(Nachtrag 10.Nov: Der folgende Post ist übrigens keine Kritik an Frank Dopheides Business - kann ja auch keine sein, da ich es nur verkürzt dargestellt aus dem Artikel kenne -, sondern einzig eine Kritik des Artikels "Selbstinszenierung ...". rs)
Ein Artikel in der Zeit (geschrieben um die neue 'Berufung' Frank Dopheides herum): "Selbstinszenierung: Der Manager als Marke".
In jedem einzelnen der drei, den Artikel einleitenden Sätze ein kapitaler Fehler:
"Wer als Manager Erfolg haben will, muss sich genauso inszenieren wie seine Produkte. Unternehmer wie Steve Jobs machen es vor. Deutsche Chefs sind noch zu langweilig."
Aber eines nach dem anderen:
01 - "Wer als Manager Erfolg haben will, muss sich genauso inszenieren wie seine Produkte."
No way! Gerade inszenierte Produkte - wie Manager - haben keinen Erfolg. Jeder halbwegs wache Mensch bemerkt die Inszenierung, im Job, im Leben, in den Medien. Bei Produkten merkt man den Fake nach dem ersten Kauf, der ersten Verwendung, beim Manager im ersten wirklichen Gespräch.
Bei einer Inszenierung müßten einerseits zu viele mitspielen, andererseits zuviele stillhalten. Inszenierung ist kontraproduktiv - sie zeigt noch schneller die Grenzen eines Produktes, einer Marke, eines Managers - oder Politikers - als das tagesgeschäftliche Leben selbst.
Der Manager, der Marke werden will, muß ersteinmal nah an sich selbst, seinen Talenten, seinem aktuellen Potential bleiben. Diesen Nukleus muß er entdecken, und dann darüber hinauswachsen. Genau deshalb existieren sowenige erfolgreiche(!) Manager-Marken, geschweige Politiker-Marken, da draussen!
02 - "Unternehmer wie Steve Jobs machen es vor."
Genau: 'Steve Jobs macht es vor'. Und wer ist der andere, oder kennt jemand noch einen, so spontan? Steve ist der eine - und man selbst will der andere werden, nicht wahr. Selten so gelacht.
Genausowenig, wie man Marken ohne ein gutes Produkt einfach so aus dem Nichts heraus schaffen kann, sowenig kann man einen Manager bar jeden Talents aus dem Nichts heraus zu einer Marke aufbauen. Sorry.
Steve Jobs ist Gründer und Unternehmer - das sind andere Voraussetzungen, Gene und Erfahrungen als bei einem Manager aus der zweiten Reihe, der nun zur Lady Gaga des Managements werden möchte.
03 - "Deutsche Chefs sind noch zu langweilig."
Soso, und nun wünscht Klein Erna einen Chef, der weniger langweilig ist? Weit gefehlt, denn Klein Erna ist selbst todlangweilig - und der Chef ist schließlich aus ihren Reihen, aus ihren Schulklassen die Erfolgsleiter emporgekrochen. Schauen wir doch auf unsere Politiker.
Sie alle sind zu langweilig, weil sie in Kindergarten, Schule, Studium und Lehrjahren die Neugier, Wißbegier und die Individualität abgeschliffen bekamen.
Deutsche Chefs müssen mitnichten zu Marken werden, sie müssen mutiger werden, sich unabhängig machen von ihrem eigenen Geschwätz. Sie müssen brillant werden und nicht Mittelmaß bleiben, sie müssen an sich arbeiten, an ihrer Qualität, ihren Fähigkeiten und 'Produkt'-Eigenschaften. Sie müssen eigene Ziele entwickeln, ein eigenes Denken, sie müssen ihrem Leben endlich einen Sinn geben, Relevanz.
Marken - wie Manager - brauchen ein Ziel, eine Aufgabe, eine Herausforderung, eine Vision. Viel Geld verdienen ist keine Vision. Bekanntheit und Ruhm sind keine Vision. Der größte Mercedes ist keine Vision.
Eine Vision ist immer größer als der Einzelne. Eine Vision bewegt etwas. Eine Vision hat Bedeutung über den Einzelnen hinaus. Sie verbessert das Leben vieler!
Da helfen keine Images, keine Gimmicks, und taschenspielerischen Tricks - da geht es sehr schnell an das Eingemachte, das Innerste, das individuelle Feuer in uns allen. Es geht um Produkte und Lösungen, nicht um Marken und Ablenkungen. An ihren Taten werdet Ihr sie messen, nicht an ihren Worten!
Der Manager muß über sich hinauswachsen - nicht versuchen, seinen kläglichen Rückgrats-Rest in eine Marke zu verwandeln! Muß inspirierendes Vorbild werden, im Leben und Business - nicht Marke! Damit ist keinem geholfen!



