Steve Jobs beschrieb im Juni 2005 in seiner berühmten Ansprache an die Stanford-Studenten (als Video hier) sein Erfolgsprinzip, im Grunde seine Lebensphilosophie (knapp 6 Monate zuvor, Ende 2004, ließ ich die Marke 'romeo sierra consulting' eintragen, da ich schon lange Steves Meinung war, ohne sie zu kennen - bei mir waren es nur eben nicht "days in a row", sondern wahrscheinlich 'Jahre'):
1 - "You have to trust in something - your gut, destiny, life, karma, whatever. This approach has never let me down, and it has made all the difference in my life."
2 - "You've got to find what you love. And that is as true for your work as it is for your lovers. Your work is going to fill a large part of your life, and the only way to be truly satisfied is to do what you believe is great work. And the only way to do great work is to love what you do. If you haven't found it yet, keep looking. Don't settle. As with all matters of the heart, you'll know when you find it. And, like any great relationship, it just gets better and better as the years roll on. So keep looking until you find it. Don't settle."
3 - "... for the past 33 years, I have looked in the mirror every morning and asked myself: "If today were the last day of my life, would I want to do what I am about to do today?" And whenever the answer has been "No" for too many days in a row, I know I need to change something."
Treffliche Worte, die dem toughen Manager jedoch meist zu emotional, zu esoterisch, zu menschlich sind.
Gerade das aber ist sein Problem: Der heutige Manager ist zu wenig empathisch, emotional, intuitiv - seinem Umfeld und seinen Konsumenten gegenüber!
In den meisten Fällen denkt er, dies passe nicht zu einer 'Respektperson'.
Wie aber will man sich den Respekt seiner Mitarbeiter, Kollegen, Vorgesetzten, Partner und Kunden verdienen, wenn man sich ihnen nicht nähert? Gerade in den heutigen Zeiten, in denen wir mehr denn je im gleichen Boot sitzen!?
Umso wichtiger ist es, zu wissen, was man wirklich will, zu kommunizieren und auszustrahlen, was man wirklich will, authentisch und ehrlich zu sein - zu sich und anderen.
Im Ideal formuliert man dies einfach für sich selbst in wenigen Sätzen. Die Kürze ist wichtig, sonst kommt man in's Schwafeln. Das Formulierte hört sich für uns oft gestochen und gestelzt an, aber eigentlich nur, weil wir es nicht gewohnt sind, damit umzugehen.
So habe auch ich meine paar Zeilen formuliert (und mit der Zeit oft reformuliert), diese auf ralfschwartz.com gesetzt, sie gelesen und natürlich selbst für hölzern gehalten. Es ist eben nicht so einfach, und man sollte es sich auch nicht zu einfach machen:
"Ich ermutige die Menschen, wann und wo immer ich kann, 'einen
Unterschied zu machen' - im Job und im Privatleben: ihre Talente zu
entdecken und zu vervollkommnen, über sich selbst hinauszuwachsen im
Kleinen und im Großen, Vorbild zu sein und andere zu inspirieren.
Ich bin Mentor, 'Coach' und Freund. Ich fordere die Menschen heraus,
polarisiere und lege den Finger in die Wunde.
Ich denke strategisch und visionär, strebe nach Perfektion - ohne ihr
Sklave zu sein -, lebe meine Neugier als Beginner's Mind aus und
verlange nach Wissen. Ich suche Vielfalt, neue Horizonte und die
Herausforderungen des Wandels. (Was der eine 'nervig' nennt, ist für den anderen 'unverzichtbar'!)"
... so hölzern, daß ich dachte, jeder muß dies so empfinden. Dann fügte ich diese Zeilen ein: "Schade, daß im Deutschen immer pathetisch klingt, was im Englischen leidenschaftlich ist. Trotzdem, dies ist, was ich zu sagen habe über mich, mein Leben, meine Aufgabe: ..."
(Anekdote: Am 19. Oktober 2009 entfernte ich die einleitenden Zeilen und schon am dritten Tage, dem 22. Oktober, schrieb Johnny vom Spreeblick: "... wenn ich mir
den - Entschuldigung - esoterischen Marketing-Kram von Ralf Schwarz durchlese, dann kann ich mir ganz gut vorstellen, wie das Gespräch zwischen den beiden abgelaufen ist. Du." - Qed., nicht wahr? ;-)
Es ist für jeden wichtig, zu wissen, was einen antreibt, was ungeahnte Kräfte verleiht und uns mutig vorangehen läßt. Es reicht nicht, zu denken, man wisse es. Man muß es niederschreiben, man muß es laut aussprechen, denn es ist ein immenser Unterschied, etwas nur gedanklich wiederzukäuen oder tatsächlich auszusprechen. (Manchmal denke ich in einer Galerie "Das kann ich auch", lasse den Prozess des Malens vor meinem inneren Auge Revue passieren - und versage zu Hause kläglich, weil die eigenen Gedanken einem so manche Fertigkeit vorgaukeln.)
Wir benötigen ein Ziel, den Weg dorthin und eine Philosophie, die uns Rückgrat gibt. Nur dann finden wir die Kraft, unsere Aufgaben zu erfüllen - bzw. uns endlich die Aufgabe zu suchen, die uns wirklich ausfüllt, die uns jeden Tag in den Spiegel gucken läßt und uns mit Zufriedenheit und dem guten Gefühl erfüllt, etwas wirklich Relevantes zu tun.
UPDATE
15:25 Uhr > Slightly off topic, aber eine Antwort an all jene, die sich fragen "Wie soll ich denn bloß mein Ziel definieren?" - es sollte schon etwas mit entsprechendem Anspruch sein:
Courtesy dropular (via bettertastethansorry).
06. November
09:32 Uhr > WOW! "Steve Jobs: CEO of the Decade", Fortune. "Apple’s Steve Jobs Declared 'CEO of the Decade'", Mashable.
12:50 Uhr > "The Decade of Steve", Fortune. Danke für den Tip per Mail, Thomas.
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