20 entries categorized "WISDOM"

Monday, July 13, 2009

Edward O. Wilson : 'Des Lebens ganze Fülle' oder Was wir vom berühmtesten Ameisenforscher der Welt (und Philosophen) lernen können

Eine gute Autobiographie ist immer mehr als die Lebensgeschichte ihres Autors. Denn als Leser lernt man auch sich selbst besser kennen. Man entwickelt sich zusammen mit dem Autor weiter. Man wird in vermeintlich fremde Welten entführt, die doch nur die eigene Seele sind.
In guten Autobiographien en passant erzähltes Leben ist immer auch un/bewußte Aneinanderreihung Goldener Lebensregeln.

Im Folgenden habe ich die für mich in diesem Sinne zentralen Gedanken extrahiert und zusammengefaßt.
Während Wilson über sich, seine Welt und sein Leben spricht, sollten wir seine Worte in unsere Welt übertragen, in die Welt des Managements, aber auch in die Welt unseres Privatlebens, sie inhalieren und reflektieren!

> So sagt er zB an einer Stelle, daß ihm Wissenschaftler lieber sind, "die sich herausragende Ziele setzen, ihre Nerven gegen Mißerfolge stählen und bereit sind, Schmerz zu erdulden, um ihren Charakter zu prüfen und am Fortschritt von Wissenschaft und Kultur mitzuwirken".
Mir auch, aber wo findet man diese Menschen heute noch?

> "Ed, bleiben Sie nicht auf dem Weg, wenn Sie Insekten sammeln. Die meisten machen es sich zu einfach, wenn sie auf Exkursionen sind. Sie folgen den Pfaden und arbeiten sich nur ein kleines Stück in den Wald vor. Auf diese Weise findet man nur einige Arten. Sie sollten in einer geraden Linie durch den Wald gehen. Versuchen Sie jedes Hindernis zu überwinden. Es ist schwer, aber es ist die beste Methode, Insekten zu sammeln."

rs: Die meisten Menschen folgen lieber den ausgetretenen Pfaden. Dort aber gibt es nichts Neues mehr zu entdecken. Auf den ausgetretenen Pfaden findet man weder Erfolg noch Erfüllung.

> "Das hatte ich hören wollen. Wie man es richtig macht, auf die schwere Art. Worte von einem Meister an den Schüler: Mut, Arbeit, Entschlossenheit, Widrigkeiten in Kauf nehmen und neue Arten finden - Erfolg erwartet den, der durchhält."

rs: Keine Rede von Lohn ohne Leistung, von Instant Gratification oder Berühmtheit nur um der Berühmtheit willen.

> Später zitiert er aus dem Kapitel 'Wie man sein Leben in den Griff bekommt' eines Pfadfinder-Handbuches: "Ein Scout blickt voraus. Er bereitet sich auf Ereignisse vor, bevor sie eintreten. Daher wird er leicht mit ihnen fertig." "Sei nie zufrieden, so wurde man ermahnt. Wer nur wartet und hofft und sich mit dem abfindet, was kommt, wird scheitern." "Nach Hohem streben, sich voll und ganz für ehrenwerte Ziele einsetzen ..."

"Sie werden sich kein nahes, sondern ein fernes Ziel stecken, und sie werden sich mit dem Erreichten niemals zufriedengeben", wurde ihm später als Fellow in Harvard hinter die Ohren geschrieben.

rs: Wie nah dies an der Pfadfinder-Weisheit liegt. Leicht gesagt? Überhaupt nicht! Jeder kann jeden Tag bei sich selbst beginnen. In kleinen, fast unmerklichen Schritten. Sich nicht mehr verbiegen lassen. Aufbegehren, wo es lohnt. Seine Meinung sagen. Und dazu stehen. Andere verteidigen und in Schutz nehmen. Fehler machen und daraus lernen. Fallen und wieder aufstehen. Niemals aufgeben. Sich relevante Ziele setzen. Wie schön wäre das, würde man unseren Managern ähnliches nahelegen.

> Er bekennt sich selbst: "Ich bin neophil - ein Liebhaber des Neuen, der Vielfalt um ihrer selbst willen".

rs: Als Kinder noch waren wir alle 'neophil'. Waren neugierig, wißbegierig, sammelten, observierten, entdeckten.
Heute sind die meisten froh, man läßt sie in Ruhe mit dem Neuen, dem Ungewöhnlichen, Andersartigen, denn dies bedeutet nur noch Komplexität, Aufwand und Ablenkung vom (vermeintlich) Wesentlichen.
Schade, woher sonst soll die Innovation, das innovative Geschäftsmodell, die Abwechslung, der Spaß kommen, wenn nicht aus dem Neuen, dem vormals Unbekannten?

> "Ohne jeden Anflug von Ironie kann ich sagen, daß ich mit brillanten Gegnern gesegnet war. Sie setzten mir hart zu (schließlich waren es Gegner), und doch bin ich ihnen zu großem Dank verpflichtet, denn sie zwangen mich, meine Anstrengungen zu verdoppeln, sie drängten mich in neue Richtungen. Diese Menschen helfen uns dabei, unser schöpferisches Potential zu entfalten."

rs: Wir selbst aber gehen hin und verteufeln unsere 'Gegner', schwächen sie, wollen sie mundtot machen und lächerlich vor den anderen, statt auf sie zuzugehen und von ihnen zu lernen, uns mit ihnen gemeinsam zu entwickeln. Wir sehen sie als Konkurrenz, tatsächlich aber geht es uns allen um das Gleiche. Gemeinsam sind wir stärker, wären wir schneller, sicherlich effektiver, kreativer, innovativer.

