(NUR EIN ZITAT ist eine Zitaten-Reihe in loser Folge. Die Zitate sollen nicht infrage gestellt werden, sollen nur Anreiz zur Reflexion bieten.)
Heute: Burkhard Schwenker, Chef der Unternehmensberatung Roland Berger:
"Ein guter europäischer Manager folgt eher langfristigeren Zielen, ist unternehmerischer, weniger finanzorientiert.
Er ist stärker in seinem sozialen Umfeld verankert und diskutiert Veränderungen im Unternehmen intensiver mit den Angestellten.
Der Umgang mit anderen Kulturen fällt ihm oft leichter."
Dieses Zitat sollte man sich langsam, Wort für Wort auf der Zunge zergehen lassen. Dabei sollte man an die Autoindustrie denken, an Daimler, BMW, VW/Audi, an den Telekom-Vorstand, an die Bank-Direktoren, -Vorstände und -Aufsichtsräte in und außerhalb der Finanzkrise, an die Energie-Manager, etc.
Man sollte denken an das eigene Verständnis von 'langfristiger', 'unternehmerischer', 'weniger finanzorientiert', 'diskutiert intensiver', usw.
Oder sollte man das Zitat einfach auf das Wort 'gut' am Anfang reduzieren und Burkhard Schwenker recht geben, daß zwar ein guter Manager so denkt und handelt, wir aber momentan äußerst wenige gute Manager haben - und diese trotzdem zu Millionären machen, ua. weil wir keine besseren finden, viel eher aber weil wir es so wollen?
Oder sollte man sich gar zurücklehnen und akzeptieren, daß er sagen will, unsere seien - wenn schon nicht gut, so wenigstens - eine inkrementale Abstufung besser als die außereuropäischen?
Das Ideal ist vorgegeben. Schön. Wie nur wollen wir dieses leben in unseren Unternehmen, die täglich das Gegenteil verlangen?
Comments