Gerade habe ich zwei Zitate in eine Präsentation für die lead/marke-Beratung eingebaut, die die Geschwindigkeit in den heutigen Innovations- und Kommunikations-Märkten unterstreichen sollen.
Tatsächlich rufen diese Zitate nach bestimmten Leadership-Fähigkeiten, die immer mehr verlorengehen, je mehr das Management sich in seinen angestammten Märkten einigelt und alles darüber hinausgehende an Daten, Informationen und Wissen ignoriert, da es sich (interessanterweise) dadurch abgelenkt fühlt.
Fokus ist zwar wichtig, aber nur im Kontext seinerselbst, da man ansonsten den Bezugsrahmen und damit die Orientierung und letztendlich die Möglichkeit der Steuerung verliert.
01 - Das erste Zitat ist von Wyatt Earp:
Für mich zeigt das sehr schön - und da wir sein Leben kennen, können wir es auf Anhieb verstehen - daß zwar auf den ersten Blick ihm das schnelle Ziehen der Waffe einen Vorteil gegenüber seinen Gegnern verschafft, dieser Vorteil aber sinnlos wäre, würde er nicht treffen mit seinem Schuß.
Geschwindigkeit um der Geschwindigkeit willen ist sinnlos, im Management sogar kontraproduktiv, mittel- und langfristig gar marken- oder unternehmens-tödlich.
Die Kunst ist also, gleichzeitig schnell ziehen und treffsicher sein zu können. Dazu gehört verständlicherweise mehr Übung als nur eines von beiden zu beherrschen.
Vor allem kommt es primär überhaupt nicht darauf an, schnell zu ziehen - und es wäre sehr schön, würden sich mehr Manager an diese Reihenfolge gewöhnen können -, sondern treffsicher zu werden. Dies in Prognosen und Extrapolationen, Entscheidungen, Einschätzungen und Einstellungen, Visionen und Strategien.
Erst wenn man wahrlich treffsicher ist, beginnt man langsam die Geschwindigkeit zu erhöhen. Dies ist beim Autofahren angebracht, beim Bogenschießen, in der Leichtathletik, seltsamerweise nur nicht im Management.
Zu viele schießen aus der Hüfte, manche gar mit abgeschnittenem Lauf und reinem Schrot.
02 - Das zweite Zitat unterstreicht das soeben gesagte aus einer anderen Perspektive:
So lange man nämlich den Kontext seiner eigenen Aktivitäten ausblendet, nicht registriert, analysiert und Konsequenzen zieht aus dem, was sich da draussen wandelt, weiß man nicht, wie schnell man eigentlich sein müßte und fühlt sich todsicher - im wahrsten Sinne des Wortes.
In diesen Zeiten können nur noch die allerwenigsten davon ausgehen, "alles unter Kontrolle" zu haben. Das ist meist Selbstbetrug, grob fahrlässig und weder im Sinne der Marke noch des Unternehmens noch der Mitarbeiter.
Im Zweifel kann man die Dinge nur noch unter Kontrolle haben, wenn man den Märkten vorausgeht, die Unabhängigkeit, Individualität und Ungeduld der Menschen antizipiert, den tiefgreifenden Wandel umarmt, seine Umgebung inspiriert und nicht blockiert und ständig über sich hinauswächst.
Wer aber hat dafür immer die Kraft? Da hilft nur Authentizität, Vertrauen in seine Umgebung und ein gerüttelt Maß an Rückgrat und Mut, die traditionellen Regeln zu brechen.
Entschleunigung ist die neue Beschleunigung!
Denn schnell muß ich ja nur sein, wenn ich re-agiere. Agiere ich jedoch, bestimme ich die Geschwindigkeit, bestimme ich die Richtung, bestimme ich die Qualität. Ich bin 'in control'. Ich bestimme Ort, Zeitpunkt und das Geschehen selbst!
Think about it!
Be a Spark! Change the Game! Leave a Mark!