> "Wenn ich ganz von vorn beginnen und meine Vision im 21. Jahrhundert noch einmal durchleben könnte, dann würde ich mich auf die Ökologie der Mikroorganismen spezialisieren." "Ein weiteres Mal bliebe ich im Innersten der kleine Junge von Paradise Beach, der beim Betrachten einer Scheibenqualle und beim flüchtigen Anblick eines Ungehauers aus der Tiefe in ehrfurchtsvolles Staunen versetzt wurde."

rs: Statt sich - wie die meisten - zu sagen 'Ich habe alles richtig gemacht, ich würde alles nochmal so machen!', setzt sich Edward O. Wilson, obwohl er das Erreichbare erreichte, neue, weiterführende, herausfordernde Ziele für ein nächstes Leben!

Sich bis zum letzten Tage die kindliche Neugier zu erhalten, ist das Geschenk, das wir uns selbst machen sollten. Es sorgt nicht allein für materiellen, sondern auch ideellen Wohlstand. Es ist die Sprungfeder und Triebkraft unseres Lebens, Schmiere unserer Kraft und Elixier unseres Hirnes.

Sunday, June 14, 2009

Weise und launige Abschlußfeier-Reden

Vor wenigen Wochen wies ich im Text "Commencement Addresses by Ellen DeGeneres and Steve Jobs" auf die entsprechenden Videos der beiden hin.

Nun listet der Silicon Alley Insider neben Steve Jobs einige weitere ("Amazon CEO Jeff Bezos, World's wealthiest author, J.K. Rowling, Microsoft founder Bill Gates, Google cofounder Larry Page, Google CEO Eric Schmidt, Viacom chairman Sumner Redstone, Google 'business founder' Omid Kordestani") auf, die man in Wort und Bild verfolgen kann: "Advice from rich People".

Es lohnt wirklich, diese Abschlußfeier-Reden zu inhalieren - vor allem (immer noch) Ellen und Steve. Kurzweiliger und effektiver kann man sich nicht inspirieren lassen.

> Via Alles2null.

Monday, June 08, 2009

Gigerenzer-Interview zur Intuition

Im April hatten wir hier Gerd Gigerenzers Buch "Bauchentscheidungen - Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition" vorgestellt.

"Im Handelsblatt-Interview spricht Gigerenzer über die Nachteile komplexer analytischer Methoden. Faktenhuberei könne die Sicht vernebeln. Wenn es hart auf hart kommt, sollten sich Fachleute auf ihre Intuition verlassen.".

Es lohnt sich, in den Artikel hineinzulesen und auch das Buch zu inhalieren. Gigerenzer ist kein 'spinnerter Sozialwissenschaftler', sondern leitet seit "zwölf Jahren ... den Forschungsbereich Adaptives Verhalten und Kognition am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin", wie das Handelsblatt schreibt.


> Wer mehr über Intuition erfahren möchte, kommt an zwei Büchern nicht vorbei: Für mich bewegt sich 'Bauchentscheidungen' zwischen "Bas Kast : Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft - Die Kraft der Intuition" und "Gerald Traufetter : Intuition - Die Weisheit der Gefühle".

> 48 weitere Book Reviews gibt es in der inspiration/leader Rubrik "Reviews".
> Hunderte Buchempfehlungen gibt es in der rsc // library for mental wealth.

Tuesday, May 26, 2009

Commencement Addresses by Ellen DeGeneres and Steve Jobs

Nur die ganz Großen können den Zuschauer fesseln durch den Wechsel von humorvollen und nachdenklichen Passagen. Ellen DeGeneres gehört dazu.

Man beachte den University President (links), der hat richtig Spaß. Das wünscht man sich auch an deutschen Universitäten, oder?


Video courtesy YouTube.

> Via Stefan Niggemeier > Via GayWisdom.


Unvergessen auch die Ansprache von Steve Jobs:


Video courtesy YouTube.

Thursday, May 07, 2009

Takeuchi, et al. : Extreme Toyota

The book 'Extreme Toyota' concentrates on 10 'Radical Contradictions that drive Success at the world's best manufacturer'.

Here you may learn about Toyota's way of thinking, acting, working from the core. Every contradiction is elaborately explained and examplified in the first 225 pages of the book.

I would like to concentrate on one of the last chapters, summarizing the 10 contradictions and what your organization may learn from Toyota.
(I will give you my personal view of the 10 contradictions, not the author's.)

"Contradiction 01 > Impossible Goals: Know where Reality stands to take on impossibly High Goals

Only impossible goals are worth reaching, everything else is incremental, shallow, not visionary. If you do not know where you stand today, you are not able to draw line for the best way from scratch to vision. And you cannot stir in the long run, because you have no direction.

"Contradiction 02 > Experimentation: Conduct Small, Interim Experiments to realize the Occasional Big Jump"

Small experiments keep you in the loop, give practice and experience. Everybody in your company should have the freedom and backing to experiment.
You cannot concentrate on the Big Jump, that's way to risky to put all your resources behind very few big bets.

"Contradiction 03 > Local Customization: Localize to become Global"

It's a continuum between Local and Global, you know it as Glocal. Build from local keeping the global perspective in your backhead.

"Contradiction 04 > Founder's Philosophies: Cherish the Founder's Philosophies to Nurture Future Leaders"

Too many CEOs neglect traditions and the heritage of the founder. But the founder had the vision, had the strength to build the company from scratch. The CEOs are just the managers of this heritage. They should respect it, learn from it and develop it further. They have to perfect it, not to abandon it due to short-term considerations and lack of imagination. The founder's philosophy is the corner stone of the company's success.

"Contradiction 05 > Founder's Philosophies: Remain Incomplete in Order to Grow"

Parkinson, too, explained that you find perfection only in dead organizations. Incompleteness guaranties that you strive for but not reach perfection. There is nothing like perfection in this world. There is evolution and development. Reaching perfection means coming to a halt.

"Contradiction 06 > Nerve System: Creating an Interconnected World through an Analog Web in the Digital Age"

The real world is analog, you still have to meet people face to face. The connections are stronger when they have been tightened in the real world.

