Der Inhalt des Buches von Robert B. Reich kann mit wenigen Zeilen seines letzten Kapitels zusammengefaßt werden:
"The triumph of supercapitalism has led, indirectly and unwittingly, to the decline of democracy. But that is not inevitable. We can have a vibrant democracy as well as a vibrant capitalism. To accomplish this, the two spheres must be kept distinct. The purpose of capitalism is to get great deals for consumers and investors. The purpose of democracy is to accomplish ends we cannot accomplish as individuals.
The border between the two is breached when companies appear to take on social responsibilities or when they utilize politics to advance or maintain their competitive standing."
Mehr muß man zum Inhalt gar nicht sagen! Botschaft verstanden und gekauft.
Darüberhinaus aber sollte man sich Gedanken darüber machen, was einem als Konsument und Bürger wirklich wichtig ist: das billige Fleisch oder der Lohn des Metzgers, die billige Milch oder das Auskommen des Bauers, die preiswerte Jeans oder gesunde Chinesen, die preiswerten Sportklamotten oder menschenwürdige Zustände in den Produktionsstätten in Asien?
Was ist einem als Investor/Aktionär und Bürger wichtiger: der hohe Profit des Unternehmens oder der gerechte Lohn in den Produktionsstätten, die kurzfristige Gewinnsteigerung oder der Arbeitsplatz unserer Mitbürger, etc.
Ohne Zweifel ist beides möglich, wie es Robert auch beschreibt, aber dafür müssen wir kämpfen: wir können nicht unseren Politikern dabei zusehen, wie sie Gesetze zum Wohle der Unternehmen verabschieden und notwendige Gesetze zu unserem Schutze lieber hintanstellen und auf die Selbstverpflichtung der Unternehmen setzen, weil diese selbst ihnen diesen Floh ins Ohr gesetzt haben.
Wir müssen verstehen, daß Unternehmen die einzige Aufgabe haben Gewinn (innerhalb gültiger Gesetze) zu erwirtschaften. Sie sorgen nicht für eine bessere Welt nur weil wir uns das wünschen.
Sie sorgen für eine bessere Welt, wenn sie daran besser verdienen können. Das ist auch nichts schlechtes. Das ist ihre Aufgabe und damit sorgen sie auch für unseren Wohlstand.
Vielleicht muß man das so sehen: Es gibt drei Kräfte im Lande 1 - die Unternehmen, 2 - die Gesellschaft und 3 - die Politik.
Leider ist die Gesellschaft zwiegespalten, sie kann sich nicht entscheiden (und hat auch noch nicht das Mittelmaß, die Balance gefunden) zwischen ihren Wünschen als Konsument (niedrige Preise, Ubiquität, Innovation), ihren Wünschen als Investor (hohe Profite) und ihren Wünschen als Bürger (Fairness, Menschenwürde, Wohlstand und Gesundheit für alle).
Die Gesellschaft hat dabei ihr eigenes Glück in der Hand, sie muß sich entscheiden, wieweit sie sich in die jeweilige Richtung bewegt und wo ihre Grenzen sind.
Sie muß in allen Fällen für ihre Bedürfnisse kämpfen, sie muß die Unternehmen bewegen, ihre Bedürfnisse immer besser abzudecken und sie muß die Politik dazu bewegen, stärker als bisher für die Gemeinschaft zu sorgen.
Heute ist die Politik opportunistischer als die Wirtschaft und neigt auch eher dazu, der Wirtschaft hinterherzulaufen, denn hier winken die Jobs nach der politischen Kariere (die sollte man sich warmhalten),
da hat der Bürger wenig zu bieten. Zumal er der Politik sowieso nichts mehr zutraut und sich längst abgewendet hat.
In Politik und Wirtschaft sitzen Manager, die das gegebene verwalten und auf Änderungen reagieren, statt sie vorwegzunehmen. Sie haben weder Visionen, noch wirkliches Gewissen. Sie schweben über den normalen Menschen und fühlen sich ihnen überlegen.
Das kann nicht gutgehen. Es wird Zeit etwas zu ändern. Es wird Zeit die Notbremse zu ziehen. Es wird Zeit, daß der Souverän, das Volk, wieder seine ihm zustehende Rolle einnimmt und seine Vorstellungen nicht nur kommuniziert, sondern auch mit Nachdruck beginnt durchzusetzen.
Es lohnt auf jeden Fall, das Buch von Robert B. Reich zu lesen (auch wenn man darin die letzten Gedanken nicht explizit wiederfindet), denn er gibt sehr viele, interessante Beispiele, die fast zynisch anmuten, aber so ist wohl die Welt des SuperCapitalism, wenn wir es nicht schaffen, ihr die Welt der Demokratie entgegensetzen und die beiden in ein optimales Gleichgewicht zu unserem Wohle und Nutzen bringen. Denn tatsächlich geht es in beiden Welten nur um uns, nicht wahr!?
Das gibt uns Kraft, Macht und alle Möglichkeiten der Welt - wir müssen uns nur wieder trauen und uns von beiden Seiten nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen!