Oft gesehen hat man dieses Schild an Kinder- und Jugend-Zimmertüren, an den Zimmertüren der Zuhause-Hotels unserer Studenten. Daß die Musik der Jugend den Erwachsenen zu laut, zu wild, zu unmelodisch, gar a-melodisch ist, wird seit Generationen von diesen selbst an die nächste vererbt.
Interessanterweise fühlen sich die Älteren immer im Recht. Man solle Rücksicht nehmen, das sei doch keine Musik. Früher hätte man selbst noch Geschmack gehabt, aber die Jugend von heute ... da sei Hopfen und Malz verloren.
Tatsächlich ist ja auch nicht die Lautstärke allein gemeint, wie wir ahnen.
Die 'Musik' des obigen Satzes kann man problemlos gegen 'Farbe', 'Mode', 'Kunst', 'Design', 'Generation', 'Jugend' austauschen. Immer noch wird ein Schuh daraus.
Ebenso einfach könnte man 'Musik' im betrieblichen Umfeld durch 'Abteilung', 'Team', 'Flur', 'Gruppe', 'Innovation', 'Initiative' ersetzen. Ganze Bereiche der betrieblichen 'Kultur' können zu 'laut' sein.
Die eigentlich 'zu laute Musik' jedoch ist ein Zeichen für das Neue, das Ungewohnte, das Ungewöhnliche. Und dieses Neue ist immens wichtig für Unternehmen, Marke und Mitarbeiter.
Der Bruch mit dem Alten sorgt für neue Impulse, verändert Sichtweisen, Perspektiven, traditionelle Standpunkte. Rüttelt auf, verändert den Status Quo, das Spiel und seine Regeln. Unternehmen, Marken und Managern kann nichts besseres passieren als daß die 'Musik zu laut' ist.
Idealerweise sorgen Leadership und Kultur dafür, daß die Musik einerseits immer zu laut ist, man in der Zukunft lebt, in den Zielgruppen der Produkte, Marken und Lebenswelten, die morgen den Erfolg des Unternehmens sichern sollen.
Andererseits sorgt gutes Leadership dafür, daß sich niemand 'zu alt' fühlt, sich niemand vom Neuen ausgeschlossen fühlt. Niemand zurückgelassen wird, jeder an der Spitze der Bewegung steht, lernt, neue Horizonte unerschrocken zu entdecken, neue Wege unerschrocken zu beschreiten.
Gutes Leadership sorgt dafür, daß die Menschen sich so jung, neugierig und wißbegierig halten, daß sie voranstürmen, das Neue zu entdecken, ohne Angst vor Versagen, Fehlern und Fehlschlägen.
Gutes Leadership sorgt dafür, daß Unternehmen, Marken und Mitarbeiter den Unterschied zwischen Grundrauschen, wirklichem Krach und der zarten Musik einer erfolgversprechenden Zukunft intuitiv erkennen können.