"Contradiction 07 > Nerve System: Bad News first to become a good Corporate Citizen"

As everybody can sail in sunny weather, everybody can take the good news. But the bad news may harm the business. They have to come first. They have to be transformed into good news by solving the underlying problems.

"Contradiction 08 > Up-and-In Human Resource Management: To maximize Productivity, Don't let go of people"

People who feel that they are responsible, that they can take decisions, that they have the freedom to act, are much more productive, motivated and self-assured. They feel good and work better, even if managers can't believe that.

"Contradiction 09 > Up-and-In Human Resource Management: Appeal to Human Compassion to increase Industrial Production"

Every company consists of people and brands, not machines. People care for machines. Machines do not care for people. So you always should care for your people first to build a world class team, department or corporation.

"Contradiction 10 > Resource Base: Say No to Shortcuts for Long-Term Gains"

In most instances shortcuts are detours - because we lost our initial destination and we just believe we found a shortcut. A strategy full of shortcuts is no strategy. A good strategy connects from here to vision in a straight line.


> To learn more about Toyota and the 10 contradictions please have a look at the book itself.

> 47 weitere Book Reviews gibt es in der inspiration/leader Rubrik "Reviews".
> Hunderte Buchempfehlungen gibt es in der rsc // library for mental wealth.

> Amazon-Partner-Link:

Monday, March 23, 2009

Die Führungsregeln der Benediktiner

Zitiert werden in der Wirtschaftswoche die Regeln für gute Unternehmens- bzw. Kloster-Führung, die gelten für den wirtschaftlich verantwortlichen Mönch eines Klosters.

Die Regeln, die jedem Manager und verantwortlichen Geschäftsführer oder CEO kurz zu denken geben sollten:

1 - Führen kann nur, wer sich selbst führen kann.
Selbstbewußtheit, Selbstverständnis, Selbstständigkeit würde ich hier subsumieren.

2 - Es ist auf die eigene Seele zu achten.
Nein, nicht das eigene Ego, sondern die Seele. Auf daß die Seele keinen Schaden nehme, man noch in den Spiegel schauen kann. Man ein ausgeglichener und sich selbst vervollkommnender Mensch ist und bleibt - ohne die Mitarbeiter und Menschen in seinem Umfeld zu vernachlässigen.

3 - Führen bedeutet dienen.
Vorbildlich voranzugehen steht für den Benediktiner anscheinend genauso im Mittelpunkt des Handelns, wie auch die inspiration/leader-Philosophie dies von heutigen Führungspersönlichkeiten in Management und Privatleben erwartet.

4 - Achtsamer Umgang mit dem Gelde.
Der Benediktiner soll nicht geizig und gierig sein, und sehr wohl profitorientiert.

5 - Ziel der Führung
Wie kann der Erfolg des Klosters auch Morgen den Menschen und der Gemeinschaft dienen?


inspiration/leader: Einen Unterschied machen, über sich hinauswachsen, die Menschen durch sein Vorbild inspirieren!

Saturday, February 21, 2009

Engagiert wie ein Amateur, weise wie ein Experte

Bill Buxton, Microsoft Research Principal Scientist, beschreibt, wie er innovativ und kreativ bleibt. Er unterstreicht damit auch die rsc Philosophie und soll hier zitiert werden:

1 - "Always be bad at something that you are passionate about."

"By this, I really mean two things: always be a beginner at something, and always be in love with what you are beginning."
(Anmerkung: Being a Beginner wird in Deutschland meist falsch verstanden. Dies bedeutet nichts laienhaftes, sondern die kindliche Neugier, das offene Herangehen an neue Themen, der unverstellte und nicht betriebsblinde Blick. Dies ist immens wichtig, um Neues zu entdecken und neue Wege beschreiten zu können.)

2 - "You can be everything in your life - just not all at once."

3 - "When you get good at one skill, drop another in which you have achieved competence in order to make room for a new passion at which you are - yet again - bad."

4 - "Life is too short to waste on bad teachers and inefficient learning."

"When you decide that you want to learn something, do your homework and find the best person in the world that you can possibly convince to teach you. It is amazing how far true passion, willingness, and dedication will take you when approaching mentors that you might otherwise consider unapproachable. Keep this in mind if and when someone approaches you for help with a newfound passion!

For instance, when at age 40 I decided that I wanted to ride competitively (never having been on a horse), I somehow convinced the top Canadian rider from the Los Angeles Olympics to coach me. I stated my desire to see if I could qualify for the Olympics, and then mentioned that I had neither horse nor saddle. She laughed, but she also took me on, and what I learned over the next decade not only got me on the talent squad of the national team, it helped my other work in a myriad of subtle and unexpected ways."

"What better way to cultivate the full potential of our creativity than by sustaining the passion, curiosity, delight, energy, and enthusiasm of the beginner, coupled with the wisdom and experience of the expert?"


> Original-Artikel in der BusinessWeek "How to Keep Innovating"

Thursday, February 19, 2009

In der Krise über sich selbst hinauswachsen? Na, wann denn sonst!?

Sind wir erfolgreich, werden wir bequem, nachlässig, unaufmerksam. Sind wir erfolgsarm, sind wir deprimiert, enttäuscht, frustriert. Wann ist die beste Zeit für unsere Weiterentwicklung? Von Ralf Schwartz.

Wann sichern wir unseren heutigen Erfolg ab? Wichtiger noch: Wann legen wir den Grundstein unseres zukünftigen Erfolges?

Wir haben alle gelernt, daß wir lange vor dem Höhepunkt unseres heutigen Erfolges schon die nächsten Schritte, Produkte, Maßnahmen geplant haben sollten. Gelernt. Getan haben wir es noch nicht.
Zu sehr waren wir mit Feiern beschäftigt. Zu sehr haben wir die Boni immer und immer wieder berechnet und uns ausgemalt, was wir wohl mit dem ganzen Gelde machen werden.

