16 entries categorized "ETHICS"

Monday, July 13, 2009

Edward O. Wilson : 'Des Lebens ganze Fülle' oder Was wir vom berühmtesten Ameisenforscher der Welt (und Philosophen) lernen können

Eine gute Autobiographie ist immer mehr als die Lebensgeschichte ihres Autors. Denn als Leser lernt man auch sich selbst besser kennen. Man entwickelt sich zusammen mit dem Autor weiter. Man wird in vermeintlich fremde Welten entführt, die doch nur die eigene Seele sind.
In guten Autobiographien en passant erzähltes Leben ist immer auch un/bewußte Aneinanderreihung Goldener Lebensregeln.

Im Folgenden habe ich die für mich in diesem Sinne zentralen Gedanken extrahiert und zusammengefaßt.
Während Wilson über sich, seine Welt und sein Leben spricht, sollten wir seine Worte in unsere Welt übertragen, in die Welt des Managements, aber auch in die Welt unseres Privatlebens, sie inhalieren und reflektieren!

> So sagt er zB an einer Stelle, daß ihm Wissenschaftler lieber sind, "die sich herausragende Ziele setzen, ihre Nerven gegen Mißerfolge stählen und bereit sind, Schmerz zu erdulden, um ihren Charakter zu prüfen und am Fortschritt von Wissenschaft und Kultur mitzuwirken".
Mir auch, aber wo findet man diese Menschen heute noch?

> "Ed, bleiben Sie nicht auf dem Weg, wenn Sie Insekten sammeln. Die meisten machen es sich zu einfach, wenn sie auf Exkursionen sind. Sie folgen den Pfaden und arbeiten sich nur ein kleines Stück in den Wald vor. Auf diese Weise findet man nur einige Arten. Sie sollten in einer geraden Linie durch den Wald gehen. Versuchen Sie jedes Hindernis zu überwinden. Es ist schwer, aber es ist die beste Methode, Insekten zu sammeln."

rs: Die meisten Menschen folgen lieber den ausgetretenen Pfaden. Dort aber gibt es nichts Neues mehr zu entdecken. Auf den ausgetretenen Pfaden findet man weder Erfolg noch Erfüllung.

> "Das hatte ich hören wollen. Wie man es richtig macht, auf die schwere Art. Worte von einem Meister an den Schüler: Mut, Arbeit, Entschlossenheit, Widrigkeiten in Kauf nehmen und neue Arten finden - Erfolg erwartet den, der durchhält."

rs: Keine Rede von Lohn ohne Leistung, von Instant Gratification oder Berühmtheit nur um der Berühmtheit willen.

> Später zitiert er aus dem Kapitel 'Wie man sein Leben in den Griff bekommt' eines Pfadfinder-Handbuches: "Ein Scout blickt voraus. Er bereitet sich auf Ereignisse vor, bevor sie eintreten. Daher wird er leicht mit ihnen fertig." "Sei nie zufrieden, so wurde man ermahnt. Wer nur wartet und hofft und sich mit dem abfindet, was kommt, wird scheitern." "Nach Hohem streben, sich voll und ganz für ehrenwerte Ziele einsetzen ..."

"Sie werden sich kein nahes, sondern ein fernes Ziel stecken, und sie werden sich mit dem Erreichten niemals zufriedengeben", wurde ihm später als Fellow in Harvard hinter die Ohren geschrieben.

rs: Wie nah dies an der Pfadfinder-Weisheit liegt. Leicht gesagt? Überhaupt nicht! Jeder kann jeden Tag bei sich selbst beginnen. In kleinen, fast unmerklichen Schritten. Sich nicht mehr verbiegen lassen. Aufbegehren, wo es lohnt. Seine Meinung sagen. Und dazu stehen. Andere verteidigen und in Schutz nehmen. Fehler machen und daraus lernen. Fallen und wieder aufstehen. Niemals aufgeben. Sich relevante Ziele setzen. Wie schön wäre das, würde man unseren Managern ähnliches nahelegen.

> Er bekennt sich selbst: "Ich bin neophil - ein Liebhaber des Neuen, der Vielfalt um ihrer selbst willen".

rs: Als Kinder noch waren wir alle 'neophil'. Waren neugierig, wißbegierig, sammelten, observierten, entdeckten.
Heute sind die meisten froh, man läßt sie in Ruhe mit dem Neuen, dem Ungewöhnlichen, Andersartigen, denn dies bedeutet nur noch Komplexität, Aufwand und Ablenkung vom (vermeintlich) Wesentlichen.
Schade, woher sonst soll die Innovation, das innovative Geschäftsmodell, die Abwechslung, der Spaß kommen, wenn nicht aus dem Neuen, dem vormals Unbekannten?

> "Ohne jeden Anflug von Ironie kann ich sagen, daß ich mit brillanten Gegnern gesegnet war. Sie setzten mir hart zu (schließlich waren es Gegner), und doch bin ich ihnen zu großem Dank verpflichtet, denn sie zwangen mich, meine Anstrengungen zu verdoppeln, sie drängten mich in neue Richtungen. Diese Menschen helfen uns dabei, unser schöpferisches Potential zu entfalten."

rs: Wir selbst aber gehen hin und verteufeln unsere 'Gegner', schwächen sie, wollen sie mundtot machen und lächerlich vor den anderen, statt auf sie zuzugehen und von ihnen zu lernen, uns mit ihnen gemeinsam zu entwickeln. Wir sehen sie als Konkurrenz, tatsächlich aber geht es uns allen um das Gleiche. Gemeinsam sind wir stärker, wären wir schneller, sicherlich effektiver, kreativer, innovativer.

> "Wenn ich ganz von vorn beginnen und meine Vision im 21. Jahrhundert noch einmal durchleben könnte, dann würde ich mich auf die Ökologie der Mikroorganismen spezialisieren." "Ein weiteres Mal bliebe ich im Innersten der kleine Junge von Paradise Beach, der beim Betrachten einer Scheibenqualle und beim flüchtigen Anblick eines Ungehauers aus der Tiefe in ehrfurchtsvolles Staunen versetzt wurde."

rs: Statt sich - wie die meisten - zu sagen 'Ich habe alles richtig gemacht, ich würde alles nochmal so machen!', setzt sich Edward O. Wilson, obwohl er das Erreichbare erreichte, neue, weiterführende, herausfordernde Ziele für ein nächstes Leben!

Sich bis zum letzten Tage die kindliche Neugier zu erhalten, ist das Geschenk, das wir uns selbst machen sollten. Es sorgt nicht allein für materiellen, sondern auch ideellen Wohlstand. Es ist die Sprungfeder und Triebkraft unseres Lebens, Schmiere unserer Kraft und Elixier unseres Hirnes.

Sunday, June 21, 2009

Kleine Tips - Große Wirkung!

Lesenswert in der Süddeutschen: "Führungskultur: Die verstockte Elite". Klingt sehr nach der Realität, die einem in den Fluren, Etagen, Vorständen dieser Unternehmenswelt entgegenströmt. Wohin uns dies gebracht hat, kann man an der aktuellen Situation da draussen ablesen!

Dabei kann jeder Einzelne jeden Tag einen Unterschied machen! Im Großen und im Kleinen! Es geht um einen höheren Nutzen des Einzelnen, um Motivation, Engagement, Integration, Respekt, es geht um Produktivität, Effektivität und - ja tatsächlich - Spaß und Zufriedenheit.

Die von mir empfohlene Lösung klingt einfach, ist aber sehr herausfordernd, denn sie erfordert Mut, Rückgrat, Zivilcourage, Weitblick jedes Einzelnen:
- Sei, wer Du bist!
- Sage, was Du denkst!
- Messe Dich nicht am Hier und Jetzt!
- Entwickle Dich! Wachse!
- Setze Dir höhere Ziele!
- Lasse Dich nicht verbiegen!
- Lasse Dich nicht einschüchtern!
- Mache Fehler und lerne daraus!
- Verlasse eher das Unternehmen als Deinen Weg!

Bedenke bei allem, was Du tust, ob Du gesehen wirst oder nicht: Du bist Vorbild!

