5 entries categorized "NUR EIN ZITAT"

Tuesday, April 14, 2009

Nur ein Zitat! - No.05: Cem Basman

(Eine Zitaten-Reihe in loser Folge. Die Zitate werden nicht infragegestellt, sondern sollen Anreiz zur Reflexion sein.)

Heute:
Cem Basman, (IT-)Berater, Entrepreneur, Blogger, Gründer der Microblogging Conference MBC:

“Ich vereinfache mein Leben. Befreie meinen Kopf.
Fange an, mich auf das zu konzentrieren, was mir wichtig ist.
Was meine Aufgabe ist.”

Quelle: Cems Blog 'Sprechblase', Post: "Ich fahre Rad".

Das Zitat und die Überschrift 'Ich fahre Rad' kann man natürlich verstehen, wie der durchschnittliche Manager und Politiker, der Rad fährt und sich einen Goldenen Lenker verdient, der sein Leben vereinfacht, indem er über Leichen geht und sich auf das Geld- und Macht-Anhäufen konzentriert.

Tatsächlich aber verstehe ich dieses Zitat als die in Jahren gewachsene Erkenntnis eines Menschen, daß es Wichtigeres da draussen gibt als den kurzfristig-subjektiven Materialismus. Daß es Sinn(!) macht, sich dem langfristig-objektiven Idealismus zuzuwenden. Und sei es nur zur Maximierung der eigenen, inneren Zufriedenheit.

Diese innere Zufriedenheit würde auch unseren Managern und Politikern und im Grunde uns allen gut zu Gesichte stehen, sorgte sie doch für die Abkehr von der Hyperaktivität, von der Reaktion, vom Opportunismus und den Versuchen, es jedem recht machen zu wollen - und damit dann wieder keinem.

Unsere Aufgabe ist größer als wir selbst. Sie löst nicht nur unsere eigenen Probleme, befriedigt nicht nur unsere eigenen Bedürfnisse, sondern inspiriert auch die Menschen um uns herum, sich infragezustellen, einen Unterschied zu machen, über sich hinauszuwachsen.

Die größte Herausforderung ist, unsere Aufgabe zu finden. Denn die meisten sind auch ohne zufrieden, denken sie.


> No.04: Seth Godin
> No.03: Marissa Mayer
> No.02: Franz Xaver Kroetz
> No.01: Burkhard Schwenker

Monday, February 02, 2009

Nur ein Zitat! - No.04: Seth Godin

(Eine Zitaten-Reihe in loser Folge. Die Zitate werden nicht infragegestellt, sondern sollen Anreiz zur Reflexion sein.)

Heute:
Seth Godin, Autor/Selbstdarsteller/Marken-Guru, über Malcolm Gladwells Buch 'Outliers' und dessen Argument, daß man (ua.) 10.000 Stunden Praxis braucht, um ein 'Superstar' zu werden:

“You win when you become the best in the world,
however 'best' and 'world' are defined by your market.
In many mature markets, it takes 10,000 hours of preparation
to win because most people give up after 5,000 hours.
That's the only magic thing about 10k...
it's a hard number to reach, so most people bail.”

Quelle: Seth Godin's Blog, "10,000 hours".


Gerade in der heutigen Zeit, einer Zeit der Instant Gratification, einer Zeit, in der niemand mehr warten kann, niemand mehr Geduld hat und den Aufwand scheut, etwas Relevantes wirklich von der Pike auf zu lernen, gilt Seths Logik wohl am ehesten.

Gerade, wenn niemand mehr eine Musiker-Ausbildung macht, sondern jeder an Dieter Bohlen vorbei zum Superstar-Thron marschieren will (von 'möchte' ganz zu schweigen), gerade, wenn die Medien den kometenhaften Aufstieg der profunden Ausbildung vorziehen, wird man zum Superstar, weil man länger durchhält, penetranter ist als die anderen.

Einfacher aber hätte man es, wenn man zur rechten Zeit an der rechten Stelle wäre, man müßte gar nichts mehr tun oder können, wie manche 'Karriere' immer wieder eindrucksvoll belegt.
Allerdings - und das muß man auch sehen - verschwinden diese meist nach ihren 15 Minuten Glamour wieder von der Bild-Fläche (oder dem Cover eines anderen Boulevard-Blattes).

Was also ist zu tun? Eine profunde Ausbildung kann nicht schaden! Wichtig ist die gedankliche Auseinandersetzung mit der Welt bzw. dem zu Lernenden, nichts darf unreflektiert geschluckt werden, alles muß hinterfragt werden, zu allem sollte man sich seine eigene Meinung bilden und diese immer wieder an intellektuellen Benchmarks schärfen.

