht Fans, Multiplikatoren, engagierte Mitstreiter, Mitdenker, kritische Geister, die einen ständig fordern.

10 - Social Networking bedeutet Nutzen-Erfahrung!
Hier macht man keine (negative) Erfahrung mit (störender und ablenkender) Werbung, sondern Erfahrungen mit dem Produkt selbst, seinem Nutzen, Benefit, USP. Sei es über das Produkt selbst, eine relevante Applikation im Netz, einen Kundenservice, der in Vorlage tritt und Vertrauen aufbaut.

11 - Social Networking bedeutet, das Produkt ist der Held!
Social Networking macht also nur Sinn bei relevanten(!) Produkten bzw. relevanter(!) Innovation. Alles andere geht nach hinten los! Damit ist auch klar, daß Social Networking nicht in der Agentur oder in der Werbung seinen Ursprung finden kann, sondern im Unternehmen, im Marketing gelebt werden muß.
Zuallererst müssen hier die Produkt-, Marken- und Haltungs-Voraussetzungen geschaffen werden, ehe man über Werbung nachdenken kann.
Es geht immer nur um Inhalte, um Relevanz - nie um Oppulenz. Nie geht es um Überreden, immer nur um Überzeugen!

Es geht nicht um Symbole mit rotem Schopf. Es geht nicht um Bilder, vor allem nicht, wenn sie weniger als 1000 Worte sagen! Es geht um das Produkt selbst!


In Zukunft wird der Kern jeder Kampagne Social Networking sein müssen, um den herum wie bisher massenkompatible Frohe Botschafts-Monologe gestreut werden. Social im Sinne der Spieltheorie. Social im Sinne, daß das Unternehmen zuerst eine Leistung erbringen muß, ehe es mit der Gegenleistung - Kauf, Anerkennung, Advocacy - rechnen kann. Social im Sinne, daß die Menschen an der Weiterentwicklung des Produktes teilnehmen.

Das wird nicht morgen so sein, aber jedes Marketing und jedes Unternehmen täte gut daran, sich auf diese Zeiten mittels Üben! Üben! Üben! grundlegend vorzubereiten.

Und es ist auch nicht wahr, daß noch niemand so etwas in Deutschland gemacht hat! Wir alle machen es jeden Tag! Wir reden, wir überzeugen, wir entwickeln uns und im Gespräch andere, wir preisen an und untermauern mit unseren eigenen Erfahrungen, wir werfen unsere Kompetenz und Erfahrung, unser Wissen und unsere Eloquenz in die Waagschale. In jedem Geschäft, an jedem Kiosk und Schalter. Mit Freunden, Bekannten, Kollegen, Vorgesetzten.

Wir sind Social Networker - tagaus, tagein - das ist so einfach, daß niemand dies wahrhaben möchte, nichtsdestotrotz ist es so. Sobald die Marken und Unternehmen dies verstehen, werden sie verstehen, daß sie keinen Mittler brauchen, nur den Mut, endlich mit ihren (potentiellen) Konsumenten auf Augenhöhe sich zu unterhalten!

In diesem Sinne: Get well soon!


Anmerkung: Dieser Text ist eine Fortsetzung von hier und hier und hier.


UPDATE

TAZ > "Wenn die Zielgruppe sich wehrt".

23:28 Uhr > Adnation, der Vodafonelobbyist und das Ende der Zensurdebatte, Don Alphonso.
Liebe vodafones, war das eigentlich alles umsonst, was ich hier geschrieben habe? Und hier? Und hier? Und hier?

15. Juli

19:17 Uhr > "Spießer Alfons: Vodafone – Kampagne aus dem Papierkorb. Oder: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist", "Vodafone, ein Banner und ganz viel “Social Media”…", "Scholz & Friends das Handwerk und Vodafone".

17. Juli

11:12 Uhr > "Viral fatal - Hochgeladen, tief gefallen: Vodafone und die Blogger", süddeutsche. "Sascha Lobo - Der Netzbeschmutzer", frankfurter rundschau. (Beide via Christian Paul Stobbe)

Sunday, July 12, 2009

vodafone: Wenn der Blauäugige auf den Einäugigen trifft

Ich bin betroffen. Ein Unternehmen gibt sich sichtlich Mühe, sich selbst von einem Tag auf den anderen ein vollkommen neues, hippes, uploadiges Image zu geben und scheitert vollkommen. Und es gibt mir die Schuld. Also nicht mir selbst, sondern allen, die meiner Meinung sind, sozusagen.
Sagt dieses trendige Unternehmen in seinem Blog etwas dazu? Nein, denn es ist Wochenende und deren Generation Upload schläft aus. Und das ist gut so (wie wir später sehen)!

vodafones Blauäugigkeit

Ich bin traurig, daß vodafone so blauäugig war (und immer noch ist), dies alles ("Kurze Kritik der vodafone Pressekonferenz") zu wagen und doch nichts daraus zu lernen ("vodafone: Wir haben nichts verstanden"). Ich bin traurig, daß vodafone sich von Einäugigen beraten läßt, die sich anscheinend überhaupt nicht in ihrer Welt auskennen. Dazu aber später.

Ich bin traurig, daß vodafone allen Ernstes auf diese Experten setzte, sich auf sie verließ, ihnen teures Geld für ihre 'Expertise' bezahlte und nun dasteht wie der Trottel der Nation. Das hat vodafone nicht verdient. Verdient hätten sie, durch diese Experten sich einen Vorsprung vor der Telekom und Kollegen herauszuarbeiten, diese um Längen hinter sich zu lassen.

Trägt vodafone Mitschuld? Natürlich! Mit ein wenig Intuition, mit ein wenig mehr Verständnis der Blogosphäre, mit ein wenig Antizipation wären die eklatantesten Fehler erst gar nicht passiert, weil man einfach das entsprechende Produkt zur Kampagne angeboten hätte! Siehe dazu auch den Netzökonomen:

"Vodafone trägt eine nicht gerade geringe Mitschuld an dem Desaster. Denn einige Dinge hätten den Verantwortlichen vorher klar sein müssen:

- Man kann die neue Zielgruppe der „Generation Upload" nicht mit Old-School-Marketingsprüchen begeistern. Die Versuche wirkten in der Tat lächerlich (sich daran in unzähligen Blogbeiträgen abzuarbeiten allerdings genauso). Dass die Pressekonferenz aber etwas mehr Inhalt brauchte, war wohl auch dem Vodafone-Chef Fritz Joussen noch klar geworden. Denn entgegen der Absprache mit der Deutschen Telekom verkündete er zum Beginn der PK den Abschluss des VDSL-Bitstream-Vertrages mit der Telekom und nahm dafür in Kauf, den Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme ganz alt aussehen zu lassen, weil dieser gleichzeitig in München den Abschluss des Vertrages verneinte. Sein Pech: Diese Nachricht interessierte die "Community" rein gar nicht.

- Ein Unternehmen, das ein eher schlechtes Image in der Zielgruppe hat, muss sich schon mehr als eine Werbekampagne einfallen lassen, um seinen Ruf zu drehen. Das schlechte Image beruht einerseits in der Zustimmung zu den umstrittenen Netzsperren („Zensursula"), die von den Bloggern (aus gutem Grund) abgelehnt werden, andererseits aber auch in den Produkten und Tarifen: Die „Generation Upload" ist entweder bei T-Mobile unter Vertrag, weil sie ein iPhone will, oder bei O2, weil die Münchner vernünftige Datentarife haben. Vodafone ist in der Zielgruppe weder für coole Handys noch für attraktive Tarife bekannt. Warum also sollte die gut informierte „Generation Upload" zu Vodafone wechseln? Ein attraktives Angebot hätte die anschließende Diskussion anders aussehen lassen.

Vielleicht lernen wenigstens andere Unternehmen aus den Fehlern von Vodafone."

Hätte vodafone darüberhinaus ein wenig geübt, wäre dieser Post nicht entstanden: "die kraft und die herrlichkeit in ewigkeit amen". Blauäugig-unprofessionell ist da noch das Netteste, ähem, was man zu dieser Performance sagen kann, hat aber auch seinen menschlich-emotionalen Charme!

Muß man sich über diese Posts aufregen? Nein! Das ist das Netz. Das ist die ungeschminkte Meinung der (im positiven Sinne) Betroffenen, derer, die sich angesprochen fühlen sollten von der Kampagne - und dies nun auch tun.

Der Social Media Part daran ist, daß sie nun (seit der PK) auch antworten. Das muß man nicht nur akzeptieren, daß muß man sogar begrüßen und gutheißen! vodafone sollte sich darüber freuen! vodafone sollte dies im Positiven nutzen und in die Stärke(!) seiner eigenen Kampagne verwandeln!
Leider ist Wochenende und die Generation Upload bei vodafone selbst ist inzwischen beim Frühschoppen.

Beraters Einäugigkeit

Unglücklicherweise äußern sich statt vodafone selbst die vodafone-/Arcor-Berater in vorauseilendem Gehorsam. Diese Berater (nein, nicht Mirko Lange, talkabout) haben vodafone in dieses Desaster (siehe oben beim Netzökonom, der selbst von Mirko Lange in den Kommentaren gelobt wird "Ich bin erleichtert, auch solche differenzierten Meinungen von der FAZ zu lesen." ) geführt als sie ihnen 'blühende Landschaften' versprachen.

Natürlich sind die Berater konsterniert. (Ähnlich wie die beteiligten Testimonial-Blogger. Wobei letztere (Sascha Lobo, Schnutinger) wenigstens so schlau sind, kurz die Augen zu schließen (um im Bilde zu bleiben) und sich einfach rauszuhalten.)

Konsterniert, die Sphäre wohl doch nicht zu kennen, ängstlich, ihre 30 Silberlinge zurückgeben zu müssen, ängstlich, von ihren Chefs (FM Schmidt bei Nico!, Nico bei Sascha?) virtuell enthauptet /skalpiert zu werden.

Verwirrt sind sie, sind sie doch erst seit kurzem oder schon viel zu lange im Social Media Geschäft (das ja, und das ist die schönste Rechtfertigung, die man verschiedentlich liest, in Deutschland niemand kennt!). Zu kurz (Mirko Lange seit 09. Februar), um die einzelnen Spieler zu kennen, zu lang (Nico im Online-Beirat der SPD), um Social Media noch von 'normal Media' zu differenzieren.

Je kürzer man im Geschäft ist, desto weniger Standing man dort hat, desto weniger selbstbewußt man sich selbst fühlt, desto stärker die eigene Profilneurose ist, desto stärker (über-)reagiert man auch. Das ist nicht negativ, das ist menschlich, das ist nur natürlich (dazu gibt es (Meta-)Studien).
Man sollte es aber wissen. Man sollte professionell damit umgehen können. man sollte sich wie eine Führungspersönlichkeit verhalten und vorbildlich vorangehen - auch in (vermeintlich) widrigen Umständen.

Ich genieße die Ruhe, die von Lobo, Schnutinger, Basic, vodafone ausgeht. Ich genieße die Abgeklärtheit, mit der Nico sich bei Einzelnen in den Kommentaren beschwert "Vodafone. Old School.", aber irgendwie keine große Show abzieht.

Ein wenig betroffen bin ich von der Betroffenheit eines Mirko Lange, der sich bereits von meinem wunderschönen Bild ("die Beratungsgeier kreisen schon") aus der Ruhe bringen ließ.

Stärker betroffen bin ich von seinem aktuellen Post "Der (schmutzige?) Kampf um die Deutungshoheit – Generation Upload trifft Generation Polemik", dessen er sich selbst zwar nicht so sicher ist, daß er ihn auf der eigenen Site zeigt (denn da steht immer noch sein Kunde hätte alles richtig gemacht an erster Stelle - oder?), der aber trotzdem mit Kanonen auf unseren Spatzen Don Alphonso wegen seines Artikels einschlägt.

Vollkommen überflüssig und kontraproduktiv! Viel zu kurzsichtig! Das einzige, was Mirko damit erreicht, ist, daß nun jeder weiß, daß er selbst zu den Einäugigen gehört, die die Blogosphäre nicht kennen, die den Don nicht kennen, die seine spitze Zunge und Schreibe nicht kennen - die aber vor allem nicht akzeptieren, daß der Don sich längst den Status des ersten und besten Hofnarren im Staate erarbeitet hat.

Der Don ist wie Dieter Bohlen - am besten, wenn er frei Schnauze sprechen/schreiben kann. Das weiß auch die FAZ und sie tat sehr gut daran, ihn in ihren Bloghimmel zu berufen. Er sorgt für die Farbe Don in einer Welt voller Farben - wie ich es mal in Anlehnung an vodafone formulieren möchte.

Und die Hofnarren - dessen muß man sich bewußt sein, waren weise Menschen in ihren Äußerungen, Meinungen und Einschätzungen (auch wenn er mich zu einem Kollegen von Mirko Lange gemacht hat, Danke Don!). Weiser als mancher selbsternannte König - nur, die Könige wußten dies.

(Im Grunde könnte man von einem Kulturkampf sprechen, um eine Social Media Kampagne, die es nie gegeben hat!)

Die Blauäugigen und die Einäugigen

Die Einäugigkeit ist es, die uns Probleme bereitet. Die Blauäugigkeit wird dazulernen, sie kann sich entwickeln. Die Einäugigkeit ist gefährlich. Zu sehr ist sie von sich überzeugt, obwohl sie längst ihre Grenzen erreicht hat. Die Einäugigkeit ist kein guter Ratgeber. Kennt sie doch ihre hohe Distanz zum Sehenden, weiß um ihr Handicap, und hadert mit diesem Schicksal.

Der Blauäugige ist frohen Mutes, er stolpert in die Welt, er macht Fehler, er lernt daraus, er rappelt sich hoch und geht umso forscher voran. Wir lieben den Blauäugigen, er wagt das Unmögliche - und schafft es irgendwann auch.

Der Einäugige jedoch dreht sich meist im Kreise, läßt er sich von seinem einen Auge lenken. Das ist natürlich. Naturgesetz. Er selbst nur kann es verhindern. Dazu muß er es bemerken. Dazu braucht er den Sehenden. Dies zu wissen, zu akzeptieren, danach zu handeln, kann auch aus ihm einen Weisen und einen Sehenden machen!

Laßt vodafone also einfach in Ruhe machen, liebe Einäugige. Sie sind der Fels in der Brandung. Sie brauchen keine Putzerfische. Sie sind teflonbeschichtet. Bohren aber gerade ein kleines Loch durch ihre Schutzschicht, durch die der Sauerstoff der Blogossphäre, die Meinungs- und Deutungsfreiheit, zu ihnen dringen und sie lehren wird.
Denn sie werden lernen müssen, wollen sie ihre vollmundigen Versprechen wahr werden lassen - ob sie wollen oder nicht.

In diesem Sinne: Get well soon!


(Nachtrag/Disclaimer: Ich bin Kunde(!) von vodafone (und Telekom) und daher ungemein an ihrer Weiterentwicklung, ihrem Lernen und der Optimierung ihrer Relevanz für den Konsumenten interessiert - denn nur dann profitiere ich als eben dieser Kunde.)



UPDATE

> Bitte auch die vorherigen Updates/Links (21) bei "vodafone: Wir haben nichts verstanden" beachten. Es lohnt sich wirklich, den gesamten 'Case' zu verfolgen!

18:07 Uhr > "Das böse Internet - Burda, Zeitungsverleger und Vodafone", jochen hoff, duckhome.

13. Juli, 08:46 Uhr > "Bad publicity is better than no publicity", weissgarnix.

10:45 Uhr > "Die Vodafone-Omerta", fixmbr.

12:45 Uhr > Kommentar von Jochen Hoff zu Mirko Lange:
"Ach Mirko Lange. Vor langen Jahren fuhr ich mal mit einem Kollegen über eine nächtlich nasse Straße im Sauerland. Er fuhr zu schnell, weil er mir beweisen wollte wie gut er auch betrunken fahren konnte. Es kam wie es kommen musste. Wir knallten in eine Brückenmauer. Nicht weiter tragisch, ich brach mir einen Fuß.

Weißt du wer schuld war. Ich. Ich hätte eben nicht mit dem Menschen den ich eigentlich so gut kannte, dass ich die Dinge hätte vorhersehen müssen, zu dieser Zeit betrunken im Auto sitzen sollen. Es gab auch in diesen grauen Vorzeiten schon Taxis.

Ihr habt die Vodafone Kampagne voll vor die Wand gefahren und nun sind die Leute schuld, die sich kaputtlachen. Dabei lachen die gar nicht. Die sind pisswütend. Im Grunde genommen wartet nämlich die ganze Szene auf eine Möglichkeit, Bürgerjournalismus mit Werbung zu einem Minigeschäft machen zu können, das seinen Mann und Frau, wenigstens grundlegend ernährt.

Diese Chance ist jetzt wieder einmal für lange Zeit vorbei, weil ein paar völlig unprofessionelle Trolls für schnelles Geld, jedes Denken abgeschaltet haben. Aber so wie du die Zensur von Vodafone für ein paar Silberlinge übersehen hast, wünscht du dir das die FAZ, den Don kritisiert. Hättest du nur eine Sekunde deine Pflicht getan, dann hättest du dich vorher informiert.

Es stand alles schon lange im Netz und wer mit Sascha Lobo schwimmen geht, muss wissen, dass er schon untergegangen ist. Das Netz vergisst nichts. Es wird auch dieses Desaster nicht vergessen. So gerne du es auch möchtest. Aber das Netz verzeiht. Gib einfach zu dass ihr Mist gebaut habt und man kann weiter diskutieren."

12:52 Uhr > Berechtigte Anmerkung von @fss13!

17:31 Uhr > Ehrliche Stellungnahme vom StyleSpion: "Empowered Social Generation Upload" (09. Juli). Werbeblogger: "Kognitive Dissonanz mit Vodafone".


14. Juli
> Hier geht es weiter: "vodafone, die Berater und der Mythos 'Social Media'".

Friday, July 10, 2009

vodafone: Wir haben nichts verstanden

(Kontinuierliche Updates siehe am Ende des Posts!)

Wie muß man sich das vodafone-Innenleben nach der Katastrophe ("Kurze Kritik der vodafone-Pressekonferenz") vorstellen? Kann man, kann ein Manager, kann ein Unternehmen Fehler öffentlich zugeben? Kann man zurückrudern? Kann man aus seinen Fehlern lernen?

Nun, da genau das die einzige Aufgabe eines Unternehmens ist (die Adaption unvorhersehbarer Entwicklungen, die Antizipation sich abzeichnender Entwicklungen, das Dem-Wandel-Vorangehen), sollte dies nicht nur möglich, sondern leichteste Übung sein. Allein die Realität sieht meist anders - oft diametral - aus.

Diagnose

vodafone zB hat vieles richtig gemacht, in den Details zumindest, auf diese einzugehen wäre müßig. Denn es hat zwar wenig, aber just in den kriegsentscheidenden Disziplinen (der Strategie und dem Selbstverständnis bzw. der Selbstverständlichkeit einer überkommenen Marketing-Definition) falsch gemacht, sodaß die gesamte Aktion (PK und Markenkampagne) als Katastrophe enden mußte.

Gelungen wäre der Coup nur, wenn man nicht die Intelligenz via Livestream in den Raum gelassen hätte. Bei der Presse allein hätte man leichtes Spiel gehabt, sie ist nicht der Konsument, sie will nur Schnittchen, für die man 'keine Kosten und Mühen scheute', sie stünde über den Dingen und würde hofberichterstatten.

Die Internet-Community, wie sie so schön genannt wurde, jedoch will keine marketing-technischen oder werblichen Wolkenkuckucksheime, sondern reale Leistung, realen Mehrwert (vor allem, wenn dieser Mehrwert auch noch eine Säule der Strategie sein soll).
Sie will keine Lady-Schnutinger-Sascha-Lobo-Gaga-Testimonials, sondern Nutzen und Service, Authentizität - und nicht werblichen Klamauk.

vodafone machte den Kardinal-Fehler, den Marketing und ein unaufmerksamer CEO/Geschäftsführer nur machen können: das Marketing stülpte der Marke und dem Unternehmen ein - anscheinend unabgesprochenes, unvorbereitetes und in seinen Konsequenzen noch gar nicht verstandenes - neues Geschäftsmodell über: die "Generation Upload"!

