38 entries categorized "ROLE MODEL"

Tuesday, July 14, 2009

Seth Godin on Blogging

Interessante Einsichten: "Seth Godin, Blogger: An Interview" (ausnahmsweise von mediaclinique übernommen).

Monday, July 13, 2009

Edward O. Wilson : 'Des Lebens ganze Fülle' oder Was wir vom berühmtesten Ameisenforscher der Welt (und Philosophen) lernen können

Eine gute Autobiographie ist immer mehr als die Lebensgeschichte ihres Autors. Denn als Leser lernt man auch sich selbst besser kennen. Man entwickelt sich zusammen mit dem Autor weiter. Man wird in vermeintlich fremde Welten entführt, die doch nur die eigene Seele sind.
In guten Autobiographien en passant erzähltes Leben ist immer auch un/bewußte Aneinanderreihung Goldener Lebensregeln.

Im Folgenden habe ich die für mich in diesem Sinne zentralen Gedanken extrahiert und zusammengefaßt.
Während Wilson über sich, seine Welt und sein Leben spricht, sollten wir seine Worte in unsere Welt übertragen, in die Welt des Managements, aber auch in die Welt unseres Privatlebens, sie inhalieren und reflektieren!

> So sagt er zB an einer Stelle, daß ihm Wissenschaftler lieber sind, "die sich herausragende Ziele setzen, ihre Nerven gegen Mißerfolge stählen und bereit sind, Schmerz zu erdulden, um ihren Charakter zu prüfen und am Fortschritt von Wissenschaft und Kultur mitzuwirken".
Mir auch, aber wo findet man diese Menschen heute noch?

> "Ed, bleiben Sie nicht auf dem Weg, wenn Sie Insekten sammeln. Die meisten machen es sich zu einfach, wenn sie auf Exkursionen sind. Sie folgen den Pfaden und arbeiten sich nur ein kleines Stück in den Wald vor. Auf diese Weise findet man nur einige Arten. Sie sollten in einer geraden Linie durch den Wald gehen. Versuchen Sie jedes Hindernis zu überwinden. Es ist schwer, aber es ist die beste Methode, Insekten zu sammeln."

rs: Die meisten Menschen folgen lieber den ausgetretenen Pfaden. Dort aber gibt es nichts Neues mehr zu entdecken. Auf den ausgetretenen Pfaden findet man weder Erfolg noch Erfüllung.

> "Das hatte ich hören wollen. Wie man es richtig macht, auf die schwere Art. Worte von einem Meister an den Schüler: Mut, Arbeit, Entschlossenheit, Widrigkeiten in Kauf nehmen und neue Arten finden - Erfolg erwartet den, der durchhält."

rs: Keine Rede von Lohn ohne Leistung, von Instant Gratification oder Berühmtheit nur um der Berühmtheit willen.

> Später zitiert er aus dem Kapitel 'Wie man sein Leben in den Griff bekommt' eines Pfadfinder-Handbuches: "Ein Scout blickt voraus. Er bereitet sich auf Ereignisse vor, bevor sie eintreten. Daher wird er leicht mit ihnen fertig." "Sei nie zufrieden, so wurde man ermahnt. Wer nur wartet und hofft und sich mit dem abfindet, was kommt, wird scheitern." "Nach Hohem streben, sich voll und ganz für ehrenwerte Ziele einsetzen ..."

"Sie werden sich kein nahes, sondern ein fernes Ziel stecken, und sie werden sich mit dem Erreichten niemals zufriedengeben", wurde ihm später als Fellow in Harvard hinter die Ohren geschrieben.

rs: Wie nah dies an der Pfadfinder-Weisheit liegt. Leicht gesagt? Überhaupt nicht! Jeder kann jeden Tag bei sich selbst beginnen. In kleinen, fast unmerklichen Schritten. Sich nicht mehr verbiegen lassen. Aufbegehren, wo es lohnt. Seine Meinung sagen. Und dazu stehen. Andere verteidigen und in Schutz nehmen. Fehler machen und daraus lernen. Fallen und wieder aufstehen. Niemals aufgeben. Sich relevante Ziele setzen. Wie schön wäre das, würde man unseren Managern ähnliches nahelegen.

> Er bekennt sich selbst: "Ich bin neophil - ein Liebhaber des Neuen, der Vielfalt um ihrer selbst willen".

rs: Als Kinder noch waren wir alle 'neophil'. Waren neugierig, wißbegierig, sammelten, observierten, entdeckten.
Heute sind die meisten froh, man läßt sie in Ruhe mit dem Neuen, dem Ungewöhnlichen, Andersartigen, denn dies bedeutet nur noch Komplexität, Aufwand und Ablenkung vom (vermeintlich) Wesentlichen.
Schade, woher sonst soll die Innovation, das innovative Geschäftsmodell, die Abwechslung, der Spaß kommen, wenn nicht aus dem Neuen, dem vormals Unbekannten?

> "Ohne jeden Anflug von Ironie kann ich sagen, daß ich mit brillanten Gegnern gesegnet war. Sie setzten mir hart zu (schließlich waren es Gegner), und doch bin ich ihnen zu großem Dank verpflichtet, denn sie zwangen mich, meine Anstrengungen zu verdoppeln, sie drängten mich in neue Richtungen. Diese Menschen helfen uns dabei, unser schöpferisches Potential zu entfalten."

rs: Wir selbst aber gehen hin und verteufeln unsere 'Gegner', schwächen sie, wollen sie mundtot machen und lächerlich vor den anderen, statt auf sie zuzugehen und von ihnen zu lernen, uns mit ihnen gemeinsam zu entwickeln. Wir sehen sie als Konkurrenz, tatsächlich aber geht es uns allen um das Gleiche. Gemeinsam sind wir stärker, wären wir schneller, sicherlich effektiver, kreativer, innovativer.

> "Wenn ich ganz von vorn beginnen und meine Vision im 21. Jahrhundert noch einmal durchleben könnte, dann würde ich mich auf die Ökologie der Mikroorganismen spezialisieren." "Ein weiteres Mal bliebe ich im Innersten der kleine Junge von Paradise Beach, der beim Betrachten einer Scheibenqualle und beim flüchtigen Anblick eines Ungehauers aus der Tiefe in ehrfurchtsvolles Staunen versetzt wurde."

rs: Statt sich - wie die meisten - zu sagen 'Ich habe alles richtig gemacht, ich würde alles nochmal so machen!', setzt sich Edward O. Wilson, obwohl er das Erreichbare erreichte, neue, weiterführende, herausfordernde Ziele für ein nächstes Leben!