Man muß nicht Querdenken, denn das ist nur ein Reflex, man muß anders denken, man muß neue Wege gehen, man muß sich seines Zieles sicher sein, das Ziel sollte Sinn und Relevanz besitzen - für einen selbst und für die Menschen, denn wenn es für niemand anderen Relevanz hat, ist es höchstwahrscheinlich bedeutungslos(!).

Man sollte danach trachten, einen Unterschied zu machen, über sich hinauszuwachsen, Vorbild zu sein für die Menschen (was ua. bedeutet, sichtbar, erreichbar zu sein für die Menschen, damit auch sie sich an einem reiben können, damit man sich selbst an ihnen reiben kann), und sie stetig zu inspirieren mit seinem Denken und Handeln.



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> No.01: Burkhard Schwenker

Monday, January 12, 2009

Nur ein Zitat! - No.03: Marissa Mayer

(Eine Zitaten-Reihe in loser Folge. Die Zitate werden nicht infragegestellt, sondern sollen Anreiz zur Reflexion sein.)

Heute:
Marissa Mayer, Vice President of Search Product and User Experience, Google:

“I like to hire people who have two traits.
They’re smart, and they get things done.”

Quelle: "Marissa Mayer’s Simple Advice On Who To Hire: ...",
TechCrunch, am 10.12.2008.

Marissamayer
Image courtesy techradar.com.

Und Recht hat Marissa! Die wenigsten Manager oder Personaler suchen ihre Mitarbeiter danach aus. Vielmehr schaut man andächtig auf Noten, Praktika und fachliche Kompetenzen. Das hört sich zwar vorsintflutlich an, ist aber immer noch das (vermeintlich) sicherste für die meisten.

Schauen wir uns in den Unternehmen um - oder in der Politik -, sehen wir, daß bei weitem nicht diejenigen (aus-)gewählt werden, die smart sind und die Dinge getan bekommen oder gar bewegen.

Interessanterweise kann das jeder von uns in seinem eigenen Bereich ändern. Man muß nur unterm Jahr darauf achten, was man Positives und weniger Rühmliches an den eigenen Mitarbeitern entdeckt, es sich merken und bei der nächsten Wahl berücksichtigen.

Mitarbeiter, die intelligente, weiterführende Fragen stellen, wären ein Anfang. Mitarbeiter, die sich wirklich für ihren Job, dessen Weiterentwicklung und ihre eigenen Perspektiven innerhalb der unternehmerischen Vision interessieren! Mitarbeiter, die mit- und vorausdenken, die über sich hinauswachsen und aus sich heraus motiviert sind, ihre Grenzen kontinuierlich infragezustellen und hinauszuschieben! Mitarbeiter, die ihren eigenen Job überflüssig machen!

Stimmt, das macht den ein oder anderen Vorgesetzten nervös, weil er selbst nicht so lebt, denkt, arbeitet. Das muß sich ändern. Getting things done bezieht sich nicht allein auf die Mitarbeiter, sondern vor allem auf die Vorgesetzten. Sie müssen dies vorleben. 24/7, jahraus, jahrein. Wonach sonst soll sich der Mitarbeiter richten, wenn nicht nach dem Vorbilde seines Vorgesetzten? Die Manager müssen die Menschen inspirieren!

Die Manager müssen beim Bewerbungsgesräch ihre Intuition und Empathie benutzen, um zu erkennen, wer vor ihnen sitzt und den begehrten Job haben möchte. Sie müssen zwischen dem Dampfplauderer und dem schüchternen Superstar unterscheiden können, müssen die richtigen Fragen stellen können und die richtigen Geschichten erzählen, um das Gegenüber aus der Reserve zu locken.

Können sie nicht? Zu Hause, bei den Freunden der Tochter, im Sportverein, in der Kneipe und in der Mittagspause klappt das doch auch immer ohne Probleme. Man verläßt sich auf seinen Bauch. Man ist nicht mutlos und schüchtern zurückhaltend, sondern verhält sich so, wie man sich sonst auch verhält. Man gibt nicht Intuition und Empathie an der Unternehmenspforte ab!

Man muß sich nur trauen - aber das ist einfacher als man denkt! Und hat eine weitaus positivere Wirkung als mancher meint. Smarte (im positiven Sinne) Mitarbeiter bereichern das Unternehmen und die eigene Arbeit.
Etwas besseres kann einem wirklich nicht passieren!


> No.02: Franz Xaver Kroetz
> No.01: Burkhard Schwenker

Sunday, November 30, 2008

Nur ein Zitat! - No.02: Franz Xaver Kroetz

(NUR EIN ZITAT ist eine Zitaten-Reihe in loser Folge. Die Zitate sollen nicht infrage gestellt werden, sollen nur Anreiz zur Reflexion bieten.)