Manchmal haben wir auch auf dem Höhepunkt unseres Erfolges die Marke und das Unternehmen im Stich gelassen, haben damit für den Niedergang gesorgt, denn der Nachfolger mußte sich erst einarbeiten, die Marke schwebte im strategischen Vakuum, wir dachten nur an uns.

Riding the Crisis

Nun, wir sind momentan in der Krise, weil wir uns satt fühlten, ausruhen wollten, uns treiben ließen auf der Welle des Erfolges und kein Auge für die Kaimauer hatten, gegen die wir surften, die uns unsanft weckte aus unseren Tagträumen.

Gute Surfer haben schon immer die nächste Welle im Visir, denken weiter, integrieren Strömungen, Täler und Wellenberge. Sie versuchen, das Wasser zu verstehen, eins zu werden mit ihm.

Wir müssen die Menschen, ihre Konsum- und Kommunikationsbedürfnisse als unser Meer, als unsere Wellen verstehen, die, richtig verstanden, uns weit tragen können, falsch verstanden, unsere Reise abrupt beenden.

Den Menschen Relevanz offerieren

Die Krise lähmt. Dafür jedoch gibt es keinen Grund. Die Krise ist eine Chance. Nicht nur eine Chance aufzuräumen, sondern auch eine Chance, den anderen davonzuziehen, sich einen uneinholbaren Vorsprung herauszuarbeiten. Qualitativer und quantitativer Natur.

Wir sollten die Lähmung der anderen nutzen, uns infragezustellen, zu vervollkommnen, über uns hinauszuwachsen, mit neuen Projekten und neuer Bedeutung. Denn eines zeigt die Krise sicherlich: hier geht es nicht nur um eine finanzielle Krise, sondern um eine Krise des Sinnes, ein Krise genau der Bedeutung, die wir bisher den Dingen zugemessen haben.

Wir müssen unserem Leben, unserem Tun wieder eine Bedeutung geben, die die Menschen nachvollziehen können, die für sie relevant ist. Wir können nicht an ihnen vorbei innovieren, produzieren und erfolgreich werden. Das geht nur mit ihnen zusammen.

Marken und Produkte müssen über sich hinauswachsen

Es ist nicht weiter verwunderlich, das die Autoproduzenten in einer Krise stecken, es ist nicht verwunderlich, daß Luxus in einer Krise steckt, es ist nicht verwunderlich, daß hochpreisige Produkte  à la L´Oreal in einer Absatzkrise stecken. Man muß sich fragen, wer braucht diese Produkte wirklich und welchen Nutzen, der sie unverzichtbar macht, haben sie für den Einzelnen?

Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen

Unternehmen müssen über ihren Schatten springen. Sie müssen zu ihren Mitarbeitern stehen. Sie müssen in schlechten Zeiten für sie eintreten, müssen sie bezahlen und beschäftigen.

Tatsächlich gibt es auch keinen Grund, Mitarbeiter zu entlassen, die ebensogut an Zukunfts-Projekten arbeiten könnten. Nun hätten sie Zeit, ihrer Kreativität und Innovationskraft freien Lauf zu lassen.
Man sagt nicht umsonst, Not mache erfinderisch. Nutzen Sie diese vielfachen Kräfte der Erneuerung, statt sie auf die Straße zu setzen.

Eindrucksvoller kann man seine (unternehmens- und zivil-) gesellschaftliche Verantwortung nicht demonstrieren. Sinnvoller können Unternehmen nicht über sich hinauswachsen und wahre Größe zeigen.

Manager müssen Vorbilder sein, Manager können das

Wie immer haben Vorstände und Manager es in der Hand, mutig voranzuschreiten, vorbildlich zu handeln, die Menschen zu inspirieren.
In diesen Zeiten mehr denn je ist der Unternehmer in uns allen gefordert, nicht der Abwickler, der Verwalter, sondern der Gestalter, der Sinn- und Hoffnung-Geber. Der, der innnerhalb dieser Krise die Chance erkennt, voranzugehen, als Mensch, Marke und Unternehmen.

Miesmacher, Pessimisten, Doom-Sayer haben wir genug. Sie sitzen in Medien, Politik und Wirtschaft, den Verbänden, und nutzen die Krise zu ihrem eigenen Vorteile, egoistisch, materiell und subjektiv.

Nutzen wir die Krise lieber, um uns alle gestärkt daraus hervorgehen zu lassen, langfristisch, objektiv und idealistisch! Das ist die Saat, auf der wahrer Wohlstand gedeihen kann!

Wednesday, February 18, 2009

Die wahre Krise? Wir haben aufgehört, weise zu sein.

Barry Schwartz erklärt auf beeindruckende Art, wie wir immer weniger weise werden, weil wir uns gedankenlos den vermeintlichen Segnungen der Regeln, Regulierung, Bürokratie hingeben. Von Ralf Schwartz.

BarrySchwartzTed
Image courtesy TED.

Barry Schwartz hat 2004 das Buch 'The Paradox of Choice' verfaßt, in dem er argumentiert, daß eine größere Auswahl uns nicht glücklicher macht, sondern ganz im Gegenteil.

(Für das Marketing war das Buch besonders interessant, weil dort gezeigt wurde, daß es sinnvoll ist, weniger zB Marmeladen-Varianten anzubieten, weil die Menschen vor schierer Vielfalt kapitulieren und dann weniger oft oder gar nicht zugreifen.)

Im aktuellen Vortrag bei der TED-Konferenz beschäftigt er sich mit dem Thema Wisdom (Weisheit bzw. angewandte Intelligenz, intuitive Klugheit).

