Die Überschrift eines Artikels zu einer neuen Studie erinnerte mich an die Relevanz eines guten Betriebsklimas, einer positiven und motivierenden Unternehmenskultur ...
Die Überschrift: "Freunde verwandeln mentale Berge in Maulwurfshügel"
Simone Schnall von der University of Plymouth hat festgestellt, daß, wenn man einen Freund bei sich in der Nähe hat oder alleine an einen oder ein Familienmitglied denkt, man eine einzuschätzende Steigung eines Hügels bis zu 20% niedriger als real einschätzt.
Je länger man den Menschen kannte und je enger die Beziehung war, desto flacher schätzte man die Steigung ein.
... und erinnerte mich an eine der Gallup-Fragen zur Feststellung des Grades der Mitarbeiterzufriedenheit im Unternehmen:
"Haben Sie einen Freund im Unternehmen?"
Während die Gallup-Frage bereits bewiesen hat, wie wichtig Freunde und Freundschaften im Unternehmen sind, zeigt die Studie, daß eine freundliche oder wohlgesonnene Umgebung (oder der bloße Gedanke daran) Aufgaben weniger schwierig erscheinen läßt.
1 - Warum das wichtig ist
Menschen unter Stress sind weniger leistungsfähig, sie können nicht zu ihrer Höchstform auflaufen, weil sie ständig an die (vermeintliche) Ursache ihres Stresses denken müssen und so abgelenkt werden. Oder nichtmal wissen, was sie stresst und trotzdem abgelenkt, unkonzentriert und wenig leistungsstark sind.
Dieses Gefühl färbt auch schnell auf die anderen ab.
Menschen, die sich in ihrer Umgebung wohlfühlen, sich gerne in ihr aufhalten und dort zur Höchstform auflaufen, erzeugen auch ein positives Gefühl bei anderen, jeder beeinflußt jeden, positiv oder negativ.
2 - Was man bedenken sollte
Jeder Einzelne muß ernst genommen werden. Jeder muß eine wichtige Aufgabe haben und lösen können. Jeder muß sich respektiert und gebraucht fühlen.
Dies kann man durch Delegation und Involvement erreichen. Durch ein einfaches Miteinander, durch Interesse am Einzelnen, seinen Problemen, Sorgen, Fragen, Interessen, Vorlieben.
Durch maßgeschneiderte Aufgaben, Herausforderungen und Verantwortlichkeiten.
Durch Ziele, die man mit dem Einzelnen vereinbart. Durch Pläne, die man verabredet.
Durch Offenheit im Team, durch Gleichbehandlung und Ehrlichkeit, durch individuelle Förderung, durch gemeinsames Erleben herausragender Events - zB des Spieles Deutschland - Portugal am Donnerstag, etc.
Durch vorbildliches, empathisches Miteinander in jedem Moment - auch und gerade, wenn es ernst und ungemütlich wird. Gute Teams, Klimata, Kulturen halten auch schlechte Nachrichten aus.
3 - Was man praktisch tun kann
Man sollte einfach darüber nachdenken, in welcher Situation man selbst sich am wohlsten fühlt, am leistungsfähigsten ist, am ehesten Neues lernen kann, kreativ ist - und diese Fragen auch mit seinen Mitarbeitern durchspricht und entsprechende Konsequenzen zur Optimierung von Stimmung, Klima und Kultur zieht.
Ja, so einfach kann es sein - man muß nur damit beginnen, das ist das Schwierigste dabei.
> "Friends turn mental mountains into molehills" in: New Scientist