Erstaunlich, wie wenig manche Menschen sich ändern können, wie wenig sie sich auf neue Situationen einstellen können, wie wenig sie mit und an ihren Herausforderungen wachsen.
Erstaunlich, daß diese Menschen es trotzdem immer noch in die wichtigsten Positionen von Wirtschaft und Politik bringen. Erstaunlich, wie lange sie die Menschen um sie herum täuschen können - bewußt oder unbewußt.
Angela Merkel ist derzeit solch ein Mensch - nicht daß die anderen Politiker besser seien. Aber es war über die Jahrzahnte schon erstaunlich, was sich Politiker so leisten können, ohne daß das Volk wirklich unruhig wird. Und erstaunlich, was sich die aktuelle Regierung so leisten kann.
Aber diese Zeiten scheinen nun laut Forsa vorbei:
Merkel verliert an Sympathie - und an Zustimmung
Auch das Ansehen der Kanzlerin hat unter der abrupten Kehrtwende in der Atompolitik gelitten. Nur noch 50 Prozent der Befragten schätzen Angela Merkel als glaubwürdig ein - vor anderthalb Jahren waren es noch 68 Prozent gewesen. Ihr Sympathiewert sank um 17 Punkte auf 55 Prozent.
Der Forsa-Wahltrend macht deutlich: Die Kanzlerin hat in vielen Gebieten Vertrauen und Sympathie eingebüßt. So fiel das Vertrauen in die Kompetenz Merkels - um 12 Punkte auf 72 Prozent. Ihrer Führungsstärke vertrauen noch 65 Prozent, dies ist ein Rückgang um 11 Punkte. Nur noch 40 Prozent der Deutschen würden sie derzeit direkt zur Kanzlerin wählen - 4 Punkte weniger als in der Vorwoche.
Weder Wankelmut, noch ohne jegliches Ziel unterwegs zu sein, zahlen sich mittelfristig aus. Genauso wie im Unternehmen wünschen wir uns in der Politik Führungspersonal, das vorangeht, das nicht nur weiß, was es will, sondern uns auch ehrlich überzeugen kann, daß dies unser gemeinsamer Weg sei.
Mitarbeiter und Bürger sind nicht dumm. Sie merken, wer schwächelt, wer auf Zeit spielt, wer uns etwas vormacht, wer sich selbst wichtiger ist, und wer keine Ahnung und keine Antworten hat, wie es weitergehen soll.
Mitarbeiter und Bürger merken, daß sich die Führung mit dem Wind dreht und nicht mit neuen Erkenntnissen. Wir merken, daß es eine Hidden Agenda gibt. Und sei es nur unbewußt, seien es Gefühle, Ahnungen, Intuition. Wir bemerken das Zögern, Stottern, Lavieren der Führung.
Wir sind unzufrieden mit einer Führung die zögert, die nicht selbst überzeugt ist oder wirkt. Sind unzufrieden mit unterdurchschnittlicher Performance. Wir sind enttäuscht, entziehen Vertrauen.
Mit der Zeit suchen wir Alternativen - der Anfang vom Ende. Jetzt sind weder Partei, Wahl, noch Unternehmen zu retten. Jetzt hilft nur der beherzte Neuanfang.
Wo aber soll der Mut, so plötzlich, herkommen, der die ganze Zeit augenscheinlich fehlte, dem Volke, den Mitarbeitern gegenüberzutreten und die schonungslose Wahrheit zu sagen, sie sozusagen zuzugeben? Wenn man ihn die ganze Zeit nicht hatte?
Im Unternehmen hilft da nur ein neues Gesicht, oder ein neues Team um das alte Gesicht herum, neue Gedanken, neue Wege, neue Taten.
Führung(sstärke) kann man sich nicht er-sitzen oder er-warten!
Und in der Politik?




