Friday, July 03, 2009

Auto: Industrie ohne Vision

Das wichtigste, was Autobauer Rinspeed der Industrie voraus hat, ist sein Gründer und CEO Rinderknecht.

Ohne wirkliche Visionen kann die Branche nicht mehr überleben, vegetiert sie nur als Kulisse dahin. Ohne wirklichen Visionär kann der einzelne Autobauer nicht überleben, bleibt Me-Too.
(Ohne wirklichen Visionär kann kein Unternehmen überleben, wie gerade die Medien, Agenturen, Berater, kleinen und feinen deutschen Markenartikler lernen - und was Apple und die Uhrmacher in Glashütte längst wissen.)

In besseren Zeiten bedurfte es nur inkrementeller Innovation, wie sie seit langem von der gesamten Industrie betrieben wird. Profite waren wichtiger als Quantensprünge. Das Volk war genügsam, der Wandel der Welt wurde frech ignoriert. Man wurde nachlässig und träge - und beschwor damit erst die schlechten Zeiten herauf.

In den letzten Jahren hat sich eindrucksvoll gezeigt, daß das Inkrementelle bei weitem nicht ausreicht. Wem nutzt schon der Regensensor, die Parkhilfe, wenn das Auto einfach zu groß ist, der Klimawandel den Regen verhindert? Man mag es auf andere Ausreden schieben wollen, aber die Verfolgung des Inkrementellen ist der Kern des Problems!
Die Verfolgung des Inkrementellen verführt zu faktischem Stillstand (bindet sie doch wertvollste Ressourcen), zu Rückschritt gar, der Vernachlässigung von Qualität (in der Fertigung wie bei Mercedes), Markenpflege (wie bei Opel) und Respekt gegenüber den Kunden (die unverschämten Werkstattpreise der deutschen Hersteller und Vortäuschung eines Wandels, der nur in der Werbung existiert).

Wie aber soll eine Industrie oder ein einzelnes Unternehmen plötzlich disruptive Sprünge machen (oder nur auf die Idee kommen), wenn man allein inkrementell denken kann an der Spitze?
(Selbst Toyota hatte trotz seiner visionären Führung jahrelang Schwierigkeiten, innerhalb des allumfassenden Kaizen (also der Kontinuierlichen Verbesserung) noch Disruption in der Innovation zu etablieren.)
(Nein, der Porsche-Lenker Wiedeking ist nicht visionär, er hatte nur die vorteilhafteste Infrastruktur des Planeten neben sich.)

An die Spitze gehört ein Visionär, der die Menschen und Top-Manager bewegen kann, ihnen ein Beispiel ist, Spiegel und Vorbild. Der weiter denkt als alle anderen. Der mutig genug ist, die Zukunft zu realisieren, die er sieht. Der empathisch genug ist, die relevante Zukunft zu sehen und realistisch genug, keine Wolkenkuckucksheime zu bauen, seine Vision aber trotzdem nicht zu verraten an kurzfristige Ziele, Aktionärswünsche und seinen eigenen Bonus ...

Wie kamen wir auf Rinspeed? Ach ja, das Interview mit Gründer und CEO Rinderknecht im Handelsblatt. Viel Vergnügen bei "Autobau steht vor einer Revolution".

Tuesday, June 30, 2009

Free: Godin vs. Gladwell vs. Anderson

Wer 'Free', das neue Buch von Chris Anderson ('The Long Tail') kaufen möchte, denn das gibt es nicht 'for free', sollte vielleicht zuerst dies "Malcolm Gladwell: Chris Anderson Is Wrong About 'Free'" in AdAge lesen, um zu entscheiden, ob der Kauf immer noch Sinn macht.

> Der Original-Artikel Gladwells: "Priced to Sell Is free the future?".


UPDATE
> Und nun: Seth Godin versus Malcolm Gladwell: "Malcolm is wrong".
Viel Vergnügen!

Wednesday, June 24, 2009

Kleine Fehler verzeiht der liebe Aktionär zuerst!

Wie schön, wenn Manager kleine Fehler zugeben können. Irgendwie ist das menschlich und reichert das ganze Unternehmen menschlich/emotional an: "Unsere aufmerksamen Aktionäre!".
Think about it, all you Managers & Brands da draussen!