Sich bis zum letzten Tage die kindliche Neugier zu erhalten, ist das Geschenk, das wir uns selbst machen sollten. Es sorgt nicht allein für materiellen, sondern auch ideellen Wohlstand. Es ist die Sprungfeder und Triebkraft unseres Lebens, Schmiere unserer Kraft und Elixier unseres Hirnes.

Friday, July 03, 2009

Auto: Industrie ohne Vision

Das wichtigste, was Autobauer Rinspeed der Industrie voraus hat, ist sein Gründer und CEO Rinderknecht.

Ohne wirkliche Visionen kann die Branche nicht mehr überleben, vegetiert sie nur als Kulisse dahin. Ohne wirklichen Visionär kann der einzelne Autobauer nicht überleben, bleibt Me-Too.
(Ohne wirklichen Visionär kann kein Unternehmen überleben, wie gerade die Medien, Agenturen, Berater, kleinen und feinen deutschen Markenartikler lernen - und was Apple und die Uhrmacher in Glashütte längst wissen.)

In besseren Zeiten bedurfte es nur inkrementeller Innovation, wie sie seit langem von der gesamten Industrie betrieben wird. Profite waren wichtiger als Quantensprünge. Das Volk war genügsam, der Wandel der Welt wurde frech ignoriert. Man wurde nachlässig und träge - und beschwor damit erst die schlechten Zeiten herauf.

In den letzten Jahren hat sich eindrucksvoll gezeigt, daß das Inkrementelle bei weitem nicht ausreicht. Wem nutzt schon der Regensensor, die Parkhilfe, wenn das Auto einfach zu groß ist, der Klimawandel den Regen verhindert? Man mag es auf andere Ausreden schieben wollen, aber die Verfolgung des Inkrementellen ist der Kern des Problems!
Die Verfolgung des Inkrementellen verführt zu faktischem Stillstand (bindet sie doch wertvollste Ressourcen), zu Rückschritt gar, der Vernachlässigung von Qualität (in der Fertigung wie bei Mercedes), Markenpflege (wie bei Opel) und Respekt gegenüber den Kunden (die unverschämten Werkstattpreise der deutschen Hersteller und Vortäuschung eines Wandels, der nur in der Werbung existiert).

Wie aber soll eine Industrie oder ein einzelnes Unternehmen plötzlich disruptive Sprünge machen (oder nur auf die Idee kommen), wenn man allein inkrementell denken kann an der Spitze?
(Selbst Toyota hatte trotz seiner visionären Führung jahrelang Schwierigkeiten, innerhalb des allumfassenden Kaizen (also der Kontinuierlichen Verbesserung) noch Disruption in der Innovation zu etablieren.)
(Nein, der Porsche-Lenker Wiedeking ist nicht visionär, er hatte nur die vorteilhafteste Infrastruktur des Planeten neben sich.)

An die Spitze gehört ein Visionär, der die Menschen und Top-Manager bewegen kann, ihnen ein Beispiel ist, Spiegel und Vorbild. Der weiter denkt als alle anderen. Der mutig genug ist, die Zukunft zu realisieren, die er sieht. Der empathisch genug ist, die relevante Zukunft zu sehen und realistisch genug, keine Wolkenkuckucksheime zu bauen, seine Vision aber trotzdem nicht zu verraten an kurzfristige Ziele, Aktionärswünsche und seinen eigenen Bonus ...

Wie kamen wir auf Rinspeed? Ach ja, das Interview mit Gründer und CEO Rinderknecht im Handelsblatt. Viel Vergnügen bei "Autobau steht vor einer Revolution".

Wednesday, June 24, 2009

Kleine Fehler verzeiht der liebe Aktionär zuerst!

Wie schön, wenn Manager kleine Fehler zugeben können. Irgendwie ist das menschlich und reichert das ganze Unternehmen menschlich/emotional an: "Unsere aufmerksamen Aktionäre!".
Think about it, all you Managers & Brands da draussen!

Sunday, June 21, 2009

Kleine Tips - Große Wirkung!

Lesenswert in der Süddeutschen: "Führungskultur: Die verstockte Elite". Klingt sehr nach der Realität, die einem in den Fluren, Etagen, Vorständen dieser Unternehmenswelt entgegenströmt. Wohin uns dies gebracht hat, kann man an der aktuellen Situation da draussen ablesen!

Dabei kann jeder Einzelne jeden Tag einen Unterschied machen! Im Großen und im Kleinen! Es geht um einen höheren Nutzen des Einzelnen, um Motivation, Engagement, Integration, Respekt, es geht um Produktivität, Effektivität und - ja tatsächlich - Spaß und Zufriedenheit.

Die von mir empfohlene Lösung klingt einfach, ist aber sehr herausfordernd, denn sie erfordert Mut, Rückgrat, Zivilcourage, Weitblick jedes Einzelnen:
- Sei, wer Du bist!
- Sage, was Du denkst!
- Messe Dich nicht am Hier und Jetzt!
- Entwickle Dich! Wachse!
- Setze Dir höhere Ziele!
- Lasse Dich nicht verbiegen!
- Lasse Dich nicht einschüchtern!
- Mache Fehler und lerne daraus!
- Verlasse eher das Unternehmen als Deinen Weg!

Bedenke bei allem, was Du tust, ob Du gesehen wirst oder nicht: Du bist Vorbild!

Saturday, June 20, 2009

Don't just be your job. Be you.

Steve Yastrow hat bei Tom Peters einen poetischen Post hinterlassen: "Don't just be your job. Be you. Be irreplacable".

Sunday, June 14, 2009

Weise und launige Abschlußfeier-Reden

Vor wenigen Wochen wies ich im Text "Commencement Addresses by Ellen DeGeneres and Steve Jobs" auf die entsprechenden Videos der beiden hin.

Nun listet der Silicon Alley Insider neben Steve Jobs einige weitere ("Amazon CEO Jeff Bezos, World's wealthiest author, J.K. Rowling, Microsoft founder Bill Gates, Google cofounder Larry Page, Google CEO Eric Schmidt, Viacom chairman Sumner Redstone, Google 'business founder' Omid Kordestani") auf, die man in Wort und Bild verfolgen kann: "Advice from rich People".

Es lohnt wirklich, diese Abschlußfeier-Reden zu inhalieren - vor allem (immer noch) Ellen und Steve. Kurzweiliger und effektiver kann man sich nicht inspirieren lassen.

> Via Alles2null.

Friday, June 12, 2009

Leader brauchen Selbstvertrauen

"You won't get to the top without it. To build your self-confidence, believe in yourself, don't worry about being perfect, and put up a brave front ", says Marshall Goldsmith in his BusinessWeek article: "Self-Confidence for Leaders".