Denn diese Fokussierung des Upload hat empfindliche Implikationen: mit der Pressekonferenz hätten die Datenvolumen- und Bandbreiten-Begrenzungen fallen müssen! Die Upload-Geschwindigkeiten hätten merklich steigen müssen! Man hätte neue Tarife, vor allem eine Entwirrung des Tarifdschungels, vorstellen müssen. All das ist nicht passiert. Die beste Marketing-Tarnkappe macht aber ein ansonsten schlechtes Geschäftsmodell nicht unsichtbar!

Man kann zudem nicht immer noch auf dem ältesten Traum des Marketing ("Nur mit meinem Produkt kannst Du Dich selbst verwirklichen!") herumreiten, da dieser erstens total ausgelutscht ist, weil letzte Zuflucht eines ubiquitären, generischen Produktes/Marke, und zweitens nicht glaubwürdig gegenüber einer wissenden Zielgruppe.

Therapie

Ein phantastischer, überlebensgroßer Marketing- und Authentizitäts-Knall könnte nun sein, die Kampagne einfach einzustampfen! Das hört sich natürlich für den seriösen Marketer wie absoluter Schwachsinn an, das verstehe ich. Tatsächlich aber wäre es die einzig adäquate Reaktion auf die Geschehnisse der letzten Tage. Der PR-Effekt alleine wäre unbezahlbar - ebenso wie der Image-Effekt in der engen 'Upload'-Zielgruppe! Die weitere Zielgruppe hat eh noch nichts bemerkt, würde Ehrlichkeit aber ebenso goutieren!

Slogan der neuen Kampagne: WIR HABEN VERSTANDEN!

Die Blogger C-Lebrities werden entfernt! Das Produkt wird fundamental verändert - so wie es die Kampagne eigentlich verspricht!

Man würde aus den vodafone-Outlets heraus auf die Straße gehen und die Menschen wirklich erreichen - mit 200 Millionen Euro sollte das möglich sein und hätte einen größeren Impact (vor allem PR-mäßig) als die Coca-Cola-Lätta-Volksbanken-Kampagne von Scholz & Friends of traditional Advertising.

Prophylaxe

Es nutzt nichts mehr, sich selbst am letzten positiven Strohhalm festzuklammern, der auch noch seine eigenen Ziele verfolgt ("Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht."). Man sollte sich nun nicht auch noch für alle offensichtlich hinter diesem einen Strohhalm verstecken ("Reaktionen auf die LivePK").

Man sollte sich nach vorne wagen und die Kommentare ernst nehmen: "... Einfache, sinnvolle Tarife und bitte: Lasst, wenn ihr einen Tarif für die Einwohner des Netzes macht, auch deren Prinzipien einfließen, allen voran Freiheit: Schreibt uns nicht vor ob wir IM oder VoIP nutzen dürfen. Unter einer Flatrate fürs Netz stellen wir uns eine echte Flatrate (und nicht die 5GB-Gängelung) vor, die alle Webdienste ermöglicht. Die Nutzung des Handies als Modems sollte selbstverständlich sein. ...".

Man sollte endlich neidlos anerkennen, daß die anvisierte Community weiter gedacht hat als man selbst ("Wer ist die Generation Upload?").

Dies anzuerkennen ist übrigens kein Eingeständnis der eigenen Dummheit, sondern zeigt gerade die Intelligenz, Intuition, und Empathie, die Marke, Marketing und Unternehmen dringend brauchen, um in den heutigen Zeiten bestehen zu können, die von Ungeduld, Unabhängigkeit und Individualität des Konsumenten geprägt sind.

In diesem Sinne: Get well soon!


(Hier (nur zur Erinnerung) Internet-Volkes wahre Stimme (aus meinem Post "Kurze Kritik der vodafone-Pressekonferenz"):

UPDATE 09. Juli

08:17 Uhr > Weitere authentische Posts, die die Stimmung gut zusammenfassen: "vodafone rohrkrepierer 2.0", wirres.net, "Es ist deine Zeit: Die Helden der Generation Retweet", brainblogger, "Kampagnenstart bei Vodafone: Testimonial mit Risikopotential", pr-fundsachen, "Es ist Beine breit", Don Alphonso, "Vodafone sucht die Generation Upload", PRlen.

> Die Beratungsgeier kreisen schon und buhlen um einen vodafone-Auftrag: "Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht. Aber wer hat sie beraten?" (auch in den Kommentaren)".

15:56 Uhr > Die Sicht des Profis auf die PK: "Vodafone und die Generation Mix-it-baby", bei Thomas, Indiskretion Ehrensache. Die Käuflichkeit und Janus-Köpfigkeit der sogenannten (selbsternannten!?) A-Blogger: "Die Zensursula-Debatte hat sich erledigt", chris, fixmbr.

18:10 Uhr > Sieben Hausaufgaben, die vodafone erledigen muß, damit das vollmundige Versprechen auch Realität wird: "Vodafone goes Web 2.0 Wer geht mit?".

23:20 Uhr > Wie enttäuschend, vodafone hat nichts verstanden und verlinkt allein den mehr oder weniger einzig positiven Post, nämlich typischerweise den, den ich oben als 'Beratungsgeier' charakterisiert hatte, als "Reaktionen auf die LivePK". Schade, soviel Ignoranz hatte selbst ich nicht erwartet.)

UPDATE 10. Juli

13:55 Uhr > Nico Lummas Darstellung eines beliebigen Pitches, Tagesgeschäfts, Vorgehens einer traditionellen Agentur am Beispiel vodafone: "Generation Upload und der Dialog".
Schade, aber Realität: Fokus auf Werbung - statt auf Produkt, Nutzen, Services und Lösungen für die Konsumenten. So kann Kommunikation nicht mehr funktionieren!

15:29 Uhr > Mark Pohlmann macht anderen Unternehmen Mut, nun nicht in Angststarre zu verfallen, sondern es einfach besser als vodafone zu machen: "Das Medium als Botschaft".
Mir ist dabei wichtig, daß man sich nicht holterdipolter in neue Abenteuer stürzt (und erst beginnt, zu lernen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist), sondern inhaliert, individualisiert (auf Marke, Unternehmen, Geschäftsfeldstrategie und eigene Zielgruppe), übt und interative Prozesse einführt, statt direkt aus allen Rohren, die einem empfohlen wurden, beginnt, auf Online-Spatzen zu schießen.

Der Don: "Das angeblich originale Vodafail-Blogposting". Wie immer auf den Punkt und leicht darüber hinaus!

19:06 Uhr > Ein sehr schönes und konstruktives Schlußwort für diese aufregende Woche von @luebue: "Das sieht man es ja mal wieder". Danke Dir.

23:22 Uhr > Aber einer geht noch. Die Antwort auf Nico Lumma: "Generation Upload und der Dialog (übersetzt: shit happens)", felix, wirres.net.

23:59 Uhr > Einer noch: "Das Vodafone Desaster", chris, fixmbr.

UPDATE 11. Juli

17:26 Uhr > Zwei wundervolle Texte zum Einstieg ins Wochenende: die kraft und die herrlichkeit in ewigkeit amen, reisenotizen aus der realität, und der Don in der FAZ: "Vodafone lädt auf und eckt an".

23:36 Uhr > Was ein Kindergarten! Nico Lumma versucht sich immer noch zu exkulpieren. Siehe Kommentare unter Cems "Vodafone. Old School.". Was gibt es da noch zu telephonieren und zu erklären. Wir waren live dabei und sehen das Ergebnis. Lummaland ist abgebrannt (spätestens seit dem SPD-Zensur-Online-Beirats-Debakel) und bleibt auf diesem Stand (gerade und besonders nach vodafone.
Das Rückgrat ist das, was uns aufrecht erhält.

23:56 Uhr > "Ein Taktiker auf dem Weg zum Grab", Kausch & Friends.

Die Fortsetzung und weitere Updates: "vodafone: Wenn der Blauäugige auf den Einäugigen trifft".

Thursday, July 09, 2009

JvM-Website: Die Krise der Agentur-Stars

(UPDATE 10. Juli - 14:08 Uhr > Noch eine Agentur, die nicht weiß, wie die Welt um sie herum funktioniert: “No-Kids.org” vs. Kinderpornografie: Aktionsseite offline!")


"Revolution!", schrei(b)t PAGE, denn JungvonMatt habe eine neue Website. Revolution (oder so ähnlich) rief gestern auch vodafone in einer live-gestreamten Pressekonferenz, denn man habe eine neue Kampagne.

Leider gibt es bei beiden keine Revolution, wenn es auch zu wünschen wäre. (mediaclinique: "Kurze Kritik der vodafone Pressekonferenz") Konzentrieren wir uns auf JvM!

Während meiner Kommentare sollten wir den Untertitel "Die Krise der Agenturen" im Hinterkopf behalten. Die neue Startseite JvMs allein spricht dazu bereits Bände:

JvM
Screenshot courtesy JvM.

Diagnose

1 - Auffallen um des Auffallens willen.
2 - Aufmerksamkeit um der Aufmerksamkeit willen.
3 - Lautes Schreien ohne wirkliche Inhalte.
4 - Plakativer Monolog statt intensiver Dialog.
5 - Selbstbeweihräucherung statt Kundennutzen.
6 - Traditionelle Werbemechanik des letzten Jahrhunderts.
7 - Social Media als reine Kulisse (nicht im Bild).

Die Punkte müssen nicht weiter ausgeführt werden!

Vergegenwärtigt man sich, was gestern bei vodafone (ua. von FM Schmidt, Scholz & Friends) gezeigt wurde, trifft auch dies 100%ig die obigen 7 Punkte.

Wie man leicht erkennt (ja, auch gestern), ist die von den großen Playern benannte 'Netz-Community' diesen großen Playern soweit voraus, daß nur noch Fremd-Schämen angesagt ist, wie einige meinten. Soweit voraus, daß von den großen Playern nur wenig übrig bleiben wird. Soweit voraus, daß die etablierten Agentur-Stars längst abgehängt sind und nur noch Kulisse wären, würden sie nicht von ängstlichen Marketern, (vermeintlich) auf Sicherheit setzend, immer wieder hinter dem Ofen hervorgezerrt.

(Wie internet- und social media-affin die Agenturen sind, zeigt sich beispielhaft und eindrucksvoll auch an ihren kläglich scheiternden Abmahnversuchen im Auftrage ihrer Brick&Mortar-Großkunden:
- "KemperTrautmann erweist "Du bist Deutschland" Bärendienst",
- "FingeRWEg - von dieser Kampagne!", JvM.)

Therapie

Die großen Agentur-Stars des alten Jahrtausends sind am Ende. Sie - und ihre Kunden! - haben es nur noch nicht bemerkt. Dazu wird es aber langsam Zeit.
Selbsterkenntnis wäre notwendig. Ein langes, profundes und katharsisches In-Sich-Gehen.

Da hilft aber kein Sascha Lobo, er und Nico konnten der SPD nicht helfen ("Lummerland ist abgebrannt") und er hat vodafone keinen Dienst erwiesen. Er hätte ablehnen müssen!

Die Sascha Lobos dieser Welt sind nur die Verlängerung der traditionellen Mechaniken (plattes Auffallen durch Äußerlichkeiten um jeden Preis, kein Nutzen) in die neue Welt hinein.
Das ist das, was die Unternehmen und Agenturen verstehen. So wollen sie das Internet sehen.

Prophylaxe

Das Internet kann man aber nur verstehen, wenn man akzeptiert, daß es 'das Internet' nicht gibt, daß die mühsam erlernten und liebgewonnenen Mechaniken nicht mehr funktionieren.
Man muß sich vergegenwärtigen, daß das Internet keine amorphe Masse (vor allem kein rechtsfreier Raum, liebe Politiker) ist, daß es aus Milliarden Individuuen besteht - mit ihren individuellen Ängsten, Bedürfnissen, Sorgen und Sehnsüchten.
Man muß wissen, daß diese Menschen im Ideal einzeln angesprochen, in einen Dialog verwickelt werden wollen, der ihnen etwas bringt, der sie nicht von ihrem Leben ablenkt, wie Werbung es versucht, sondern der etwas Nützliches, Sinnvolles, Relevantes zu ihrem Leben hinzuaddiert!

Das Internet kann man nur verstehen, wenn man Teil seiner selbst wird, wenn man die neue
- Tonalität (vs. des etablierten Journalismus),
- Praktikabilität (vs. des etablierten Kunden-Services, Beschwerdemanagements),
- Dialog-Kommunikation (vs. platter Monologe),
- Authentizität & Ehrlichkeit (vs. 'verlogener', ablenkender Kampagnen),
- Offenheit (vs. der Abschottung des etablierten Marketings),
- Forschung & Open Innovation (vs. der Abschottung des traditionellen Unternehmens),
- Nutzen- & Service-Orientierung (vs. vordergründiger Aufmerksamkeit),
versteht, übt, realisiert, immer wieder perfektioniert (oder zumindest danach strebt).

In diesem Sinne, liebe Agenturen, liebe JungvonMatts dieser Welt, seid Ihr noch ein wenig entfernt vom Kerne der Sache, der Berliner würde drastischer 'jottwede' (janzweitdraussen) sagen. Aber dies - zum Glück - demonstriert Ihr mit Eurer Website ganz gut.
Ihr seid Kulisse, Ihr seid nicht Teil der Lösung!
Im Zweifel seid Ihr Teil des Problems!

In diesem Sinne: Get well soon!

Wednesday, July 08, 2009

Kurze Kritik der vodafone Pressekonferenz

Bei vodafone wird nichtmal mehr mit Wasser gekocht, sondern nur noch mit Heißer Luft! Beim Livestream der Pressekonferenz wird Marketing-Generik als neue Kampagne verkauft. Daher möchte ich mich auch mehr auf die Inhalte denn auf die PK als solche konzentrieren. (UPDATE 09. Juli, 08:44 Uhr: Wie die Entwicklung zeigt, liebe vodafones, wird es immer wichtiger, dies bis zum letzten Wort zu lesen, zu inhalieren und Konsequenzen zu ziehen!)

Diagnose

vodafone konzentriert sich also auf drei tragende Säulen: Mehrwert - Kunde - Power! Das machen aber Telekom, Quelle, BMW, Zewa auch! Das macht jeder! Nun also keine Differenzierung mehr, um alle zu erreichen!

vodafone wird sich in Zukunft auf die Farbe Rot konzentrieren! The Colour Red in a world of Colours! Hallo!? Great, nun also Rot neben Magenta. Und: worauf hat sich vodafone vorher konzentriert, wenn nicht Rot?

Es geht um die 'Generation Upload' - was immer das sein mag, denn im nächsten Satz schon sind dann doch wieder alle gemeint. Macht ja auch Sinn.
"Einen 17-Jährigen sehe ich hier gar nicht!" sagt der Marketing-Leiter später in der PK. Genau das ist das Problem von vodafone!

Das nächste Problem ist eine Kampagne, die die langweiligsten, weil gelerntesten Klischees propagiert: die Bloggerin mit dem kleinen Kind, den Base-Jumper, den MySpace-Musiker - geht es noch mainstreamiger und weniger polarisierend?

Eine Kampagne unterstützt von einem 1977er Bowie-Song!? Den die Protagonisten selbst singen? Das ist Cord-Sofa und Kuschelecke pur unter dem Jägermeister-Hirsch - aber nicht das Positioning eines modernen Telekommunikations-Unternehmens.

Und Sascha Lobo als Testimonial wird die Älteren und Seriösen abschrecken - sowie gleichzeitig die Jungen zu Tode langweilen. Wie gesagt: "Einen 17-Jährigen sehe ich hier gar nicht!"

Was nutzt mir die Warhol-Kampagnen-Idee des 15-Minute-Hero? Das ist Old School und das erste was allen Agenturen einfällt. Das ist nicht das Internet. Das ist nicht Social Media!

Die Verwendung des neuen vodafone-Slogans "Es ist Deine Zeit!" verstehe ich überhaupt nicht, denn schließlich geht es nicht um Zeit (höchstens wenn man wiedermal mit der Hotline streitet, obwohl der Kunde ja im Mittelpunkt steht).

Therapie

Es geht um Zugang, um Access! Es geht um Geschwindigkeit, es geht um Preis und Mehrwert, es geht um Möglichkeiten, Chancen, Potentiale! Und es geht darum, genau das zu propagieren! Die unendlichen Möglichkeiten des Internet, der (tele-)mobilen, interaktiven Welt!

Es geht darum, zu zeigen, daß ich ohne vodafone in dieser Welt einfach aufgeschmissen bin. Zu zeigen, daß ohne vodafone nichts läuft!

Das Internet ist eine neue Welt mit neuen Möglichkeiten. Es ist kreativ und innovativ. Es ist partizipierend und interaktiv. Es ist eine Wissens- und Unterhaltungs-Plattform. Es erlaubt Dialog, Ko-Creation, Forschung, Vertrieb, Crowd Sourcing und Open Innovation. Wo findet sich dies in der Kampagne? Im Slogan? In der Strategie?

Prophylaxe

Warum kommt doch immer wieder die langweilige Media-Mix-Kampagne dabei heraus, wenn Unternehmen eine Social Media Kampagne machen wollen? Weil die Agenturen es immer noch nicht können?

Warum stehen bei einer Kampagne für die 'Generation Upload' all die obigen Dinge im Vordergrund, nicht aber das Social Media Thema? Warum war FM Schmidt, zitternd, nervös und sich an seiner Mappe festhaltend in der PK und nicht Nico Lumma, der Social Media Director der SF-Truppe?
SF ist eine Agentur des letzten Jahrtausends, keine des kommenden!

Es nutzt nichts - es ist im Gegenteil sogar kontraproduktiv - die Mechanismen der alten Medien auf das Internet zu übertragen. (UPDATE: Da nutzt es auch nichts, 200 Millionen über Deutschland zu kippen, wie otr schreibt - die hätte man lieber in das Produkt investieren sollen, statt nun alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen!)
Es ist kontraproduktiv, die Marketing-Strategie nicht vollkommen neu als Unternehmensstrategie zu denken.
Es ist kontraproduktiv, die Marketing-Strategie nur als Werbestrategie zu verstehen.

Das Marketing muß die Geschäftsmodelle, Marken und Produkte des Hauses entwickeln. Es muß Nutzen, Services und Gespräche liefern. Es muß vorangehen.
Märkte müßen innovativ verstanden, innovativ interpretiert und innovativ im Dialog mit dem Konsumenten realisiert und mit Leben gefüllt werden.

Das kann keine Agentur, kein Grüner Tisch, kein Vorstand!
Man muß die Regeln kennen, die Abkürzungen.
Dafür muß man Teil der Zielgruppe sein. Teil des Spieles. Teil der Lösung!
Keinesfalls jedoch Teil der Kulisse!

Tritt aus Deinem eigenen Schatten, vodafone! (UPDATE: Schöner als in den Kommentaren der Horizont kann ich es auch nicht sagen. Hier spricht Communities Stimme, und die ist mehr als eindeutig!)


Zur PK selbst:
- Super, daß sie live in's Netz übertragen wurde.
- Anscheinend (siehe Kommentare) gab es einige Stream-Probleme, aber für das erste Mal war das Handling professionell.
- Weniger professionell waren Raum, Beteiligte (FM Schmidt), Ablauf, Inhalte, Präsentationsform (ppt/Layout).
- Die 'Diskussion' war nah an der Farce.
- Dies war keine wirkliche PK, sondern eine Marketing-Präsentation!