Saturday, June 20, 2009

Don't just be your job. Be you.

Steve Yastrow hat bei Tom Peters einen poetischen Post hinterlassen: "Don't just be your job. Be you. Be irreplacable".

Wednesday, May 13, 2009

Der freie Wille - Illusion oder nicht?

Vor knapp einem Monat habe ich hier das Buch 'Der freie Wille' von Franz M. Wuketits vorgestellt. In Nature ist nun eine Antwort von Martin Heisenberg, Universität Würzburg, veröffentlicht worden: "Is free will an illusion?". Diese möchte ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

Thursday, May 07, 2009

Takeuchi, et al. : Extreme Toyota

The book 'Extreme Toyota' concentrates on 10 'Radical Contradictions that drive Success at the world's best manufacturer'.

Here you may learn about Toyota's way of thinking, acting, working from the core. Every contradiction is elaborately explained and examplified in the first 225 pages of the book.

I would like to concentrate on one of the last chapters, summarizing the 10 contradictions and what your organization may learn from Toyota.
(I will give you my personal view of the 10 contradictions, not the author's.)

"Contradiction 01 > Impossible Goals: Know where Reality stands to take on impossibly High Goals

Only impossible goals are worth reaching, everything else is incremental, shallow, not visionary. If you do not know where you stand today, you are not able to draw line for the best way from scratch to vision. And you cannot stir in the long run, because you have no direction.

"Contradiction 02 > Experimentation: Conduct Small, Interim Experiments to realize the Occasional Big Jump"

Small experiments keep you in the loop, give practice and experience. Everybody in your company should have the freedom and backing to experiment.
You cannot concentrate on the Big Jump, that's way to risky to put all your resources behind very few big bets.

"Contradiction 03 > Local Customization: Localize to become Global"

It's a continuum between Local and Global, you know it as Glocal. Build from local keeping the global perspective in your backhead.

"Contradiction 04 > Founder's Philosophies: Cherish the Founder's Philosophies to Nurture Future Leaders"

Too many CEOs neglect traditions and the heritage of the founder. But the founder had the vision, had the strength to build the company from scratch. The CEOs are just the managers of this heritage. They should respect it, learn from it and develop it further. They have to perfect it, not to abandon it due to short-term considerations and lack of imagination. The founder's philosophy is the corner stone of the company's success.

"Contradiction 05 > Founder's Philosophies: Remain Incomplete in Order to Grow"

Parkinson, too, explained that you find perfection only in dead organizations. Incompleteness guaranties that you strive for but not reach perfection. There is nothing like perfection in this world. There is evolution and development. Reaching perfection means coming to a halt.

"Contradiction 06 > Nerve System: Creating an Interconnected World through an Analog Web in the Digital Age"

The real world is analog, you still have to meet people face to face. The connections are stronger when they have been tightened in the real world.

"Contradiction 07 > Nerve System: Bad News first to become a good Corporate Citizen"

As everybody can sail in sunny weather, everybody can take the good news. But the bad news may harm the business. They have to come first. They have to be transformed into good news by solving the underlying problems.

"Contradiction 08 > Up-and-In Human Resource Management: To maximize Productivity, Don't let go of people"

People who feel that they are responsible, that they can take decisions, that they have the freedom to act, are much more productive, motivated and self-assured. They feel good and work better, even if managers can't believe that.

"Contradiction 09 > Up-and-In Human Resource Management: Appeal to Human Compassion to increase Industrial Production"

Every company consists of people and brands, not machines. People care for machines. Machines do not care for people. So you always should care for your people first to build a world class team, department or corporation.

"Contradiction 10 > Resource Base: Say No to Shortcuts for Long-Term Gains"

In most instances shortcuts are detours - because we lost our initial destination and we just believe we found a shortcut. A strategy full of shortcuts is no strategy. A good strategy connects from here to vision in a straight line.


> To learn more about Toyota and the 10 contradictions please have a look at the book itself.

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Monday, May 04, 2009

Philip Zimbardo: Monster werden ... oder Held

Seinen Namen kennt man nicht, aber seine Arbeit: Philip Zimbardo war ua. der Leiter des Stanford-Prison-Experimentes, indem junge Männer auf Zufallsbasis in Wächter und Insassen eines Gefängnisses geteilt und beobachtet wurden. Innerhalb weniger Tage verhielten sich die Wächter wie ihre heutigen Kollegen in Abu Ghraib. Das Experiment wurde schließlich abgebrochen.

Im TED-Video unten erzählt Philip die Geschichte seines Buches, nämlich, wie Menschen zu 'Monstern' (gemacht) werden können.
Zum Glück macht er uns auch ein wenig Hoffnung, denn er ist überzeugt, man kann in solchen Situationen auch zum 'Helden' reifen. Wir müssen nur begreifen, wie einfach es ist, zu einem Alltagshelden zu werden.


Wednesday, April 22, 2009

Gerd Gigerenzer : Bauchentscheidungen

Bei 'Bauchentscheidungen' geht es Gigerenzer darum, darzulegen, ob wir unserer Intuition trauen und ihr dann auch folgen können. Um die Antwort vorwegzunehmen: wir können.

Ebenso wichtig wie diese klare Antwort sind die Erkenntnisse auf dem Wege dorthin. Nicht zuletzt dadurch ist 'Bauchentscheidungen' ein lesenswertes Buch.

Intuition

"Ich verwende die Begriffe Bauchgefühl, Intuition oder Ahnung austauschbar, um ein Urteil zu bezeichnen,
1 - das rasch im Bewußtsein auftaucht,
2 - dessen tiefere Gründe uns nicht ganz bewußt sind und
3 - das stark genug ist, danach zu handeln", schreibt Gigerenzer.

"Die Intelligenz des Unbewußten liegt darin, daß es, ohne zu denken, weiß, welche Regel in welcher Situation vermutlich funktioniert."

Intuition und Information

"Bauchgefühle beruhen auf überraschend wenig Information. Daher erscheinen sie dem Über-Ich so wenig vertrauenswürdig, welches das Credo, demzufolge mehr immer besser ist, verinnerlicht hat.
Doch Experimente haben erstaunlicherweise gezeigt, daß weniger Zeit und weniger Information zu besseren Entscheidungen führen können."
Und: "Psychologen haben eingehend untersucht, wie das Vergessen intuitive Urteile verbessern kann."

Intuition und Logik

"Häufig erweist sich das, was vom rein logischen Standpunkt wie ein Denkfehler aussieht, in der wirklichen Welt als intelligentes soziales Urteil.
Gute Intuitionen müssen über die vorliegende Information und damit auch über die Logik hinausgehen."

Intuition und Marketing

Das Marketing zB nutzt unsere Intuition, immer das Bekanntere für das Bessere zu halten, indem es versucht, seine Produkte in unseren Köpfen zu verankern. Selbst wenn am Ende nur der Name bleibt, ist im Sinne des Marketing viel gewonnen: der erste Platz im Kopfe des Konsumenten.

Intuition und Moral

Auch moralische Intuition ist uns nicht immer bewußt, sondern tief in unserem Unterbewußtsein verankert. Diese Intuition ist immer mit 'Wurzeln' unsererselbst, nämlich Individuum oder Familie oder Gemeinschaft, verknüpft und von der sozialen Umwelt (und ihrem Druck) abhängig und beeinflußt.

In vielen Situationen kann wider besseres Wissen das Gemeinschaftsgefühl der ausschlaggebende Grund für eine moralisch katastrophale Handlung sein.

Intuition und Nachahmung

Für Gigerenzer gibt es zwei Formen der Nachahmung:
1 - Tue das, was die Mehrheit Deiner Bezugsgruppe tut.
2 - Tue das, was der (oder die) Erfolgreiche tut.

Aber: "Wie erwähnt kann Nachahmung dem individuellen Lernen unterlegen sein, wenn sich die Welt rasch verändert."