Sie sollten sich die Zeit nehmen und dem gesamten Vortrag konzentriert zuhören, denn es geht darum, daß wir alle nicht mehr weise sind. Meine persönliche Ableitung ist diese:

1 - Wir halten uns sklavisch an Regeln.

2 - Wir hinterfragen diese Regeln nicht mehr.

3 - Wir machen keine Ausnahmen von diesen Regeln, sondern verwenden sie als Argument.

4 - Wir stellen die Regel über Moral, Ethik und gesunden Menschenverstand.

5 - Die Regel wird zu unserem Gewissen, obwohl sie dieses nicht ersetzen kann.

6 - Die Regel steht dem Wandel im Wege.

7 - Die Regel führt zur Durchschnittlichkeit im Denken und Handeln.

Wir haben anscheinend nur eine Möglichkeit: Wir müssen wieder lernen, uns selbst zu vertrauen. Wir müssen wieder erkennen, was wirklich wichtig ist. Wir müssen entsprechend handeln und nicht nur so denken und uns besser fühlen.

Wir müssen daraus Konsequenzen für unsere Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ziehen. Wir müssen - jeder Einzelne - jetzt sofort und in jedem Moment damit beginnen.

Wir müssen die Strukturen in unseren Unternehmen, Schulen, in unserer Politik schaffen, die Gesunden Menschenverstand belohnen und unsere Kinder entsprechend erziehen.


(Im 3. Schritt der distinctive leadership Philosophie verlange ich das Streben nach Weisheit, denn nur die Weisheit vermag der Brillanz (2. Schritt) ihre Relevanz zu geben. Brillanz ohne Relevanz jedoch bleibt bedeutungslos.)

Sunday, November 30, 2008

Nur ein Zitat! - No.02: Franz Xaver Kroetz

(NUR EIN ZITAT ist eine Zitaten-Reihe in loser Folge. Die Zitate sollen nicht infrage gestellt werden, sollen nur Anreiz zur Reflexion bieten.)

Heute: Franz Xaver Kroetz, Bayerischer Dramatiker, der durch 'Kir Royal' Massenbekanntheit erlangte:

    "Jeder Job ist Handwerk. Hineingeheimnissen tun nur Hanswürste."

Quelle: "Jeder Job ist Handwerk ...", anmut und demut, am 06.11.2008


Dieses Zitat sollte man sich langsam, Wort für Wort auf der Zunge zergehen lassen.
Dabei sollte man an die Manager und Politiker dort draussen denken, die nie das Handwerk des Managements oder der Politik erlernt haben. Sie haben nur BWL studiert oder Physik. Sie haben nicht die Menschen studiert oder die Märkte.

Sie haben nicht gelernt, Menschen zu führen oder ihnen voranzugehen. Sie haben nicht gelernt zu lieben, was sie tun. Es geht nur um Macht und Geld - sonst würde manche Entscheidung ganz anders ausfallen.

Sie haben noch nicht gelernt, was wirklich zählt im Leben. Dafür sind sie zu jung. Haben zu wenig relevante Erfahrungen mit dem wahren Leben gesammelt, leben lieber in ihren Parallelwelten. Werden so niemals weise.
Und sie sind zu alt im Geiste, als daß sie noch interessieren könnte, wohin die Welt wohl geht. Sind zu alt im Geiste, um ihr Handwerk noch herauszufordern und seine Grenzen durch das Neue, das Niedagewesene zu erweitern. Sind nicht mehr neugierig, wollen nur noch bewahren, was sie sich selbst geschaffen haben. Wollen nicht mehr über sich hinauswachsen und andere inspirieren.

Sie schielen auf ihren Platz in der Geschichte und wollen nichts mehr falsch machen. Und genau deshalb machen sie alles falsch und werden keinen Platz in den Geschichtsbüchern finden.


Management und Politik sind keine Raketentechnik. E geht allein um Menschen, um Kommunikation, um nachhaltige Zukunftsorientierung. Es wird Zeit, daß dieses Handwerk wieder unterrichtet wird. Es wird Zeit, daß wir wieder Meister dieses Handwerks werden und nicht ewig Lehrlinge bleiben.

Es wird Zeit, daß wir wieder lernen, den Unterschied zu erkennen.


> No.01: Burkhard Schwenker

Monday, September 22, 2008

Mihaly Csikszentmihalyi : Good Business - Leadership, Flow, and the Making of Meaning

Nur Zyniker können heute noch behaupten, der Kapitalismus hätte alles zum Besseren gewendet in der Welt. Der Mensch als soziales Wesen ist auf der Strecke geblieben. Die Politik, geschweige die Demokratie hat glorreich versagt.

Wir werden also auf den Guten Kapitalismus setzen müssen, den Robert B. Reich(!) auch schon in 'Supercapitalism' bemühte.
(rsc // reviews & reflections: "Robert B. Reich : Supercapitalism - The Transformation of Business, Democracy and everyday Life")

Die Chancen stehen schlecht, wenn wir uns die negativen Auswüchse des Kapitalismus ansehen in Russland, der globalen Finanzkrise, der unverhohlenen Gier nach Materiellem der Menschen.

Die Chancen stehen gut, wenn wir uns ansehen, was Menschen wie Steve Jobs bei Apple, Bill Gates mit seiner Stiftung, die deutschen Mittelstands-Familien-Unternehmen bewegen können.

Mihalys Buch ist der Versuch, zu zeigen, daß es mehr von diesen Menschen in den Unternehmen der Welt gibt und wie sie mit ihrer Vision erfolgreich sein können, gleichzeitig einem guten Geschäft nicht abgeneigt gegenüberstehen, im Gegenteil ihre Vision als Grundvoraussetzung des Erfolges sehen.


Everybody
"A person must ... feel that his or her talents are fully employed, that he is able to develop his potentialities, and that his everyday life is not stressful or boring, but holds deeply enjoyable experiences."

