Geht denn das überhaupt? werde ich oft gefragt. Menschen einen Unterschied machen lassen? Menschen über sich hinauswachsen lassen? Menschen andere Menschen inspirieren lassen?
Natürlich. Der Einzelne muß es nur wollen, muß sich nur aus ganzem Herzen und voller Überzeugung wandeln und entwickeln wollen.
Daher berate ich auch nur diejenigen, die schon an sich selbst festgestellt haben, sie wollen sich (ver-)ändern (und trotzdem sie selbst bleiben). Sie wollen über sich hinauswachsen ohne sich selbst zu verraten. Wollen ihre (unentdeckten) Talente nutzen, ihre (ungenutzten) Potentiale freisetzen.
Aber genauso natürlich ist es auch schwierig, sich und andere zu ändern. Deshalb heißt Gerhard Roths Buch im Untertitel auch entsprechend: "Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern".
Ich möchte hier die ersten 276 Seiten zum Wohle des eiligen Lesers überschlagen, die sich in 3 Exkursen mit den Hürden beschäftigen, sich und andere zu ändern, und direkt zu den relevanten Strategien kommen:
1 - Andere ändern!
Ja, man sollte bei sich beginnen. Hier aber folgen wir der Chronologie des Buches.
A - Den Mitarbeiter ändern
Die Grundbotschaft des Vorgesetzten an den Mitarbeiter muß lauten:
"Ich nehme mir Zeit, Dich kennenzulernen, Dir die Sache zu erklären, einzelne Schritte detailliert durchzugehen, Deinen individuellen Vorteil erkennen zu lassen.
Ich will, daß Du Deine Möglichkeiten kreativ einsetzt oder gar erweiterst - es wird sich für uns beide lohnen.
Ich bin glaubwürdig, ich will Dir ein Vorbild sein."
In diesen wenigen Zeilen steckt die ganze Wahrheit des Vorgesetzten. Diese muß in jeder Sekunde erkenn- und erlebbar sein. Auch für unbeteiligte Dritte. Der Vorgesetzte muß dies ausstrahlen!
Das zu erreichende Ideal hierbei sind 'selbstwirksame' Mitarbeiter: "... sie wissen, was sie können, setzen sich realistische Ziele, kontrollieren eigenständig den Erfolg ihrer Tätigkeit, ertragen Kritik und zeigen eine positive Grundstimmung."
B - Den Vorgesetzten ändern
Schlechte Nachrichten von Gerhard Roth: "Kritik erträgt man nur durch lange Übung und aufgrund eines stabilen und zugleich nicht zur Selbstüberschätzung neigenden Selbst." und:
"Ist er (der Mitarbeiter, rs) aber so unvorsichtig und kritisiert - gleichgültig ob höflich oder unhöflich - seinen Chef, der ihn ja dazu aufgefordert hat, so wird dieser ihm dies übel nehmen, und zwar umso mehr, je berechtigter die Kritik ist (und je höflicher sie vorgebracht wurde)."
Unserer Meinung nach kann man auch einen Vorgesetzten ändern - nämlich genauso wie den Mitarbeiter (laut Roth, siehe oben):
"Ich nehme mir Zeit, Dich kennenzulernen, Dir die Sache zu erklären, einzelne Schritte detailliert durchzugehen, Deinen individuellen Vorteil erkennen zu lassen.
Ich will, daß Du Deine Möglichkeiten kreativ einsetzt oder gar erweiterst - es wird sich für uns beide lohnen.
Ich bin glaubwürdig, ich will Dir ein Vorbild sein."
Think about it!
2 - Sich selbst ändern!
Ich will an mir arbeiten, mich wandeln, mich entwickeln, über mich hinauswachsen! Dazu muß ich mich selbst motivieren. Dies geschieht laut Gerhard Roth auf 3 Arten:
A - Nacheifern / Vorbild suchen!
Nach Roth die schwierigste Variante, weil dazu eine "gehörige Portion Selbstgewißheit" gehört. Zudem passiert es leicht, daß man nur ein Abklatsch des Originals wird. Das merken die Menschen. Und man selbst wird nicht glücklich.
B - Sich klare und leuchtende Ziele setzen!
Hierbei muß man sich klare Bilder vor Augen halten: ich will diese Aufgabe beenden, diesen Kunden gewinnen, diese Verantwortung übernehmen, dieses spezielle Ziel erreichen, ehrlicher, strategischer, kommunikativer sein.
Dazu überprüft man täglich, wie sehr man die neuen Verhaltensweisen nutzt, wieviel man seinem Ziel näher gekommen ist, und adjustiert sein Verhalten direkt.
C - Kleine Schritte mit sofortiger Belohnung!
Für all jene, die sich nicht durch die Erfüllung der Aufgabe selbst motivieren können, sondern eine zusätzliche, äußere Belohnung benötigen, gibt es laut Roth dieses Vorgehen: Man nimmt sich kleine Dinge vor, "jeden Tag zwei Seiten lesen", "am Samstag werden die liegengebliebenen Gutachten geschrieben", und belohnt sich dann selbst mit ebenso kleinen Dingen, die einem Freude bereiten, ein Glas Wein, Sonntag faulenzen.
Diese Techniken dienen dazu, den inneren Schweinehund zu überwinden und Routine in ungeliebte Arbeiten zu bringen bzw. sie so sehr in kleine Abschnitte zu zerlegen, daß sie weitaus geringere emotionale Aversionen erzeugen.
Man kann sich ändern, man muß es nur wollen. Man muß sich die richtigen Vorbilder suchen, die richtigen Ziele setzen, die einen auch motivieren und über sich selbst hinauswachsen lassen sowie die Belohnungen gönnen, die eine individuelle innere Befriedigung in sich selbst tragen.
Viele Details zum Verständnis der eigenen Psyche findet man in Gerhard Roths Buch. Man versteht, warum es schwierig ist, sich selbst zu ändern, aber auch, warum es sehr einfach sein kann, wenn man es wirklich will!
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