Bei allem Positiven der Intuition, müssen wir meines Erachtens nach immer bedenken, daß auch Intuition erlernt werden muß. Intuition ist eine Kraft der eigenen Erfahrung und der eigenen, früheren Urteile - und natürlich ihrer jeweiligen Überprüfung und Wertung -, denn anders kann unsere Intuition sich nicht entwickeln und für uns immer wertvoller, da immer zutreffender werden.

Vertrauen wir ihr, hinterfragen wir sie aber auch, damit wir uns - und sie - ständig vervollkommnen.


> Wer mehr über Intuition erfahren möchte, kommt an zwei Büchern nicht vorbei: Für mich bewegt sich 'Bauchentscheidungen' zwischen "Bas Kast : Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft - Die Kraft der Intuition" und "Gerald Traufetter : Intuition - Die Weisheit der Gefühle".

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Monday, April 13, 2009

Franz M. Wuketits : Der freie Wille

'Der freie Wille'" mit seinem Untertitel 'Die Evolution einer Illusion' ist aus zwei Gründen ein bemerkenwertes kleines Buch:
1 - wg. seiner sehr leicht verständlichen Darstellung, daß unser freier Wille gar nicht so frei, sondern nur eine Illusion - immerhin jedoch eine sehr sinnvolle - ist und
2 - wg. seiner Meinung, daß die relevanten Personen im Staate uns selbst diese Illusion zunehmend vorenthalten.

1 - Der freie Wille - Eine Illusion

"Viele Hirnforscher sind heute der Ansicht: Jeder Mensch ist, wie er ist, und kann nicht anders sein; sein Gehirn gibt den Ton an, er führt nur aus, was das Gehirn ihm sagt."

Wir fühlen uns frei und das ist auch gut so. Wir entscheiden, was wir tun und was wir lassen, was wir lieben und was wir hassen - denken wir zumindest.
Denn es bleibt sehr wenig an willentlicher Entscheidung am Ende des Buches übrig. Die Gene übernehmen ihren Teil, die Instinkte und Reflexe, das Unterbewußtsein, die Intuition, die Prägung durch die Eltern, die Schule, Kollegen und Gesellschaft, der Wunsch des eigenen Akzeptiertseins und Geachtetwerden von denen, die wir lieben, bewundern, von denen wir abhängig(!) sind, die elektrischen Signale, die fließen, kurz bevor wir selbst erfahren, daß eigentlich wir etwas tun wollen.

Nein, es bleibt nichts übrig an freiem Willen. Aber es gibt einen eigenen, individuellen Willen. Und der sagt uns ua., daß wir uns weiterhin der Illusion hingeben sollten, frei entscheiden zu können. Denn schließlich wäre sonst alles vorherbestimmt, niemand müsse die Verantwortung übernehmen für sein Tun und Lassen, für sein Lieben und Hassen. Er könnte Morden und Raubschatzen und wäre nichteinmal verantwortlich zu machen für dieses Etwas, was außerhalb seiner Macht, seiner Verantwortung, seines Willens läge.
(Hier jedoch schiebt Wuketits zurecht einen Riegel vor: "Ein Verzicht auf den Begriff der persönlichen Schuld und der Vergeltungsstrafe ... bedeutet aber keineswegs einen Verzicht auf Bestrafung einer Tat als Verletzung gesellschaftlicher Normen.")

Und: "Wer glaubt, über einen freien Willen zu verfügen, darf das getrost auch weiterhin tun. Diejenigen von uns, die nicht (mehr) daran glauben, brauchen aber weder zu verzweifeln noch sich als zwanghafte Wesen zu fühlen." Wir sollten so weiterleben als wäre nichts geschehn. Wir sollten uns nur der tieferen Bedeutung der Tatsache bewußt sein.

Trotz allem also bleiben wir ein Wesen "mit der Fähigkeit, über sich selbst, seine eigene Vergangenheit und mögliche Zukunft kritisch nachzudenken und zu sich selbst gleichsam in Distanz zu treten."

2 - Der Kampf des Staates gegen die Willensfreiheit

"Inzwischen - und dies ist mein abschließender Gedanke - ist die Illusion der Willensfreiheit als positiver Lebensfaktor bedroht.
Politik, Justiz und Wirtschaft greifen immer stärker in das Leben jedes Einzelnen ein und beginnen, ihn (und sie) der Illusion eigener Freheit zu berauben."
"Für den, der kritisch um sich blickt, ist nicht mehr zu übersehen, daß der Einzelne zunehmend politischen und bürokratischen Kräften und damit der Fremdbestimmung ausgesetzt ist."

"Wollen wir unser Leben den 'Kontroll-Behörden' ausliefern oder ihnen unseren eigenen Willen, wenn der auch nicht frei ist, entgegensetzen?
Davon wird in Zukunft, wie schon bisher, unser eigenes Wohlbefinden abhängen. Denn wenn der freie Wille auch nur eine Illusion ist - er vermag uns subjektiv in einen weit besseren Zusatnd zu versetzen als jede Kontrollbehörde. Und darauf kommt es letztlich an."


Soweit das Buch. Irgendwie interessant, daß an jeder Ecke jemand bemerkt, daß unsere Gedanken-, Entscheidungs- und Handlungsfreiheit ausgehöhlt wird, die Politik aber selbst im Superwahljahr lustig auf diesem selbstmörderischen Pfade weiter voranschreiten kann, ohne daß sich Widerstand unter den Opfern - also uns - rührt.
Sind wir so unfrei, daß wir gar nicht mehr merken, was uns langsam aber sicher noch unfreier macht?


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Thursday, February 26, 2009

Die Ubiqität des Missmanagements in Deutschland

Längst hat man sich an das Missmanagement in den großen Unternehmen der Welt gewöhnt. Banken, Automobile, Telekommunikation. Man ist jedoch jedesmal wieder überrascht, wenn es dann auch Liebhaber-Stücke aus den Unternehmens-Kollektionen trifft. Von Ralf Schwartz.

Ich meine Liebhaberstücke, bei denen man Manager mit Herzblut vermutet, keine Selbstbedienungsmentalitäten und über-Leichen-gehenden Egoismus. Ich meine Unternehmen wie Märklin, Saab, Schiesser.

Hier der Bericht der Wirtschaftswoche zu Schiesser "Fein R.I.P. - Wie Missmanagement Schiesser in die Pleite trieb ".

Wie immer versagt die Moral des Managements. Wie immer versagt die Kontrolle durch die Eigentümer, seien sie selbst Unternehmer oder Politiker. Wie immer lehnen sich die Mitarbeiter nicht lautstark genug auf. Wie immer sind nachher alle Schuld, aber keiner will es gewesen sein.

Am stärksten fällt dies in der Politik auf, wo niemals Konsequenzen auf Nicht-Handeln folgen. Das Mehdorn-Thema wird seit Jahren ausgesessen, die Banken werden auf Kosten des Steuerzahlers am Leben erhalten (obwohl die Politik für ihre Milliarden-Verluste verantwortlich zeichnet, da sie die Kontrolle in den entspechenden Gremien vernachlässigte), Post und Telekom werden auf Kosten der Zukunftsfähigkeit und der Mitarbeiter von Berlin beschützt, die Vorstände erhalten, geschweige abgestraft.
Man schaut nicht nur Jahre, sondern zu lange zu - so lange, bis es zu spät ist.

In der Wirtschaft bedienen sich nicht nur die Obengenannten, sondern auch die Manager von Hedge-Fonds, Beteiligungsgesellschaften, Venture Capitalists, etc. Es bedienen sich fleißig die Berater, die im Zweifel mit ersteren gemeinsame Sache machen.

Man kann niemandem mehr trauen, außer dem Unternehmer, der auf eigene Gefahr und Kosten unterwegs ist und seine Geschäfte überlegt und abgesichert tätigt. (Und auch dort sehen wir Fehler (Merckle) und Fehlentscheidungen (Schaeffler), die aber nicht mit Missmanagament obiger Güte vergleichbar sind.)


Die fehlende Moral im Management rührt aus der fehlenden Moral im Leben. Wo Politik, Bildung und Erziehung versagen, verliert die Gesellschaft ihre kulturelle Basis, strebt nur noch nach dem Gelde und wird auch nicht anderes mehr wählen als den Eigennutz.