UPDATE 09. Juli

08:17 Uhr > Weitere authentische Posts, die die Stimmung gut zusammenfassen: "vodafone rohrkrepierer 2.0", wirres.net, "Es ist deine Zeit: Die Helden der Generation Retweet", brainblogger, "Kampagnenstart bei Vodafone: Testimonial mit Risikopotential", pr-fundsachen, "Es ist Beine breit", Don Alphonso, "Vodafone sucht die Generation Upload", PRlen.

> Die Beratungsgeier kreisen schon und buhlen um einen vodafone-Auftrag: "Vodafones Social Media Engagement: Vodafone hat alles richtig gemacht. Aber wer hat sie beraten?" (auch in den Kommentaren)".

15:56 Uhr > Die Sicht des Profis auf die PK: "Vodafone und die Generation Mix-it-baby", bei Thomas, Indiskretion Ehrensache. Die Käuflichkeit und Janus-Köpfigkeit der sogenannten (selbsternannten!?) A-Blogger: "Die Zensursula-Debatte hat sich erledigt", chris, fixmbr.

18:10 Uhr > Sieben Hausaufgaben, die vodafone erledigen muß, damit das vollmundige Versprechen auch Realität wird: "Vodafone goes Web 2.0 Wer geht mit?".

23:20 Uhr > Wie enttäuschend, vodafone hat nichts verstanden und verlinkt allein den mehr oder weniger einzig positiven Post, nämlich typischerweise den, den ich oben als 'Beratungsgeier' charakterisiert hatte, als "Reaktionen auf die LivePK". Schade, soviel Ignoranz hatte selbst ich nicht erwartet.

Die Fortsetzung: "vodafone: Wir haben nichts verstanden".

Der Quelle-Katalog oder Die verpaßte Chance des Click-Journalismus

Seit mehreren Jahren feiert der Click-Journalismus - also die Aneinanderreihung nutzloser, aber potentiell Clicks generierender und damit Online-Einnahmen der Verlage steigernder, Photos - fröhliche Urständ.

Nun liegt der Quelle-Katalog vor und keiner erkennt die Chance. Die Zeit bringt nur 15 Photos zusammen: "Die Welt des Quelle-Katalogs". Der Spiegel allein die Vergrösserung eines einzigen Bildes: "Das konsumistische Manifest".

Das ist enttäuschend. Da hätte man nun 1348 Bilder (also Katalog-Seiten, laut Spiegel) vorliegen und nutzt diese einmalige Chance nicht. 1349 Clicks! (1349, weil der letzte Click im Spiegel nichtmal mehr auf ein Bild geht, sondern auf die Sammlung aller Clickstrecken!)

Vielleicht ist dies aber eine neue Pietät gegenüber den Todgeweihten, die vor ihrer letzten Fahrt nochmal 50 Millionen Euro in kleinen Scheinen verspeisen dürfen, nichtsdestotrotz aber dem Tode geweiht bleiben, ihm sogar näher denn je sind.

Positiv denken könnte man ausnahmsweise und mit der Clickstrecke für eine höhere Bekanntheit der einzelnen Katalogseite sorgen, den Unbedarften an die einzelnen Produkte und eine Vermarktungsform des letzten Jahrtausends heranführen.

Aida singend könnte man für Aufmerksamkeit sorgen, den sich anschließenden Besitzwunsch generieren, Interesse wecken, und schließlich für die notwendige Handlung sorgen, auch wirklich zu kaufen. (Wobei es dann wieder egal wäre, kauft man den Hüftgürtel, die Waschmaschine, die Sofadecke bei Quelle, Kaufhof oder Karstadt. Helfen könnte man in jedem Falle.)

Belohnen könnte man die freibeuterische Verwegenheit, in diesen Tagen ein solch papiernes Gewicht in das sinkende Konjunkturboot zu werfen auf das es endgültig untergehe. Aber warum sollte man?

Hier hätte der Journalismus einem der seinen (also auslaufendes Modell, es allen und damit keinem rechtmachend, mit einem Bein im Netz, mit einem Bein im Grabe, die Zukunft ignorierend, an der Tradition festhaltend) die vorletzte Ehre erweisen können.

Vielleicht das nächste Mal, wenn die Koalition auf unser aller Kosten wieder eine Industrie und ein Geschäftsmodell des alten Jahrtausends (über die Wahl hinaus) 'rettet'. Vielleicht wird der Quelle-Katalog gar Nutznießer der Kultur-Flatrate!?

In diesem Sinne: Get well soon!

Google bringt 2010 eigenes Betriebssystem

> Hier mehr dazu: "Google Chrome OS: Will It Kill Windows?" (mashable), "ChromeOS - Google kündigt eigenes Netbook-Betriebssystem an" (golem).

Ob ich - oder manch anderer - aber zu 100% in die Server-Farmen von Sergey und Larry umziehen möchte? Ich bin mir nicht sicher. Momentan wäre mir das zu allumfassend vereinnahmend.

Sinnvoll wäre ein neues OS bestimmt - es gibt ja immer noch viele Menschen, die morgens ihren PC einschalten, und sich während des Hochfahrens schonmal einen Kaffee holen, um sieben Minuten später ihren Tag im Netz zu beginnen.

Ich mag Apples Tiger und Leoparden.

Friday, July 03, 2009

Initiative D21: Die Deutschland AG und ihr Fortschrittsverhinderungsverein

Schon von der Initiative D21 gehört? Nein? Kein Wunder - obwohl dies doch "Europas größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft" ist!

"Die Initiative D21 wurde 1999 mit der Aufgabe gegründet, die Digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern." Welche 'digitale Spaltung'? - konnte man sich Anfang des Jahres noch fragen, denn es gab ja auch keine TV-, Radio- oder Tageszeitungsspaltung in D!?

Heute ist das anders, heute sehen wir einen Internet-basierten Generationen- und Visionen-Konflikt erster Güte auf uns zurollen, der von den einen als perfekte Welle, von den anderen als perfekter Sturm gesehen wird.

Die Politik will ihn nicht sehen (und seine Konsequenzen), versucht sie doch noch, den perfekten Sturm durch ein Stopp-Schild im Ozean des Internets zu bannen.

Die Initiative D21 vermeidet die Sichtung des perfekten Sturmes durch ihre Konzentration auf Quantitäten statt auf Qualitäten (46 Millionen Onliner sind nicht genug, Bildung und Internetnutzung: Die Richtung stimmt, Internetnutzung: Alle Bundesländer überspringen 60 Prozent Marke). Sie ignoriert den Sturm, blendet ihn aus.
Sie publiziert lieber spannende News wie: "Bundesminister zu Guttenberg: 'Flächendeckung bei Breitbandversorgung schreitet voran'" und initiiert Studien, die solche PR erzeugen: "Im Osten kein Anschluss", "Stetiger Onlinezuwachs in Deutschland".

Dabei ist sie so äußerst kompetent besetzt diese Initiative, aber kein Wort fällt über Netzsperren, Zensur des Netzes, die Ohnmacht der Politik und Parteien, etc.

Nun, vielleicht ist das kein Wunder bei einem Verein, der nicht nur wiederholt (bis er es selbst glaubt) sagen muß, er sei "Europas größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft", sondern sich auch so beschreibt: "Branchen- und Parteienübergreifend wirken heute rund 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen gemeinsam mit politischen Partnern von Bund, Ländern und Kommunen an der Gestaltung der Informationsgesellschaft mit."

Was soll man von solch einem Verein erwarten? Was von diesem Präsidium (Intel, Zeit-Verlag, Lucent)?
Was von diesem Gesamtvorstand (IBM, Telekom, Nokia, Accenture, Microsoft, Infratest, Siemens)?
Was von diesem Beirat (AOK, Roland Berger, Frank Bsirske, Hubert Burda, Ministerpräsident Böhmer, TUI, Olaf Henkel, Georg Milbradt, Ministerpräsident Oettinger, Friede Springer, Lothar Späth, Ministerpräsident Wulff, Dresdner Bank, SAP, et al.)?

Die Deutschland AG selbst sitzt dort, die besten Männer und Frauen des Landes mit den schlechtesten Zielen?
Was alles könnte dieser Verein bewegen für die Zukunft von Kreativität, Innovation sowie ideellem und materiellem Wohlstand?
Wenn dieser Verein nur hinginge und konzentrierte seine Kraft auf das hervorragendste Ziel, das sich solch ein Verein in diesen Tagen geben kann, nämlich Politik, Parteien, Wirtschaft und Kollegen zu überzeugen von der Notwendigkeit eines freien Internets!?

All diese klugen Köpfe, die sich gerieren als Vordenker, Visionäre gar, sehen noch weniger die Realität als der Online-Beirat der SPD? Engagieren sich gegen die digitale Spaltung und wollen von Google Geld kassieren, weil sie selbst 1 - medial, 2 - politisch und 3 - wirtschaftlich versagen?

Was will die Initiative D21 wirklich? Die Mauer niederreißen - oder sie erst errichten? Es wird Zeit, daß sich die Initiative äußert zu den wirklichen Themen unserer Zeit, daß sie Stellung bezieht für oder gegen den Fortschritt. Will sie ihn verhindern, um stärker von bestehenden Pfründen profitieren? Oder will sie ihrem Namen alle Ehre machen und uns vorangehen in eine neue Zeit?

Denn wie sagt Eric Schmidt, CEO Google, hier im Video so schön sinngemäß, als er von Jeff Jarvis gefragt wird:
Google konnte so erfolgreich sein, weil das Internet so wenig reguliert ist. Regulierung durch Politik und traditionelle Märkte bremst Entrepreneure und Innovation.
High Tech ist 3mal schneller als der traditionelle Markt, die Regierungen sind 3mal langsamer als der traditionelle Markt.
Der traditionelle Markt richtet sich gemütlich in seinen überregulierten Bereichen ein.
Der Druck des neuen Marktes auf die Regierungen wird entscheidend dafür sein, wie schnell wir Innovationen werden realisieren können.

In diesem Sinne: Get well soon, liebe Initiative D21!

Saturday, June 27, 2009

Telekom/Vodafone: Die Kindle-Verhinderer

Wer bis heute auf einen Kindle in Deutschland wartete, kann sich nun bei Telekom und Vodafone bedanken, daß der Kindle nicht kommen wird, wie die Wirtschaftswoche berichtet: "Die Preisvorstellungen der Telefongesellschaften seien überzogen, sagt ein Amazon-Manager. Aus dem Kreis deutscher Amazon-Partner wird das bestätigt".

Warum denken die Konzerne immer nur an ihren kurzfristigen Profit, statt Infrastrukturen zu schaffen, die Innovation anregen, potenzieren, in exponentieller Art generieren?
Warum fehlt im (Top-)Management immer noch der notwendige Weitblick, um Chancen zu erkennen, der Mut sie zu nutzen, die Imagination, sie in USPs und langfristige Wettbewerbsvorteile zu verwandeln?

"In den USA hat der Online-Buchhändler Amazon Mitte Juni schon die dritte Generation seines elektronischen Lesegeräts Kindle herausgebracht. In Europa sollte der Verkauf einem Konzerninsider zufolge in der ersten Jahreshälfte starten, doch daraus wird wohl nichts." 

Ganze Märkte könnten neu aufgebaut, von Telekommunikation-Unternehmen, die in ihren Stammmärkten schwächeln, besetzt und zur Wandlung in eine erfolgreichere Zukunft genutzt werden!

Stattdessen hört man immer nur das risiko-arme, konservierende, erfolg-verhindernde 'Nein' eines phantasie-, mut-, rückgrat- und visions-losen (Top-)Managements.

Wie will man Weltmärkte anführen, ihnen innovativ vorangehen, wenn es Unternehmen und Marken nichteinmal gelingt, den Anschluß an sie zu halten?


UPDATE 13:54 Uhr
Dazu paßt diese Nachricht wie die Faust auf's Auge: Google Voice ist ein neuer Service in den USA, der momentan getestet wird und seinen Nutzern ermöglichen soll, weltweit über eine einzige Nummer erreichbar zu sein, etc.
mm schreibt: "In Deutschland stellen hohe Vermittlungsgebühren eine Hürde für die Einführung von Google Voice dar".

Qed!

Monday, June 22, 2009

Das QualitätsjournalistenPolitikerMarken-Versagen

Eindrucksvoll hat die Politik in den letzten Wochen und Monaten bewiesen, daß sie vom Bürger noch weniger Ahnung hat als der Qualitätsjournalist vom Leser oder die Marke vom Konsumenten.

Allen dreien aber ist gemeinsam, daß sie endlich ihren kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden haben: den Kampf gegen das Internet, das sie einfach nicht verstehen (wollen).
Dabei schrecken sie auch nicht davor zurück, sich gegen das deutsche Volk und seine Freiheit zu verbünden.

Die 3 haben verstanden, daß das Internet ihre Geschäfte kaputtmacht, denn ihr Geschäft sind nicht Visionen, ist nicht die Mehrung des geistigen und mentalen Wohlstand des Volkes jetzt und in Zukunft!
Ihr Geschäft ist vielmehr, den eigenen Wohlstand - möglichst jetzt, denn was kümmert mich mein Geschwätz von Morgen - zu maximieren.

Dies aber funktioniert nur über Monopole, funktioniert nur über Desinformation, über Ablenkungen und Umwege. Funktioniert nur, wenn man dem Volke Sand in die Augen streut, damit es sanft einschläft und tiefschlummernd, mit schlafwandlerischer Sicherheit weiterhin die in seiner Erinnerung festgeschriebenen Marken, Medien und Politiker 'wählt'.
Und wenn der Sand nicht hilft, nimmt man Salz. Es darf schon wehtun - damit es keinem der 3 wehtut.

Weitaus produktiver, effektiver und effizienter, weitaus kreativer und innovativer jedoch wäre für die 3, das Internet zu nutzen als freies Medium, als Werkzeug des CrowdSourcing, als Schnittstelle für Open Innovation, denn wie außerordentlich könnten engagierte Massen zum Erfolge der Strategien der 3 beitragen!? Wieviel stärker und schneller könnte die Qualität des Journalismus wachsen, die Visionen der Politik Früchte tragen, die Strategien der Marken wahre Lösungen werden!?
Wieviel schlagkräftiger wären die 3, gingen sie nicht derart kontraproduktiv mit ihrem Volke um, indem sie es auf Freiheits-, Meinungs-, Entscheidungs-Diät setzen!? Wieviel erfolgreicher wären die 3 gemeinsam mit dem Volke, würden sie all ihre Kraft, die sie heute im Kampfe gegen ihr Volk verschwenden, für die gemeinsame Sache einsetzen!?

Politik, Parteien, Politiker

Wie aber soll man gemeinsam an der Zukunft arbeiten, wenn Politiker wie Angela Merkel für den Iran Menschenrechte fordern, die sie in Deutschland nicht ganz so ernst nimmt:
"Deutschland steht auf Seiten der Menschen in Iran, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit ausüben wollen", hieß es in einer Mitteilung der Kanzlerin.
Sie forderte die iranische Führung zudem "nachdrücklich" auf, friedliche Demonstrationen zuzulassen, keine Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden, inhaftierte Oppositionelle freizulassen und eine freie Berichterstattung der Medien zuzulassen. Auch für den Iran gelte: "Die allgemeinen Menschen- und Bürgerrechte müssen voll respektiert werden!", so Merkel." in der Zeit.

Aber vielleicht hat man ja die Rechte, darf sich nur nicht bei der Ausübung erwischen lassen!

Marken und Unternehmen

Wie aber soll man gemeinsam an der Zukunft arbeiten, wenn Marken und Unternehmen, die im Verband der Internetwirtschaft zusammengeschlossen sind, sich hinter diesem Label verstecken, zwar PR-wirksam 'klagen' über das Zensurgesetz, aber nirgendwo offensichtlich und plakativ als individuelle Marken und Unternehmen ihre Meinung kundtun, offen zu ihrer Meinung stehen!?
So spricht eine einzige Stimme, die nicht gehört wird, aber Alibi-Pressemitteilungen vorweisen kann.

Es hätten hunderte sprechen können: Dell, IBM, AOL, NOKIA, Telefonica, ePlus, Google, HanseNet, RTL interactive zB, um nur einige zu nennen.

Stattdessen - wie anders soll man es verstehen - verbündet sich der Verband, die Wirtschaft mit der Politik und wählt genau die Person, die nicht weiß, was ein Browser ist, zur 'In­ter­net­po­li­ti­ke­rin des Jah­res': Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Zy­pries.

Und warum!? Jetzt kommt es: "wegen ihrer Ver­diens­te um klare und ver­läss­li­che recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen im In­ter­net und einen sach­ge­rech­ten In­ter­es­sen­aus­gleich zwi­schen den Be­lan­gen der In­ter­net­wirt­schaft auf der einen Seite und den In­ter­es­sen der Diens­te­an­bie­ter auf der an­de­ren Seite".

Nicht also, weil sie sich für das Volk eingesetzt hätte, weil sie ihren eigentlichen Job gemacht hat, dem Volke zu dienen und Unheil von ihm abzuwenden, sondern weil sie es der Wirtschaft, nicht dem Steuerzahler, einfach macht, weil sie Interessen zwischen Wirtschaftsunternehmen ausgleicht, nicht weil sie die Interessen des Steuerzahlers vertritt!

Qualitätsjournalismus

Wie aber soll man gemeinsam an der Zukunft arbeiten, wenn Journalisten kein - oder nur ein sehr nachgelagertes - Interesse haben, die Menschen über die Realitäten in Politik und Wirtschaft zu informieren, weil sie sich lieber von der Politik mit (vermeintlichen) Informationen und von der Wirtschaft mit Anzeigenaufträgen kaufen lassen, die beide auf ihre Art zur Desinformation des Bürgers beitragen!?

Der Journalist ist in diesen Tagen vom Anwalt der Bürger, der Vierten Gewalt im Staate, zum Toten Briefkasten von Politik und Wirtschaft verkommen!


Insgesamt ist es in dieser Konstellation also kein Wunder, und keiner der 3 darf sich wundern, wenn dies geschrieben wird:
"SPD – dem Fisch das Fliegen beibringen? Unmöglich!".

Kein Wunder, wenn mitten im Leben stehende Menschen sich bewegen und den Parteien den Rücken kehren: "Vielen Dank Ursula v.d. Leyen (ernst gemeint)!".

Kein Wunder, wenn junge und politisch engagierte Menschen die Nase voll haben und enttäuscht sind, wie wenig die Politik die Bedürfnisse einer ganzen Generation versteht oder gar achtet, einer Generation, die unser aller Zukunft ist: "Offener Brief an die SPD-Bundestagsfraktion".

Kein Wunder also, wenn der Politik die Wähler, den Journalisten die Leser, den Marken die Konsumenten weglaufen. Und kein Wunder, wenn die alle sich im Internet wiedertreffen und bemerken, sie haben alle etwas gemeinsam - nicht nur, daß sie das Internet und seine Möglichkeiten verstanden haben, sondern auch, daß alle 3 (Journalisten, Politiker und Marken) es wohl nicht mehr so schnell begreifen werden! Was wohl auch an ihren Beratern liegt!

In diesem Sinne: Get well soon!


UPDATE 19:07 Uhr
> "SPD-Austrittserklärung von Julia Reda".

Tuesday, June 16, 2009

Iran: Deutschen Medien fehlt das Twitter-Gen!

Wow! Twitter hat seine Routine-Wartungsarbeiten wg. der Ereignisse im Iran in die iranische Nacht verschoben. Cem schreibt: "Der Microbloggingdienst ist wegen der schwierigen und zensierten Nachrichtenlage momentan eine der wenigen aktuellen ungefilterten Nachrichtenquellen aus dem Gebiet."

Drei Gedanken dazu:

1 - Kann sich jemand vorstellen, die Telekom würde derart empathisch agieren? Höchstwahrscheinlich müßten wir im Zweifelsfalle die Wartung selbst bezahlen. Oder unsere Regierung müßte intervenieren. Was sie bestimmt sofort tun würde, wenn sie an der Stelle der iranischen wäre, arbeitet sie mit ihrem neuen Internetzensurgesetz doch genau in diese Richtung.
(A propos: Bis 24:00 heute noch die ePetition gegen Internetsperren mitzeichnen! > 129001 haben schon, mediaclinique auch!)