Monday, June 22, 2009

TED-Video: Dan Ariely - Predictably Irrational

Während ich noch Dans Buch "Predictably Irrational" lese, hier schon mal ein Vorgeschmack auf ihn mittels eines TED-Videos.



Wer sich über sein Aussehen Gedanken macht, sollte wissen, daß im Alter von 18 Jahren neben ihm eine Magnesium-Fackel (die benutzt werden, um Schlachtfelder des nachts zu erleuchten) explodierte und ihm Verbrennungen Dritten Grades an 70% seines Körpers zufügte.
Drei Jahre verbrachte er im Krankenhaus mit zahllosen Operationen.

Sunday, June 21, 2009

Kleine Tips - Große Wirkung!

Lesenswert in der Süddeutschen: "Führungskultur: Die verstockte Elite". Klingt sehr nach der Realität, die einem in den Fluren, Etagen, Vorständen dieser Unternehmenswelt entgegenströmt. Wohin uns dies gebracht hat, kann man an der aktuellen Situation da draussen ablesen!

Dabei kann jeder Einzelne jeden Tag einen Unterschied machen! Im Großen und im Kleinen! Es geht um einen höheren Nutzen des Einzelnen, um Motivation, Engagement, Integration, Respekt, es geht um Produktivität, Effektivität und - ja tatsächlich - Spaß und Zufriedenheit.

Die von mir empfohlene Lösung klingt einfach, ist aber sehr herausfordernd, denn sie erfordert Mut, Rückgrat, Zivilcourage, Weitblick jedes Einzelnen:
- Sei, wer Du bist!
- Sage, was Du denkst!
- Messe Dich nicht am Hier und Jetzt!
- Entwickle Dich! Wachse!
- Setze Dir höhere Ziele!
- Lasse Dich nicht verbiegen!
- Lasse Dich nicht einschüchtern!
- Mache Fehler und lerne daraus!
- Verlasse eher das Unternehmen als Deinen Weg!

Bedenke bei allem, was Du tust, ob Du gesehen wirst oder nicht: Du bist Vorbild!

Saturday, June 20, 2009

Don't just be your job. Be you.

Steve Yastrow hat bei Tom Peters einen poetischen Post hinterlassen: "Don't just be your job. Be you. Be irreplacable".

Tuesday, June 16, 2009

Amazon's Jeff Bezos on Innovation and Entrepreneurship

> GigaOm. Jeffs Anmerkungen sind gar nicht sonderlich innovativ. Der große Unterschied liegt einfach darin, daß er gehandelt und nicht nur geredet hat.
Think about it!

Sunday, June 14, 2009

Weise und launige Abschlußfeier-Reden

Vor wenigen Wochen wies ich im Text "Commencement Addresses by Ellen DeGeneres and Steve Jobs" auf die entsprechenden Videos der beiden hin.

Nun listet der Silicon Alley Insider neben Steve Jobs einige weitere ("Amazon CEO Jeff Bezos, World's wealthiest author, J.K. Rowling, Microsoft founder Bill Gates, Google cofounder Larry Page, Google CEO Eric Schmidt, Viacom chairman Sumner Redstone, Google 'business founder' Omid Kordestani") auf, die man in Wort und Bild verfolgen kann: "Advice from rich People".

Es lohnt wirklich, diese Abschlußfeier-Reden zu inhalieren - vor allem (immer noch) Ellen und Steve. Kurzweiliger und effektiver kann man sich nicht inspirieren lassen.

> Via Alles2null.

Friday, June 12, 2009

Leader brauchen Selbstvertrauen

"You won't get to the top without it. To build your self-confidence, believe in yourself, don't worry about being perfect, and put up a brave front ", says Marshall Goldsmith in his BusinessWeek article: "Self-Confidence for Leaders".

Monday, June 08, 2009

Gigerenzer-Interview zur Intuition

Im April hatten wir hier Gerd Gigerenzers Buch "Bauchentscheidungen - Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition" vorgestellt.

"Im Handelsblatt-Interview spricht Gigerenzer über die Nachteile komplexer analytischer Methoden. Faktenhuberei könne die Sicht vernebeln. Wenn es hart auf hart kommt, sollten sich Fachleute auf ihre Intuition verlassen.".

Es lohnt sich, in den Artikel hineinzulesen und auch das Buch zu inhalieren. Gigerenzer ist kein 'spinnerter Sozialwissenschaftler', sondern leitet seit "zwölf Jahren ... den Forschungsbereich Adaptives Verhalten und Kognition am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin", wie das Handelsblatt schreibt.