Jeder Einzelne hat es also in der Hand, mit seinem Handeln die Welt um uns herum zu einer besseren zu machen. Hat es in der Hand, vorbildlich zu handeln, die relevanten Werte vorzuleben und die Menschen zu inspirieren.

Jeder Einzelne hat es in der Hand, den Machenschaften der Politiker, Manager und falschen Propheten ein Ende zu machen. Hat es in der Hand, ihnen zu zeigen, wie man wirklich leben, denken, handeln müßte, um Deutschand wieder in ein innovatives, intelligentes, vorbildliches, offenes, neugieriges Land zu verwandeln und aus dem Morast der Durchschnittlichkeit, Egoismen auf allen Ebenen und Reform-Reaktanz zu führen.

Deutschland muß endlich wieder gelebt und nicht länger gemanaged werden!

Wednesday, February 18, 2009

Die wahre Krise? Wir haben aufgehört, weise zu sein.

Barry Schwartz erklärt auf beeindruckende Art, wie wir immer weniger weise werden, weil wir uns gedankenlos den vermeintlichen Segnungen der Regeln, Regulierung, Bürokratie hingeben. Von Ralf Schwartz.

BarrySchwartzTed
Image courtesy TED.

Barry Schwartz hat 2004 das Buch 'The Paradox of Choice' verfaßt, in dem er argumentiert, daß eine größere Auswahl uns nicht glücklicher macht, sondern ganz im Gegenteil.

(Für das Marketing war das Buch besonders interessant, weil dort gezeigt wurde, daß es sinnvoll ist, weniger zB Marmeladen-Varianten anzubieten, weil die Menschen vor schierer Vielfalt kapitulieren und dann weniger oft oder gar nicht zugreifen.)

Im aktuellen Vortrag bei der TED-Konferenz beschäftigt er sich mit dem Thema Wisdom (Weisheit bzw. angewandte Intelligenz, intuitive Klugheit).

Sie sollten sich die Zeit nehmen und dem gesamten Vortrag konzentriert zuhören, denn es geht darum, daß wir alle nicht mehr weise sind. Meine persönliche Ableitung ist diese:

1 - Wir halten uns sklavisch an Regeln.

2 - Wir hinterfragen diese Regeln nicht mehr.

3 - Wir machen keine Ausnahmen von diesen Regeln, sondern verwenden sie als Argument.

4 - Wir stellen die Regel über Moral, Ethik und gesunden Menschenverstand.

5 - Die Regel wird zu unserem Gewissen, obwohl sie dieses nicht ersetzen kann.

6 - Die Regel steht dem Wandel im Wege.

7 - Die Regel führt zur Durchschnittlichkeit im Denken und Handeln.

Wir haben anscheinend nur eine Möglichkeit: Wir müssen wieder lernen, uns selbst zu vertrauen. Wir müssen wieder erkennen, was wirklich wichtig ist. Wir müssen entsprechend handeln und nicht nur so denken und uns besser fühlen.

Wir müssen daraus Konsequenzen für unsere Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ziehen. Wir müssen - jeder Einzelne - jetzt sofort und in jedem Moment damit beginnen.

Wir müssen die Strukturen in unseren Unternehmen, Schulen, in unserer Politik schaffen, die Gesunden Menschenverstand belohnen und unsere Kinder entsprechend erziehen.


(Im 3. Schritt der distinctive leadership Philosophie verlange ich das Streben nach Weisheit, denn nur die Weisheit vermag der Brillanz (2. Schritt) ihre Relevanz zu geben. Brillanz ohne Relevanz jedoch bleibt bedeutungslos.)

Saturday, February 07, 2009

Märklin-Insolvenz: Todesstoß durch Berater oder doch durch den Geschäftsführer?

Die kürzlich bekanntgewordene Märklin-Insolvenz ist laut Insolvenz-Verwalter Pluta vor allem auf die hohen Berater-Honorare zurückzuführen (Handelsblatt "Hochdruck bei Suche nach Märklin-Käufer"), die allein im letzten Jahr 12 Millionen Euro betrugen - bei angedeuteteten Verlusten von 20 Millionen Euro.
In den letzten 3 Jahren beliefen sich allein die Berater-Kosten auf 40 Millionen Euro!

Natürlich kann man kein Unternehmen beratend sanieren, indem man es ausbluten läßt und sich daran bereichert. Schließlich sorgt man so selbst für den schleichenden Niedergang.

Was aber ist mit den Menschen im Unternehmen, die diese Berater angeheuert und immer wieder bezahlt haben? Was ist mit der Geschäftsführung? Genoß sie ihren Dornröschen-Schlaf?
Das Handelsblatt wußte schließlich schon am 15. April 2008, daß es so nicht weitergehen kann: "Trotz Sparzwang: Märklin wird für Berater zur Goldgrube". Was tat der Geschäftsführer?

Wir wollen hier nicht die ganze Geschichte aufrollen, wir wollen auch keinesfalls die Berater entlasten, sie sollten zur Rechenschaft gezogen werden!
Wir wollen nur darauf hinweisen, daß es in einem Unternehmen Menschen geben sollte, die sich für dieses Unternehmen verantwortlich fühlen, die mit dem Unternehmen und seinem Schicksal verwachsen sind, die eher auf ihren Bonus, etc. verzichten als dem Unternehmen Schaden zuzufügen.
Schließlich hängen bei Märklin auch mehr als 600 Arbeitsplätze, Menschen und Schicksale von solch einer Einstellung und einem Engagement der Entscheider ab.

Es gibt diese Menschen, die mit Herzblut bei der Sache sind. Wenn schon nicht die Geschäftsführer selbst so gestrickt sind, müssen sich die Mitarbeiter stärker engagieren, müssen an die Presse gehen, müssen die Geldgeber, Aktionäre, Banken aufwecken und zum Handeln zwingen. Manchmal müssen die Entscheider von den besseren Menschen zu den richtigen Entscheidungen 'bewegt' werden.

Dies passiert nun bei Märklin.
Wünschen wir also, daß nicht ein weiteres Traditionsunternehmen aufgrund makabrer Machenschaften Einzelner für immer von der Bildfläche verschwindet.
Die meisten von uns haben große Erinnerungen in Verbindung mit Märklin. Wünschen wir diese auch unseren Kindern.


UPDATE 18. Feb., 2009: Details zum Thema in der FTD "Märklin - Der große Eisenbahnraub".

Monday, October 20, 2008

Marshall Goldsmith über die Fähigkeit, das Beste aus seinem Coach herauszuholen!

Ich möchte im Folgenden einen ganzen Blog-Post des amerikanische Coaches und Bestseller-Autors Marshall Goldsmith zum Thema "Getting the Most from Your Coach" wiedergeben. Sie sollten ihn in einer ruhigen Minute lesen, reflektieren und im Zweifel einfach - das individuell Gelernte - ausprobieren.

Getting the Most from Your Coach

"A research review on the unique challenges and strategies involved in helping successful people get even better revealed some interesting findings, including:  Successful people are much more likely to accept coaching from those whom they respect and whom they see as successful. Successful people are less likely to value coaching from those whom they do not see as successful. This phenomenon tends to occur even if the content of the coaching from less successful people is very similar.

This point was made even more clearly when Beverly Kaye, Ken Shelton, and I asked great thought leaders and teachers to describe a key event when they learned something that made a significant difference in their lives. This led to our book Learning Journeys. More than half of the respondents described a situation in which they had received coaching from someone that they deeply respected.

In many cases, this coaching did not come from someone in a formal coaching relationship (like a consultant, manager, or teacher). Interestingly enough, most agreed that the same message would not have had much impact if a different person had delivered it. This made us realize that, when dealing with successful people, the source of coaching can be as important as the content of the coaching.

Another clear finding of our literature search is that positive behavioral change is much more likely to last if the individual who is trying to change has a “support group” (or at least “support person”) who is assisting in the change process. In order for these supportive coaches to be helpful, there needs to be a “two-way” respect relationship. They need to respect us and we need to respect them.