Thursday, June 04, 2009

Charisma macht keinen satt oder: Leadership in Krisenzeiten

Immer wieder werden die Begriffe Leadership und Management verwechselt oder mißverständlich benutzt. Gerade die Verkürzung des Leaders zum Führer ist nicht hilfreich.
Im folgenden möchte ich einige Definitionen von Leader, Leadership, Manager und Management wiedergeben, die bereits länger in der Literatur existieren und von mir in Vorlesung und Beratung eingesetzt wurden/werden.

Nicht nur in Krisenzeiten ist der Leader, die Führungskraft oder -persönlichkeit, dem Manager überlegen. Gerade wir in Deutschland tun den Leader gerne als 'Charismatiker' ab, dessen Charme wir zwar erliegen, der uns aber nicht wirklich helfen kann.

Damit tun wir dem Leader - als auch dem Charismatiker - unrecht. Denn die Menschen, deren Charme wir in den Medien und der Politik erliegen, sind keine wirklichen Vorbilder, Führungspersönlichkeiten oder Macher.
Sie sind von den Medien aufgebaute und benutzte Projektionsflächen unserer Wünsche und Träume, unseres polarisierenden Hasses oder unserer Liebe. Diese Menschen sollen Mehrheiten bewegen, Emotionen schüren, Fakten verdecken, Wahlen gewinnen, Medien und Produkte - auch sich selbst - verkaufen.

Leadership-Persönlichkeiten bringen hochwertige Leistungen, sie sind nicht bekannt um ihrer selbst willen oder weil sie bekannt sind. Ihr Verdienst ist Bekanntheit durch Leistung, nicht umgekehrt. Sie haben sich unseren Respekt verdient.

Die folgenden Zitate sollen für sich stehen. Sie sollten sie sich auf der Zunge zergehen lassen und die Unterschiede inhalieren.

Beobachten Sie einfach in den nächsten Tagen mal sich selbst und Ihr Umfeld: In welchen Situationen verhalten Sie sich wie eine Führungspersönlichkeit, wie ein Leader, oder eben 'nur' wie ein Manager?
In welchen Situationen verhalten sich die Menschen in Ihrem Umfeld wie Leader bzw. wie Manager?

Sprechen Sie sie ruhig darauf an! An ihrer Reaktion werden Sie merken, wen Sie wirklich vor sich haben! Und ändern Sie ruhig auch das, was Ihnen bei Ihnen selbst als optimierungswürdig auffällt!

> Leadership vs. Management

"One does not 'manage' people. The task is to lead people. And the goal is to make productive the specific strengths and knowledge of each individual."
(Peter F. Drucker, Management Challenges for the 21. Century)

> Manager

"The manager's starting point is the individual employee. He looks at her palette of talents, skills, knowledge, experience and goals, and then uses these to design a specific future in which the individual can be successful.
That person's success is his focus."
(Marcus Buckingham, The One Thing you need to know)

> Leader

"The leader starts with his image of the future. This better future is what he talks about, thinks about, ruminates on, designs and refines.
Only with this image clear in his mind does he turn his attention to persuading other people that they can be successful in the future he envisions. But, through it all, the future remains his focus."
(Marcus Buckingham, The One Thing you need to know)

> Management

"Since Management is primarely derived from position or ownership, Management does not necessarily require these factors in order to work.
Management, ... , can be effective without recognition of a social contract between managers and employees, and without the agreement of those being managed."
(Donald G. Krause, The Way of the Leader)

> Leadership

"Leadership can be defined as the will to control events, to chart a course, and the power to get a job done, cooperatively using the skills and abilities of other people.
The goals and requirements of strong, effective leadership are the same now as they were 2500 years ago."
(Donald G. Krause, The Way of the Leader)

"Leadership requires recognition of a social contract between the leader and his followers. The Leader must possess both the will and the ability to control the outcomes of events through the cooperative exercise of power over the actions of other people.
Further, the power to lead must be freely given by those being led. Leadership power is grounded in mutual consent, expectations and commitment."
(Donald G. Krause, The Way of the Leader)

> Leader und Leadership

(Hier werden Leader und Leadership sehr schön auf den Punkt gebracht. Gerade in der Krise brauchen wir diese Eigenschaften. Dies hat nur bedingt mit dem Charisma zu tun, das wir aus den Medien kennen, sondern eher mit dem Charisma, das vorbildlich vorangeht und die richtigen Dinge bewegt. Charisma alleine macht niemanden satt. Es macht nichtmal zufrieden.)

"Leaders take Responsibility, move things forward, dream dreams, and realize them. Leaders motivate employee commitment on a voluntary level ... transform organizations in new entities with a higher potential for survival, growth, and performance.
Effective Leadership enables the organization to increase the wellbeing of employees and society (which they are part of).
They are the Architects of an organization's future."
(Burt Nanus, The Leader's Edge)

> Leader vs. Manager

(Eine Gegenüberstellung, die zeigt, daß wir - egal wo wir sind - echte Führungspersönlichkeiten mit der Lupe suchen müssen, während die Manager, die so tun als ob, sich nur für Leader halten, uns etwas vormachen wollen, Legion sind.)

"Der Manager verwaltet, der Leader führt Neuerungen ein.
Der Manager ist eine Kopie, der Leader das Original.
Der Manager konzentriert sich auf Systeme und Strukturen, der Leader konzentriert sich auf Menschen.
Der Manager ist von Kontrolle abhängig, der Leader ruft Vertrauen hervor.
Der Manager hat eine kurzfristige Sichtweise, der Leader denkt langfristig.
Der Manager fragt wie und wann, der Leader fragt was und warum.
Der Manager richtet seine Augen immer auf den Boden, der Leader immer auf den Horizont.
Der Manager imitiert, der Leader erfindet ständig neu.
Der Manager akzeptiert den Status Quo, die Leader versucht ihn in Frage zu stellen.
Der Manager ist ein guter Soldat, die Leader seine eigene Persönlichkeit.
Der Manager macht Dinge richtig, die Leader macht das Richtige."
(Warren Bennis, On Becoming a Leader)


> Mehr zum Thema auch hier: inspiration/leader "In der Krise über sich selbst hinauswachsen? Na, wann denn sonst!?".

Tuesday, May 26, 2009

Commencement Addresses by Ellen DeGeneres and Steve Jobs

Nur die ganz Großen können den Zuschauer fesseln durch den Wechsel von humorvollen und nachdenklichen Passagen. Ellen DeGeneres gehört dazu.

Man beachte den University President (links), der hat richtig Spaß. Das wünscht man sich auch an deutschen Universitäten, oder?