> Wer mehr über Intuition erfahren möchte, kommt an zwei Büchern nicht vorbei: Für mich bewegt sich 'Bauchentscheidungen' zwischen "Bas Kast : Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft - Die Kraft der Intuition" und "Gerald Traufetter : Intuition - Die Weisheit der Gefühle".

> 48 weitere Book Reviews gibt es in der inspiration/leader Rubrik "Reviews".
> Hunderte Buchempfehlungen gibt es in der rsc // library for mental wealth.

Thursday, June 04, 2009

Charisma macht keinen satt oder: Leadership in Krisenzeiten

Immer wieder werden die Begriffe Leadership und Management verwechselt oder mißverständlich benutzt. Gerade die Verkürzung des Leaders zum Führer ist nicht hilfreich.
Im folgenden möchte ich einige Definitionen von Leader, Leadership, Manager und Management wiedergeben, die bereits länger in der Literatur existieren und von mir in Vorlesung und Beratung eingesetzt wurden/werden.

Nicht nur in Krisenzeiten ist der Leader, die Führungskraft oder -persönlichkeit, dem Manager überlegen. Gerade wir in Deutschland tun den Leader gerne als 'Charismatiker' ab, dessen Charme wir zwar erliegen, der uns aber nicht wirklich helfen kann.

Damit tun wir dem Leader - als auch dem Charismatiker - unrecht. Denn die Menschen, deren Charme wir in den Medien und der Politik erliegen, sind keine wirklichen Vorbilder, Führungspersönlichkeiten oder Macher.
Sie sind von den Medien aufgebaute und benutzte Projektionsflächen unserer Wünsche und Träume, unseres polarisierenden Hasses oder unserer Liebe. Diese Menschen sollen Mehrheiten bewegen, Emotionen schüren, Fakten verdecken, Wahlen gewinnen, Medien und Produkte - auch sich selbst - verkaufen.

Leadership-Persönlichkeiten bringen hochwertige Leistungen, sie sind nicht bekannt um ihrer selbst willen oder weil sie bekannt sind. Ihr Verdienst ist Bekanntheit durch Leistung, nicht umgekehrt. Sie haben sich unseren Respekt verdient.

Die folgenden Zitate sollen für sich stehen. Sie sollten sie sich auf der Zunge zergehen lassen und die Unterschiede inhalieren.

Beobachten Sie einfach in den nächsten Tagen mal sich selbst und Ihr Umfeld: In welchen Situationen verhalten Sie sich wie eine Führungspersönlichkeit, wie ein Leader, oder eben 'nur' wie ein Manager?
In welchen Situationen verhalten sich die Menschen in Ihrem Umfeld wie Leader bzw. wie Manager?

Sprechen Sie sie ruhig darauf an! An ihrer Reaktion werden Sie merken, wen Sie wirklich vor sich haben! Und ändern Sie ruhig auch das, was Ihnen bei Ihnen selbst als optimierungswürdig auffällt!

> Leadership vs. Management

"One does not 'manage' people. The task is to lead people. And the goal is to make productive the specific strengths and knowledge of each individual."
(Peter F. Drucker, Management Challenges for the 21. Century)

> Manager

"The manager's starting point is the individual employee. He looks at her palette of talents, skills, knowledge, experience and goals, and then uses these to design a specific future in which the individual can be successful.
That person's success is his focus."
(Marcus Buckingham, The One Thing you need to know)

> Leader

"The leader starts with his image of the future. This better future is what he talks about, thinks about, ruminates on, designs and refines.
Only with this image clear in his mind does he turn his attention to persuading other people that they can be successful in the future he envisions. But, through it all, the future remains his focus."
(Marcus Buckingham, The One Thing you need to know)

> Management

"Since Management is primarely derived from position or ownership, Management does not necessarily require these factors in order to work.
Management, ... , can be effective without recognition of a social contract between managers and employees, and without the agreement of those being managed."
(Donald G. Krause, The Way of the Leader)

> Leadership

"Leadership can be defined as the will to control events, to chart a course, and the power to get a job done, cooperatively using the skills and abilities of other people.
The goals and requirements of strong, effective leadership are the same now as they were 2500 years ago."
(Donald G. Krause, The Way of the Leader)