In helping you achieve a positive, measurable change in behavior, your best coaches will not necessarily be outside experts (like me) who have credentials or training in this field. Your best coaches may often be people that you respect and who impact your life on a daily basis.

A common misconception about coaching is that your coach has to be an “expert” to be helpful. This is not true. A helpful behavioral coach can be anyone that you respect. Your coach can be anyone who observes your behavior on a day-to-day basis. Your coach can be a person that is part of any valuable relationship.

Your spouse, friends, or partners may not be experts on interpersonal behavior, but they may be experts at understanding how your interpersonal behavior impacts them! They can usually describe the behavior that you need to demonstrate so that you can become more effective (at work) or happier (at home).

Who should your coaches be? In selecting coaches, you may wish to consider the key people who are impacted by your behavior. This list might include your manager, direct reports, colleagues, customers, friends, and family members. A key guideline is: don’t ask for their advice if you don’t want to hear it! Involve the people who you believe can help you get better.

After determining who you want your coaches to be, it is important to gain their commitment to the coaching process. Have a one-on-one dialogue with each person whom you are going to recruit as a coach.

Ask them if they would be willing to spend a few minutes each month during the next year to help you achieve a positive change in your behavior. When they respond, look closely at their faces; don’t just listen to their words. Only involve people who are sincerely willing to try to help you.

Be honest and direct in these dialogues. Let them know that you are going to make a sincere effort to improve. Don’t promise that you will succeed. Be realistic - let them know that you will probably “fall off the wagon” during the next year. Let them know that you will be very sensitive to the value of their time in this process.

I have found that the answers to the three simple questions that follow can be great predictors as to their future success in being your coach and in helping you change.

1. Are you willing to “let go” of my past behavior and try to help me change my future behavior?

One of the great mistakes that we make when we try to help others change is to focus on the past, not on the future. How many times have we been “helped” by a spouse, friend, or partner who is able to impress us with their near photographic memory of our previous “sins”? How much does this generally help anyone? None of us can change our past; all we can do is change our future. Focusing on the past can be demoralizing. Focusing on the future can be energizing.

For better or worse, it is often useless to have a dialogue with successful people about what they have done wrong in the past. The successful person who “receives” the feedback often becomes defensive, denies the feedback, and tries to prove that the sender is “wrong” or “doesn’t understand”. The “sender” of the feedback may feel awkward, embarrassed, uncomfortable, or even afraid. Successful people tend to resist negative feedback about their past; they almost always appreciate constructive suggestions for their future.

By focusing on the future, the coach can usually “cover the same material” in a much more constructive way. Rather than focusing on “Let’s talk about how you made an ass of yourself in front of the executive team!” the coach can focus on, “Ideas for making more effective executive presentations in the future.”

Having your coach focus on the future will make this process a lot more fun (and a lot less painful) for you. Do you really want someone pointing out everything that you have done wrong? Wouldn’t you rather work with someone who is willing to “forgive yesterday’s sins” and try to help you get better tomorrow?

2. Are you willing to be a supportive coach, not a cynic, critic, or judge?

Successful people tend to respond very well to future-oriented advice that will help them achieve their goals. Successful people tend to resist advice when they feel that they are being judged or manipulated.

Improving an interpersonal relationship involves a two-way effort. If we work hard to change our behavior so that we can have better relationships with others, and we only receive cynicism or criticism, we will generally give up on the process. Why should we work so hard to improve our relationship with people when we feel punished for our efforts?

The person whom you are recruiting to help you needs to understand that your efforts to change behavior (over the next year) will often result in failure. We all have a tendency to revert back to old behavior. The more stressful the situation, the more likely this is to be true. If your coach does not give up on you when you fail in the short run, you will be much more likely to succeed in the long run. If your coach expects you to fail and says, “I knew you could not change,” your odds for successful change go down.

The people whom we respect can create either positive or negative self-fulfilling prophecies concerning our behavior. Optimism is a key ingredient in helping people change. If your coaches consistently communicate a belief that “you can do it”, you will be much more likely to succeed. If they do not believe that you can change, they may do more harm than good.

3. Will you commit to being honest with me when you give me suggestions for the future?

Coaches who are unwilling to be honest are generally not that helpful. If the coaches are unduly negative, the person being coached may become unnecessarily demoralized. If the coaches are unduly positive, the person being coached may be getting positive reinforcement for negative behavior. Neither option is useful. Just ask your coaches to tell the truth as they see it. Point out that they are the only people in the world who can accurately provide their assessments of your behavior.

In my corporate work, hundreds of my clients have asked their colleagues these questions. The huge majority of people say yes to all three. In some cases, people say no. Perhaps the relationship has been too strained too long for them to want to fix it. Perhaps they are uncomfortable providing honest suggestions.

Perhaps they are too busy. It doesn’t really matter. If they don’t want to participate, don’t force the issue. Just thank them for their honesty in telling you how they feel. In almost all cases, there will be more than enough people who are willing to help. Work with them.

Following-up With Your Coaches

After recruiting your support group of coaches, ask them for their ideas on how you can improve. This can be done either formally (through 360 degree feedback) or informally (through merely asking for suggestions for the future).

Identify the one or two behavioral changes that can make the most positive impact. Realize that these behaviors may vary with different groups. Ask them for ongoing suggestions for improvement in these behaviors. Do not promise that you will do everything they say. Do promise to listen to their ideas, to understand their perspective, and to do what you can. Stick with the plan and make sure that you keep following-up.

Results from thousands of people who have followed these steps demonstrate a clear pattern. If you recruit supportive coaches whom you respect, ask them for ongoing suggestions, listen to their ideas, and keep following-up, you will almost always achieve a positive long-term change in your behavior. You will also improve your relationships with the most important people in your world!

Life is good.

Marshall"

Von Marshall Goldsmith: "Getting the Most from Your Coach".

Sunday, August 03, 2008

Wo beginnt Korruption, Herr Bsirske?

Vom Aufsichtsrat erwartet man Aufsicht, nicht Nachsicht. Wie will gerade Gewerkschaftler Bsirske erstere und nicht letztere garantieren, wenn diejenigen, die er beaufsichtigen soll, ihm 1.Klasse Freiflüge und knapp 430.000 Euro Einkommen garantieren? Fragen von Ralf Schwartz.


Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di, ist gleichzeitig Stellvertretender Vorsitzender im Lufthansa Aufsichtsrat und soll dort die Arbeitnehmer-Seite vertreten.
Ebenso ist er Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei der RWE, wo er wohl einen ähnlichen Auftrag von seiner Gewerkschaft hat, und im Aufsichtsrat der IBM (sagt jedenfalls der LH Geschäftsbericht).

Allein bei Lufthansa und RWE erhält er 2007 Aufwandsentschädigungen in Höhe von 427.000 Euro (Lufthansa: 210.000 Euro, RWE: 217.000 Euro).
Davon sind 175.000 Euro bei der Lufthansa und 137.000 Euro beim RWE flexibler Bonus. 312.000(!) Euro also, die er nicht bekommt, wenn die Geschäfte für die Aktionäre mal schlecht laufen!
(Quelle: Geschäftsberichte 2007 von Lufthansa bzw. RWE)


Wie gut kann man noch die Rechte seiner Arbeitnehmer und Gewerkschaftsmitglieder vertreten, wenn man dafür, daß man Kosten reduziert und den Aktienwert steigert (und wir wissen, wie man das heutzutage macht), einen Bonus von 312.000 Euro einstreicht?
Wem steht er näher, seinem eigenen Wohl oder dem seiner Arbeitnehmer und Mitglieder?

Wie stark muß man sein, um diese insgesamt 430.000 Euro nicht zu berücksichtigen, wenn man für seine Arbeitnehmer kämpft?
Wie kann ver.di noch von sich auf der Website behaupten, "... unabhängig von Arbeitgebern, Parteien, Religionsgemeinschaften und staatlichen Organen" zu sein? (Quelle: ver.di)


Wie aber kann man überhaupt noch glaubwürdiges Vorbild sein? Wie kann man Zahlungen in dieser Höhe für sich akzeptieren, tatsächlich aber doch andere Ziele, Prinzipien, Philosophien haben müssen - nämlich die der Gewerkschaft, oder?

