Es ist so einfach inspirierendes Vorbild zu sein - Warum nur sind es so wenige?
Nun, ein wirklich vorbildliches Denken und Handeln geht sehr schnell ans Eingemachte, wie man so schön sagt. Man muß sich selbst zurücknehmen. Man muß Prioritäten setzen, die außerhalb des eigenen Egoismusses liegen. Man muß sich zuallererst um das Wohl seiner Umgebung, seiner Nachbarschaft, Abteilung, Unit, Marke, Unternehmung, der Zukunft kümmern.
Als Vorbild muß man sich selbst in den Dienst einer Sache, Aktion, Vision, Philosophie stellen, die größer ist als man selbst. Muß sich einer Aufgabe stellen, die persönliche Entbehrungen, die unbequeme Entscheidungen für einen selbst (und andere) mit sich bringen kann.
Das fällt den allerwenigsten leicht, entsprechend lassen sich die allerwenigsten darauf ein. Genau an diesem Einlassen wollen müßte man aber das wahre Vorbild von bloßen Schauspielern bzw. Lobbyisten in eigener Sache unterscheiden können. Und man kann.
Am ehesten bemerkt die direkte Umgebung, was wirklich in unserem Vorbild vorgeht, ob sie/er authentisch ist. Am ehesten merkt man es an den Taten selbst, viel weniger an den Worten unseres Vorbildes. Lebt das Vorbild selbst vor, was es den anderen mit auf den Weg gibt, den anderen abverlangt?
So erwartet man von unternehmenskultur-stärkenden Vorbildern (aber auch von Politikern) mehr als Worte und symbolische Akte. Man erwartet handfeste Taten, man erwartet, zu spüren, daß man gemeinsam in einem Boot sitzt, auch wenn der eine steuert und die anderen rudern.
So ist es zB ein vorbildliches Zeichen des Toyota-Managements, sich als gesamtes Board weniger Kompensation zu genehmigen als der Ford-Chef Mullaly alleine(!):
"The $15.95 million in total remuneration for Toyota’s board for the year ending in March was the lowest in a decade — and $1.5 million less than the top executive at Ford, Alan Mulally, made last year.The pay cuts aside, the modest remuneration at Toyota is a product of a corporate culture in Japan built on consensus-building among a group of managers, each getting much smaller rewards than their counterparts in the West."
Vorbilder tun so etwas. Vorbilder entwickeln Kultur. Vorbilder entwickeln Individuen. Vorbilder entwickeln vor allem sich selbst. Idealerweise in Richtung eines Ideales. Eines Ideales, das Ideal sein kann von vielen, das vielen vorangehen kann, dem viele gerne und engagiert folgen. Eines Ideales, für das man gerne Prioritäten setzt und Egoismen zurücknimmt. Womit sich der Kreis schließt.
Falsche Vorbilder führen in die Irre, die richtigen Vorbilder führen in die Zukunft, den mentalen und materiellen Wohlstand, in die Realisierung einer Vision. Einer Vision, der jeder gerne folgt, spürt er doch, im Rahmen dieser großen Vision wiederum die eigene, individuelle Vision realiseren zu können.
Addendum
22:22 Uhr > Eindrucksvoll zeigt die heutige Bundespräsidentenwahl, daß wir in der Politik keine Vorbilder mehr haben, die eine relevante Vison verfolgen, und/oder denen man (im obigen Sinne) gerne folgt. Eine gefährliche Situation!
01. Juli
08:56 Uhr > "Würden Angela Merkel und Guido Westerwelle wirklich diesem Land dienen, würden sie den Weg für Neuwahlen frei machen.", fixmbr.