"Leadership requires recognition of a social contract between the leader and his followers. The Leader must possess both the will and the ability to control the outcomes of events through the cooperative exercise of power over the actions of other people.
Further, the power to lead must be freely given by those being led. Leadership power is grounded in mutual consent, expectations and commitment."
(Donald G. Krause, The Way of the Leader)

> Leader und Leadership

(Hier werden Leader und Leadership sehr schön auf den Punkt gebracht. Gerade in der Krise brauchen wir diese Eigenschaften. Dies hat nur bedingt mit dem Charisma zu tun, das wir aus den Medien kennen, sondern eher mit dem Charisma, das vorbildlich vorangeht und die richtigen Dinge bewegt. Charisma alleine macht niemanden satt. Es macht nichtmal zufrieden.)

"Leaders take Responsibility, move things forward, dream dreams, and realize them. Leaders motivate employee commitment on a voluntary level ... transform organizations in new entities with a higher potential for survival, growth, and performance.
Effective Leadership enables the organization to increase the wellbeing of employees and society (which they are part of).
They are the Architects of an organization's future."
(Burt Nanus, The Leader's Edge)

> Leader vs. Manager

(Eine Gegenüberstellung, die zeigt, daß wir - egal wo wir sind - echte Führungspersönlichkeiten mit der Lupe suchen müssen, während die Manager, die so tun als ob, sich nur für Leader halten, uns etwas vormachen wollen, Legion sind.)

"Der Manager verwaltet, der Leader führt Neuerungen ein.
Der Manager ist eine Kopie, der Leader das Original.
Der Manager konzentriert sich auf Systeme und Strukturen, der Leader konzentriert sich auf Menschen.
Der Manager ist von Kontrolle abhängig, der Leader ruft Vertrauen hervor.
Der Manager hat eine kurzfristige Sichtweise, der Leader denkt langfristig.
Der Manager fragt wie und wann, der Leader fragt was und warum.
Der Manager richtet seine Augen immer auf den Boden, der Leader immer auf den Horizont.
Der Manager imitiert, der Leader erfindet ständig neu.
Der Manager akzeptiert den Status Quo, die Leader versucht ihn in Frage zu stellen.
Der Manager ist ein guter Soldat, die Leader seine eigene Persönlichkeit.
Der Manager macht Dinge richtig, die Leader macht das Richtige."
(Warren Bennis, On Becoming a Leader)


> Mehr zum Thema auch hier: inspiration/leader "In der Krise über sich selbst hinauswachsen? Na, wann denn sonst!?".

Monday, June 01, 2009

Gladwell-Interview in der Zeit

Malcolm Gladwell spricht über Ideen, Kreativität, Innovation, etc.: "Kreativität: Schnipps!".

Ua:
"ZEIT: 
Wie spielt man am besten mit Ideen?
Gladwell:
Wir sollten uns daran erinnern, in welchem Zustand wir als Kinder waren, wenn wir spielten: Wir entfernten uns aus der Wirklichkeit und begaben uns für eine bestimmte Zeit in ein anderes, wunderbar künstliches Universum. Hinterher hatten wir etwas gelernt oder zumindest Spaß gehabt. Als Erwachsene haben wir den Wunsch nach einer solchen Erfahrung nicht verloren."

Diese Entfernung aus der Wirklichkeit ist auch bei den Innovations-Dialogen (zur Findung des Monopolen Momentes) mein wichtigstes Anliegen.

Läßt man sich darauf ein und hat eben nicht die Befürchtung, seine Zeit nutzlos zu verschwenden, ergeben sich sehr schnell neue Perspektiven, man erkennt neue Muster, reduziert Komplexität und entwickelt eine neue Philosophie zu Märkten, Potentialen und Geschäftsfeldern.

Zum Loslassen gehört kein Mut, sondern nur das Wissen um seine eigene un/bewußte Betriebsblindheit, seinen Tunnelblick, die üblichen Blind Spots - und der Wunsch, diese hinter sich zu lassen.

Zum Abschluß:
"Gladwell: ... Um das Beste aus Ideen herauszuholen, muss man bereit sein, sich mit ihren kleinen Mängeln abzufinden.
ZEIT:
 Keine Idee ist perfekt.
Gladwell:
Ja, das gilt notwendigerweise. Und wenn sie perfekt wäre, wäre sie langweilig."


> Hier die Gladwell-Reviews im inspiration/leader:
> "blink".
> "tipping point".
> "outliers".