2 - Werden Kriege in Zukunft nicht mehr morgens um 0600 im Schutze der Nacht, sondern im Schutze der Twitter-Wartungsarbeiten begonnen?

3 - Bei welchem deutschen Sender oder Zeitung würden wir seine/ihre Berichterstattung derart vermissen, daß wir dafür demonstrieren würden?
Müßten die deutschen Medien nun nicht vor Scham im Boden versinken, daß sie selbst nicht (mehr oder noch nie) diese Bedeutung haben, obwohl sich alle Journalisten so fühlen?

Wir wünschen an dieser Stelle allen deutschen Medien- und Kommunikationsunternehmen, daß sie sich ein Beispiel an Twitter nehmen, ihre ubiquitäre Redundanz minimieren, Konsequenzen ziehen und sich endlich auf das Wesentliche besinnen:
A - Qualitätsjournalismus offerieren und nicht nur darüber reden!
B - Das Internet nicht verdammen, sondern endlich begreifen!
C - Nicht Toter Briefkasten von AP/DPA sind, sondern Originäres schreiben!
D - Nutzen bieten und nicht Lamento!
E - An den Leser denken und nicht nur an sich selbst!

In diesem Sinne: Get well soon!

Friday, June 12, 2009

mediaclinique sagt "Danke, Aldi!"

Bei der Kontrolle meiner Kontoauszüge entdeckte ich doch glatt einen Gruß von Aldi! "Aldi sagt Danke" stand dort zwischen all den anonymen 'geldgierigen' Abbuchungen der anderen.

Aldi bedankt sich für meinen Einkauf. Damit erinnern sie mich, stimmen mich noch positiver, erwecken in mir ein wohliges Gefühl der Geborgenheit. Weil sie Danke sagen, weil sie an die kleinen Dinge des Lebens denken. Weil für sie das Einkaufserlebnis eben nicht mit meiner Zahlung an der Kasse abgeschlossen ist. Einfach nachahmenswert wundervoll!

Nicht, daß ich nun von allen Dank haben möchte, aber ich würde mich freuen, wenn die anderen auch mal öfter demonstrieren könnten, daß sie öfter als nur während des 'Aktes' an mich denken!

> Wie zB auch hier: "Lux Eleven gratuliert zum Geburtstag".

Marken, nehmt Euch ein Beispiel an FRoSTA!

FRoSTA führt nicht nur kontinuierlich das bessere Produkt ein, sondern lebt und propagiert diese Philosophie auch noch: "Der Gefräßig-Macher".

Darüberhinaus wird kontinuierlich die Nachhaltigkeit des gesamten Unternehmens optimiert: "Aus der Vogelperspektive".

Daran kann sich so manche Marke und so manches Unternehmen ein Beispiel nehmen (oder auch zwei oder drei) ... und vielleicht gerade die Großen, die immer große Worte machen, die Entwicklung ihrer Marken zu wahrer Größe aber klein halten, weil sie kontinuierlich kurzfristigen Profit auf Kosten der Konsumenten priorisieren.

Tuesday, June 09, 2009

Die News der Apple WWDC 2009

Minutiös hat Joshua Topolsky, engadget, aufgezeichnet, was es an neuen Entwicklungen von Apple gibt: "Phil Schiller keynote live from WWDC 2009".
Dies nicht nur in prägnanten Sätzen, sondern auch mit ca. 100 Bildern.

Für alle, die gestern nicht dabei sein konnten!

Tuesday, May 26, 2009

Bauknecht weiß immer noch, was Frauen wünschen

Gestern war er da, der Mann, der meinen Trockner reparieren sollte, wallendes Haar, gestählte Muskeln, freier Oberkörper ... ach neh, falsche Reklame.

Spaß beiseite: Bauknecht weiß immer noch, was Frauen wünschen, die mitten im Leben stehen. Sie wünschen kompetente Beratung, neutralen statt männlich-schweißigen Körpergeruch und eine schnelle Reparatur des geliebten Trockners.

Und so denke ich eben auch. Schließlich wurde ich schon enttäuscht durch die Tatsache, daß unser Trockner nach knapp 8 Jahren mirnichtsdirnichts seinen Betrieb einstellte. Mensch Bauknecht, dachte ich freundlich, Saftladen, und rief dort an.

Ich wurde professionell bedient vom telephonischen Service, konnte einen Besuchstermin des Bauknecht-Mechanikers auf zwei Stunden genau eingrenzen und bekam den Standardpreis genannt. Perfekt.

Es gibt also wenig Wichtigeres für einen Markenartikler als eine kompetente Hotline, denn ich bin ja bereits genervt, wenn ich dort anrufe, und alles, was nun zusätzlich schiefläuft, zahlt doppelt auf das gerade eröffnete Negativkonto ein.

Das sollte sich übrigens manche Agentur, manches Marketing und mancher Controller mal zu Herzen nehmen und die richtigen Konsequenzen daraus ziehen: Investition!
Hier findet der direkte und unmißverständliche Kundenkontakt statt. Hier wird Vertrauen wieder aufgebaut, nachdem es durch die Fehlfunktion des Produktes einen temporären Knacks bekommen hat.
Hier kann keine Werbung und keine schönen Worte und bunten Plakate helfen. Hier hilft nur die Tat - schnell, präzise, reibungslos! Und minimal-invasiv für den eigenen Geldbeutel, bitte!

Als dann wenige Tage später der drahtige, junge Mann mit Werkzeugkisten bepackt in unserer Türe stand, mußte er nur noch das Markenversprechen wieder einlösen, um die Risse zu kitten, die es genommen hatte.
Für ihn ein Leichtes, war er doch freundlich, alert, zuvorkommend, kompetent, intelligent und schnell. Innerhalb einer halben Stunde funktionierte der Trockner wieder und mein Markenweltbild war mehr als in Ordnung.

Der Name Bauknecht und das damit verbundene Image, aufgebaut über Jahrzehnte, und die Mundpropaganda in meinem Umkreis hatten mich 2001 Bauknecht wählen lassen.

Nun hat eine einzige Person, keine Werbung, keine Gags und abstrusen Geschichten, eine Person hat nun dafür gesorgt, daß ich wieder Bauknecht (nicht nur Trockner, sondern alle möglichen Geräte) kaufen, vor allem aber Bauknecht empfehlen werde.

Der direkte Kundenkontakt, das kompetente Gespräch, Taten nicht Worte - dies sind die besten und wirkungsvollsten Social Media (im Sinne 'Social Networking', das Wort Media führt auf den Holzweg, den Agenturen und Medien am liebsten gehen), auch in den Tagen des Internet.

Liebe Markenartikler, investiert in den direkten Kundenkontakt, den qualitativen, nicht den quantitativen! Investiert in den Austausch, in Kompetenz und Markenerfahrungen im wahrsten Sinne des Wortes und aus erster Hand!
Versetzt Euch in die Menschen in diesen Situationen und überlegt Euch, wie Ihr dann behandelt werden wollt! Werdet empathisch, dann wird Eure Marke menschlicher.

Es wäre doch wundervoll, wenn nicht nur Bauknecht wüßte, was Frauen wünschen, sondern alle Marken wüßten, was die Menschen wollen!

Der Bauknecht-Auftritt in unserem Keller jedenfalls war des Titels 'lead/marke' bzw. intuition/company' würdig.

Wednesday, May 20, 2009

Ideas for CMOs in a 'Down Economy'

Beim CMO Thought Leadership Summit in New York gab es einige Take Out Sessions kleiner Gruppen.
Hier das Ergebnis einer Gruppe, die die Prioritäten für einen CMO in der 'Down Economy' generieren sollte:

Idea #01: Get out of your office
Idea #02: Shift Regional
Idea #03: Fire your PR Agency
Idea #04: Invest in Tools
Idea #05: Precision Marketing
Idea #06: Outsource
Idea #07: Rebuild Your Team
Idea #08: Own the Data
Idea #09: Make it Easier
Idea #10: Buy a Competitor

Mehr Fleisch dazu gibt es hier.

Wednesday, May 13, 2009

Zappos forever

Bin gerade über diesen Artikel gestolpert: "Why Zappos are ...". Der erklärt sehr schön, warum man Twitter nutzen sollte. Enjoy!

Via: Right Brain, Left Brain "Why marketers should follow the Zappos model".

Wednesday, May 06, 2009

Pro Sieben: Humor ist, wenn man trotzdem guckt

Wie quoten-killt man Qualität wie 'Switch Reloaded' und 'Der kleine Mann'? Indem man sie hinter Trash wie 'Mascerade' und 'Die einzig wahren Hochzeitscrasher' klemmt! Von Ralf Schwartz.

Während letztere noch unterhalb des Niveaus von 'Takeshi's Castle' angesiedelt sind, muß man erstere als gradezu intellektuell im Rahmen des deutschen Privatfernsehens bezeichnen.

Diese Sendungen in der Reihenfolge 3, 4, 1, 2 lustlos nacheinander abzuspulen, und gleichzeitig zu hoffen, daß die gebildeteren Schichten länger wachbleiben bzw. die weniger gebildeten - und eher bebilderten - Schichten angetan sitzenbleiben, ist verwegen, wenn nicht verzweifelt.

Vielleicht ist dies aber auch nur die besondere Form des bisher nicht vorhandenen Pro Sieben Humors. Vielleicht kann man daraus eine Sendung machen. Ansätze gibt es ja bei Stefan Raabs TV-Kritik.

Vielleicht aber möchte man nur Switch und dem kleinen Mann den Garaus machen!?

Oder sind wir inzwischen soweit, daß Qualität erst ab 18 freigegeben ist und deshalb spät laufen muß? Wie Sloterdijk und Safranski am nächsten Tage 00:00 Uhr? Daß das Volk vor Qualität geschützt werden muß, sonst verlangt es sie auch beim Joghurt und in der Politik?

Ist Qualität inzwischen Pornographie? Muß man dafür extra zahlen? Mit Schlafentzug? Findet sie nur noch in Hinterzimmern und vorgehaltener Hand statt? Ist sie nur noch Aufgabe der Kultursubvention?

Sollten diese Sendungen auf Phönix laufen? Auf n-tv oder N24? Damit man nicht jeden Abend über Adolf und sein Reich stolpert?
Sollten sie auf ARD/ZDF laufen, um an deren Höhepunkte in den 60ern anzuknüpfen? Sollten sie direkt im Anschluß an die schwarz/weißen Folgen von Ekel Alfred oder Erik Ode in WDR bzw. 3Sat laufen?

Strahlt Pro Sieben etwa diese Serien - und ähnliche - nur aus, damit sie nicht irgendwo anders laufen? Da sollte man klüger sein, denn ließe man sie auf Konkurrenzsendern laufen, könnten sie dort die Quote zum Pro Sieben Nutzen zerstören.

Warum also quält man sich? Möchte man Grimme-Preis-Formate schaffen, die schon deshalb geehrt werden, weil sie keiner mehr sieht? Möchte man sich einen intellektuellen Anstrich ua. dadurch geben, daß die Werbepausen rekord-verdächtig entfallen?

Will man den letzten einigermaßen intellektuell-humorvoll Gebildeten zu SAT.1 treiben, um dort sich von Fußball langweilen zu lassen? Das gehört sich nicht unter Waffenschwestern.

Liebe Pro Sieben - und auch lieber Comedy Central mit 'New Adventures of Old Christine' - es macht keinen Sinn, Qualität in Müll zu betten, um sie stärker strahlen zu lassen. Müll und Qualität sprechen für sich selbst.

Müll kontaminiert - Qualität aber euphemisiert nicht - das Umfeld!


> Mehr zu den Quoten bei dwdl "ProSieben: Ordentlicher Start für Mascerade".

Wednesday, April 15, 2009

Langenscheidt und die kleinen Engländerinnen

Langenscheidt hat eine neue Kampagne, meldet die w&v. Tatsächlich ist es eine uralte, eine vergilbte, möchte man sagen (aufgrund der Hausfarben), wenn nicht gar eine verschimmelte. Denn sie ist so alt wie der Film "Her mit den kleinen Engländerinnen". Siehe Anzeige.

Langenscheidt
Image courtesy w&v, Langenscheidt. Sorry für die schlechte Bildqualität.

Und als ob dieser platte Scherz der zuständigen Agentur und der Werbeleiterinnen ("Verantwortlich bei Langenscheidt sind Werbeleiterin Ellen Krause sowie Nina Neureuter. Bei der Münchner Agentur FJR betreuen CD Yvo Helmerich, Sonja Tschirge, Melanie Kissendorfer, Adriana Fuggiasco, Bernadette Sach und Tamara Hazzouri die Kampagne.") noch nicht genug wäre, müssen sie noch einen Insider-Joke draufsetzen und den Namen Florian (Langenscheidt!) im Hintergrund auf die Tafel schreiben! Oberpeinlich!

Aber deshalb sind wir ja nicht hier. Denn eigentlich möchten wir hier nur auf den mediaclinique-Text "Warum Langenscheidt nicht Leo ist!" vom 28. Juli 2008 hinweisen, der mit dieser Anzeige aktueller denn je ist.

Anzeige und Kampagne sind eine immense Verschwendung von Geld, Zeit und Human Resources, denn auch diese Kampagne wird den Niedergang von gedruckten Wörterbüchern nicht aufhalten.
Gerade die angestrebte Verjüngung - mitten hinein in die Zielgruppe der Digital Natives (das können die Mitarbeiter Langenscheidts ja nachschlagen) - wird Langenscheidt nichts bringen.

Sie kommen mir vor wie der Internet-verteufelnde und -negierende Medienverlag, der es nicht schafft, sich selbst infragezustellen. Ein wenig tun sie mir gar leid, Florian Langenscheidt machte immer solch einen intelligenten Eindruck.

Mit Intelligenz aber ist es hier leider nicht getan. Man braucht Intuition, man braucht Empathie für die Menschen, muß sich in sie hineinversetzen können, um zu verstehen, daß man mit solch einer Kampagne den Kampf nicht gewinnen kann, da die Gegner längst weitergezogen sind, während man selbst noch gegen Windmühlen anreitet. Selbst die Konsumenten sind längst weitergezogen.

Die Zeiten als Kampagnen noch längst überholte Produkte retten konnten sind lange vorbei. Produkte ohne Nutzen sind obsolet. Kampagnen übrigens auch - denn wer kann in der Anzeige ein Produkt erkennen? Oder einen Benefit? Einen Nutzen? Eine Problemlösung? Bedürfnisbefriedigung? Irgendetwas außer eines überholten Witzes? Genauso überholt leider wie das Produkt und die Marke, die ihren guten Namen dafür hergibt?

Ein Bärendienst von Werbeleitung und Agentur!

In diesem Sinne: Get well soon!


Und nicht vergessen: "Warum Langenscheidt nicht Leo ist!" lesen!

Friday, April 03, 2009

Lux Eleven gratuliert zum Geburtstag

genauer Steffen Reinhold ... und war damit das einzige Hotel, das sich vorletzte Woche gemeldet hat. Damit ist wohl klar, wo ich auch in Zukunft wieder übernachte, wenn ich in Berlin bin > lux-eleven.com.

Warum melden sich all die anderen Unternehmen nicht, die meine Daten haben, und wünschen mir das erdenklich Beste? Hm, liebe Smart, Daimler, Vodafone, Telekom, Adobe, Apple, American Express, Mastercard, Lufthansa und Ihr ganzen Verlage, deren Abos wir haben!?

Wenn Ihr Geschäfte machen wollt, müßt Ihr in Zukunft noch ein wenig näher ranrücken an mich, an uns, an Eure Konsumenten. Ist doch nicht so schwierig, oder? Lux, Porsche, Sparkasse und ShirtCíty haben es auch geschafft!

Friday, March 27, 2009

Geht doch, Chiquita!

"Chiquita war der Inbegriff für Ausbeutung auf Bananenplantagen - am Ende ging der Konzern auf seine Kritiker zu. Manager Jaksch erklärt im SPIEGEL-ONLINE-Interview, wieso der Druck gut war und es bald kein Unternehmen mehr ohne Sozial- und Umweltstandards geben wird." Hier das ganze Interview.

Sunday, March 08, 2009

Die Marke steht auf dem Schlauch

Auch in der Krise konzentriert sich Deutschlands Markenartikelindustrie auf das, was sie am besten kann: Deutschlands Markenartikelindustrie wartet ab*.

"Laut einer Umfrage unter den größten Unternehmen der FMCG-Branche erwartet die Mehrheit keinen Einfluss der Krise auf die Marktanteile ihrer Branche.
Das Gegenteil ist jedoch der Fall, wie Serviceplan und die GfK in einer großangelegten Studie nachweisen: Nie werden Marktanteile rascher gewonnen oder verloren und nie bringen Innovationen und antizyklische Werbung messbar mehr Wachstum als in der Rezession. Mittels empirischer Panel-Daten wurde die Entwicklung von 700 Marken in der zurückliegenden Rezession der Jahre 2001 bis 2003 analysiert." schreibt Serviceplan in seiner Pressemitteilung zur Studie.

Die Absatzwirtschaft präzisiert die Studien-Ergebnisse:
"Kommunikationsrezepte der Gewinnermarken in rezessiven Zeiten hießen, stärker auf Media-Mix-Kampagnen zu setzen, einen etwa vier Mal so hohen Anteil an Sonderwerbeformen im Fernsehen zu haben und in rezessiven Phasen den Anteil öffentlich-rechtlicher Sender zu erhöhen sowie sich in privaten Sendern auf gut laufende Formate zu verlassen.".

Diese Ergebnisse und daraus abzuleitenden Empfehlungen wollen wir hier nicht kommentieren, da sie zumindest diskussionsfähig sind.
Spannender ist dann auch, wie sich die Markenverantwortlichen laut Studie/Absatzwirtschaft verhalten wollen:
"Danach sehen zirka 40 Prozent der großen FMCG-Markenartikler Ende 2009 keine Auswirkungen der Reaktionen (was höchstwahrscheinlich 'Rezession' heißen soll, rs) auf ihr Unternehmen, erwarten fast 60 Prozent keine Verschiebungen der Marktanteile und wollen auch ihren Media-Mix nicht verändern. In der Folge beabsichtigen mehr als 50 Prozent der Unternehmen, die in der vergangenen Rezession Umsätze verloren haben, klassische Budgets auch jetzt zu kürzen. Demgegenüber wollen fast 90 Prozent der damaligen Rezessionsgewinner ihre Budgets diesmal wieder unverändert lassen oder erhöhen".

Gerade in der Krise einen Unterschied zu machen, über sich hinauszuwachsen und die Menschen durch ihr Vorbild zu inspirieren, wäre hervorragende Aufgabe der Markenartikel-Industrie und der einzelnen Marke - würde sie sich denn als Marken-Industrie verstehen, würde sie ihre Marken leben und nicht nur an 3-Monats-Linien entlang managen.

Aber wir wollen uns nicht wiederholen. Mehr dazu also hier: "Markenverband: Staatshilfe statt Innovationen?" oder hier: "Die Austauschbarkeit von Medien und Marken in der Krise".


* Titel des Serviceplan/GfK-Studien-Artikels in der Abatzwirtschaft

Friday, March 06, 2009

Markenverband: Staatshilfe statt Innovationen?

Wie jedesmal, wenn es einen Zusammenschluß im Handel gibt, fällt dem Markenverband nur ein, mit "Markenartikler fühlen sich existenziell bedroht" lamentierend an die Presse zu gehen. Von Ralf Schwartz.

Hätte die Marke "zu sagen, sie wäre konsequent und konsistent sie selbst. Wäre nicht Adaption, Variation, Sonderaktion. Würde nicht ubiquitär verramscht, nicht weit und breit positioniert", wie wir in unserer Leadership-Strategie zur lead/marke sagen.