Video courtesy YouTube.

> Via Stefan Niggemeier > Via GayWisdom.


Unvergessen auch die Ansprache von Steve Jobs:


Video courtesy YouTube.

Monday, May 25, 2009

Das Spiel ist aus

Einer Reflektion wert ist das Urteil des EuGH gegen Apotheken-Ketten, denn: "Tatsächlich liegt, wie das EuGH-Urteil richtig erkennt, bei juristischen Personen wie Aktiengesellschaften ein strukturelles Problem vor: Große Unternehmen nehmen häufig nicht nur gemeinschädliches Verhalten, sondern auch Regelverstöße in Kauf, wenn es den Kurs oder den Profit steigert. Personen, die für solche Unternehmen gemeinschädlich handeln, sind im Gewirr der Entscheidungsprozesse selten ausfindig zu machen und werden deshalb meist nicht zur Rechenschaft gezogen.", wie Heise schreibt.

Genau mit diesem gemeinschädlichen Verhalten haben wir es heute allerorten zutun. Niemand kann mehr abstreiten, daß die aktuelle Krise indirekt und direkt auf eben dieses zurückzuführen ist.
Wenn jeder nur an sich denkt, wenn man am Wähler, Konsumenten, Menschen vorbei handelt, produziert und visioniert (oder eben garnicht), dann darf man das gemeinschädlich nennen.
Man kann das auch geschäftsschädigend nennen, dann aber müßten all die Manager gehen, die den Autokonzernen und Banken ihre aktuelle Situation durch ihr Tun und Lassen in den letzten 10 Jahren zugemutet haben. Deshalb wird dieses Wort in keiner aktuellen Diskussion fallen. Ebensowenig wird die Politik ihr eigenes Verhalten in den Aufsichtsräten und Kontrollgremien der Landes-, etc. Banken gemeinschädlich oder geschäftsschädigend nennen wollen - denn dann müßten sie Konsequenzen ziehen und ihre Freunde, Bekannten, sich selbst abberufen.

Ändern kann wieder nur der Einzelne etwas, sind doch die Machtinteressen zu offensichtlich und zu verfestigt, als daß der Staat, die Politik, das Management als Ganzes etwas unternehmen würde gegen sich selbst.

Allen aber würde es gut zu Gesicht stehen, Verantwortung zu übernehmen, Konsequenzen zu ziehen aus dem getanen oder unterlassenem, denn Vertrauen kann man diesen Vorgsetzten, Politikern, Managern nicht mehr.
Sie können es sich nur durch konsequentes Handeln und durch das Lernen aus gemachten Fehlern wieder verdienen, mit hohem Engagement, mit grandioser Vorleistung und mit viel Geduld.

Das Spiel muß ein neues werden, denn das alte ist aus und vorbei. Die Spieler sind verbraucht, sie müssen nicht nur auf die Bank, sie müssen nach Hause geschickt werden.

Wir brauchen ein neues Denken! Das funktioniert nicht mit den alten Köpfen!

Wednesday, May 20, 2009

Vom Umgang mit dem Nächsten

Beim CMO Thought Leadership Summit in New York gab es einige Take Out Sessions kleiner Gruppen. Hier das Ergebnis einer Gruppe, die zusammenstellte, was Junioren gerne ihrem CMO raten würden:

01) Context matters.
02) Access is the key.
03) Inspire.
04) Provide a reason.
05) Thrive does not equal Survive.
06) Be Direct.
07) Efficiency.
08) Coach.
09) Advocate.
10) Be Flexible.

Tatsächlich sollte sich derart nicht nur der CMO gegenüber seinen jungen Mitarbeitern verhalten, sondern jeder Vorgesetzte gegenüber jedermann und Jederfrau!

Mehr Fleisch dazu gibt es hier.

Monday, May 04, 2009

Philip Zimbardo: Monster werden ... oder Held

Seinen Namen kennt man nicht, aber seine Arbeit: Philip Zimbardo war ua. der Leiter des Stanford-Prison-Experimentes, indem junge Männer auf Zufallsbasis in Wächter und Insassen eines Gefängnisses geteilt und beobachtet wurden. Innerhalb weniger Tage verhielten sich die Wächter wie ihre heutigen Kollegen in Abu Ghraib. Das Experiment wurde schließlich abgebrochen.

Im TED-Video unten erzählt Philip die Geschichte seines Buches, nämlich, wie Menschen zu 'Monstern' (gemacht) werden können.
Zum Glück macht er uns auch ein wenig Hoffnung, denn er ist überzeugt, man kann in solchen Situationen auch zum 'Helden' reifen. Wir müssen nur begreifen, wie einfach es ist, zu einem Alltagshelden zu werden.


Saturday, April 25, 2009

Die Vorbilder sind unter uns!

Immer wieder hört man, daß Vorbilder einen beflügeln, daß man Vorbilder braucht, um besser, schneller, höher zu kommen, zu werden zu sein, daß Vorbilder dabei helfen, eine eigene Identität zu entwickeln.

Immer wieder hört man ebenso, daß die Manager, Politiker, Sportler dort draussen nicht mehr wirklich zum Vorbild taugen.

"Gerade am Arbeitsplatz können vorbildliche Kollegen und Vorgesetzte ein Quell des Ansporns sein", schreibt Jörg Oberwittler vor kurzem in der FAZ.

Einige Anmerkungen dazu:

1 - Semantik

Ich hoffe, der Autor subsumiert 'Mitarbeiter' unter 'Kollegen', denn am ehesten kann man heutzutage von Mitarbeitern lernen.

Sie sind jünger, sie kommen entweder aus dem Studium oder einem anderen Job, sie bringen damit eine vollkommen neue und relevante Sicht der Dinge mit. Sie kommen aus einem anderen Umfeld und können somit neue Erfahrungen einbringen. Sie denken noch frei und sind noch nicht betriebsblind, sie haben noch keine Blinden Flecken und sehen daher noch das ganze Bild. Sie sind im Zweifel offener für Neues, sonst hätten sie zB nicht den Job gewechselt. Sie sind neugierig, wißbegierig, veränderungswillig - aus dem gleichen Grunde.

Die Mitarbeiter, die schon länger im Unternehmen sind, haben zumindest noch ein anderes Umfeld, kennen und arbeiteen mit anderen Leuten zusammen als man selbst, können also auch viel Neues einbringen.

Die Mitarbeiter sind noch nicht allzu korrumpiert von der Macht, den Felgen und sonstigen Boni wie man selbst. Sie könnten noch eine ungeschminkte Meinung äußern, würden Sie ihnen Vertrauen schenken und würden sie Ihnen Vertrauen schenken. Ein unbezahlbarer Vorteil und Quell vorbildlichen Verhaltens.

