Eine Umfrage unter Führungskräften besagt, daß es Managern "in erster Linie um die Sache" geht, nicht ums Geld.
"Managern geht es in erster Linie um die Anerkennung ihrer Arbeit", sagt Johannes Graf von Schmettow (47), der Zehnder-Deutschland-Chef. "Monetäre Anreize spielen vor allem als Ausdruck dieser Anerkennung eine Rolle", schreibt der Spiegel später. Übersetzt: Ich brauche kein Geld, Anerkennung ist mir wichtiger. Geld ist doch nur deren Währung.
Diese Logik sagt zumindest mir, daß es dann doch wieder allein um das liebe Geld geht - denn wie sonst äußert sich Anerkennung heutzutage? Die Vorgesetzten sind weit entrückt, sie führen remote (also eigentlich gar nicht), weil sie einfach keine Zeit(!) haben (für die wichtigste Aufgabe des Leaderships).
In welcher Welt vor allem leben wir, in der der Vorgesetzte kein Vorbild mehr ist, von dem man lernen (zB. daß Anerkennung von außen überhaupt nicht wichtig ist) und mental profitieren kann!
Anscheinend lebt keiner der befragten Manager in einem entsprechenden Umfeld, hat keiner gelernt, daß die Belohung für eine befriedigende Tätigkeit aus der Tätigkeit selbst resultiert und nicht aus ihrer Bezahlung!
Zu einfach gedacht? Nicht mehr zeitgemäß? An den Realitäten vorbei gedacht? Nun, zu einfach bestimmt nicht, denn die Intrinsik der Belohnung hat sehr viel mit der Sinnhaftigkeit einer Aufgabe zu tun, mit der Erkenntnis, zu welchem Großen und Ganzen gerade mein Part beiträgt. Dies zu übermitteln ist Aufgabe des Umfeldes aus Vorgesetztem, Unternehmens-Kultur und -Management.
Dies ist gar nicht so schwierig, ist es doch nur eine pure Kommunikationsübung! Das Problem ist, daß nur die Allerwenigsten heute noch den Sinn einer Aufgabe transportieren können (da sie ihn meist selbst nicht kennen bzw. sie ihn nicht vermissen). Wenn dem aber so ist, sollte man die Aufgabe selbst infragestellen!
Nicht mehr zeitgemäß? An den Realitäten vorbei gedacht? Genau das ist das nächste Problem: Wir haben verlernt, eine Aufgabe ganzheitlich zu verstehen! Geld belohnt nicht den ständigen Versuch, die Qualität der Lösung zu verbessern, sondern bewirkt das Gegenteil: wir wollen immer mehr Geld für immer weniger Leistung, denn wir gewöhnen uns innerhalb von 4 Wochen an die letzte Gehaltserhöhung. Wir befinden uns längst in einem Teufelskreis des Weniger für immer Mehr. Diese Denke hat uns an den Abgrund geführt. Und wie es aussieht, stehen wir dort immer noch - tatenlos und geldzählend!
Was Manager wirklich wollen, kann man nicht aus schönen Studien ablesen, sondern nur aus ihrem tagtäglichen Handeln - und dieses zeigt uns, wie weit wir wirklich von den schönfärbenden Ergebnissen der Studie entfernt sind.
Arbeit muß wieder Spaß machen, sie muß einen Sinn haben - für uns selbst und für den, der unsere Leistung bezieht, sei es der Konsument, ein Kunde oder der nächste Prozess in unserem Unternehmen. Unser alleiniges Ziel muß sein, immer 100%ige Qualität zu liefern, diese ständig infragezustellen und ständig zu verbessern. Unser Ziel muß sein, erst zufrieden zu sein, wenn man begeistert ist, wie ich mal so schön sagte - denn das ist dann die wahre Belohnung, von innen heraus, die uns länger wärmt als das ganze Geld am Monatsende.
Natürlich ist Geld wichtig. Wird es aber zum wichtigsten Teil unseres Lebens, ist das ganze Geld nichts mehr wert! Der primäre Blick auf das Geld macht uns käuflich, korrumpiert unsere Bemühungen, stiehlt uns unser Rückgrat.
Dieses Rückgrat aber erschafft herausragende Produkte, geht neue Wege, eröffnet neue Horizonte. Unser Rückgrat sorgt für unseren Wohlstand, nicht unsere Gier nach immer mehr Geld!