Wir wissen natürlich, 'es ist nicht so einfach', aber es könnte so einfach sein: niemand zwingt die (sogenannten) Markenartikler, Produkte nur zu adaptieren. Niemand zwingt sie, auf Innovationen zu verzichten und stattdessen die Einfalt herrschen zu lassen auf den Schreibtischen ihrer Markenverantwortlichen, in den Regalen des Handels und in den Köpfen der Menschen da draussen.

Vielleicht aber ist es doch so einfach!?
1 - Je eigenständiger die Produkte und Marken sind, desto stärker möchte der Handel sie in seinem Sortiment haben.
2 - Je klarer Marken und Produkte aktuelle und zukünftige Bedürfnisse der Konsumenten antizipieren, desto stärker der Wunsch des Handels, diese zu listen.
3 - Je eindeutiger der Vorsprung einer Marke gegenüber den Handelsmarken ist, desto höher die Begehrlichkeiten des Handels.

Warum versteht das immer noch kein (sogenannter) Markenartikler nach all den Jahren? Warum bietet der Markenverband immer noch keine Schulungen im Kleinen Einmaleins der Marke an?

Vor allem - und da erst bemerkt man die Heuchelei der (sogenannten) Markenartikler: Warum produzieren die Mitglieder des Markenverbandes all die Handelsmarken für die bösen Handelshäuser und machen sich selbst Konkurrenz bzw. gar ihr eigenes Geschäft kaputt?
Sie selbst erst erlauben dem Handel, so richtig profitabel zu sein! Sie selbst geben dem Handel seine Stärke.

Warum bietet der Markenverband dazu keine Schulungen an? 'Komplexe Abhängigkeiten erkennen, verstehen und reduzieren' könnte der Kurs heißen.

Am schlimmsten und dümmsten jedoch ist die Politik der (sogenannten) Markenartikler, kleineren Ketten und Läden eben nicht die gleichen Rabatte wie den Super-Händlern anzubieten.
Natürlich würden sie dann kurzfristig weniger verdienen, aber langfristig würden sie die Konkurrenz im Handel am Leben erhalten und könnten die Handelsschienen stärker als heute gegeneinander nutzen.

Der Markenverband selbst schafft die Situation, die er beklagt - insofern hätte er Staatshilfe verdient, da sich alle bisher und zukünftig Bedachten selbst in den Schlamassel geritten haben.

In diesem Sinne: Get well soon!

(Anmerkung: Wer sich Gedanken macht, warum ich immer von 'sogenannten' Markenartiklern spreche, kann die Antwort unter Markenartikel bei wikipedia nachschlagen.)

> Horizont: "Maßlose Forderungen: Markenverband attackiert Edeka"
> welt: "Preiskampf erschüttert die deutschen Supermärkte"

Monday, March 02, 2009

Die schlaue Marke lernt bei der Konkurrenz

Während VW seine Marke erstickt, wie in der mediaclinique ("7 Schritte vom Auto zum Ende") bereits beschrieben, geht die Lufthansa den genau umgekehrten Weg, wie ich gerade in der Wirtschaftswoche No.09 las: "Deren Mitarbeiter fliegen selbst bei Dienstreisen auch mit Konkurrenzlinien - vor allem bei dringenden Terminen".
"Damit wir immer wissen, wie unser Produkt im Vergleich dasteht", so Christian Körfgen, Leiter Produktmanagement und Innovation.

Glückwunsch, liebe Lufthansa!

Vielleicht sollte VW die '7 Schritte ...' mal lesen!? Oder diese Zeilen aus meiner rsc-Strategie zur intuition/company:
"Betriebsblindheit und Tunnelblick ersticken Kreativität und Innovation, ersticken Wertschöpfung und Differenzierung, ersticken Distinctive Leadership.
Sie sind die größten Verschwender von Geld, Zeit und Human Resources."
.

Verlage - Realitäten einfach weglächeln

Selten habe ich Wahreres gelesen als Spießer Alfons' "Rettungsplan für Verlage!". Leider wird genau das passieren, was er prophezeit: dieser Plan wird zur Satire erklärt. Von Ralf Schwartz.

Spießer Alfons empfiehlt den Verlagen, sich freizumachen von den sie erstickenden Werbungtreibenden und ihren Forderungen nach (in ihrem egoistischen Sinne) korrekter Berichterstattung, nach Vermischung ihrer Reklamebotschaften und PR mit der Redaktion, nach Zurückhaltung bei kritischen Themen wie Pharma, Nikotin, Alkohol, Lebensmittel-Ampel, etc.

> Spießer Alfons' "Rettungsplan für Verlage!".

All dies haben wir schon öfter angeprangert und veröffentlichen deswegen hier auch seit einiger Zeit die foodwatch-Newsletter (schließlich ist die Klinik der Gesundheit der Menschen und Marken verpflichtet), weil sonst nahezu niemand darüber schreibt.

Tatsächlich scheint es einfacher, Realitäten wegzulächeln, statt ihre Wahrheit zu akzeptieren. Leider bringt einen dies keinen Milimeter weiter, sondern verhindert Einsichten, die dringend notwendig wären, das Gegebene infrage zu stellen.
Man macht sich lieber lustig, macht den anderen lächerlich, entzieht ihm Expertise und Kompetenz und muß sich selbst nicht mit den eigenen Unzulänglichkeiten, mit seinem eigenen Versagen beschäftigen, sondern kann ungehindert den eingeschlagenen Weg verfolgen.

Realitäten weglächeln hat eine lange Historie und war beliebtes Mittel auch über lange Jahre in der Politik.
Dann wurde der Ton härter, man wollte nicht mehr belächelt werden. Man hat also die Andersdenkenden direkt mundtot gestellt, indem man mit Kanonen nach Spatzen schoß, indem man die Bild-Zeitung und GEZ-subventionierten Abspielstationen des ewig Gleichen zu seinem Sprachrohr machte, indem man Statistiken von PR-Strategen subjektivieren ließ und diese für Anne Will und Konsorten auswendig lernte. Auswendiglernen ist schon in der Schule das probate Mittel, die Menschen am Denken zu hindern.

Weglächeln funktioniert immer noch in den Vorständen der 'Staatskonzerne' Telekom, Bahn, Post, Energie-Wirtschaft, Automobil-, Alkohol- und Nikotin-Industrie. Weggelächelt werden Bedenkenträger und Kundenbeschwerden, Monopol-Gedanken und Ausbeutung der Arbeitnehmer, Presse- und Meinungsfreiheit.

Weggelächelt werden die noch nicht Betriebsblinden, die ohne Tunnelblick, die noch den Adlerblick haben, die noch den Wald vor lauter Bäumen sehen, die noch Muster erkennen im Wandel der Welt und mit Strategien vorangehen, die sich noch frei machen können von Vorurteilen und bequemen Wahrheiten.

Weggelächelt wird die einzige Hoffnung, die relevante Zukunft.
Weggelächelt werden wahrer Erfolg und nachhaltige Visionen.

Lachen ist die beste Medizin, Weglächeln jedoch Selbstmord auf Raten.

In diesem Sinne: Get well soon!

Tuesday, February 24, 2009

Die Austauschbarkeit von Medien und Marken in der Krise

Gegen manchen Gesunden Menschenverstand bietet gerade die Krise die beste Grundlage zur Medien- und Markenprofilierung. Jetzt müssen sie enger zusammenrücken, mehr vertrauen, mehr Geben als Nehmen! Von Ralf Schwartz.

Marken waren nicht immer austauschbar, aber sie wurden es zunehmend, je satter und weniger risiko-freudig ihre Manager, je kürzer die Innovations-Zyklen und Distanzen der Bilanz-Pressekonferenzen wurden. Eine bedenkliche Entwicklung.

Rationale Austauschbarkeit

Eine Studie von BBDO-Consulting belegt gerade wieder die starke Austauschbarkeit von Marken. Die Absatzwirtschaft schreibt: "Die höchste wahrgenommene Markengleichheit unter 29 untersuchten Branchen beziehungsweise Produktkategorien wiesen mit 67,5 Prozent Verbrauchsgütermarken auf.
Innerhalb dieser Kategorie sei die wahrgenommene Markengleichheit bei Benzin mit 84 Prozent, Vollwaschmitteln mit 81 Prozent und Molkereiprodukten mit 76 Prozent am stärksten ausgeprägt."

Kein Wunder, denn es gibt faktisch keine Unterschiede zwischen den Produkten. Wenn, sind sie marketing-technischer Natur und gehören für die meisten Konsumenten in das Reich der Fabel.
Damit aber kann man gerade in der Krise wenig anfangen.

Wenig Hilfe zum Thema Differenzierung bekommt man auch aus der Forschung. Das Institut für marktorientierte Unternehmensführung (IMU) der Universität Mannheim zB rät in der Absatzwirtschaft, "die wachsende Angleichung der auf dem Markt angebotenen Produkte und Dienstleistungen" muß durch die "systematische Differenzierung von Dienstleistungen und Produkten" bekämpft werden.
Damit ist keinem geholfen. Differenzierung um der Differenzierung willen. Wohin soll das führen? Vor allem: Wie soll das gehen?
Differenzierung muß das eine, Werte schaffen - für den Konsumenten(!) - das andere sein.

Emotionale Austauschbarkeit

Gerade in der Krise, wenn man eher den Mangel verwaltet als im Überfluß zu leben, müssen Markenprofile in den Vordergrund gerückt werden, die soziale Empathie zeigen, die aufrichtig mitfühlen und entsprechend handeln.
Reden und Monologe hören wir von der Politik genug. Medien und Marken müssen einen Unterschied machen, müssen nun mit anpacken. Müssen bereit stehen, dort zu helfen, wo die Hilfe am notwendigsten gebraucht wird.

Medien könnten Freiexemplare verteilen und Frei-Abos an Bedürftige (Einzelpersonen und Unternehmen!) vergeben bis das Ende der Krise absehbar ist. Besser kann man Kundenbindung nicht realisieren. (Und so teuer würde dies auch nicht, betrachtet man die Höhe der aktuellen Abo-Prämien, die bei knapp 90% der Abo-Preise liegen!)
Warum also diese Tatsache nicht vertrauensbildend und imagefördernd nutzen? Der PR-Effekt wird immens sein und die Kosten ausgleichen.

Marken könnten Gutscheine verteilen in bestimmten Stadtteilen, in bestimmten Regionen, an bestimmte Bedürftige.

Medien und Marken könnten zeigen, für wen ihr Herz wirklich schlägt und daß sie in den schwierigen Zeiten zu denen stehen, die sie haben groß und erfolgreich werden lassen mit ihrem Geld und ihren Käufen und Präferenzen in den guten Zeiten.

Differenzierung durch Authentizität

Heute kann keine Marke mehr nur an sich selbst denken und zB wegen der Abwrack-Prämie die eigenen Rabatte wieder frech reduzieren.
Hier müssen Medien und Marken auch mal über den eigenen Schatten springen und über sich selbst hinauswachsen.

Sie müssen ihren Kern befragen und nach aussen stülpen. Sie müssen leben, was sie immer predigen. Sie müssen endlich sie selbst werden und die Menschen so behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten! Nie war das wahrer als heute!

Bitte aber bedenken: Differenzierung ist kein Wert an sich!

Werte schaffen durch Relevanz

Differenzierung kann nur erfolgreich sein, wenn sie Werte schafft, die für die Menschen auch Relevanz haben. Ohne Relevanz bleiben die Marke und das Produkt im wahrsten Sinne des Wortes bedeutungslos.


Die Medien und Marken müssen von ihren Thronen und Tempeln steigen und handeln, sie müssen die Menschen mit ihrem Vorbild inspirieren. Sie müssen den Dialog wagen und in realtime mit den Menschen sprechen, ihre aktuellen Bedürfnisse und Ängste verstehen und ihnen Unterstützung und Hoffnung geben - nicht ihre Ängste schüren und nicht sie alleine im Regen stehen lassen.


Anmerkung: Dies ist ein Beitrag im Rahmen der Blog-Stöckchen-Aktion, die wohl bei Frank Bärmann begann und von Matthias Schwenk (bwl2.0) dankenswerterweise zu mir herüberschwappte. Dank auch an Matthias, die anderen als die Jüngeren zu bezeichnen ;-)

Ich gebe weiter an den Werbeblogger Roland (zB Thema Werbung), Martin von Connected Marketing (zB Thema WoM) und Fräulein Tessa (zB Thema Fashion/Lifestyle).

Friday, February 06, 2009

7 Schritte vom Auto zum Ende

VW macht ernst, berichtete der Spiegel vor einigen Tagen, und läßt Lieferanten und Gäste (nach 1 Verwarnung) nicht mehr mit einem Konzern-fremden Wagen auf das eigene Gelände.

Eine schöne Idee, um Autos zu verkaufen - aber über kurz oder lang der Tod der Marke:

1 - Der Tod des Benchmarkings und der Herausforderung

Wenn man nur einen VW fahren darf, erfährt(!) man nicht mehr, was wirklich möglich ist. Man lernt nicht mehr, was die anderen besser oder schlechter machen. Man setzt sich selbst keine Benchmarks mehr, die einen herausfordern, die verlangen, über sich hinauszuwachsen und kontinuierlich besser zu werden. Man verpaßt sehr viele Chancen durch das entfallende und vergleichende Gespräch über unterschiedliche Autos.

2 - Der Tod des Infragestellens und Lernens

Die eigene Leistung wird nicht mehr konstruktiv hinterfragt, alles ist gleichgeschaltet, Kritik ausgeschlossen(!). Wer aber sich selbst nicht mehr infragestellen kann, lernt nicht mehr aus seinen Fehlern, lernt nicht mehr von anderen.

3 - Der Tod der Vielfalt

Durch die entfallende Vielfalt bleibt nur Einfalt. Das reicht zwar vielen, ist aber nicht die Lösung. Das ist eher der Anfang vom Ende.

4 - Der Tod der Kreativität

Ohne Vielfalt gibt es keine Kreativität, denn die Kreativität braucht Anregung und Inspiration. Sie braucht Reibung, braucht Ecken und Kanten. Braucht die Abwechslung und den Unterschied.

5 - Der Tod der realistischen Weltsicht

Was nutzt es, wenn man auf dem Parkplatz nur die eigenen Wagen sieht? Kann man dann zufrieden sein und sich tatsächlich einbilden, es wüden keine anderen Marken mehr gekauft?
Muß man dann nicht zum Arzt? Wie nennt man diese Art der Realitäts-Leugnung und -Flucht?

6 - Der Tod der Marke, die sich nicht mehr messen kann

Denn wie, wenn man nicht mehr weiß, was da draussen eigentlich passiert, will man sich noch messen, will man noch in einen Wettbewerb eintreten, will man sich noch differenzieren und besser sein als all die anderen?

Wie soll man eine Marke führen in einem selbst-generierten Konkurrenz-Vakuum? Die Marke wird nicht mehr herausgefordert und fordert sich selbst nicht mehr heraus. Sie wächst nicht mehr über sich selbst hinaus. Sie spiegelt keine äußeren Einflüsse mehr wider. Sie ist isoliert und allein.

7 - Das Ende vom Auto - ehe es begonnen hat

Wir haben doch längst gesehen, wohin diese Denkweise führt: in die Krise. Man schaut nicht rechts und links, nicht nach Japan, Frankreich und Korea. Man bleibt trotzig auf seinem Wege, man schaut nicht wirklich nach Vorne, sondern läßt sich nur von seinem eigenen Sterne leiten. Da reicht nicht mehr. Das reicht nicht am Werkstor und das reicht nicht in den Führungsetagen.

Das ist das Ende des Wettbewerbs, der Innovation, des freien Marktes, der freien Wirtschaft und der freien Marke.


In diesem Sinne: Get well soon!

Thursday, February 05, 2009

Die Kultur, die Sponsoren und die Krise

Nach Mercedes beim Grimme-Preis zieht sich nun VW bei der Deutschen Oper Berlin als Hauptsponsor zurück. Gerade die Krise aber ist kein Grund, es zu lassen, sondern der beste, es fortzusetzen! Von Ralf Schwartz.

Mercedes hat sich entschieden, sparen zu müssen und hat das Sponsoring des Grimme-Awards zur Förderung von Nachwuchs-Regisseuren aufgegeben. Das waren 10.000 Euro! (mediaclinique: "Bye-bye Mercedes, wer braucht Dich schon als Grimme-Sponsor!?")

VW nun beendet seinen Vertrag mit der Deutschen Oper Berlin über 1 Million Euro! Was aber nichts mit der Krise zu tun hat, versichert VW in der w&v schnell.

Warum, muß man sich fragen, sponsored man Kultur? Denn hoffentlich verfolgt man mit seinem Engagement objektiv nachvollziehbare monetäre (erlaubt) und ideelle (nobel) Ziele. Warum also? Und vor allem: Warum nicht mehr?

1 - Wenn man Kultursponsoring als Kommunikationsinvestition begreift, rechnet man Für und Wider gegeneinander und erhält einen Kommunikations-ROI, der einem die Antwort gibt. Ja oder Nein. Punkt.
Wenn man Ja sagt, scheint es sich zu rechnen und Sinn zu machen.
Warum läßt man es dann wieder?

2 - Wenn man Kultursponsoring als Imageförderung betrachtet, hat auch das hoffentlich gute Gründe. Idealerweise hat man sich auch mit den Auswirkungen auf das Image beschäftigt, wenn man wieder aussteigt und damit ein Unternehmen wie die Deutsche Oper in medien-relevante Nöte bringt.
Ist damit das gesamte aufgebaute Image wieder verloren, vergessen und in Nullkommanichts ins Gegenteil verkehrt?
Wie denkt die Gesellschaft über den Sponsor, der eine Institution gerade in den Zeiten der Krise im Stich läßt?

3 - Wenn man Kultursponsoring als Kulturförderung betrachtet - und dies ist der wichtigste und nobelste aller Gründe -, welchen Sinn macht es dann, gerade in Zeiten der Krise sich zurückzuziehen, gerade in Zeiten der Krise die Institutionen sich selbst zu überlassen?

Muß man dann das Engagement des Sponsors nur noch als nackte, ausschließlich monetär motivierte Investition in die eigene Marke sehen? Muß man erkennen, daß der Sponsor wankelmütig ist? Er nicht wirklich weiß, was er will? Er kein Band geknüpft hat zu der Institution, die er eben noch für wichtig und unterstützenswert hielt? Er seine Rolle als Mitglied der Gesellschaft eben nicht vollkommen erfüllt? Nur die Hand aufhält und nimmt, aber nicht geben möchte?

Ist es nicht schon immer die vornehmste Aufgabe großer und reicher Unternehmer und Unternehmen gewesen, die Kultur in ihrem Lande zu fördern, die Künste, die Musik, die Architektur?
Sollten nicht sie etwas zurückgeben von dem Reichtum, den sie sich erwerben konnten, indem sie bei Kfz-Steuer, Dienstwagen-Regelung, Bail-Out, Ökologie-Diskussion doch ihren eigenen Willen gegen das Wohl der Gesellschaft durchsetzen konnten?

Wäre es nicht nur fair, daß sie in dieser Krise, die zum Teil durch ihr eigenes Nicht-Handeln verstärkt wurde, nicht auch noch die anderen in die Krise mithineinziehen, indem sie sie unverschuldet bluten lassen?

Wednesday, February 04, 2009

Wer würde jetzt noch Aktien der Bahn oder des Papstes kaufen?

Ist Mehdorn des Teufels und der Papst katholisch? Man stelle sich den Aktienkurs beider Häuser nach diesen Aktionen vor! Zwei zu heiß gebadet oder nur der Sonne zu nah? Was tun? Von Ralf Schwartz.

Ssteine
Manchmal muß man sich wirklich wundern, wozu Allmachtsphantasien führen können. Wer - wenn schon nicht Politik und Kirche - schützt uns noch vor solchen Menschen? Wie können wir sie stoppen? Warum erkennen Politik und Kirche nicht, mit wem sie sich einlassen?