2 - Inhalt I

"Charme, Intelligenz, Problemlösungs- und Kommunikationskompetenz, aber auch Rücksichtnahme, Authentizität und ethisches Handeln" stehen laut Peter Walschburger, Biopsychologe von der Freien Universität Berlin, "ganz oben auf der Wunschliste".

Wie traurig ist das denn, daß man dafür Vorbilder braucht? Wo sind die Eltern, Lehrer, Professoren, die einem dies beibringen?
Wo ist der eigene Charakter, das eigene Empfinden, dies zu den normalsten Grundlagen menschlichen Zusammenlebens zu machen?

3 - Arbeits- vs. Privatleben

Wieso braucht man gerade am Arbeitsplatz besonderen Ansporn durch Vorbilder?

Einfacher wäre es, jeder Einzelne würde in sich gehen und prüfen, wie er sich privat gegenüber Partner, Freunden, Familie und Verwandten verhält - und dieses Verhalten dann auf sein Verhalten am Arbeitsplatz überträgt.
In den allermeisten Fällen ist man im Privatleben in den allermeisten Situationen voller "Charme, Intelligenz, Problemlösungs- und Kommunikationskompetenz, aber auch Rücksichtnahme, Authentizität"!
Dafür benötigt man nun wirklich kein Vorbild. Dafür sollte man sich selbst Vorbild genug sein.

4
- Inhalt II

Vorbilder braucht man für ein ethisches Handeln, für vorausschauendes Handeln, für den Umgang mit Ressourcen, für ein strategisches, visionäres und inspirierendes Denken und Handeln.

Vorbilder braucht man für das logische und intuitive Denken, Entscheiden und Handeln. Vorbilder braucht man, um über sich hinauszuwachsen. Vorbilder braucht man, um neue Horizonte zu entdecken, neue Wege zu beschreiten und diese auch zu Ende zu gehen.

Vorbilder braucht man, um zu erkennen, wie wichtig Vorbilder sind.
Vorbilder braucht man, um selbst bescheiden zu bleiben und zu erkennen, daß man nie auslernt.

Vorbilder braucht man, um zu erkennen, daß man nicht nicht Vorbild sein kann!


> Auf das Witzer-Buch im Artikel bin ich absichtlich nicht eingegangen, denn dazu habe ich schon 2006 meine Meinung gesagt, als der inspiration/leader noch äußerst sporadisch erschien.

Monday, April 20, 2009

Brand Obama für Manager

Im folgenden habe ich die Empfehlungen, die das DrewBlog für das Rebranding von Marken aus der Obama-Erfolgsstory ableitete, auf die erfolgreiche Führungspersönlichkeit in Leben und Management verlängert.

Obama für Manager, Obama für Marken. Manager und Politiker müssen doch irgendwie auch Marke sein. Authentisch, inspirierend. Nicht jeden Tag gleich, nicht jeden Tag anders ...

Stand for Something

"Obama combined a simple, rational message - Change, with an emotional and empowering call to action - Yes we can." Und was ist Ihr Mantra? Wofür stehen Sie? Welchen Unterschied machen Sie zu all den anderen auf den Gängen und Fluren?

Das sollten Sie so schnell als möglich herausfinden, denn darauf kommt es an, um nicht unterzugehen in der grauen Masse.

Capture and Empower Your Fan Base

Wer - und vor allem wo - sind Ihre Fans und Anhänger? Wer würde Ihnen folgen? Durch dick und dünn? Innerhalb und außerhalb des Unternehmens? Auf wen können Sie vertrauen? Wer kennt Ihre Meinung? Wer schätzt sie und Sie?

Sprechen Sie regelmäßig mit ihnen - statt zu ihnen. Seien Sie erreichbar und verfügbar. Leben Sie eine Politik der Offenen Tür - für jeden im Unternehmen. Das gelingt übrigens auch virtuell, um all jenen ein Forum zu bieten, die nicht so einfach in Ihr Büro kommen können.

Turn on the Videos

Zeigen Sie sich. Zeigen Sie Ihr Gesicht. Wenn Sie nicht regelmäßig alle Mitarbeiter besuchen oder sehen können, machen Sie Videokonferenzen oder senden Sie Videos. Sorgen Sie für direkte Feedback-Möglichkeiten - dafür muß nicht jeder selbst ein Video drehen!

Lighten Things Up

Auch in Zeiten der Krise sollte man nicht alles bierenst und tiefschwarz sehen. Man kann Dinge auch mal leicht nehmen und mit Humor. Wir sind Menschen und brauchen soziale Bindungen, gemeinsame Erlebnisse und ein wenig Sonne.

Touch Your Target

Mit einer lockeren Art kann man am ehesten seine Zielgruppe für sich gewinnen und seine Ziele erreichen - ohne sich zu verbiegen. Werden Sie empathisch und verstehen Sie, was in den Menschen um Sie herum vorgeht. Gehen Sie individuell darauf ein!

Measure Green, Make Green

Während die meisten nur darüber reden, sollten Sie handeln. Fangen Sie mit den einfachen und kleinen Dingen des täglichen Lebens an. Setzen Sie Zeichen. Seien Sie Vorbild. Vereinbaren Sie die neuen grünen Regeln: Licht und Computer werden abends ausgeschaltet, der Müll getrennt, die Energiesparlampen eingeschraubt. Fragen Sie, was der Einzelne noch tun kann und möchte. Starten Sie einen Ideenwettbewerb für Büros und Produktion.

Do Well by Doing Good

Erweitern Sie den Wettbewerb von Grün auf 'Alles'. Welche kleinen (und großen) Beiträge des Einzelnen, des Teams, des Unternehmens machen das Unternehmen sozialer, effizienter, erfolgreicher?

Define your Value

Hier schließt sich der Kreis: Während Sie oben noch definiert haben, für was Sie stehen, sollten Sie nun auch wissen, was Ihr Wert ist. Für die anderen! Warum sollten diese anderen Sie vermissen? Was tragen Sie Einzigartiges und Wertvolles bei?

Spend it if You’ve Got It

Halten Sie mit Ihrer Botschaft, Ihren Aktivitäten nicht hinter dem Berg! Geben Sie nicht an, seien Sie aber auch nicht zu bescheiden. Tue Gutes und sprich darüber. Nur wenn Sie Ihre Botschaft säen, kann Sie wachsen, gedeihen und sich ausbreiten. Nur wenn Sie als Vorbild erkennbar und identifizierbar sind, kann man Ihnen folgen!


