Nicht immer kann man auf ein Erdbeben japanischen Ausmaßes warten, bis das Wahlvolk nicht mehr hypnotisiert wie die berühmte Kuh vor der politischen Schlange steht, sondern sich regt, körperliche Angst bekommt und merkt, wenn es jetzt nicht selbst etwas tut, passiert wieder nichts.
Nicht immer kann ein Bahnhof abgerissen oder ein ganzes Land erst vor E10-gefüllten Zapfsäulen stehen müssen, um sich dagegen zu wehren, fressen zu sollen, was es nicht kennt.
Nicht immer wird der Politiker gelähmt von den Ereignissen und der Angst um seine Wiederwahl den richtigen Weg einschlagen - ob er ihn geht, steht noch auf einem ganz anderen Blatt.
Unternehmen, die visionslos auf den Märkten der Welt dahintreiben, sich laben an dem, was auf Armeslänge vorbeischwimmt, Unternehmen, die keine Ziele haben, Unternehmen, die nur durch die Wellennatur bewegten Wassers selbst in Bewegung bleiben, sehen einem schnellen Ende entgegen, da das Geld ausgeht.
Der Politik aber, ziel-, visions- und ideen-los wie sie nunmal agiert (seit der Wiederaufbau nach dem Kriege nicht mehr das Wachstum und den Fortschritt und den gewünschten Wohlstand bringen), die Politik aber sitzt auf unser aller Geld und wirft es mit vollen Händen für die unnützesten Dinge aus unseren Fenstern.
Die Politik finanziert die, die ihr am nächsten stehen, jene, die ihr die hochdotierten Posten nach ihren politischen Lehrjahren bieten - investiert nicht in uns, nicht in unsere Zukunft, unseren Wohlstand. Nicht in das Wohl der ihnen anvertrauten Menschen, Ländereien und Besitztümer des Volkes.
Die Politik ist die populistischste und gefährlichste Macht im Staate, sie konterkariert jede Bewegung des Bürgers, jeden objektiven Versuch der Wahrheit bei Rente, Gesundheit, Energie, Verkehr, Bildung, Meinungsfreiheit näherzukommen.
Die Politik ist nur durch ein waches Volk in den Griff zu bekommen - so wie das Unternehmen nur von wachen, alerten Mitarbeitern, Managern und Führungskräften in den Griff und unter Kontrolle zu bringen ist.
Die Politik aber ist der despotische CEO, der Alleinherrscher, der sich gottgleich über alles erhebt, was uns(!) heilig ist. Die Politik kann sich daher nicht durch Selbstheilungskräfte retten, sie ist nicht mehr zu retten.
Die Politik muß neu erfunden werden, sie kann sich nicht selbst neu erfinden, dafür ist sie zu schwach, zu abhängig von Äußerlichkeiten, von Tand und schnödem Mammon, von Versprechungen und Verlockungen der Industrien um sie herum.
Der neue Politiker wird aus der Mitte des Volkes kommen müssen. Nein, er kann nicht Guttenberg heißen, ja, er kann eine Frau sein. Der neue Politiker wird eine Vision haben müssen, die ihn antreibt und uns antreibt. Eine Vision, die größer ist als er selbst, die nicht bei ihm endet oder bei uns, die uns eine lebenswerte Zukunft aufzeigt, und zukunftsfähige Mittel und Wege, diese Zukunft auch zu realisieren, für uns, unsere Kinder und Kindeskinder.
Alles andere ist in diesen Tagen Augenwischerei. Fallt nicht wieder auf die nackten Kaiser herein. Schaut zweimal hin und denkt nach, stellt ihre Intentionen infrage und hinterfragt, was sie Euch versprechen. Werdet politisch im besten Sinne des Wortes und wehrt Euch. Es ist Euer Geld, Euer Leben, Eure Zukunft, Eure Entscheidung.