Leaders
"In our interviews with exemplary business leaders these same themes kept reappearing: To be successful you have to enjoy doing your best while at the same time contributing something beyond yourself."

Communication
"A lot of problems in business are not because the CEO doesn't have the right values. It's because the CEO isn't effective at communicating them throughout the entire organization."

To be successful ...
"... you have to enjoy doing your best while at the same time contributing to something beyond yourself."

Effectiveness & Flow
To really become effective in business you need
1 - Clear Goals,
2 - Good & Immediate Feedback,
3 - Incremental Challenges.

On the Importance of Education
This is one of the most important topics of modern society where business leaders and politicians are always short-sighted:
"By the way, if you don't have an educated workforce coming up, if we have a society that is eroded overwhelmingly with drugs and crime, that's not good for business."

Leadership as a Function of Questions
"And the first questions for a leader always is: 'Who do we intend to be?' Not 'What are we going to do?' but 'Who do we intend to be?' "

Vision and Good Leadership
"Good business leaders "... take stock of their personal strengths, their cultural and family background, the possibilities they see around them, and out of all this material they fashion an ideal self. It is the expression of this self that becomes their vision."

"Such a vision is a powerful device. At the very least, it saves its owner a great amount of psychic energy - he need not to spend time debating his actions or movements, for the road ahead is straight and clear."

"When each of these three elements of vision - concern for excellence, for people, and for the wider environment - are present, business is transformed from a tool for making profits into a creative, humane experiment for improving life."


Etwaige Überschneidungen zur Distinctive Leadership Philosophie von romeo sierra consulting sind erkennbar, geht es bei uns beiden doch um die Entwicklung der eigenen Talente, die Vervollkommnung seiner Fähigkeiten und die Inspiration anderer durch die eigene relevante Vision.


Thursday, July 10, 2008

Über 7 Brücken mußt Du gehen!

Zeitnahes und relevantes Online- und Email-Fedback stärkt nicht nur die Bindung des Kunden zur Marke, sondern steigert hochwirksam Effizienz- und Effektivität im Unternehmen. Trotzdem scheint diese Form der Etiquette eine verlorengegangene Kunst. Ein Erfahrungsbericht. Quelle: mediaclinique.com


Die Online- und Mail-Etiquette liegt in den Zeiten des Information Overflow am Boden. Nichts scheint einfacher als Mails nicht zu beantworten, Kunden nicht zurückzurufen oder Anfragen einfach online verhungern zu lassen. Mancher bedankt sich nichtmal mehr für Geburtstagswünsche.

Nichts scheint unvorstellbarer als die Tatsache, daß dieses Verhalten negative Auswirkungen auf die eigene Reputation als Mensch, auf das Image als Marke oder Unternehmen oder auf Professionalität und Engagement als Manager hat.
Manchmal hat man gar den Eindruck, Unternehmen bauen aktiv und bewußt Hürden für ihre Kunden und Konsumenten auf. (Wie zB die Telekom, die bestimmte Beschwerden nicht telephonisch annimmt, sondern nur schriftlich.)


Die meisten scheinen sich daran gewöhnt zu haben, daß sie keine Antwort bekommen. Sie selbst handeln jedenfalls so und beantworten Mails gar nicht oder nach 23 Tagen.

Wenn dem aber so ist, daß nämlich klar ist, daß man keine Antwort bekommt, warum schreibt man dann überhaupt noch? Wie schizophren sind die Überlegungen, selbst weiterhin auf eine Antwort zu hoffen, aber schon lange selbst keine mehr zu geben?


Im Folgenden finden Sie die 3 verbreitetsten Gründe für die Mißachtung der Etiquette und - was viel wichtiger ist - Kernstücke der Etiquette meiner Klienten, Partner und Freunde, sowie meiner selbst als Tips gegen den Moloch Informationsflut:

1 - Keine Zeit.

Wer keine Zeit hat, seine Mails zu beantworten, sollte sie erst gar nicht lesen!
Anlesen, Schließen, wiederholtes Öffnen einer Mail kostet die 3-fache Zeit gegenüber einer konsequenten Mail-Philosophie.

Zeit findet man am ehesten, indem man sich konsequent auf die aktuelle Aufgabe konzentriert und sich zwischendurch nicht ablenken läßt.
Studien sagen, daß man bis zu 20 Minuten braucht, um nach einer Ablenkung wieder den Roten Faden aufzunehmen.

Zeit findet man, indem man Zeitfenster definiert. Diese QualityTime ermöglicht konzentrierte, effiziente, effektive Arbeit - und halbiert die normale Bearbeitungszeit des Mailaufkommens.
(Der GF einer Agentur schwört darauf, Mails nur 3mal am Tage zu lesen und davon auszugehen, daß Dringenderes per Telephon an einen herangetragen wird.)


Minimieren Sie die Zahl der Menschen, die Sie bei ihren Mails cc. setzen und die Sie umgekehrt bei ihren eigenen Mails cc. setzen dürfen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre direkten Mitarbeiter, auf Ihre relevanten Kollegen der gleichen Ebene und Ihren Vorgesetzten.

Abonnieren Sie keinerlei Newsletter, um über das Geschehen in der Welt, Ihren Märkten oder der Zukunft informiert zu sein. Abonnieren Sie stattdessen RSS-Feeds. Ihre Mailbox läuft damit nicht mehr über - und Sie haben eine klare Trennung der unterschiedlichen Informationen in Mails und Feeds kreiert.
(Sie müssen ja nicht so weit wie ich gehen und sich den Luxus gönnen, jeden Tag ca. 150 Feeds in knapp 100 Minuten zu lesen. 10-20 reichen völlig für den durchschnittlichen Manager.)


Über die Mail-Funktion werden keine Diskussionen geführt. Xmal hin- und her mailen ist tabu. Stattdessen sollten Sie zum Telephon greifen. Sprechen Sie nicht auf die Mailbox (am Ende werden Sie alles doppelt gesagt haben). Und schreiben Sie bitte kein Mail, daß Sie angerufen haben!