> Hier der Original-Text, der sich, wie gesagt, mit dem 'Marken-Rebranding nach Obama' beschäftigt, aber nichtsdestotrotz interessant ist.
> Hier ein älterer Text des inspiration/leader zum Thema: "Von Obama Führen lernen!".

Tuesday, April 14, 2009

Nur ein Zitat! - No.05: Cem Basman

(Eine Zitaten-Reihe in loser Folge. Die Zitate werden nicht infragegestellt, sondern sollen Anreiz zur Reflexion sein.)

Heute:
Cem Basman, (IT-)Berater, Entrepreneur, Blogger, Gründer der Microblogging Conference MBC:

“Ich vereinfache mein Leben. Befreie meinen Kopf.
Fange an, mich auf das zu konzentrieren, was mir wichtig ist.
Was meine Aufgabe ist.”

Quelle: Cems Blog 'Sprechblase', Post: "Ich fahre Rad".

Das Zitat und die Überschrift 'Ich fahre Rad' kann man natürlich verstehen, wie der durchschnittliche Manager und Politiker, der Rad fährt und sich einen Goldenen Lenker verdient, der sein Leben vereinfacht, indem er über Leichen geht und sich auf das Geld- und Macht-Anhäufen konzentriert.

Tatsächlich aber verstehe ich dieses Zitat als die in Jahren gewachsene Erkenntnis eines Menschen, daß es Wichtigeres da draussen gibt als den kurzfristig-subjektiven Materialismus. Daß es Sinn(!) macht, sich dem langfristig-objektiven Idealismus zuzuwenden. Und sei es nur zur Maximierung der eigenen, inneren Zufriedenheit.

Diese innere Zufriedenheit würde auch unseren Managern und Politikern und im Grunde uns allen gut zu Gesichte stehen, sorgte sie doch für die Abkehr von der Hyperaktivität, von der Reaktion, vom Opportunismus und den Versuchen, es jedem recht machen zu wollen - und damit dann wieder keinem.

Unsere Aufgabe ist größer als wir selbst. Sie löst nicht nur unsere eigenen Probleme, befriedigt nicht nur unsere eigenen Bedürfnisse, sondern inspiriert auch die Menschen um uns herum, sich infragezustellen, einen Unterschied zu machen, über sich hinauszuwachsen.

Die größte Herausforderung ist, unsere Aufgabe zu finden. Denn die meisten sind auch ohne zufrieden, denken sie.


> No.04: Seth Godin
> No.03: Marissa Mayer
> No.02: Franz Xaver Kroetz
> No.01: Burkhard Schwenker

Monday, April 06, 2009

The next Manager

Eine interessante Idee diskutiert der Harvard Business Manager unter der Überschrift  "Die Neuerfindung des Managers": die Profession des Managements soll professionalisiert werden!

Kann man sich das vorstellen? Ein Manager schwört einen Eid wie ein Arzt? Ein Manager hält sich an Standesregeln wie ein Rechtsanwalt oder Richter?

Ich denke für die Realisierung werden wir ungefähr 30 Jahre brauchen, dreimal solange wie für die ersten Ergebnisse bei der Corporate Governance Kommission.
In der Zwischenzeit wird der Einzelne handeln müssen, wie es Moral, Ehre und Zivilcourage verlangen - und nicht Neid, Eifersucht und Geltungssucht.
Ein schwieriges Unterfangen, aber nicht unmöglich. Im Grunde verlangt die romeo sirra consulting Philosophie nichts anderes: einen Unterschied machen, über sich selbst hinauswachsen, die Menschen im Positiven inspirieren.

Manchmal kommt es mir so vor, als müsse dazu sogar das Bildungssystem geändert werden, Kopfnoten für Schüler und Lehrer(!) wieder relevant sein, der Einzelne nachhaltig Ehre und Anstand - und nicht die kurzfristige Selbstbereicherung - von klein an in den Mittelpunkt seines Denkens und Handelns stellen.

Friday, March 27, 2009

Studie zu Deutschen Aufsichtsräten

"Eine Studie über deutsche Aufsichtsräte kommt zu einem verheerenden Urteil: Die Kontrolleure sind zu alt, wenig international und sie treffen sich zu selten. Die Qualität deutscher Unternehmenskontrolle bleibt noch immer weit hinter den Standards in europäischen Nachbarländern zurück." schreibt die Welt hier.

Monday, March 23, 2009

Die Führungsregeln der Benediktiner

Zitiert werden in der Wirtschaftswoche die Regeln für gute Unternehmens- bzw. Kloster-Führung, die gelten für den wirtschaftlich verantwortlichen Mönch eines Klosters.

Die Regeln, die jedem Manager und verantwortlichen Geschäftsführer oder CEO kurz zu denken geben sollten:

1 - Führen kann nur, wer sich selbst führen kann.
Selbstbewußtheit, Selbstverständnis, Selbstständigkeit würde ich hier subsumieren.

2 - Es ist auf die eigene Seele zu achten.
Nein, nicht das eigene Ego, sondern die Seele. Auf daß die Seele keinen Schaden nehme, man noch in den Spiegel schauen kann. Man ein ausgeglichener und sich selbst vervollkommnender Mensch ist und bleibt - ohne die Mitarbeiter und Menschen in seinem Umfeld zu vernachlässigen.

3 - Führen bedeutet dienen.
Vorbildlich voranzugehen steht für den Benediktiner anscheinend genauso im Mittelpunkt des Handelns, wie auch die inspiration/leader-Philosophie dies von heutigen Führungspersönlichkeiten in Management und Privatleben erwartet.

4 - Achtsamer Umgang mit dem Gelde.
Der Benediktiner soll nicht geizig und gierig sein, und sehr wohl profitorientiert.

5 - Ziel der Führung
Wie kann der Erfolg des Klosters auch Morgen den Menschen und der Gemeinschaft dienen?


inspiration/leader: Einen Unterschied machen, über sich hinauswachsen, die Menschen durch sein Vorbild inspirieren!

Wednesday, March 18, 2009

Das Richtige zu tun erscheint vielen 'frech'

Mit "Der freche Herr Pluta" betitelt das Handelsblatt einen Artikel über Märklins Insolvenzverwalter. Warum 'frech'? Nun, wohl weil er genau so arbeitet, wie jeder Geschäftsführer eines Unternehmens arbeiten sollte, damit das Unternehmen erfolgreich wird oder bleibt.

Hier ein paar Zitate, an denen man sich ein Beispiel nehmen kann und die beschreiben, wie man optimalerweise agieren sollte:

1 - "Wie immer redet er frei - kein Manuskript, keine Power-Point-Präsentation. „Ich stelle mich nie hinter ein Pult und nur ungern auf ein Podium. Ich muss so nah wie möglich an die Leute ran“, sagt Pluta.".