Wie kann man akzeptieren, daß zB die Mitglieder dieser beiden Aufsichtsräte zusammen mehr als 6 Millionen pa. für ihre Tätigkeit kassieren? Kann das noch verhältnismäßig sein? Vor allem für einen Gewerkschaftler?

Verrät er nicht seine ureigensten Ziele und Antriebe? Verrät er nicht 2,3 Millionen Mitglieder? Korrumpieren Macht und Geld nicht gerade einen wie ihn?


Muß nicht gerade ein Bsirske jede Nähe zu den Gepflogenheiten des Top-Managements meiden? Muß er nicht, um glaubwürdig zu sein, mindestens die Hälfte seiner 'Entschädigung' in die Gewerkschaftskasse einzahlen
Ist er nicht einfach nur von seinen Mitgliedern beauftragt, ihre Rechte zu wahren? Muß er dafür derartig hohe Summen einstreichen und behalten?


Wie nur kann man sich in solch einen Zwiespalt begeben? Wie kann man diese Gratwanderung aushalten? Oder besser:
Würde jemand, der wirklich für die Gewerkschaft und ihre Sache kämpft, sich jemals überhaupt erst in solch einen Zwiespalt begeben?
Würde dem wahren Gewerkschaftler nicht derartiges 1.Klasse-Gebahren fremd sein? Würde er sich dort wohlfühlen können?
Würde er reinen Herzens Freiflüge für sich und seine Ehefrau im Werte von knapp 20.000 Euro realisieren?

Früher wäre einem wahren Gewerkschaftler allein von der Idee schlecht geworden.
Früher waren Gewerkschaftler Männer, die in der vordersten Reihe kämpften, die als erste Prügel einsteckten, sich die Nase blutig stießen im Kampfe für ihre Männer und Frauen - heute fliegen die Gewerkschaftler genau zur rechten Zeit in die Südsee, 1. Klasse, bezahlt vom eigenen Arbeitgeber, vom Klassenfeind!


Natürlich bin auch ich der Meinung, daß man Arbeitgeber am effektivsten beeinflussen kann, wenn man über oder zwischen ihnen sitzt.

Allerdings geht es hier um mehr. Es geht nicht um einen Manager unter seinesgleichen.
Der Gewerkschaftler an sich - und vor allem der große Vorsitzende - ist kein gewöhnlicher Manager - und auch nicht mit dem Maße zu messen, welches wir beim durchschnittlichen Manager anlegen.

Wie von den besten Wirtschafts-Leadern, so erwarte ich auch von den Gewerkschaftsbossen, daß sie leben, was sie predigen. Daß sie zuerst an ihre Leute und dann an sich denken.
Ich erwarte Männer und Frauen, die zu ihren Regeln, Prinzipien und Philosophien stehen.

Ich erwarte, daß sie vorangehen, auch wenn es wehtut. Das erst macht sie zu Leadern! Macht sie zu Leadern, denen ich gerne folge, weil ich sie bewundern kann für ihr außerordentliches Handeln und ihre Prinzipien. Zu Leadern, die mich durch ihr Vorbild inspirieren. Leader, die dem Wandel den Weg bereiten - und nicht auf ausgetretenen Pfaden den anderen hinterhertrotten.
Ich will Ideen, Lösungen, Wegweisendes, Quantensprünge - auch und gerade als Leadership Consultant.
Niemand braucht Arbeitnehmervertreter, die sich verhalten wie unsere schlechtesten Arbeitgebervertreter!


Vielleicht aber sprechen wir ver.di auch einfach nur falsch aus und es ist tatsächlich eher die Abkürzung von verdi.enen!



Update 04.08.2008, 08:02 Uhr: Die Welt online schreibt, Frank Bsirske hätte sich laut Bild-Zeitung entschuldigt: "'Ich habe allerdings die Brisanz, die dieser Flug in der öffentlichen Wahrnehmung ausgelöst hat, unterschätzt', betonte er und fügte hinzu: 'Das war falsch.'"

Das ist ja schön, daß er nicht mal mehr im Vorhinein erkennen kann, wie falsch und unangebracht seine Handlungen sind.
Er hat tatsächlich jedes Maß verloren.

Thursday, July 10, 2008

Über 7 Brücken mußt Du gehen!

Zeitnahes und relevantes Online- und Email-Fedback stärkt nicht nur die Bindung des Kunden zur Marke, sondern steigert hochwirksam Effizienz- und Effektivität im Unternehmen. Trotzdem scheint diese Form der Etiquette eine verlorengegangene Kunst. Ein Erfahrungsbericht. Quelle: mediaclinique.com


Die Online- und Mail-Etiquette liegt in den Zeiten des Information Overflow am Boden. Nichts scheint einfacher als Mails nicht zu beantworten, Kunden nicht zurückzurufen oder Anfragen einfach online verhungern zu lassen. Mancher bedankt sich nichtmal mehr für Geburtstagswünsche.

Nichts scheint unvorstellbarer als die Tatsache, daß dieses Verhalten negative Auswirkungen auf die eigene Reputation als Mensch, auf das Image als Marke oder Unternehmen oder auf Professionalität und Engagement als Manager hat.
Manchmal hat man gar den Eindruck, Unternehmen bauen aktiv und bewußt Hürden für ihre Kunden und Konsumenten auf. (Wie zB die Telekom, die bestimmte Beschwerden nicht telephonisch annimmt, sondern nur schriftlich.)


Die meisten scheinen sich daran gewöhnt zu haben, daß sie keine Antwort bekommen. Sie selbst handeln jedenfalls so und beantworten Mails gar nicht oder nach 23 Tagen.

Wenn dem aber so ist, daß nämlich klar ist, daß man keine Antwort bekommt, warum schreibt man dann überhaupt noch? Wie schizophren sind die Überlegungen, selbst weiterhin auf eine Antwort zu hoffen, aber schon lange selbst keine mehr zu geben?


Im Folgenden finden Sie die 3 verbreitetsten Gründe für die Mißachtung der Etiquette und - was viel wichtiger ist - Kernstücke der Etiquette meiner Klienten, Partner und Freunde, sowie meiner selbst als Tips gegen den Moloch Informationsflut:

1 - Keine Zeit.

Wer keine Zeit hat, seine Mails zu beantworten, sollte sie erst gar nicht lesen!
Anlesen, Schließen, wiederholtes Öffnen einer Mail kostet die 3-fache Zeit gegenüber einer konsequenten Mail-Philosophie.

Zeit findet man am ehesten, indem man sich konsequent auf die aktuelle Aufgabe konzentriert und sich zwischendurch nicht ablenken läßt.
Studien sagen, daß man bis zu 20 Minuten braucht, um nach einer Ablenkung wieder den Roten Faden aufzunehmen.

Zeit findet man, indem man Zeitfenster definiert. Diese QualityTime ermöglicht konzentrierte, effiziente, effektive Arbeit - und halbiert die normale Bearbeitungszeit des Mailaufkommens.
(Der GF einer Agentur schwört darauf, Mails nur 3mal am Tage zu lesen und davon auszugehen, daß Dringenderes per Telephon an einen herangetragen wird.)


Minimieren Sie die Zahl der Menschen, die Sie bei ihren Mails cc. setzen und die Sie umgekehrt bei ihren eigenen Mails cc. setzen dürfen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre direkten Mitarbeiter, auf Ihre relevanten Kollegen der gleichen Ebene und Ihren Vorgesetzten.

Abonnieren Sie keinerlei Newsletter, um über das Geschehen in der Welt, Ihren Märkten oder der Zukunft informiert zu sein. Abonnieren Sie stattdessen RSS-Feeds. Ihre Mailbox läuft damit nicht mehr über - und Sie haben eine klare Trennung der unterschiedlichen Informationen in Mails und Feeds kreiert.
(Sie müssen ja nicht so weit wie ich gehen und sich den Luxus gönnen, jeden Tag ca. 150 Feeds in knapp 100 Minuten zu lesen. 10-20 reichen völlig für den durchschnittlichen Manager.)