Im Unternehmen: Stehen Sie auf und gehen Sie lieber mal zu der betreffenden Person. Sie kommen rum, bewegen sich, treffen den ein oder anderen, den Sie lange nicht mehr gesehen haben, und können auf dem Wege einiges andere erledigen.


Konsumentenmails und -kommentare sollten je nach Aufkommen von einem oder mehreren dedicated Mitarbeitern ernstgenommen und beantwortet werden. Es sollten Antworten sein, mit denen der Kunde wirklich etwas anfangen kann. Antworten, die Sie selbst erhalten möchten.

Als Markenverantwortlicher sollten Sie wissen, wie Ihre Konsumenten ticken. Halten Sie sich in kurzen Abständen auf dem Laufenden.


2 - Keine Lust.

Wer keine Lust hat, seine Mails zu beantworten, sollte sie erst gar nicht lesen!

Lustlosigkeit ist kein Kreativitätsbooster, erlaubt nur ungenügende Konzentration und kreiert suboptimale Antworten bzw. produziert (dadurch) zusätzliche Arbeit.

Trotz Lustlosigkeit gilt jedoch: Jegliches Feedback soll innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Es reicht, wenn Sie wirklich keine Zeit haben oder für die Antwort länger brauchen, kurz zu antworten und einen Zeitpunkt für die gewünschte Antwort in Aussicht zu stellen.
(Ein Vorstand eines Autokonzerns ruft spätestens jeden Abend alle zurück, die versucht haben, ihn über Tag zu erreichen. Er gibt Mailern, denen er nicht mehr am gleichen Tag antworten konnte, kurz per Mail Bescheid.)


Während Deutschland hier meist noch schläft (Journalisten, Fachmedien-Blogger und Telekommunikationskonzerne geben kein Feedback, vor allem, wenn man schneller war als sie selbst.), kommen aus den Vereinigten Staaten von Medien und Marken kurze Mails postwendend zurück, die vermelden, die Nachricht sei eingegangen, man melde sich so schnell als möglich. Dies dauert dann auch höchstens 2 Tage und man hat eine relevante, aussagekräftige und weiterführende Antwort.


Nutzen Sie Ihren Frust und kanalisieren Sie dessen Energie um in die Entwicklung einer neuen, individuellen Mail-Strategie und deren Kommunikation (damit es wirklich besser wird, müssen sich nämlich möglichst viele daran halten):
- 40% der Mails gehen zukünftig direkt an die jeweiligen Direct Reports / Sekretariat
- 20%: gehen in Zukunft direkt in die richtige Abteilung
- 20%: Instant Messaging wird das Tool der Wahl für schnelle Entscheidungen und Kommunikation
- 20%: irgendetwas müssen Sie ja auch noch tun!

Das ist direkt auch eine gute Gelegenheit, nochmals mit den Direct Reports die jeweiligen Verantwortungsbereiche abzustimmen, abzustecken und festzuzurren.
(So haben wir zB für einen GF gemeinsam einen neuen Kalender entwickelt, der eindeutig seine Prioritäten, Kommunikationsanforderungen und täglichen, menschlichen Leistungsschwankungen berücksichtigt und optimiert.)


3 - Keine Ahnung.

Wer keine Ahnung hat, wie die Mails zu beantworten sind, sollte nach Hause gehen oder jemanden fragen, der sich damit auskennt.

Geht man nach Hause, kann man da auch bleiben. Fragt man aber jemanden, die Anfrage mit einem gemeinsam zu lösen, lernt man dazu, entwickelt sich weiter!
Die besten Mails lassen einen lernen, erweitern den Horizont, eröffnen neue Horizonte, schaffen nicht nur neue Räume für eventuelle Innovationen, sondern auch die Innovationsidee selbst.


Wer kann sich heute noch vorstellen, einfach mal so selbst nach einer Antwort in den Tiefen des Netzes zu suchen, statt die Anfrage direkt an einen anderen armen Kerl weiterzureichen, der auch keine Ahnung hat?

Man kann Mails, egal, ob von Kunden, Konsumenten oder aus dem eigenen Unternehmen als immense Chance verstehen. Als Marktforschung. Als Produkt- und Serviceoptimierung. Als Abgleich der eigenen Fähigkeiten mit der fortschreitenden Entwicklung des Web und vor allem der Menschen da draussen.
Mails und Kunden stören nicht, sondern bereichern.

Schaffen Sie sich Freiräume, um einfach mal drauflos zu surfen. Sie werden sich wundern, worauf Sie stoßen werden. Sie werden sich wundern, welche Untiefen das Web hat.

Vor allem werden Sie sich wundern, welche Untiefen Sie noch haben, an die Sie sich schon längst nicht mehr erinnern konnten.

Richtig angepackt wird Online- und Email-Etiquette zu einem kraftvollen Tool, das eigene Time und Kalender Management zu optimeren, kreativer und innovativer zu werden, kommunikativer, offener und neugieriger zu werden!

Mit nur wenigen Maßnahmen optimiert man sein Image, sein Standing, seine Vorbildfunktion.

Tuesday, April 29, 2008

Robert B. Reich : Supercapitalism - The Transformation of Business, Democracy and everyday Life

Der Inhalt des Buches von Robert B. Reich kann mit wenigen Zeilen seines letzten Kapitels zusammengefaßt werden:

"The triumph of supercapitalism has led, indirectly and unwittingly, to the decline of democracy. But that is not inevitable. We can have a vibrant democracy as well as a vibrant capitalism. To accomplish this, the two spheres must be kept distinct. The purpose of capitalism is to get great deals for consumers and investors. The purpose of democracy is to accomplish ends we cannot accomplish as individuals.