Wie hätte sich diese Mehdorn-Aktion wohl auf den Aktienkurs der Bahn, das Vermögen des Bundes und das Vermögen der Kleinen Leute ausgewirkt? Diese Aktion läuft auf dem Level "absolut verantwortungslos" und "gemeingefährlich".

Nach der Überwachung aller 220.000 Mitarbeiter sollte für ihn das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Zu allem Überfluß jedoch löst er noch Blogosphären-Alarm aus, indem er einen Blogger abmahnte!
In der Blogosphäre jedenfalls hat Herr Mehdorn damit jede Sympathie, jede Kompetenz und jeden Reslekt verloren (siehe allein bei Rivva die Reaktionen unter "Deutsche Bahn AG schickt mir Abmahnung!")

Bei CARTA finden sich die 10 Gründe, warum es ein kapitales Eigentor war, das Blog Netzpolitik abzumahnen: "DB ist der neue DFB", bzw. warum die Bahn nicht mit dieser Abmahnung durchkommen kann. Diese Möglichkeiten sollten die Vorstands-Millionäre und -Strategen der Bahn vielleicht vorab in ihren Szenarien durchspielen!

Ebenso hätte der Papst in einem kurzen Gebet zu sich selbst erkennen können, wie weit er mit der Rehabilitierung eines Holocaust-Leugners neben den aktuellen Vorstellungen aufrechter, liberaler Christen und Juden liegt.

Wie kann es also passieren, das zwei Gesellschaften, die so mächtig und groß sind und in der Öffentlichkeit stehen, solche kapitalen Fehler machen? Und wie kommt es, daß sie die Konsequenzen ihres Handelns nicht mehr abschätzen können? Wie kommt es, daß sie so fernab jeglicher Realität unter ihren Kuppeln (Bahnhof bzw. Dom) regieren?
Wie kommt es, daß ihnen gerade die Menschen, die doch im Endeffekt über den Erfolg von Kirche und Bahn entscheiden, derart egal sind, daß sie solcherart auf ihren Gefühlen herumtrampeln?

Im Grunde ist die Antwort einfach:
1 - Beide sind der Realität entwöhnt in ihren Prachtbauten, verschanzt hinter Mauern und Apparaten, die alles filtern und nur das leichte Rosa durchlassen, das sie hören und sehen wollen.

2 - Beiden hat man zu lange alles durchgehen lassen. Beide konnten schalten und walten wie Sonnenkönige, beide hatten Regierungen und Politiker in ihren Händen, zogen die Fäden, waren irgendwie unangreifbar, weil man vermeintlicherweise meinte, man brauche sie an dieser Stelle.

3 - Die Medien haben keine relevante Gegenöffentlichkeit gebildet, weil die einen sich nicht mit der Kirche, die anderen sich nicht mit Werbungtreibenden und die dritten sich nicht mit der Berliner Politik des Verschweigens und Verdrängens anlegen wollten.
Für die Medien war der Preis zu hoch, den man heute - in der Medien-Demokratie -  für die Reportage der Realität bezahlen muß.

Wie im normalen Management, über das wir immer wieder herziehen, müßten gerade die Staatsunternehmen weitaus transparenter geführt werden, die Kirchen stärker mit ihren Gläubigen kommunizieren. Gerade Telekom, Post, Bahn zeigen die Auswüchse falschen Managements und zu laxer Kontrollinstanzen und -Kompetenzen.

Die Medien müssen sich endlich wieder - nicht allein aus obigen Gründen, sondern vor allem um zu überleben - auf ihre Tugenden der Recherche, der Ausfüllung der Rolle einer weiteren Macht im Staate besinnen, um wieder anerkannt zu werden von ihren Lesern, von ihrem Publikum. Wir brauchen keinen staats-hörigen Journalismus und wir brauchen keinen wirtschafts-hörigen Journalismus.

Wir brauchen mutige Frauen und Männer, die einen Gegenpol bilden und die Herrschaften, die zu nah an ihrer eigenen Sonne segeln, vor sich selbst zu beschützen und auf den Boden der Tatsachen zurückbringen, wenn die Politik dies schon nicht wagt bzw. schafft. Dies sollte man nicht alleine den Blogs überlassen, wenn man noch eine Rolle im Qualitätsjournalismus der Zukunft spielen möchte.

Friday, January 30, 2009

Würde Google Autos bauen, ...

... was würden sie anders machen als die großen Hersteller? fragt sich Jeff Jarvis unter anderem in seinem Buch namens "What would Google do?".

> In der BusinessWeek gibt es einen Buchauszug dazu.

Monday, January 19, 2009

Wenn Marken krank machen!

Als mediaclinique haben wir eine besondere Verantwortung für die Gesundheit. Kranke Marken bedeuten kranke Menschen. Deshalb hier der aktuelle foodwatch-Newsletter zur Grünen Woche!

Seit Freitag ist der foodwatch-Newsletter in unserem Mail-Eingang. Bisher haben wir darüber nichts in der organisierten Presse gelesen. Höchstwahrscheinlich sind diese Themen zu wenig sensationell.
Daher drucken wir den Newsletter hier zur gefälligen Kenntnisnahme und Reflektion ab:

Warum die Lebensmittelhersteller auf der Grünen Woche rot sehen

"Hallo und guten Tag,
es ist mal wieder so weit: Die Internationale Grüne Woche, nach eigenen Angaben "weltgrößte Verbraucherschau", hat heute in Berlin ihre Pforten geöffnet. Manchem Besucher mag es allerdings so vorkommen, als habe er sich auf eine Fitness- und Gesundheitsmesse verirrt. Der Gemeinschaftsstand der Ernährungsindustrie steht unter dem Motto "Power fürs Leben - Essen und Bewegen". Ist Fitness jetzt die neue Kernkompetenz von Unilever, Nestlé & Co.? Wohl eher eine gewinnträchtige Masche: Wohlfühlbotschaften aus der Traumfabrik, Wellness und Gesundheit durch Kaufen und Essen - die schlanke Linie für dicke Profite.

Da passt es, dass sich ausgerechnet Süßwaren-Fabrikant Mars auf der Grünen Woche mit seiner Buchreihe "Clever naschen Action Kids" als Ratgeber für die "aktive Familienfreizeit" aufdrängt. Oder dass Ferrero auf einer mobilen Sport- und Laufspielanlage "Schüler aller Altersklassen" zum Training motivieren will - "powered by nutella"! 

Zur Erinnerung: Auf 70 Milliarden Euro werden die Krankheitsfolgekosten durch Übergewicht allein in Deutschland geschätzt. Eine Folge von zu viel Fett und Zucker, sozusagen auch "powered by nutella"? Natürlich hat die Industrie darauf die passende Antwort: Nicht ihre falsch zusammengerührten Produkte, nicht ihr permanenter Etikettenschwindel sind Schuld an überschüssigen Pfunden, sondern jedermanns Bewegungsmangel. Totale Ablenkung statt des klitzekleinsten Bekenntnisses zur eigenen Verantwortung. "Essen und Bewegen" - die Konsumenten also sollen ihre Kilos einfach abtrainieren. Und dann fleißig weiter futtern. Diagnose: Grob unsportliches Verhalten der Konzerne.

Tatsächlich müssen die Verbraucher lange joggen, um die tägliche Dosis überzuckerter und fettiger Lebensmittel wieder wett zu machen. Ein Beispiel: Eine Dreiviertelstunde Dauerlauf ist erforderlich, bis ein zehnjähriges Kind eine kleine, aber süße Frühstücksportion Nestlé-"Fitness(!) Fruits" mit Magermilch abtrainiert hat.

foodwatch meint: Bewegung hat vor allem die Ernährungsindustrie selbst dringend nötig. Wenn es um ehrliche Etiketten geht. Oder die Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben. Rot, gelb und grün weisen auf den Gehalt an Fett, Zucker und Salz hin. Damit die Verbraucher auf einen Blick sehen, was Sache ist. Bisher sieht die Industrie bei dem Thema so rot wie ein infarktgefährdeter Patient. Denn die Branche hat die Grenzen des Wachstums erreicht, sie hängt am Tropf von Produktneuheiten, die den Verbrauchern zur Rechtfertigung höherer Preise immer großartigere Zusatznutzen vorgaukeln – in Wahrheit aber oft eher fett statt fit machen.

So kommen Produkte wie Actimel von Danone auf den Markt, das Alt wie Jung gesund durch den Winter bringen soll. Bloß, dass ein herkömmlicher Naturjoghurt die Abwehrkräfte praktisch genauso aktiviert, aber nur ein Drittel kostet und zudem keine Zuckerbombe ist wie Actimel. Eine klare Kennzeichnung würde das entlarven - deshalb stört die Gewinnhoffnungen der Branche kaum etwas so sehr wie die Nährwertampel. Die Grüne Woche nutzt sie für massive Lobbyarbeit gegen die Ampel. Unterstützen Sie daher jetzt unsere Forderung nach einer eindeutigen Nährwertkennzeichnung und schreiben Sie an Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner – ganz einfach und direkt bei unserer Mitmach-Aktion.

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foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR 21908 Nz, AG Charlottenburg, Geschäftsführer ist Dr. Thilo Bode."

Ende des Newsletter-Zitates.


> Lohnend ist auch abgespeist.de von foodwatch.

In diesem Sinne: Get well soon!

Thursday, January 15, 2009

Rosenthal oder Die Kardinalfehler des Managements!

Rosenthal ist insolvent. Denn die Marke ist inkonsistent, der Service fehlgelenkt, das Management inkonsequent. All das reimt sich auf inkompetent. 5 Offensichtlichkeiten.

1 - Fehlendes Distinktives Image

Rosenthal ist 'Maria weiß' (also deren klassischste Linie) und umgekehrt. Rosenthal ist Versace-Logo und Aschenbecher. Rosenthal ist traditionellste Klassik und Eleganz und extrovertiertes Imponiergehabe. Rosenthal ist hochpreisig und der regelmäßige, halb-jährige 1B-Verkauf.
Rosenthal sitzt zwischen allen relevanten Stühlen. Rosenthal ist alles und nichts.

2 - Fehlende Zukunftsorientierung

Seit Jahren schon ist erkennbar, wohin sich die Märkte entwickeln: in den Discounter und in den Luxus. Rosenthal bediente interessanterweise beide - und damit wieder keinen richtig.

Diesen Spagat hält keine Marke aus. Auch nicht, wenn sie sich einerseits hinter Versace und andererseits hinter nur temporären Rabattverkäufen versteckt und meint, das merke doch niemand.

Die Zukunft sind Kunst und Design, Designer und Architekten, die Zukunft sind leichte Werkstoffe und bodenständige Materialien, die Zukunft ist grün und ökologisch. Die Zukunft ist eher Luxus und Hedonismus als Masse und Graue-Maus-Gehabe. Die Zukunft ist global im Design. Die Zukunft ist lokal in hochwertigem Handwerk und Handwerkskunst.
Die Zukunft sind up-trading Marken- und Design-Kooperationen, statt down-trading Preis- und Handels-Kooperationen.

3 - Fehlende Kundenorientierung

Wenn der Kunde sich bereits fragt, 'wohin das führen soll', ist dies bei einem Porzellan, das man auch in 10 Jahren noch nachkaufen möchte, genauso tödlich wie bei Ersatzteilen eines Smart For4.

Wenn der Kunde zudem - aber das ist nur ein One-Man-Sample - auch noch von oben herab behandelt wird und man ihm unausgesprochen Dummheit im Umgang mit seinen zwölf 16 Euro Gläsern vorwirft, statt sie anstandslos als Materialfehler umzutauschen und lächelnd eine Faust in der Unternehmenstasche zu machen (um einen noch treueren Stammkunden zu generieren, statt ihn für alle Zeiten zu verlieren), kann man der Marke wenig helfen.

Gerade der mittelpreisige Luxus muß um seine Kundschaft kämpfen, denn er hat noch nicht den Level erreicht, daß man ihm soviel verzeiht wie Hermes oder Apple (womit ich nicht sagen möchte, daß Apple purer Luxus ist, sondern eine einzigartige Stellung in seinen Märkten besitzt).

4 - Fehlende Strategieorientierung

Diese ist erkennbar an den Rosenthal-Outlets, die mit allen Marken, Stilrichtungen und Preisniveaus vollgepfropft sind und eher eine undefinierbare Melange ergeben als eine klar erkennbare Strategie in HH-Einkommen, Design-Stil, Preislage und Marken-Image (außer 'Kuddelmuddel par Excellence') erkennen lassen.
Das erfordert ein gewisses Risiko-Management, aber: 'No Risk, No Fun'!

5 - Mutloses Management

Das Management scheint den eher risikoarmen Weg gegangen zu sein, bediente nicht die Extreme der Möglichkeiten, um sich von Wettbewerb und altem, angestaubtem Image zu befreien und eine eigene und distinktive Positionierung aufzubauen.
Hier ist niemand über sich hinausgewachsen. Wie soll das dann die Marke schaffen?

Wo sind die Unternehmer-Manager mit Vision, die einen Management-Buyout wagen?

Tuesday, January 13, 2009

Ohrfeige für Auto-Vorstands-Millionäre!

Ein chinesisches Start-up stellt in Detroit ein Elektroauto für 22.000 Dollar vor, das zuhause aufgeladen werden kann. Die Geschichte sollte man gelesen haben. Ein Lehrstück. Von Ralf Schwartz.

Wundervoll! Wiedermal scheint es ein David allen schwerfälligen Goliaths da draussen zu zeigen. Ein Elektroauto für 22.000 Dollar! Während all die wichtigen Manager noch schlafen, müde vom Zählen der eigenen Bezüge.

Das Start-Up sagt, es sei doch viel einfacher, ein Elektroauto zu bauen als ein normales Auto, von daher gebe es hier geringe Markteinstiegsbarrieren, die man genutzt habe!

Das sollten sich die Autohersteller mal auf der Zunge zergehen lassen, die in Washington Milliarden verlangen und in Deutschland heulend auf Angelas Schoß sitzen, um gerettet zu werden, vor sich selbst und ihrer Kurzsichtigkeit der letzten Jahre (nicht, daß das in Zukunft besser werden wird).

Genau diesen Geist erwarte ich von unseren deutschen Marken und Unternehmen! Ich will, daß sie neue Wege gehen, daß sie sich wie wahre Marken verhalten, daß sie vorangehen, daß sie neue Wege gehen, uns inspirieren, uns überraschen und beeindrucken - nicht mit ihrer Dummheit, sondern mit Intellekt, Intuition und Imagination. Sie sollen die Marken endlich wieder leben - nicht managen und melken.

> Hier der Original-Post beim Silicon Alley Insider "Chinese Electric Car Start-Up Embarrasses American Automakers".

Viel Vergnügen!

Monday, December 29, 2008

Holzwege der Autoindustrie: Volkswagen

Immer noch versucht die Industrie, sich mit Gimmicks zu retten. Sich aber weiterhin in Worten zu verlieren, statt Taten vorzuweisen, ist ein Holzweg. Wann wird sie ihre Situation ernstnehmen? Von Ralf Schwartz.

Seit mehr als 10(!) Jahren fährt der Prius von Toyota durch die Welt und kann auf millionen-fache Erfahrung mit hybridem Antrieb zurückblicken.

Statt diesem nun endlich etwas entgegenzusetzen, erblickt in diesen Tagen der neueste Streich der ausgelagerten VW-Werbeabteilung das Licht der Reklamewelt:

VW_battery
Image courtesy VW. Ausschnitt.

Unter der Batterie steht im Copytext (Auszug): "Unser Ziel ist klar: Autos, die ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen fahren und keine Emissionen verursachen." ... "... arbeiten wir mit Hochdruck daran, diesem Ziel näherzukommen." ... "... schon heute testen wir einen Antrieb, der es ermöglicht, große Teile der täglichen Wege mit Strom zurückzulegen, und der nur noch bei längeren Strecken einen Verbrennungsmotor zuschaltet." (Hervorhebungen von mir)

Das ganze wird unter der Überschrift 'driving ideas' auch im Web vermarktet. Neue Sprüche in 10 Jahre alten Schläuchen. Enttäuschend, daß "Das Auto" so etwas nötig hat.


Die Zukunftsvision '2028' war schon traurig und regte mich zur Überschrift "Warum VW keine Zukunft hat!" an.
Driving ideas soll wohl die Brücke schlagen in diese visionäre Leere, die nur Abbild der imaginativen Leere der VW-Vorderen, Manager, Seher, Marketer und Ingenieure ist.

Irgendwie scheint es damit zumindest gelungen, Ohnmacht, Ahnungslosigkeit und Naivität des Managements darzustellen.
Gewollt war das wohl nicht. Zumindest versteht man nun, warum die deutschen Autoverbauer die Hilfe des Steuerzahlers bemühen müssen, obwohl sie ihn schon in der Vergangenheit mit überteuerten Modellen über Gebühr belasteten (da sie es schafften um die Hälfte ihrer Sales in die Fuhrparks der Wirtschaft und nicht auf die privaten Parkplätze der deutschen Bürger zu vermarkten - siehe gerne die Studie im Greenpeace-Magazin).


Gut, die Kampagne wird nicht viel Schaden anrichten in der Bevölkerung, denn im "Print-Bereich werden unter anderem die Titel "Autobild", "Spiegel", "Handelsblatt", "Welt", "Capital" und das "Manager Magazin" mit dem neuen Batterie-Motiv belegt." (laut w&v).
Gerade dort aber sitzen genau die Leser, die es sowieso längst besser wissen und nur noch wie wir mit dem Kopf schütteln können.
Vielleicht sollte man lieber Gala, Bunte, Focus und die Yellow Press belegen, wenn man jemandem noch etwas vormachen möchte.

An ihren Taten werdet Ihr sie messen, nicht an ihren Worten!


Schön wäre es, nun eigene Themen zu besetzen. Mit Relevanz wohlgemerkt, lieber nichts im Sinne 'Der wertigste Golf aller Zeiten', denn dies ist Generik hoch 10. Es wäre doch die größte Katastrophe aller Zeiten, wenn der jeweils aktuelle Golf nicht der jeweilig wertigste Golf aller Zeiten wäre, oder?

Eigene Themen eben zur Mobilität eines Volkes, zu den Auswegen aus dem Stau, zu Abkürzungen und effizienter Navigation, Vorstöße zur KFZ-Steuer, Rabatte, die einem die Entscheidung erleichtern, neue Geschäftsmodelle, die eines Shai Agassi würdig wären, etc.
Schließlich ist nichts unmöglich - oder?


> Siehe auch mediaclinique "Wer hat Angst vorm besten Golf? Niemand!".
> Siehe auch mediaclinique "Amir Kassaei lehnt sich weit weit aus dem Fenster!".

Tuesday, December 23, 2008

Wertschätzung ist das wertvollste Geschenk!

Das ultimativ besinnliche Video zum Weihnachtsfest. Statt Geld und Sachwerten sollte man seinen Mitmenschen Respekt, Wertschätzung und Empathie zuteil werden lassen.

Ein Video, über dessen tieferen Sinn Manager und Marken, Medien und mancher Vorgesetzte, aber auch der einfache Mann auf der Strasse und sein Politiker an der Ecke mal ausgiebig reflektieren sollten.

Wertschätzung macht selbstbewußt und stark. Wertschätzung hilft durch schlechte Zeiten. Wir alle brauchen sie. Wir alle sollten mehr davon geben.


Das Verlangen der Menschen nach Bestätigung, Wertschätzung gar, als Parabel. Ein wirkliches (kein wirklich wahres) Weihnachtsmärchen. Das Video dauert allerdings 16 Minuten! Lohnt sich aber. Ist doch Weihnachten!

Video courtesy Youtube.