Über die Mail-Funktion werden keine Diskussionen geführt. Xmal hin- und her mailen ist tabu. Stattdessen sollten Sie zum Telephon greifen. Sprechen Sie nicht auf die Mailbox (am Ende werden Sie alles doppelt gesagt haben). Und schreiben Sie bitte kein Mail, daß Sie angerufen haben!

Im Unternehmen: Stehen Sie auf und gehen Sie lieber mal zu der betreffenden Person. Sie kommen rum, bewegen sich, treffen den ein oder anderen, den Sie lange nicht mehr gesehen haben, und können auf dem Wege einiges andere erledigen.


Konsumentenmails und -kommentare sollten je nach Aufkommen von einem oder mehreren dedicated Mitarbeitern ernstgenommen und beantwortet werden. Es sollten Antworten sein, mit denen der Kunde wirklich etwas anfangen kann. Antworten, die Sie selbst erhalten möchten.

Als Markenverantwortlicher sollten Sie wissen, wie Ihre Konsumenten ticken. Halten Sie sich in kurzen Abständen auf dem Laufenden.


2 - Keine Lust.

Wer keine Lust hat, seine Mails zu beantworten, sollte sie erst gar nicht lesen!

Lustlosigkeit ist kein Kreativitätsbooster, erlaubt nur ungenügende Konzentration und kreiert suboptimale Antworten bzw. produziert (dadurch) zusätzliche Arbeit.

Trotz Lustlosigkeit gilt jedoch: Jegliches Feedback soll innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Es reicht, wenn Sie wirklich keine Zeit haben oder für die Antwort länger brauchen, kurz zu antworten und einen Zeitpunkt für die gewünschte Antwort in Aussicht zu stellen.
(Ein Vorstand eines Autokonzerns ruft spätestens jeden Abend alle zurück, die versucht haben, ihn über Tag zu erreichen. Er gibt Mailern, denen er nicht mehr am gleichen Tag antworten konnte, kurz per Mail Bescheid.)


Während Deutschland hier meist noch schläft (Journalisten, Fachmedien-Blogger und Telekommunikationskonzerne geben kein Feedback, vor allem, wenn man schneller war als sie selbst.), kommen aus den Vereinigten Staaten von Medien und Marken kurze Mails postwendend zurück, die vermelden, die Nachricht sei eingegangen, man melde sich so schnell als möglich. Dies dauert dann auch höchstens 2 Tage und man hat eine relevante, aussagekräftige und weiterführende Antwort.


Nutzen Sie Ihren Frust und kanalisieren Sie dessen Energie um in die Entwicklung einer neuen, individuellen Mail-Strategie und deren Kommunikation (damit es wirklich besser wird, müssen sich nämlich möglichst viele daran halten):
- 40% der Mails gehen zukünftig direkt an die jeweiligen Direct Reports / Sekretariat
- 20%: gehen in Zukunft direkt in die richtige Abteilung
- 20%: Instant Messaging wird das Tool der Wahl für schnelle Entscheidungen und Kommunikation
- 20%: irgendetwas müssen Sie ja auch noch tun!

Das ist direkt auch eine gute Gelegenheit, nochmals mit den Direct Reports die jeweiligen Verantwortungsbereiche abzustimmen, abzustecken und festzuzurren.
(So haben wir zB für einen GF gemeinsam einen neuen Kalender entwickelt, der eindeutig seine Prioritäten, Kommunikationsanforderungen und täglichen, menschlichen Leistungsschwankungen berücksichtigt und optimiert.)


3 - Keine Ahnung.

Wer keine Ahnung hat, wie die Mails zu beantworten sind, sollte nach Hause gehen oder jemanden fragen, der sich damit auskennt.

Geht man nach Hause, kann man da auch bleiben. Fragt man aber jemanden, die Anfrage mit einem gemeinsam zu lösen, lernt man dazu, entwickelt sich weiter!
Die besten Mails lassen einen lernen, erweitern den Horizont, eröffnen neue Horizonte, schaffen nicht nur neue Räume für eventuelle Innovationen, sondern auch die Innovationsidee selbst.


Wer kann sich heute noch vorstellen, einfach mal so selbst nach einer Antwort in den Tiefen des Netzes zu suchen, statt die Anfrage direkt an einen anderen armen Kerl weiterzureichen, der auch keine Ahnung hat?

Man kann Mails, egal, ob von Kunden, Konsumenten oder aus dem eigenen Unternehmen als immense Chance verstehen. Als Marktforschung. Als Produkt- und Serviceoptimierung. Als Abgleich der eigenen Fähigkeiten mit der fortschreitenden Entwicklung des Web und vor allem der Menschen da draussen.
Mails und Kunden stören nicht, sondern bereichern.

Schaffen Sie sich Freiräume, um einfach mal drauflos zu surfen. Sie werden sich wundern, worauf Sie stoßen werden. Sie werden sich wundern, welche Untiefen das Web hat.

Vor allem werden Sie sich wundern, welche Untiefen Sie noch haben, an die Sie sich schon längst nicht mehr erinnern konnten.

Richtig angepackt wird Online- und Email-Etiquette zu einem kraftvollen Tool, das eigene Time und Kalender Management zu optimeren, kreativer und innovativer zu werden, kommunikativer, offener und neugieriger zu werden!

Mit nur wenigen Maßnahmen optimiert man sein Image, sein Standing, seine Vorbildfunktion.

Tuesday, April 29, 2008

Robert B. Reich : Supercapitalism - The Transformation of Business, Democracy and everyday Life

Der Inhalt des Buches von Robert B. Reich kann mit wenigen Zeilen seines letzten Kapitels zusammengefaßt werden:

"The triumph of supercapitalism has led, indirectly and unwittingly, to the decline of democracy. But that is not inevitable. We can have a vibrant democracy as well as a vibrant capitalism. To accomplish this, the two spheres must be kept distinct. The purpose of capitalism is to get great deals for consumers and investors. The purpose of democracy is to accomplish ends we cannot accomplish as individuals.

The border between the two is breached when companies appear to take on social responsibilities or when they utilize politics to advance or maintain their competitive standing."


Mehr muß man zum Inhalt gar nicht sagen! Botschaft verstanden und gekauft.


Darüberhinaus aber sollte man sich Gedanken darüber machen, was einem als Konsument und Bürger wirklich wichtig ist: das billige Fleisch oder der Lohn des Metzgers, die billige Milch oder das Auskommen des Bauers, die preiswerte Jeans oder gesunde Chinesen, die preiswerten Sportklamotten oder menschenwürdige Zustände in den Produktionsstätten in Asien?

Was ist einem als Investor/Aktionär und Bürger wichtiger: der hohe Profit des Unternehmens oder der gerechte Lohn in den Produktionsstätten, die kurzfristige Gewinnsteigerung oder der Arbeitsplatz unserer Mitbürger, etc.

Ohne Zweifel ist beides möglich, wie es Robert auch beschreibt, aber dafür müssen wir kämpfen: wir können nicht unseren Politikern dabei zusehen, wie sie Gesetze zum Wohle der Unternehmen verabschieden und notwendige Gesetze zu unserem Schutze lieber hintanstellen und auf die Selbstverpflichtung der Unternehmen setzen, weil diese selbst ihnen diesen Floh ins Ohr gesetzt haben.

Wir müssen verstehen, daß Unternehmen die einzige Aufgabe haben Gewinn (innerhalb gültiger Gesetze) zu erwirtschaften. Sie sorgen nicht für eine bessere Welt nur weil wir uns das wünschen.
Sie sorgen für eine bessere Welt, wenn sie daran besser verdienen können. Das ist auch nichts schlechtes. Das ist ihre Aufgabe und damit sorgen sie auch für unseren Wohlstand.


