Längst haben wir es nicht mehr mit einer Finanz-, Banken- oder Schuldenkrise zu tun. Das will uns die Politik nur weismachen.
Die Politik arbeitet sich gerade an sich selbst, ihrer Vergangenheit und ihren falschen Entscheidungen ab.
Wir stecken mitten in der größten politischen Vertrauens- und Führungskrise seit Ende des II. Weltkrieges.
All dies aber passiert nicht im Moment, und ist auch früher nicht der Grund für Schulden gewesen.)
Schulden entstehen nicht von alleine. Schulden müssen gemacht werden. Von irgendjemandem. Von Menschen. Von Verantwortlichen. Von Mächtigen, die Schulden machen können.
Schulden werden nur gemacht, um über den eigenen Verhältnissen zu leben. Schulden werden gemacht, um andere zu beeindrucken. Schulden werden gemacht, um Versprech(ung)en zu erfüllen, die man sich selbst oder anderen gegeben hat.
Schulden werden im Zweifel gemacht, weil man meint, man könne es sich erlauben, es werde schon keiner merken, wenn man denkt: nach mir die Sintflut.
Schulden werden aus Verantwortungslosigkeit gemacht, aus Gleichgültigkeit, aus Dummheit - wenn man in der Schule zB nur Milchmädchenrechnung lernte.
Schulden werden gemacht, weil man lieber haben will als zu sein. Weil man auf Äußerlichkeiten achtet, auf Symbole und Symptome. Nicht auf Werte, Tugenden, Tradition.
Schulden werden nicht nur in anderen Ländern gemacht. Schulden werden nicht erst heute gemacht. Schulden werden nicht nur in Berlin gemacht, sondern auch in Bremen, ...
Die Politik macht Schulden, weil sie nicht in Bildung investiert, auch nicht die eigene. Weil sie nicht weiß, was sie tut. Weil sie keine Vision hat, die Sinn, Relevanz oder Bedeutung hat. Weil sie die Menschen, die Wähler nur mit Geschenken locken kann, weil sie selbst nur noch so funktioniert.
Die Politik hat sich selbst einen Selbstbedienungsladen geschaffen, warum sollte sie noch Wirtschaften wollen oder gar können? Pläne, Budgets, Soll und Haben passen so gar nicht zu ihren Allmachtsphantasieen. Da heißt es eher: Was kostet die Welt!?
Schließlich hat sich die Politik noch selbst des effektivsten Korrektivs beraubt, das einer Führungskraft zur Verfügung steht: das ehrliche Feedback der eigenen Umgebung, den Resonanzraum, die Messlatte, an dem ich mein eigenes Handeln, meine Moral messe: die Menschen, die Wähler, die Mitarbeiter, die Konsumenten um mich herum.
Die Politik dient dem den falschen Herrn. Sie hat das komplette Konzept von Politik und Dienerschaft am Staate falsch verstanden. Sie läuft 50 Vorstands-Millionären hinterher, statt 80 Millionen Menschen in die Zukunft zu führen. Damit wird sie - und nicht zuletzt - auch die Wirtschaft zerstören.
Die Politik hat ihre Führungsaufgabe eindrucksvoll vernachlässigt - unabhängig davon, daß Politik noch selten voranging. Nein, sie führt weder von vorne, noch von hinten. Sie ist ängstlich, mutlos, kraftlos. Sie versteckt sich. Weil sie sich der eigenen Ohnmacht bewußt ist. Und das macht sie noch gefährlicher ...
Das ist weder Politik, noch Führung.
Das ist weder Inspiration, noch Vorbild.
Das ist die perfekte Krise.
Die Krise der Politik, der Demokratie.
Politkrise.