Tara Hunt von 'horsepigcow' gibt uns ihre Intepretation:

"Not to be too poetic about it, but I really do think we’d all be happier if we relied less on external validation. The movie is feel good and cute, but there is an underlying message. Hugh, the main character, gives others the validation they need, and, in return, he gets validated with making them smile. When he encounters Victoria, who won’t smile, it drastically affects him and his ability to function. Meanwhile, Victoria’s ability to feel good is affected by another outside source. It’s kind of a metaphor for the way we live in America and I see this all the time. People around me are constantly waiting for something or somebody outside themselves to change their moods. Much of it is consumed. It makes me happy for a couple of hours or even days when something remarkable happens or I get a compliment or I buy a lovely new Coach bag (my ‘junk’), but then I go back to my set-point again."

Das sind doch ein paar wertvolle Gedanken für die Weihnachtstage, oder?


> Original Post (und obiges Zitat): horsepigcow.com "Validation".

Thursday, December 18, 2008

Holzwege der Autoindustrie: Daimler!

Immer noch versucht die Industrie, sich mit Gimmicks zu retten. Sich in High Fashion zu verlieren ist ein Holzweg. Wann wird sie ihre Situation ernstnehmen? Akzeptanz ist der erste Schritt zur Heilung. Von Ralf Schwartz.

Schon Olaf Göttgens versuchte, Daimler (bzw. die Marke Mercedes) mit allzu deutlicher Anlehnung an die glamouröse Modewelt zu retten. Statt nun diesen Holzweg zu verlassen und zu erkennen, wie wenig Autos mit High Fashion zu tun haben, begeht man auch hier die grundsätzlichen Fehler der Autoindustrie.

1 - Autos sind zu langlebig, um wirklich etwas mit Mode zu tun zu haben.

2 - Autos sind nicht in dem Sinne emotional wie Mode. Autos sind emotional wie Autorennen, wie Schweiß, Benzingeruch und Reifenabrieb.

3 - Frauen in der Autobranche, auf dem Kotflügel oder der Motorhaube, sind vollbusige 'Prachtweiber', keine grazilen Models vom Schlage Julia Stegner. Das sind unterschiedliche Welten, wenn auch die Grenzen irgendwo verschwimmen (und gerade dort sollte man sich als Marke nicht aufhalten).

4 - Natürlich schmücken sich die Herren der Vorstands- und Marketing-Etagen gerne mit den Schönheiten aus der Mode- und Glamour-Welt. Sie sollten dabei aber nicht verdrängen, daß sie dies nur für sich tun, nicht aber dem Image der Marke damit helfen.

5 - Meist fällt die werbliche Umsetzung entsprechend linkisch aus, wenn die wahre Authentizität fehlt, wie wir hier am Beispiel sehen. Das ist doch drittklassige Reklameschmiederei.

Mercedesstegner01
Image courtesy Daimler, Horizont.

6 - Die Industrie muß sich ihren originären Zugang zum Glamour suchen, muß ihren eigenen Glamour kreieren (wenn sie ihn denn braucht), darf ihn sich nicht leihen, darf sich nicht anlehnen, muß eigenständig agieren, kann nicht Anhängsel sein (siehe Bild).


Das größte Problem aber der Industrie ist, daß sie Fehler nicht erkennt, sie sich nicht eingesteht, sondern nur inkremental an den leider grundsätzlich falschen Schrauben dreht, indem sie zB Padberg gegen Stegner austauscht, statt den Holzweg zu verlassen.

Dies ist gleichzeitig die Spitze des Eisberges einer verfehlten Modell-Politik in den letzten Jahren, die zu immer voluminöseren Modellen führte - und man wohl immer noch nicht diese Sackgasse so richtig erkannt hat, da man weiterhin GLKs, Q7s, etc. auf den Markt wirft und mit Millionen bewirbt, statt einen Imagewandel in Denken und Handeln erkennbar werden zu lassen. Das trifft nicht nur Daimler.

Das Auto muß sich auf seine Wurzeln besinnen, muß den Menschen wieder Nutzen bringen, den sie nachvollziehen können. Muß in unsere Welt passen bzw. sie gar gestalten. Das Auto muß neue Wege beschreiten, nicht immer wieder die längst eingetretenen Pfade als neuen Wein verkaufen. Nicht dem Holzwege seiner Manager folgen.

Thursday, December 11, 2008

Ich habe auch Schokolade! Magst Du? - oder: Der Telekom 'Erotik'-Spagat mit Geschmäckle

Wie ernst muß man den Kampf der Regierung gegen Pornographie und ihre Einstiegsdrogen nehmen, wenn gleichzeitig die Telekom - immerhin zu 30% im Staatsbesitz - freudig erregt den Spagat wagt? Von Ralf Schwartz.

Alles begann mit meinem Wunsch, etwas über die neuen Portal-Pläne der Telekom zu schreiben, deren momentane Innovationsstärke sie für mich zwischen die Öffentlich-Rechtlichen Sender und Microsoft rückt (schließlich wird nur mit viel Geld adaptiert, was andere schon lange vormachen).

Dazu aber wollte ich mir das aktuelle Angebot der Telekom bzw. T-Online ansehen. Mit jedem weiteren Click dämmerte mir mehr, warum ich mich nicht mehr erinnern konnte, jemals hier gewesen zu sein: diese Durchschnittlichkeit war eine absolute.

Tatsächlich stolperte ich dann über die Themenbereiche 'Unterhaltung' und 'Familie', die grundsätzlich nah bei einander liegen.
In diesem Falle jedoch war ich über den riesigen Spagat der Telekom mehr als beunruhigt, den sie wagt, wenn sie nur ein bis zwei Clicks voneinander entfernt folgende 2 Themenbereiche anbietet:

1 - "Bedenkenlose Teenager - Nacktfotos im Netz: Teenager sind sich der Gefahr oft nicht bewusst."

und

2 - "MEHR ALS NUR ZUSEHEN - Heiße Girls tauschen alle Fantasien und Geheimnisse mit Dir aus."
oder:
"GANZ FEUCHT - Hol Dir heiße Videos mit dem gewissen Etwas auf dein Handy."
oder:
"BIG BOOBS - Hier gibt's noch mehr dicke Dinger"
oder:
"OFFENHERZIGE CELINE - Erotik-Star Celine Hayworth in allen Posen."

In Bildern stellt sich das Ganze dann so dar:

1 - "Bedenkenlose Teenager - Nacktfotos im Netz":

Telekom01

Image courtesy Telekom. Website Screenshot.


2 - "Carmen bekommt fast immer, was sie will":

Telekom02
Image courtesy Telekom. Website Screenshot.


Ein Click auf eines der ganz unten ausgestellten Girls, bringt einen schließlich auf dieses Niveau:

Telekom03
Image courtesy Telekom. Website Screenshot.
Weißer Balken: mediaclinique.


Natürlich weiß ich, daß hiermit keine Pornographie im engeren Sinne angepriesen werden soll, aber ein sehr mulmiges Gefühl habe ich trotzdem - zumal ich dann wieder an die bigotte Diskussion um das Scorpions-Cover denken muß, und plötzlich überhaupt keinen Unterschied mehr sehe, denn welchen Teenager interessieren die paar Jahre Differenz?
Und was sollen die Eltern denken?
Und warum soll ich das mit meiner monatlichen Telephon- und Internet-Gebühr mitfinanzieren? Oder gar die besorgten Eltern, die gerade noch von der Telekom gewarnt wurden, und dann ihre Kids durch genau diese Telekom verführt sehen? Finanziert mit ihren eigenen Gebühren-Euros!

Natürlich geht hier bestimmt alles mit rechten Dingen zu, aber ein schaler Beigeschmack bleibt.

Mehr als über die Darstellung der Mädchen rege ich mich jedoch über die heuchlerische Scheinheiligkeit der Telekom und ihres Vorstandes auf.

Wie weit sind wir gekommen und wie ernst nimmt eine Regierung bzw. eine Ministerin von der Leyen den Kampf, wenn im - mehr oder weniger - eigenen Hause alles möglich scheint?
Wie wichtig sind einem Vorstand der Telekom die aktuellen Sorgen der Welt im Kampf um die Unversehrtheit ihrer Kinder?
Wie wichtig sind ihm traditionelle Werte? Wie relevant ist die Vorbildfunktion eines Unternehmens, dessen Erfolg mit dem guten Leumund steht und fällt - des Internets und seines Unternehmens selbst.

Ich weiß, ich höre mich schon ein wenig an wie die bayerischen Landbäuerinnen. Aber ich bin enttäuscht über diesen Spagat der Herren René Obermann (Vorsitzender), Dr. Karl-Gerhard Eick (stellvertretender Vorsitzender), Hamid Akhavan, Dr. Manfred Balz, Reinhard Clemens, Timotheus Höttges, Thomas Sattelberger des Vorstandes der deutschen Telekom.

Nicht mehr und nicht weniger.


Wer sich über das letzte Bild wundert, kann sich gerne an die im (zu obigem Bild gehörenden) Impressum genannten Personen wenden. Sie sind schließlich "verantwortlich für den Inhalt" und erklären bestimmt gerne ihre Beweggründe für dieses Angebot.

"Impressum
Das Portal www.erotic-lounge.com ist ein Produkt der Deutsche Telekom AG, T-Com.
Verantwortlich für den Inhalt:
Executive Producer: Michael Ortlepp (V.i.S.d.P.)

Partner Contentmanagement-System: CoreMedia

USt.-IdNr. DE 123475223, WEEE-Reg.-Nr. DE 50478376
Handelsregister: Amtsgericht Bonn, HRB 6794, Sitz der Gesellschaft Bonn

Vorstand:
René Obermann (Vorsitzender)
Dr. Karl-Gerhard Eick (stellvertretender Vorsitzender)
Hamid Akhavan
Dr. Manfred Balz
Reinhard Clemens
Timotheus Höttges
Thomas Sattelberger"


Vielleicht fehlt hier auch einfach nur eine Frau im Vorstand!

Tuesday, December 02, 2008

BMW schickt die Agenturen zum TÜV - sollte aber lieber selbst mal hingehen!

Zeit wird es, in dieser herbeigemanagten Krise nun auch die bisher komfortabel fettleibig gewordenen Agentur-Beziehungen auf den Prüfstand zu stellen, klar.

Vielleicht sollte man die Zeit für ein, zwei grundsätzliche Überlegungen nutzen:

1 - Wer braucht heute noch Agenturen?

Stellt man keine Produkte her, die in die Zeit passen - oder gar ihrer Zeit voraus sind -, muß man diese auch nicht bewerben!

Die letzten Jahre haben wiedermal gezeigt, daß deutsche Ingenieurskunst bei Konsumgütern in den allermeisten Fällen Masturbation des Ingenieurs vor dem Objekt ist, bestimmt aber keine Verbeugung des Unternehmens vor seinem Kunden.

Gerade die deutsche Autoindustrie hat sich da nicht mit Ruhm bekleckert (wir wollen dieses Bild nicht weiterspinnen). Sie hat Inkrementales hervorgebraht, sich absolut sicher gefühlt, keinen einzigen Dicken Zeh in die kalte Wirklichkeit des Endverbrauchers gesteckt und bekommt nun die noch kältere Schulter gezeigt.
Das war keine Kunst, hat den Managern aber Millionen aufs Konto gezaubert.

Agenturen würden Minis bauen, keine 7er Modelle. Nun gut, viele auch die 3er M-Klasse. Aber wenn die Unternehmen ihre Agenturen nicht zu den eigenen Produkten um Rat fragen, dann brauchen sie auch keine Agenturen, oder?

2 - Wer braucht heute noch Agenturen?

Heutzutage will der Konsument nicht mehr von Image-Werbung an der Nase herumgeführt werden. Heutzutage will der Konsument nicht von werblichen Monologen bei seinem spannenden Tun unterbrochen werden, will nicht wertvollen Platz (zeitlicher und räumlicher Natur) auf seinem Monitor mit Reklame plakatiert bekommen.

Die Menschen entscheiden selbst, wann sie Werbung (im Sinne relevanter und zielgerichteter Information) benötigen!
Die Menschen interessieren sich nicht für 'Werbung', sie wollen Information, Involvement und Engagement. Sie wollen integriert werden in Dialoge, sie wollen Services mit einem Zusatznutzen - keine richtungs-, ziel- und ideenlose Massenkommunikation.

Was zB soll eine  Anzeige auf Facebook bringen? Aversion, weil mir Raum und Zeit gestohlen werden!? Etc.

Unternehmen benötigen keine Agenturen, die immer noch denken wie ihre Auftraggeber. Unternehmen brauchen heute Innovationen, neue Geschäftsmodelle, eine Vision, Wandel, Verunordnung, ganzheitliche Beratung.


Vor die Überprüfung der Agentur hat also der CEO idealerweise die Überprüfung der eigenen Vision, der eigenen Strategie und der eigenen Produkte und Prioritäten gestellt!


> w&v: "BMW stellt Agenturen auf den Prüfstand".

Friday, October 31, 2008

Daimler-Blog wird erwachsen: Management involviert sich!

"Anmerkungen zum Produktionsstopp" heißt der Post von Prof. Eckhard Kressel, seines Zeichens Leiter Personal- und Arbeitspolitik.

Damit beginnt für das Daimler-Blog eine neue Ära: Das Management involviert sich in die Belange der Mitarbeiter. Was kann man sich Schöneres wünschen!
Nun wird das Daimler-Blog tatsächlich zu einem Corporate Blog.
Nutzt diese Chance, liebe Mitarbeiter! Das ist Euer Baby. Alles Gute!


(Wir hatten ja schoneinmal gratuliert: "Die mediaclinique gratuliert dem 'Daimler-Poesie-Album' liebevoll zum 1. Jahr!" und nun kann ich das 'noch' wohl auch bald aus meinem Artikel "Warum das Daimler Blog (noch) irrelevant ist!" entfernen!?)

Wednesday, October 22, 2008

Warum bloß will die Telekom partout keine Telephone verkaufen?

(Ex-) Staatsunternehmen müßten Statt-Unternehmen heißen, denn eindrucksvoller kann man nicht Innovation und Unternehmens-Erfolg verhindern als diese Kollegen! Anbei gelbe Post und altrosa Post. Von Ralf Schwartz.

Jetzt hatte ich mich endlich dazu durchgerungen, das iPhone beim altrosa Riesen zu kaufen - ohne Vertrag natürlich, und dann dies ...

Zuerst aber das Beispiel von ben_ bei anmutunddemut.de "Die dümmste gute Idee seit ..." :


> GELBE POST

"... Man kann der Post jetzt eine SMS schicken. Dann bekommt man eine zwölfstellige Zahl, die man in drei Reihen zu je vier Zahlen dort auf den Brief schreibt, wo sonst die Briefmarke klebt. Super Idee. Endlich. Wie genial einfach geradezu. Doch an dieser Stelle schlägt die teutonische Unternehmenskultur zu:

Damit das auch ja keiner benutzt, kostet es gut das Doppelte. ..." (ben_)

Das ist doch perfekt, oder? Was haben die eigentlich für Vorstellungen? Oder haben die den geheimen Plan, demnächst die Briefmarke als solche abzuschaffen und man muß dann bei den rosa Kollegen ein Handy kaufen, wenn man noch Briefe versenden will, und bei ihnen selbst eben diesen nahezu doppelten Preis zahlen?


> ALTROSA POST

Daß die Telekom mir keinen Vertrag mehr verkaufen möchte, habe ich schon daraus entnommen, wie sie mich in meinem aktuellen Vertrag behandelt, aber daß sie nun auch keine Telephone mehr verkaufen will - und das nicht nur an mich - stimmt mich wirklich nachdenklich.

Ich bin also unterwegs zur altrosa Mobilitäts-Adresse (ich mache es kurz):

1 - Nirgendwo auf der Website kann ich den Preis für das iPhone ohne T-Mobile-Vertrag entdecken. Warum auch?

2 - Ich wähle die kostenfreie (also man muß kein Geld zahlen, kosten tut es schon eine Menge, nämlich Zeit!) Service-Nummer 0800 3355222.

Dreimal das Zeichen, daß es hier nun wirklich keinen Anschluß gibt, dann Freizeichen, dann sinngemäß und genervt "Wir verkaufen nur Telephone mit Vertrag - Wollen Sie nicht? - Pech gehabt!" oder so ähnlich.

3 - Schlau wie ich bin, kann ich mich natürlich erinnern, daß es irgendwo da draussen eine reale Welt mit Brick-und-Mortar-Häusern, -Unternehmen und -T-Punkten geben muß - und entsprechenden Telephonnummern.

Die Site weist den Weg dorthin, man braucht nur Geduld, aber das ist ja die Idee: Beamtenspiele sind immer Geduldsspiele.

Und dann die Überraschung (oder ist es nur genauso, wie ich es erwartet habe?).
Man beachte bei folgendem Suchbild die freie Fläche hinter Kontakt!

Tmobilefilialsuche
Image courtesy Telekom, T-Mobile, etc.

Häh? Keine Telephonnummer? Wollen die nicht gestört werden? Sind die etwa gestört? Soll ich jetzt auf Verdacht dahinlatschen? Haben die den Knall nicht gehört? Wer ist der zuständige Vorstand für Telephonnummern? Oder fällt das gar unter Datenschutz, die anderen 30 Millionen Nummern aber nicht?

Warum will die Telekom partout keine Telephone verkaufen? Und wo schlafen die Agenturen, die unter Tonio dienen? Wenn das jemand von dort ganz weit oben im Vorstandshimmel liest und sich gerade langweilt: Bitte schick mir doch ein neues 16GB iPhone, schwarz, ohne Vertrag, ohne Rechnung. Danke.


Ach so, falls jetzt jemand per Handy Briefmarken kaufen möchte, hier der Hammer:

"Der Link ist nämlich eigentlich das dicke Ende der Geschichte. Die haben sich dafür eine extra Domain gesichert. http://www.porto-direkt.de

Das führt aber auf eine Seite auf der 90% des Contents NICHTS mit dem Porto Direkt zu tun haben, sondern generische Traffik-Steuerungs-Linkmördergruben sind. NUR der Banner ganz oben, wo sonst das Superbanner hängt, was ich genau deswegen schon gar nicht mehr als Content wahrnehme VERLINKT wieder auf die eigentliche Porto Direkt-Seite. http://www.deutschepost.de/porto-direkt/?mk08id=dpage000058

Da gab es dann gleich zur Begrüßung un-er-träglich-en Sound und Vogelgezwitscher und da ich nicht innerhalb einer zehntel Sekunde den Sound-aus-Button gefunden habe, habe ich das Tab schneller geschlossen, als ein PR-Kaspar eine Line Koks wegzieht."

(Kommentar von ben_ auf meine Frage nach dem Link!)


> FAZIT

Lieber nicht, ich bin zu gut erzogen.


In diesem Sinne: Get well soon!

Wednesday, October 15, 2008

Windows 7 Code ist Windows 6.1 - Und Du bist doch ein PC!

Microsoft weiß eine langweilige Versionsnummer-Geschichte richtig spannend zu erzählen. Kampagnen nutzen wenig, wenn dann die MS-Realität "Du bist ein PC!" doch zu einer Beleidigung macht. Eine Allegorie. Von Ralf Schwartz.

Wie (in klarem Wort gesagt) 'krank' Microsoft manchmal ist und wie weit weg von Apple, zeigt sich eindrucksvoll in folgendem kurzen Text, der die Erklärung für neue Versions-Code-Nummern sein möchte, aber die gesamte jüngere Geschichte von Microsoft in eine kurze Allegorie kleidet:

"Following Windows 3.0 was Windows NT which was code versioned as Windows 3.1. Then came Windows 95, which was code versioned as Windows 4.0. Then, Windows 98, 98 SE and Windows Millennium each shipped as 4.0.1998, 4.10.2222, and 4.90.3000, respectively. So we’re counting all 9x versions as being 4.0.

Windows 2000 code was 5.0 and then we shipped Windows XP as 5.1, even though it was a major release we didn’t’ want to change code version numbers to maximize application compatibility.