Heute: Franz Xaver Kroetz, Bayerischer Dramatiker, der durch 'Kir Royal' Massenbekanntheit erlangte:

    "Jeder Job ist Handwerk. Hineingeheimnissen tun nur Hanswürste."

Quelle: "Jeder Job ist Handwerk ...", anmut und demut, am 06.11.2008


Dieses Zitat sollte man sich langsam, Wort für Wort auf der Zunge zergehen lassen.
Dabei sollte man an die Manager und Politiker dort draussen denken, die nie das Handwerk des Managements oder der Politik erlernt haben. Sie haben nur BWL studiert oder Physik. Sie haben nicht die Menschen studiert oder die Märkte.

Sie haben nicht gelernt, Menschen zu führen oder ihnen voranzugehen. Sie haben nicht gelernt zu lieben, was sie tun. Es geht nur um Macht und Geld - sonst würde manche Entscheidung ganz anders ausfallen.

Sie haben noch nicht gelernt, was wirklich zählt im Leben. Dafür sind sie zu jung. Haben zu wenig relevante Erfahrungen mit dem wahren Leben gesammelt, leben lieber in ihren Parallelwelten. Werden so niemals weise.
Und sie sind zu alt im Geiste, als daß sie noch interessieren könnte, wohin die Welt wohl geht. Sind zu alt im Geiste, um ihr Handwerk noch herauszufordern und seine Grenzen durch das Neue, das Niedagewesene zu erweitern. Sind nicht mehr neugierig, wollen nur noch bewahren, was sie sich selbst geschaffen haben. Wollen nicht mehr über sich hinauswachsen und andere inspirieren.

Sie schielen auf ihren Platz in der Geschichte und wollen nichts mehr falsch machen. Und genau deshalb machen sie alles falsch und werden keinen Platz in den Geschichtsbüchern finden.


Management und Politik sind keine Raketentechnik. E geht allein um Menschen, um Kommunikation, um nachhaltige Zukunftsorientierung. Es wird Zeit, daß dieses Handwerk wieder unterrichtet wird. Es wird Zeit, daß wir wieder Meister dieses Handwerks werden und nicht ewig Lehrlinge bleiben.

Es wird Zeit, daß wir wieder lernen, den Unterschied zu erkennen.


> No.01: Burkhard Schwenker

Wednesday, October 15, 2008

Nur ein Zitat! - No.01: Burkhard Schwenker

(NUR EIN ZITAT ist eine Zitaten-Reihe in loser Folge. Die Zitate sollen nicht infrage gestellt werden, sollen nur Anreiz zur Reflexion bieten.)

Heute: Burkhard Schwenker, Chef der Unternehmensberatung Roland Berger:

"Ein guter europäischer Manager folgt eher langfristigeren Zielen, ist unternehmerischer, weniger finanzorientiert.
Er ist stärker in seinem sozialen Umfeld verankert und diskutiert Veränderungen im Unternehmen intensiver mit den Angestellten.
Der Umgang mit anderen Kulturen fällt ihm oft leichter."

Quelle: "Manager müssen ihren Stil überdenken", Seite 2, SpiegelOnline am 08.08.2008


Dieses Zitat sollte man sich langsam, Wort für Wort auf der Zunge zergehen lassen. Dabei sollte man an die Autoindustrie denken, an Daimler, BMW, VW/Audi, an den Telekom-Vorstand, an die Bank-Direktoren, -Vorstände und -Aufsichtsräte in und außerhalb der Finanzkrise, an die Energie-Manager, etc.

Man sollte denken an das eigene Verständnis von 'langfristiger', 'unternehmerischer', 'weniger finanzorientiert', 'diskutiert intensiver', usw.


Oder sollte man das Zitat einfach auf das Wort 'gut' am Anfang reduzieren und Burkhard Schwenker recht geben, daß zwar ein guter Manager so denkt und handelt, wir aber momentan äußerst wenige gute Manager haben - und diese trotzdem zu Millionären machen, ua. weil wir keine besseren finden, viel eher aber weil wir es so wollen?

Oder sollte man sich gar zurücklehnen und akzeptieren, daß er sagen will, unsere seien - wenn schon nicht gut, so wenigstens - eine inkrementale Abstufung besser als die außereuropäischen?


Das Ideal ist vorgegeben. Schön. Wie nur wollen wir dieses leben in unseren Unternehmen, die täglich das Gegenteil verlangen?
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  • Wie kann ein zweifach Lead Award gekröntes Magazin, das Mitte 2008 im 5. Jahre eingestellt wurde, heute 'aktueller denn je' sein?

    > Dazu muß man nur die 140- Zeichen(!)-Synopsis jeder einzelnen der 50 Ausgaben inhalieren! Enjoy!