Friday, May 29, 2009

Das Netz muß verstanden sein

Das Internet ist die Zukunft. Ohne es - und auch mit seiner Zensur - fallen wir zurück in Zeiten, die die wenigsten (eben all jene, die das Netz immer noch nicht in Ansätzen durchdringen und in ihm das sehen, was der Bauer nicht frißt) sich zurückwünschen.

Deshalb zwei Artikel aus der Zeit zur Reflexion: Pro ("Geistesaristokratie") und Contra ("Das Netz als Feind") sozusagen (bitte in umgekehrter Reihenfolge lesen).

Man genehmige sich eine eigene Meinung.

Tuesday, May 26, 2009

Commencement Addresses by Ellen DeGeneres and Steve Jobs

Nur die ganz Großen können den Zuschauer fesseln durch den Wechsel von humorvollen und nachdenklichen Passagen. Ellen DeGeneres gehört dazu.

Man beachte den University President (links), der hat richtig Spaß. Das wünscht man sich auch an deutschen Universitäten, oder?


Video courtesy YouTube.

> Via Stefan Niggemeier > Via GayWisdom.


Unvergessen auch die Ansprache von Steve Jobs:


Video courtesy YouTube.

Monday, May 25, 2009

Das Spiel ist aus

Einer Reflektion wert ist das Urteil des EuGH gegen Apotheken-Ketten, denn: "Tatsächlich liegt, wie das EuGH-Urteil richtig erkennt, bei juristischen Personen wie Aktiengesellschaften ein strukturelles Problem vor: Große Unternehmen nehmen häufig nicht nur gemeinschädliches Verhalten, sondern auch Regelverstöße in Kauf, wenn es den Kurs oder den Profit steigert. Personen, die für solche Unternehmen gemeinschädlich handeln, sind im Gewirr der Entscheidungsprozesse selten ausfindig zu machen und werden deshalb meist nicht zur Rechenschaft gezogen.", wie Heise schreibt.

Genau mit diesem gemeinschädlichen Verhalten haben wir es heute allerorten zutun. Niemand kann mehr abstreiten, daß die aktuelle Krise indirekt und direkt auf eben dieses zurückzuführen ist.
Wenn jeder nur an sich denkt, wenn man am Wähler, Konsumenten, Menschen vorbei handelt, produziert und visioniert (oder eben garnicht), dann darf man das gemeinschädlich nennen.
Man kann das auch geschäftsschädigend nennen, dann aber müßten all die Manager gehen, die den Autokonzernen und Banken ihre aktuelle Situation durch ihr Tun und Lassen in den letzten 10 Jahren zugemutet haben. Deshalb wird dieses Wort in keiner aktuellen Diskussion fallen. Ebensowenig wird die Politik ihr eigenes Verhalten in den Aufsichtsräten und Kontrollgremien der Landes-, etc. Banken gemeinschädlich oder geschäftsschädigend nennen wollen - denn dann müßten sie Konsequenzen ziehen und ihre Freunde, Bekannten, sich selbst abberufen.

Ändern kann wieder nur der Einzelne etwas, sind doch die Machtinteressen zu offensichtlich und zu verfestigt, als daß der Staat, die Politik, das Management als Ganzes etwas unternehmen würde gegen sich selbst.

Allen aber würde es gut zu Gesicht stehen, Verantwortung zu übernehmen, Konsequenzen zu ziehen aus dem getanen oder unterlassenem, denn Vertrauen kann man diesen Vorgsetzten, Politikern, Managern nicht mehr.
Sie können es sich nur durch konsequentes Handeln und durch das Lernen aus gemachten Fehlern wieder verdienen, mit hohem Engagement, mit grandioser Vorleistung und mit viel Geduld.

Das Spiel muß ein neues werden, denn das alte ist aus und vorbei. Die Spieler sind verbraucht, sie müssen nicht nur auf die Bank, sie müssen nach Hause geschickt werden.

Wir brauchen ein neues Denken! Das funktioniert nicht mit den alten Köpfen!

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  • Wie kann ein zweifach Lead Award gekröntes Magazin, das Mitte 2008 im 5. Jahre eingestellt wurde, heute 'aktueller denn je' sein?

    > Dazu muß man nur die 140- Zeichen(!)-Synopsis jeder einzelnen der 50 Ausgaben inhalieren! Enjoy!