Leadership - ich falle da mal mit der Tür in's Haus - zeichnet sich dadurch aus, daß es vorbildlich vorangeht. Die Betonung - und die süße Last der Verantwortung - liegt auf beiden letzen Worten gleichsam.
Führungspersönlichkeiten, die eine Partei oder ein Unternehmen in eine bessere Zukunft führen wollen, entwickeln zuerst eine Vision und wählen danach die geeignetsten Personen aus, mit denen gemeinsam sie ihre Vision zum Wohle aller Stakeholder realisieren wollen.
Diese geeignetsten Personen sind Helden, sozusagen, die die Führungspersönlichkeit sehr sorgfältig auswählen muß, denn diese Helden stehen bei allen Stakeholdern fortan für die Richtung, die Verve, die Ernsthaftigkeit des Neuanfanges. Diese Personen sind Sinnbild für die Kompetenz und Expertise der Führungspersönlichkeit, verstanden zu haben, was die Menschen in ihrem Umfeld wirklich bewegt.
Absolutes No-Go ist es, bei einem notwendigen Neuanfang mit genau den Personen, den Denkweisen, dem Denken weiterzumachen - als sei nichts gewesen -, das die aktuellen Probleme erst erzeugt hat, das wußte schon Einstein.
Ganz bestimmt aber verschafft man sich als Führungspersönlichkeit nicht als allererste Prä-Amtshandlung den besten Posten, die besten Optionen selbst, sondern läßt zuvorderst das Team glänzen. Das zeugt von Bescheidenheit den Menschen, Respekt der Situation, und Priorisierung der Lösung gegenüber - und nicht von narzistischem Egoismus.
Steigern kann man diese Dummheiten nur, indem man die gleichen Fehler begeht, die den Vorgänger haben stolpern lassen: Ämterhäufung und Doppelbelastung. Denn von (vermeintlichen) Supermännern, die an nichts anderem als ihrer eigenen Selbstüberschätzung das Volk leiden lassen, haben die Menschen mehr als genug.
Selbst hier aber kann Herr Rösler noch einen draufsetzen: Niemals nämlich beweist die wahre Führungspersönlichkeit ihre eigene Inkompetenz dadurch, daß sie von einem Posten, in dem sie in der Vergangenheit versagt hat, flieht.
Niemals erschleicht sich die wahre Führungspersönlichkeit ein Amt mit besserem Image. Nein, sie führt das aktuelle Amt an die Spitze der Image-, Performance-, und Beliebtheits-Pyramide in den Köpfen der Menschen, indem sie schlichtweg leistet, was man von ihr erwartet.
Schließlich ist die Führungskraft Vorbild - denn wie will sie etwaige Nachahmungstäter zurückhalten, wenn sie selbst nicht mit besserem Beispiel vorangeht? Wird die Flucht zur bequemsten Karriereleiter?
Kein Hexenwerk, keine Raketentechnik verlangen wir - einfach nur, daß etwas zum ersten Male richtig angepackt wird.
Die Gesundheit wäre das optimale Thema für Helden gewesen. Zum ersten Male hätte die Gesundheit punkten können. Damit schreibt man Geschichte, nicht mit einer wohlfeilen Flucht vor der Verantwortung, der Arbeit, dem Konflikt mit Lobbyisten.
Wahre Führungspersönlichkeiten wachsen an ihren Herausforderungen, die sie zum Wohle der Menschen sich erwählen. Niemand jedoch wächst an Fluchten zum eigenen Wohle.
Als Politiker alles richtig - als Führungspersönlichkeit alles falsch gemacht. Zero Points für den Doppelten Rösler!
Siehe auch: Politicians can't get rid of that paltry feeling they solely act on their own good und "Man is Nothing Else But What He Makes of Himself" - Sartre.