That brings us to Windows Vista, which is 6.0. So we see Windows 7 as our next logical significant release and 7th in the family of Windows releases.

We learned a lot about using 5.1 for XP and how that helped developers with version checking for API compatibility. We also had the lesson reinforced when we applied the version number in the Windows Vista code as Windows 6.0– that changing basic version numbers can cause application compatibility issues.

So we decided to ship the Windows 7 code as Windows 6.1 - which is what you will see in the actual version of the product in cmd.exe or computer properties.

There’s been some fodder about whether using 6.1 in the code is an indicator of the relevance of Windows 7. It is not."


Hier der Original-Post bei VentureBeat "Windows 7: It’s the one that’s 3-ish after 4.10.2222", aus dem obiges Zitat stammt.

Wer VentureBeat nicht glauben mag, kann es bei den Windows Vista News unter "Why 7?" nachlesen.


Get well soon!

Thursday, October 09, 2008

E-Auto elektrisiert deutsche Automanager nicht merkbar!

Sieht man die Elektroautos, die in Paris vorgestellt wurden, kommen einem die Tränen ob der Leistungen der deutschen Autoindustrie. Wir müssen dringend wieder mehr tun als dichten und denken. Von Ralf Schwartz.


Während inzwischen an jeder Ecke ein Elektroauto oder Hybrid angeboten wird, reden sich die deutschen Hersteller noch heraus und "setzen nicht auf Nischen", denn "das Elektroauto kommt nicht von Heute auf Morgen".

Vielleicht zeigen Mini und Audi ja noch was in LA - im Moment jedoch sind sie am Ende der Fahnenstange zusammen mit VW, von den Marken Mercedes und BMW ganz zu schweigen.
Über Skoda, Seat und ähnliche Sub-Brands redet ja schon keiner mehr.

Tesla produziert schon Serie, Porsche Tuner RUF könnte einen Cayman im Oktober zeigen, warum schaffen so etwas die großen deutschen Hersteller nicht?

Kann es denn befriedigen, wenn irgendwann 100 E-Smarts durch Berlin rollen und 500 Ladestationen mit voRWEggehen zusammen aufgebaut werden?

Lexushybrid


Ist schon richtig, wenn Toyota / Lexus schreibt "Wir fahren schon mal vor". Im Copytext steht, welcher deutsche Autobauer wie spät mit einem Hybrid kommen wird. Und daß Toyota / Lexus seit über 10 Jahren(!) fährt.


Die zurückliegende und aktuelle Performance in den Forschungs- und Innovations-Abteilungen der großen Marken wirft ein erschreckendes Licht auf die Qualität des Managements und der organisierten Berater, die überall vergangenheits-orientiert Kosten sparen, aber keine zukunfts-orientierten Prioritäten setzen können.
Bisher.
Jetzt wird ja alles anders.
Wir sind wachgerüttelt.
Das war lehrreich.
Wir haben verstanden.
Blablabla.

Wirklich schade, daß so wenige Manager sich von zukünftigen Entwicklungen elektrisiert fühlen. Sie wirken eher elektrogeschockt!

Für mehr Bilder und ein wenig Hintergrund > earth2tech: "9 Sexiest Electric Cars from the Paris Auto Show"

Wednesday, October 08, 2008

Bruttosozialprodukt und Werbeausgaben wohl enger verbunden als manchem lieb!

Ein paar Leuten in der Werbebranche könntet dieses Chart Tränen in die Augen treiben, zeigt es doch die Verbindung von BSP und Werbeausgaben für die letzten 48 Jahre (in den USA)! Schluck. Von Ralf Schwartz.


Es wurde produziert von Ex-Lehman heute Barclays mit dem Titel "Advertising Outlook 4Q08 and 2009: Is there no Silver Lining?" - was ungefähr bedeutet: Auf Regen folgt noch mehr Regen!

Man beachte die letzte kleine Kurve, die als Schätzung für 2008 die Nulllinie durchkreuzt!

Recession

Vielleicht findet sich ja eine Agentur, eine Redaktion oder ein Verband, wo das Chart mal eben für Deutschland nachgebaut werden kann.
Ist doch eine spannende Aufgabe für die Kommunikationsleitungen der Branche, auch wenn sie in dieser Beziehung meistens auf derselbigen stehen.

Hilft vielleicht auch in der Argumentation, die soeben reduzierten Erwartungen nochmals zu reduzieren.
(Wer dazu mehr wissen möchte, der sollte diesen Artikel konsumieren: Marketing Vox: Zenith Castrates Ad Spend Forecast; Some Call New Numbers 'Optimistic'.
Das ist zumindest ein interessanter Titel, der mehr verspricht (aber wohl leider noch nicht genug).)

Glück auf!


Sunday, October 05, 2008

Die Telekom macht alles richtig! Schließlich ist sie die Auskunft, oder?

Die neue T ist ständig in der Presse, hat die offenherzigste Kundenpolitik, bietet intensivste Kundenerfahrungen, ist inzwischen berühmt für ihre Kernkompetenzen und bietet trotz höchster Preise ihre Kundendaten billigst feil. Perfekt! Von Ralf Schwartz.


Also wirklich - ich verstehe die Menschen nicht: die Aktien der Telekom müßten doch weggehen wie warme Semmeln, wie geschnitten Brot.
Welches Unternehmen ist denn öfter mit seinen Produktinnovationen in der Presse als die neue Telekom? Welches Unternehmen kann denn glaubwürdiger von sich behaupten "Wir sind die Auskunft!"?

Wer ist näher am Volke, sensibler und empathischer? Wer entschuldigt sich öfter bei Aufsichtsräten, Aktionären, Gewerkschaften und Kunden? Keiner!
Machen die anderen keine Fehler? Doch, natürlich, nur kein Unternehmen lernt so wenig aus seinen Fehlern wie die Telekom!


In der letzten Woche schrieb die Businessweek einen Artikel, wie die amerikanische T-Mobile erfolgreicher werden kann. Sie plädierte dort auf:
1 - Welcome Openness
2 - Invest Directly in the User Experience
3 - Offer Contract-Free Plans
4 - Create Powerful Brand Relationships
(Businessweek: "Can T-Mobile Become the Heroic Mobile Carrier We Need?")

All das offeriert die Deutsche Telekom, die Mutter von T-Mobile, in Deutschland längst - wenn auch nicht ganz so, wie die Businessweek es sich wünschen würde.

1 - Welcome Openness

Offener und freizügiger als die Telekom kann niemand mit vertraulichen Kundendaten umgehen. Ich denke, hier ist das Ziel übererfüllt!
(Leider kann Rene darüber nicht im Fernsehen sprechen, da seine (Interview-)Partnerin ihn wegen Befangenheit nicht einladen würde. Man weiß gar nicht, ob das Pech oder ein Riesenglück ist!)

Rene könnte sich natürlich im Sinne Openness bei uns allen auf der Seite die-neue-telekom.de entschuldigen, aber die Seite will er bestimmt skandalfrei halten. Gar nicht so einfach.
Was nutzt es auch im Sinne Openness jetzt auf den Spiegel-Artikel zu reagieren? Er hatte zwei Jahre Zeit zu agieren!

Statt sich hinter uralten Videos zu verstecken, wäre wohl ein Blogversuch wie das Daimler-Blog nun wünschenswert.

2 - Invest Directly in the User Experience

Also meine User Experience ist nahezu perfekt. Wenn ich jetzt nur noch genau wüßte, ob meine Daten auch - da es ja jeden zweiten Kunden trifft - im Umlauf sind, wäre sie 100% perfekt. Ich kann mich noch erinnern, daß ich diesen Haken setzte bei dem Satz, daß ich meine Daten nicht im Telephonbuch veröffentlicht wissen möchte. Hat ja gut funktioniert!

Aber wir haben ja als normale Kunden (aufgrund unserer schieren Masse) noch Glück, die Einzelverbindungsdaten der wenigen Aufsichtsräte standen sogar in Aktenordnern zur Verfügung, wie das Handelsblatt schreibt.

Nicht nur, daß wir aufgrund der 'Knebelverträge' 2 Jahre gebunden sind und immens hohe Preise zahlen müssen, jetzt können auch noch alle über uns lachen, wenn das rauskommt und veröffentlicht wird.
(Wenn also in den nächsten Tagen hier kein neuer Text mehr online geht, hat die Telekom mein Kabel gekappt.)

Erleben, was verbindet! Immer weniger, lieber Rene, immer weniger.

3 - Offer Contract-Free Plans

Auch ohne Vertrag hat die Telekom den Datendieben netterweise die Preise hochgehalten, denn die Daten, die sie geklaut haben, sind ja nur wirklich wertvoll, wenn die Betroffenen ihre Telephonnummern nicht ändern. Und wie sollten sie das tun, wenn die Telekom den Skandal zwei Jahre geheim hält?

Vielen Dank, liebe Telekom, daß Ihr den Dieben noch ein potentiell gemütliches Auskommen beschert habt, statt die Betroffenen - also jeden zweiten Vertragsinhaber und alle Prominenten - zu warnen und damit die Preise gegen Null gehn zu lassen.

4 - Create Powerful Brand Relationships

Klarer als die Telekom in den letzten Wochen kann man kein Image kommunizieren und in den Köpfen der Opfer Konsumenten verankern. Glückwunsch. Da kann nichtmal Tonio mithalten, nicht wahr?

Nun, eigentlich ist es ein powerful Anti-Image, aber immerhin.

Inzwischen muß man sich nicht nur überlegen, wie man aufgrund der hohen Preise schnell genug von der Telekom wegkommt, sondern auch, daß man nicht irgendwo, unter einem anderen Namen (zB Congstar) in eine Telekom-Falle gerät.

Weit habt Ihr es gebracht, liebe Telekom!


Wann werden endlich die Konsequenzen gezogen? Wann zieht Frau Merkel die Notbremse? Was soll noch alles passieren, ehe irgendjemand merkt, daß die gesamte Spitze der Telekom - und anscheinend auch der Aufsichtsrat - vollkommen überfordert ist?

Denn: Was kann es für ein Telekommunikationsunternehmen wichtigeres geben für die eigene Reputation und damit auch für den eigenen Erfolg und den eigenen Aktienwert als das Vertrauen der Menschen in die Sicherheit ihrer Daten? Vertrauen - einmal in ihre Rechnungs- und Verbindungsdaten und zum anderen in die Sicherheit des privaten und nicht bespitzelten Telephonats?

In beiden Fällen hat die Telekom grandios versagt!
Was bleibt übrig von solch einem Unternehmen? Nichts, denn eigentlich sind diese Daten vergleichbar mit den Einlagen der Sparer bei einer Bank - und da weiß man ja gerade ein Lied von zu singen!

Saturday, September 27, 2008

Bain statt Brain bei Yahoos Jerry Yang!?

Wenn Internet-Companies Unternehmensberater holen, dann weiß man, daß das Ende nah ist! Kein gutes Vorzeichen für Yahoo. Hätten sie vielleicht doch besser an Microsoft verkaufen sollen. Manchmal sitzt man eben besser in der Galeere als auf der Straße.

Silicon Alley Insider fragte sich vor wenigen Tagen "How Many People Does Yahoo Need To Fire To Get "Fit"?" und gab auch direkt die Antwort im gleichen Artikel, der eine Situationsanalyse zum Kern hatte - und gleichzeitig Bain arbeitslos macht.
Denn was der Insider auf einer Seite zusammenfaßt, kostet bei Bain höchstwahrscheinlich 1 Million Dollar (also diese Analyse alleine, geschweige die Bain-geführte Umsetzung), wofür wieder ein paar Menschen das Unternehmen verlasen dürfen, wie der Artikel spekuliert.


Warum ist ein in die Jahre gekommenes Start Up am Ende, wenn es die organisierte Beratung ins Haus holen muß?

Nun, dann ist es langsam geworden, träge, betriebsblind, dann hat es zu viele von den falschen Leuten an Bord, dann läßt es das Engagement des Einzelnen aus der ersten Zeit vermissen, dann ist es nicht mehr kreativ, imaginativ, innovativ.
Dann hat es den alten Unternehmergeist verloren, den Speed to Market.
Es hat nicht mehr den Finger am Puls der Zeit, es ist weder intuitiv, noch empathisch, es antizipiert keine, geschweige kreiert Trends. Es kapitalisiert nicht mehr die alte Agilität, es ist bürokratisch geworden und verwaltet eher das Bestehende als die Zukunft zu gestalten.

Es ist zu einem durchschnittlichen Unternehmen geworden, der durchschnittlichen Agentur gleich, die CEOs erkennen die Zeichen der Zeit nicht mehr! Es ist eher umgekehrt: an ihnen nagt der Zahn der Zeit.


Unternehmen werden nicht von organisierten Beratungen gerettet. Organisierte Beratungen sind Entschuldigungen, Ausreden, Ausflüchte, Umwege. Organisierte Beratungen können nicht die Inkompetenz des Managements kompensieren.

Das Management hat die Aufgabe, das Unternehmen zu führen im wahrsten Sinne des Wortes, ihm voranzugehen, Vorbild zu sein, zu inspirieren und Werte und Visionen zu entwickeln und schließlich zu kapitalisieren.
Wenn das nicht funktioniert, macht auch alles andere keinen Sinn mehr, es verzögert nur die unausweichliche Wahrheit.

Eine Wahrheit, die sich auch momentan in den Agenturen, Telekommunikationsunternehmen und Medien niemand eingestehen will: es wird Zeit, die Brains anzuwerfen - und die Bains, etc. rauszuwerfen!

Friday, September 19, 2008

Die neuen Microsoft Spots!

Während sich die w&v auf das für sie wichtigste Ingredienz der neuen Microsoft-Kampagne konzentriert, nämlich daß Eva Longoria (Desperate Housewives, Langnese) einen Part in der Kampagne hat, und vor lauter Verzückung darüber immer noch der Meinung ist, die Kampagne starte "in Kürze", kann man hier schon die neuen Microsoft-Spots sehen:

Alle 3 neuen Spots bei inquisitr.com!

1 neuer Spot mit hervorragendem Kommentar, warum die Kampagne nicht ganz so toll ist, bei jaffejuice.com!


Stoisch wird von allen Testimonials wiederholt, daß sie ein PC sind. Gut. Und? Dann sind sie halt ein PC. Was soll es? So lange nicht über die Vorteile eines PCs gesprochen wird, können sie hundertmal sagen, sie seien PC, es interessiert mich nicht!

Microsoft reagiert - reagiert, nicht agiert! - auf die Apple-Kampagne! Was soll das? So sehr tut ihnen Apple weh? Das ist traurig. Aber muß man es dann auch noch dem Rest der Welt mitteilen, der von selbst niemals auf diese Idee gekommen wäre? Muß man den PC-Charakter von Apple noch bekannter machen?

Die Microsoft-Antwort ist eine kindische Trotzreaktion! Microsoft hätte auch sagen können, was stört diese Mücke mich als Elephanten!?

Nein, Microsoft will das Mitleid der Welt, will gedrückt und wieder liebgehabt werden.

Nur sollten die sich dann lieber auf ihre Stärken konzentrieren und diese in den Vordergrund stellen, statt drei Spots lang nur die Tagline des Wettbewerbers wiederzukäuen.

Ebenso hätten sie Bill da raushalten sollen, er ist die Vergangenheit. Ballmer ist die Zukunft, oder der Microsoft-Strategie-Chef, oder oder oder, aber bestimmt nicht Daddy Gates.


Lassen wir uns überraschen, ob diese Kampagne noch die Kurve kriegt.

Thursday, September 18, 2008

Seinfeld und Microsoft schon wieder am Ende!

Der Einzige, der über die ganze(!) Kampagne wirklich lachen konnte, war Jerry Seinfeld - und zwar den ganzen Weg bis zu seiner Bank, wie gespöttelt wurde.


'Das war doch nie anders geplant', hört man aus Redmond, der Zentrale des größten und langweiligsten Software-Konzerns dieser Erde, 'Jerry sollte nur den Boden bereiten'.
Ja, warum sagt man das denn nicht vorher? Dann hätte man sich wieder eine Menge negativer Schlagzeilen ersparen können.
Zumal die Vermeidung negativer Schlagzeilen das einzige Ziel des Konzerns war, um dann vorsichtig ein menschelnderes Unternehmen und ein perfekteres Windows Vista (zumindest) werblich zu realisieren.


Die neue Kampagne nun setzt auf der Apple-Kampagne auf. Welch geniale Idee. Damit endlich auch der letzte die Apple-Kampagne kennenlernt und sie auch - wie alle anderen vor ihm - besser finden wird als alles, was Microsoft noch zu machen versucht.

Wir wünschen Microsoft alles Gute und nichts Böses.
(Diese Wünsche wurden auf einem MacPro geschrieben.)


Hier ein wenig Hintergrund aus der New York Times: "Echoing the Campaign of a Rival, Microsoft Aims to Redefine ‘I’m a PC’"


Update: Na, anscheinend geht es mit Jerry und Bill doch weiter, nur wann, steht noch in den Sternen! "Bill Gates Wants to Hear From You; Jerry Not Cancelled"

Tuesday, September 16, 2008

Keine Allianz-Arena in New York!

Wegen möglicher NS-Vergangenheit der Allianz wird ein New Yorker Stadion nicht nach der Versicherung benannt, schreibt die Süddeutsche.de im Sportteil, um die Relevanz der Nachricht zu unterstreichen. Von Ralf Schwartz.


"New Yorker Medien hatten nach Bekanntwerden der Verhandlungen ausführlich über die Geschichte des Allianz-Konzerns während der NS-Zeit berichtet. Sie warfen dem Unternehmen vor, es habe zwischen 1933 und 1945 auch Nazi-Eigentum versichert und von der Übernahme jüdischer Versicherungshäuser profitiert.", schreibt die Süddeutsche.de in ihrem Sportteil, wo solch eine Nachricht auch hingehört, weiß man doch, daß der durchschnittliche Feuilleton-Redakteur des morgens mit dem Sportteil sein Leben am unteren Rande der Seite beginnt.


Verstrickungen in eine Nazi-Vergangenheit sind nur noch wichtig, richtig und relevant, und werden artifiziell zu medialen Skandalen gepusht, wenn man subjektiv mißliebige Menschen mundtot machen möchte (Gunther Grass) oder Quote braucht (Kerner).

Zum Glück für Unternehmen mit Vergangenheit haben wir Deutschen nie Probleme mit dieser, unserer Vergangenheit, wenn es etwas zu verdienen gibt.
Man darf halt nicht gedient haben, sondern nur verdient!

Die Nazi-Vergangenheit größter Unternehmen in Deutschland interessiert wirklich niemanden mehr in eben diesem, unserem Lande. Das ist so unwichtig wie die Verhütung von Krebs, solange man mit der Heilung mehr Geld verdienen kann.
Und schließlich geht es da immer auch um die Erhaltung von Arbeitsplätzen. Und einen zu haben, macht ja bekanntlich frei.
(Dem aufmerksamen Leser sträubt sich natürlich das Nackenhaar und er fragt sich: Darf man das noch sagen?)


Gerade in München macht Vergangenheitsbewältigung wenig Sinn, wenn man um die absolute Mehrheit kämpft. Daher sollte deren Allianz-Arena weiterhin kein Problem sein, oder? Kein Problem, solange sie nur blau und rot strahlt. Kein Problem, solange solcherart Wahlen gewonnen werden können, denn zur Instrumentalisierung reicht die Braune Vergangenheit immer noch - und in beide Richtungen.


Seien wir also in diesem Sinne stolz auf die Amerikaner und ihre Sensibilität. Und stolz auf die Süddeutsche.de und ihre Sensibilität.

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  • Wie kann ein zweifach Lead Award gekröntes Magazin, das Mitte 2008 im 5. Jahre eingestellt wurde, heute 'aktueller denn je' sein?

    > Dazu muß man nur die 140- Zeichen(!)-Synopsis jeder einzelnen der 50 Ausgaben inhalieren! Enjoy!