2 - "Es ärgert Pluta nur, wenn niemand verstehen will, dass er die Situation nur analysiert und zunächst „vorwurfsfrei“ arbeitet. Gesellschafter, Management und Beschäftigte fassen dagegen die schonungslose Offenlegung der Schwachstellen automatisch als Kritik ihrer Arbeit und Besserwisserei auf.".

3 - "Er habe schon so viel erlebt, „da lasse ich mir meine positive Lebenseinstellung nicht nehmen“, betont er. Man brauche schon eine gewisse Gelassenheit bei dem Job. Gegner finden sie bisweilen provozierend.".

4 - "Pluta und seine Mitarbeiter sollen die Entlohnung des Managements als „Schweigegeld“ bezeichnet haben und von „systematischem Ausbluten“ durch die Altgesellschafter geredet haben. „Ich habe schon häufig eine freche Gosch’ gehabt.".

5 - "Und er bleibt dabei, dass horrende Beratungshonorare von 25 Mio. Euro von Märklin bezahlt wurden. Alles das hat er abgestellt. Acht von zwölf Managern in der zweiten Führungsebene hat er bereits rausgeworfen. Der Geschäftsführer geht zum 1. April.".

6 - "Das liebt er an seinem Job - die Freiheit zu entscheiden.".

7 - "Als Insolvenzverwalter ist er nicht mehr den Altgesellschaftern, sondern nur noch den Gläubigern Rechenschaft schuldig. Er kann ein Mandat verlieren, feuern kann ihn niemand. Und jeder Fall ist anders. „Ich habe das Unstete zu meinem Beruf gemacht.".


Jeden dieser Punkte sollte man kurz reflektieren, das Positive erkennen, und so schnell als möglich in sein eigenes Denken und Handeln integrieren!
Viel Vergnügen!

Bei Fragen bitte einfach melden.

Thursday, March 12, 2009

Taten - nicht Worte - definieren den Visionär

In einer 'Kommentar' getauften Rubrik der Wirtschaftswoche beschreibt Christian Schlesinger Post-Chef Appel als Visionär. Das tut jedem wahren Visionär natürlich und richtigerweise weh.

In der mediaclinique schrieb ich gestern unter "Warum die Post bald 'Deutsche Rost' heißt" gefühlt das Gegenteil: eine Vision, geschweige einen Visionär, kann ich beim besten Willen nicht entdecken in der Strategie 2015 bzw. Frank Appel.

Ein Visionär beeindruckt die Menschen nicht durch seine Worte oder einen einmaligen bzw. erstmaligen 'visionären' Auftritt. Ein Visionär beeindruckt durch entsprechende Handlungen. Ein Visionär ist Vorbild. Er geht voran. Er macht vor. Er lebt seine Vision.

Daß Frank Appel "vor Elan" sprüht, wie Christian Schlesinger schreibt, macht ihn noch nicht zum Visionär. Wäre dem so, stünden vor 75% der heute irgendwo gehaltenen Powerpoint-Präsentationen Visionäre. Das Gegenteil und schlimmer ist der Fall.

Ebenso ist es keine "Kulturrevolution", 'fortan Kunden und Mitarbeiter in den Vordergrund' zu stellen. Wen sonst sollte man in den Vordergrund stellen?

Da wird schon die Änderung von Meeting-Agenden als Fortschritt gesehen: "Ganz praktisch ändert er zum Beispiel in Meetings die Rangfolge der Besprechungsthemen: zuerst kommen Mitarbeiter- und Kundenbelange, dann erst sollen Marktanteile, Umsatzzahlen und Kennziffern diskutiert (werden, rs). Das wirkt in der Tat wie eine Revolution."

Schlesinger macht aber zum Glück auch Einschränkungen: "Es wird schwierig sein, die Kulturrevolution in die Köpfe der Mitarbeiter zu bekommen. Schon die anwesenden Vorstände aus den Bereichen Express, Brief oder Supply Chain wirkten auf der Pressekonferenz eher wie Statisten."
Soviel zum Visionär, der anscheinend bisher nicht einmal die eigenen Vorstände in seinen Bann gezogen hat!

Um die notwendige Vision in diesem Gremium zum Leben zu erwecken wird er wohl so konsequent vorgehen müssen, wie ich gestern in der mediaclinique vorschlug: "Diese Post muß sich aus dem Goldenen Käfig des Bundes befreien. Muß Unternehmen werden, mit Mut. Muß die alten Zöpfe abschneiden und den gesamten Vorstand auswechseln, denn auch dieser Fisch stinkt vom Kopfe."

Wie weit der inszenierte Auftritt Appels von der Realität der Post entfernt ist, sieht man auch an den unterschiedlichen Botschaften seines Auftrittes und der aktuellen Website. Hier ist wieder Business as Usual.

Lassen wir uns also von Visionär Appel - und allen anderen selbst- oder medial-ernannten Visionären - in Zukunft lieber durch Taten von seiner Vision überzeugen und nicht allein durch wohlklingende Worte!


Update 12:23 Uhr:
Die Kommentare unter Schlesingers Artikel sprechen übrigens eine deutliche Sprache! Von Visionär oder Vision ist dort nur wenig zu spüren!

Wednesday, March 04, 2009

Gesucht: Visionär mit Charisma

Endlich mal jemand, der die Bezeichnung "charismatischer Visionär" richtig versteht: "Wir brauchen charismatische Visionäre".

Die Maliks dieser Welt verunglimpfen oft das Positive in Charisma und Vision, weil man dies auf ihre Art nicht schulen kann. Tatsächlich müssen sich Charisma und das Visionäre im Menschen entwickeln können. Das kann man nicht mal eben überstülpen oder schulen. Das kommt von innen heraus und hat mit der eigenen Erweckung, dem eigenen Wachstum und der eigenen Inspiration zu tun.

Nur dann kann man auch in Zeiten der Krise Kurs halten, die höchsten Wellen überstehen und die Mannschaft trockenen Fußes immer wieder sicher nach Hause bringen.

Monday, March 02, 2009

Oops. There is no 'I' in CEO!

Wenn man ein Unternehmen aufbauen und nicht nur persönlich Karriere machen möchte, sollte man sich selbst zurücknehmen.
> Sramana Mitra / Tony Scott "There Is No ‘I’ in CEO (not if you’re a good CEO)".