Vielleicht muß man das so sehen: Es gibt drei Kräfte im Lande 1 - die Unternehmen, 2 - die Gesellschaft und 3 - die Politik.
Leider ist die Gesellschaft zwiegespalten, sie kann sich nicht entscheiden (und hat auch noch nicht das Mittelmaß, die Balance gefunden) zwischen ihren Wünschen als Konsument (niedrige Preise, Ubiquität, Innovation), ihren Wünschen als Investor (hohe Profite) und ihren Wünschen als Bürger (Fairness, Menschenwürde, Wohlstand und Gesundheit für alle).

Die Gesellschaft hat dabei ihr eigenes Glück in der Hand, sie muß sich entscheiden, wieweit sie sich in die jeweilige Richtung bewegt und wo ihre Grenzen sind.
Sie muß in allen Fällen für ihre Bedürfnisse kämpfen, sie muß die Unternehmen bewegen, ihre Bedürfnisse immer besser abzudecken und sie muß die Politik dazu bewegen, stärker als bisher für die Gemeinschaft zu sorgen.

Heute ist die Politik opportunistischer als die Wirtschaft und neigt auch eher dazu, der Wirtschaft hinterherzulaufen, denn hier winken die Jobs nach der politischen Kariere (die sollte man sich warmhalten),
da hat der Bürger wenig zu bieten. Zumal er der Politik sowieso nichts mehr zutraut und sich längst abgewendet hat.


In Politik und Wirtschaft sitzen Manager, die das gegebene verwalten und auf Änderungen reagieren, statt sie vorwegzunehmen. Sie haben weder Visionen, noch wirkliches Gewissen. Sie schweben über den normalen Menschen und fühlen sich ihnen überlegen.

Das kann nicht gutgehen. Es wird Zeit etwas zu ändern. Es wird Zeit die Notbremse zu ziehen. Es wird Zeit, daß der Souverän, das Volk, wieder seine ihm zustehende Rolle einnimmt und seine Vorstellungen nicht nur kommuniziert, sondern auch mit Nachdruck beginnt durchzusetzen.


Es lohnt auf jeden Fall, das Buch von Robert B. Reich zu lesen (auch wenn man darin die letzten Gedanken nicht explizit wiederfindet), denn er gibt sehr viele, interessante Beispiele, die fast zynisch anmuten, aber so ist wohl die Welt des SuperCapitalism, wenn wir es nicht schaffen, ihr die Welt der Demokratie entgegensetzen und die beiden in ein optimales Gleichgewicht zu unserem Wohle und Nutzen bringen. Denn tatsächlich geht es in beiden Welten nur um uns, nicht wahr!?

Das gibt uns Kraft, Macht und alle Möglichkeiten der Welt - wir müssen uns nur wieder trauen und uns von beiden Seiten nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen!


Sunday, January 06, 2008

Helmut Maucher : Management Brevier

Helmut Mauchers Buch mit dem Untertitel "Ein Leitfaden für unternehmerischen Erfolg" ist ein locker und flüssig geschriebenes Werk über Management im Allgemeinen in aller Kürze (was in diesem Falle äußerst positiv verstanden sein soll).

Es behandelt die grundlegendsten Themen wie: Unternehmer oder Manager?, Strategie, Planung und Kontrolle, Führung und wertorientiertes Management, Innovation und Marketing, sowie weitere.

Helmut Maucher sagt seine Meinung, gibt ein paar Anekdoten zum Besten und faßt präzise das jeweils Wichtige zusammen.
Mehr kann man sich von einem Buch dieser Art nicht wünschen.

Man kann dieses Buch schnell lesen, weil man es eilig hat. Man kann aber auch die Zeit, die man mit diesem kurzen Buch gegenüber anderen spart, für eigene Reflektionen nutzen, während man die Ruhe in den Worten und zwischen den Zeilen genießt, geschrieben von einem Menschen, der weiß wovon er spricht.

Daß er selbst bestimmt nicht immer so weise war wie in diesen Tagen und manches Mal anders gedacht und gehandelt haben mag als er es hier im Ideal skizziert, soll an dieser Stelle menschlich genannt sein und uns alle ermutigen, wenn wir uns auf den beschwerlichen Weg machen, dieses Ideal zu realisieren.


Hier für die ganz Eiligen ein paar besondere Zitate, die im Nachgang zum Innehalten und Nachdenken anregen sollen.

Die wichtigsten Aufgaben der Unternehmensführung:

"Was immer Sie tun in der Entwicklung neuer Strategien, neuer Prozesse, der Verbesserung der Systeme, behalten Sie eines im Auge: 'Be close to your products, be close to your people and be close to your customers'."

Unternehmenskultur und wertorientiertes Management:

Die Kardinaltugenden eines Managers: "Mut, Gerechtigkeit, Weisheit und Bescheidenheit." "Leadership is action, not position."

Notwendige Führungsqualitäten:

"Die Bereitschaft zur ständigen Veränderung und die Fähigkeit, den Wandel zu managen, gewinnen heute eine besondere Bedeutung, da sich technologische und andere Veränderungen häufen und wir immer noch mit starren und bürokratischen Systemen, dem mentalen Beharrungsvermögen der Mitarbeiter und der Blockade durch alle möglichen Mitspracherechte konfrontiert sind. Größere Geschwindigkeit als die der Konkurrenz ist aber oft der entscheidende Erfolgsfaktor."
(die mediaclinique sieht hier gerade die Manager von Marken, Agenturen und Medien gefordert)

Innovation und Forschung:

"Meine größte Sorge ist diese, wie man auf englisch sagt, Complacency - selbstzufriedene Gleichgültigkeit. Deshalb habe ich mich ständig bemüht, die ganze Firma und alle Mitarbeiter alert zu halten, immer wieder neue Fragen zu stellen, mit dem Ziel, die ganze Firma immer wieder anzustacheln und sie am glücklichen und zufriedenen Einschlafen zu hindern."
(bei romeo sierra consulting heißt dies neudeutsch 'de/constructing culture')

Marketing (da lacht das Auge der mediaclinique):

"Vor allem hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß letztlich der Konsument entscheidet, was produziert werden muß und was Erfolg hat. Deshalb ist heute (endlich) überall Customer-Orientation die Devise, an der sich alle Marketing-Aktivitäten ausrichten müssen."

"Die Qualität der Werbung ist für den Erfolg meist viel entscheidender als die Höhe des Werbebudgets."

"Entscheidend für eine gute und erfolgreiche Werbung ist, daß alle Beteiligten, ob in den Agenturen oder in den Firmen, wirklich an das Produkt glauben, davon begeistert sind und sich mit voller Kraft dafür engagieren."

"Auf jeden Fall ist es wichtig, daß die Topleute des Unternehmens einen persönlichen Kontakt mit den Agenturen haben. Das motiviert und erhöht die Verständigung."

"Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor bei der Werbung ist Kontinuität ... . "Gegen diese Kontinuität wird oft gesündigt, weil es leider zu häufige Wechsel bei den Marketing- und Werbeleuten gibt und jeder neue sich profilieren möchte ..."

"Der Marketing-Mind, die richtige Einstellung und das Talent zum Marketing, ist wichtiger als die Kenntnis schematischer Marketing-Techniken."


Manches Zitat mag sich allgemeingültig, langweilig, verstaubt anhören, wirklich gelebt wird immer noch das Wenigste davon. Eine gute Gelegenheit, das ein oder andere zu einem guten Vorsatz für die kommenden Jahre zu machen.

Als Schlußwort noch ein Zitat aus dem eigentlich ersten Part 'Unternehmer oder Manager?' des Maucher-Buches: "Schon Goethe hat geschrieben: 'Wenn Ihr's nicht fühlt, Ihr werdet's nicht erjagen!' "

Was keinen entmutigen soll, es ist nur noch kein Meister vom Himmel gefallen, und ohne eigene Anstrengungen wird man keiner der Besten, und: Sobald man sich engagiert, wird man auch etwas fühlen ...

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  • Wie kann ein zweifach Lead Award gekröntes Magazin, das Mitte 2008 im 5. Jahre eingestellt wurde, heute 'aktueller denn je' sein?

    > Dazu muß man nur die 140- Zeichen(!)-Synopsis jeder einzelnen der 50 Ausgaben inhalieren! Enjoy!