Thursday, February 26, 2009

Die Ubiqität des Missmanagements in Deutschland

Längst hat man sich an das Missmanagement in den großen Unternehmen der Welt gewöhnt. Banken, Automobile, Telekommunikation. Man ist jedoch jedesmal wieder überrascht, wenn es dann auch Liebhaber-Stücke aus den Unternehmens-Kollektionen trifft. Von Ralf Schwartz.

Ich meine Liebhaberstücke, bei denen man Manager mit Herzblut vermutet, keine Selbstbedienungsmentalitäten und über-Leichen-gehenden Egoismus. Ich meine Unternehmen wie Märklin, Saab, Schiesser.

Hier der Bericht der Wirtschaftswoche zu Schiesser "Fein R.I.P. - Wie Missmanagement Schiesser in die Pleite trieb ".

Wie immer versagt die Moral des Managements. Wie immer versagt die Kontrolle durch die Eigentümer, seien sie selbst Unternehmer oder Politiker. Wie immer lehnen sich die Mitarbeiter nicht lautstark genug auf. Wie immer sind nachher alle Schuld, aber keiner will es gewesen sein.

Am stärksten fällt dies in der Politik auf, wo niemals Konsequenzen auf Nicht-Handeln folgen. Das Mehdorn-Thema wird seit Jahren ausgesessen, die Banken werden auf Kosten des Steuerzahlers am Leben erhalten (obwohl die Politik für ihre Milliarden-Verluste verantwortlich zeichnet, da sie die Kontrolle in den entspechenden Gremien vernachlässigte), Post und Telekom werden auf Kosten der Zukunftsfähigkeit und der Mitarbeiter von Berlin beschützt, die Vorstände erhalten, geschweige abgestraft.
Man schaut nicht nur Jahre, sondern zu lange zu - so lange, bis es zu spät ist.

In der Wirtschaft bedienen sich nicht nur die Obengenannten, sondern auch die Manager von Hedge-Fonds, Beteiligungsgesellschaften, Venture Capitalists, etc. Es bedienen sich fleißig die Berater, die im Zweifel mit ersteren gemeinsame Sache machen.

Man kann niemandem mehr trauen, außer dem Unternehmer, der auf eigene Gefahr und Kosten unterwegs ist und seine Geschäfte überlegt und abgesichert tätigt. (Und auch dort sehen wir Fehler (Merckle) und Fehlentscheidungen (Schaeffler), die aber nicht mit Missmanagament obiger Güte vergleichbar sind.)


Die fehlende Moral im Management rührt aus der fehlenden Moral im Leben. Wo Politik, Bildung und Erziehung versagen, verliert die Gesellschaft ihre kulturelle Basis, strebt nur noch nach dem Gelde und wird auch nicht anderes mehr wählen als den Eigennutz.

Jeder Einzelne hat es also in der Hand, mit seinem Handeln die Welt um uns herum zu einer besseren zu machen. Hat es in der Hand, vorbildlich zu handeln, die relevanten Werte vorzuleben und die Menschen zu inspirieren.

Jeder Einzelne hat es in der Hand, den Machenschaften der Politiker, Manager und falschen Propheten ein Ende zu machen. Hat es in der Hand, ihnen zu zeigen, wie man wirklich leben, denken, handeln müßte, um Deutschand wieder in ein innovatives, intelligentes, vorbildliches, offenes, neugieriges Land zu verwandeln und aus dem Morast der Durchschnittlichkeit, Egoismen auf allen Ebenen und Reform-Reaktanz zu führen.

Deutschland muß endlich wieder gelebt und nicht länger gemanaged werden!

Saturday, February 07, 2009

Märklin-Insolvenz: Todesstoß durch Berater oder doch durch den Geschäftsführer?

Die kürzlich bekanntgewordene Märklin-Insolvenz ist laut Insolvenz-Verwalter Pluta vor allem auf die hohen Berater-Honorare zurückzuführen (Handelsblatt "Hochdruck bei Suche nach Märklin-Käufer"), die allein im letzten Jahr 12 Millionen Euro betrugen - bei angedeuteteten Verlusten von 20 Millionen Euro.
In den letzten 3 Jahren beliefen sich allein die Berater-Kosten auf 40 Millionen Euro!

Natürlich kann man kein Unternehmen beratend sanieren, indem man es ausbluten läßt und sich daran bereichert. Schließlich sorgt man so selbst für den schleichenden Niedergang.

Was aber ist mit den Menschen im Unternehmen, die diese Berater angeheuert und immer wieder bezahlt haben? Was ist mit der Geschäftsführung? Genoß sie ihren Dornröschen-Schlaf?
Das Handelsblatt wußte schließlich schon am 15. April 2008, daß es so nicht weitergehen kann: "Trotz Sparzwang: Märklin wird für Berater zur Goldgrube". Was tat der Geschäftsführer?

Wir wollen hier nicht die ganze Geschichte aufrollen, wir wollen auch keinesfalls die Berater entlasten, sie sollten zur Rechenschaft gezogen werden!
Wir wollen nur darauf hinweisen, daß es in einem Unternehmen Menschen geben sollte, die sich für dieses Unternehmen verantwortlich fühlen, die mit dem Unternehmen und seinem Schicksal verwachsen sind, die eher auf ihren Bonus, etc. verzichten als dem Unternehmen Schaden zuzufügen.
Schließlich hängen bei Märklin auch mehr als 600 Arbeitsplätze, Menschen und Schicksale von solch einer Einstellung und einem Engagement der Entscheider ab.

Es gibt diese Menschen, die mit Herzblut bei der Sache sind. Wenn schon nicht die Geschäftsführer selbst so gestrickt sind, müssen sich die Mitarbeiter stärker engagieren, müssen an die Presse gehen, müssen die Geldgeber, Aktionäre, Banken aufwecken und zum Handeln zwingen. Manchmal müssen die Entscheider von den besseren Menschen zu den richtigen Entscheidungen 'bewegt' werden.

Dies passiert nun bei Märklin.
Wünschen wir also, daß nicht ein weiteres Traditionsunternehmen aufgrund makabrer Machenschaften Einzelner für immer von der Bildfläche verschwindet.
Die meisten von uns haben große Erinnerungen in Verbindung mit Märklin. Wünschen wir diese auch unseren Kindern.


UPDATE 18. Feb., 2009: Details zum Thema in der FTD "Märklin - Der große Eisenbahnraub".

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  • Wie kann ein zweifach Lead Award gekröntes Magazin, das Mitte 2008 im 5. Jahre eingestellt wurde, heute 'aktueller denn je' sein?

    > Dazu muß man nur die 140- Zeichen(!)-Synopsis jeder einzelnen der 50 Ausgaben inhalieren! Enjoy!