The border between the two is breached when companies appear to take on social responsibilities or when they utilize politics to advance or maintain their competitive standing."


Mehr muß man zum Inhalt gar nicht sagen! Botschaft verstanden und gekauft.


Darüberhinaus aber sollte man sich Gedanken darüber machen, was einem als Konsument und Bürger wirklich wichtig ist: das billige Fleisch oder der Lohn des Metzgers, die billige Milch oder das Auskommen des Bauers, die preiswerte Jeans oder gesunde Chinesen, die preiswerten Sportklamotten oder menschenwürdige Zustände in den Produktionsstätten in Asien?

Was ist einem als Investor/Aktionär und Bürger wichtiger: der hohe Profit des Unternehmens oder der gerechte Lohn in den Produktionsstätten, die kurzfristige Gewinnsteigerung oder der Arbeitsplatz unserer Mitbürger, etc.

Ohne Zweifel ist beides möglich, wie es Robert auch beschreibt, aber dafür müssen wir kämpfen: wir können nicht unseren Politikern dabei zusehen, wie sie Gesetze zum Wohle der Unternehmen verabschieden und notwendige Gesetze zu unserem Schutze lieber hintanstellen und auf die Selbstverpflichtung der Unternehmen setzen, weil diese selbst ihnen diesen Floh ins Ohr gesetzt haben.

Wir müssen verstehen, daß Unternehmen die einzige Aufgabe haben Gewinn (innerhalb gültiger Gesetze) zu erwirtschaften. Sie sorgen nicht für eine bessere Welt nur weil wir uns das wünschen.
Sie sorgen für eine bessere Welt, wenn sie daran besser verdienen können. Das ist auch nichts schlechtes. Das ist ihre Aufgabe und damit sorgen sie auch für unseren Wohlstand.


Vielleicht muß man das so sehen: Es gibt drei Kräfte im Lande 1 - die Unternehmen, 2 - die Gesellschaft und 3 - die Politik.
Leider ist die Gesellschaft zwiegespalten, sie kann sich nicht entscheiden (und hat auch noch nicht das Mittelmaß, die Balance gefunden) zwischen ihren Wünschen als Konsument (niedrige Preise, Ubiquität, Innovation), ihren Wünschen als Investor (hohe Profite) und ihren Wünschen als Bürger (Fairness, Menschenwürde, Wohlstand und Gesundheit für alle).

Die Gesellschaft hat dabei ihr eigenes Glück in der Hand, sie muß sich entscheiden, wieweit sie sich in die jeweilige Richtung bewegt und wo ihre Grenzen sind.
Sie muß in allen Fällen für ihre Bedürfnisse kämpfen, sie muß die Unternehmen bewegen, ihre Bedürfnisse immer besser abzudecken und sie muß die Politik dazu bewegen, stärker als bisher für die Gemeinschaft zu sorgen.

Heute ist die Politik opportunistischer als die Wirtschaft und neigt auch eher dazu, der Wirtschaft hinterherzulaufen, denn hier winken die Jobs nach der politischen Kariere (die sollte man sich warmhalten),
da hat der Bürger wenig zu bieten. Zumal er der Politik sowieso nichts mehr zutraut und sich längst abgewendet hat.


In Politik und Wirtschaft sitzen Manager, die das gegebene verwalten und auf Änderungen reagieren, statt sie vorwegzunehmen. Sie haben weder Visionen, noch wirkliches Gewissen. Sie schweben über den normalen Menschen und fühlen sich ihnen überlegen.

Das kann nicht gutgehen. Es wird Zeit etwas zu ändern. Es wird Zeit die Notbremse zu ziehen. Es wird Zeit, daß der Souverän, das Volk, wieder seine ihm zustehende Rolle einnimmt und seine Vorstellungen nicht nur kommuniziert, sondern auch mit Nachdruck beginnt durchzusetzen.


Es lohnt auf jeden Fall, das Buch von Robert B. Reich zu lesen (auch wenn man darin die letzten Gedanken nicht explizit wiederfindet), denn er gibt sehr viele, interessante Beispiele, die fast zynisch anmuten, aber so ist wohl die Welt des SuperCapitalism, wenn wir es nicht schaffen, ihr die Welt der Demokratie entgegensetzen und die beiden in ein optimales Gleichgewicht zu unserem Wohle und Nutzen bringen. Denn tatsächlich geht es in beiden Welten nur um uns, nicht wahr!?

Das gibt uns Kraft, Macht und alle Möglichkeiten der Welt - wir müssen uns nur wieder trauen und uns von beiden Seiten nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen!


Sunday, January 06, 2008

Helmut Maucher : Management Brevier

Helmut Mauchers Buch mit dem Untertitel "Ein Leitfaden für unternehmerischen Erfolg" ist ein locker und flüssig geschriebenes Werk über Management im Allgemeinen in aller Kürze (was in diesem Falle äußerst positiv verstanden sein soll).

Es behandelt die grundlegendsten Themen wie: Unternehmer oder Manager?, Strategie, Planung und Kontrolle, Führung und wertorientiertes Management, Innovation und Marketing, sowie weitere.

Helmut Maucher sagt seine Meinung, gibt ein paar Anekdoten zum Besten und faßt präzise das jeweils Wichtige zusammen.
Mehr kann man sich von einem Buch dieser Art nicht wünschen.

Man kann dieses Buch schnell lesen, weil man es eilig hat. Man kann aber auch die Zeit, die man mit diesem kurzen Buch gegenüber anderen spart, für eigene Reflektionen nutzen, während man die Ruhe in den Worten und zwischen den Zeilen genießt, geschrieben von einem Menschen, der weiß wovon er spricht.

Daß er selbst bestimmt nicht immer so weise war wie in diesen Tagen und manches Mal anders gedacht und gehandelt haben mag als er es hier im Ideal skizziert, soll an dieser Stelle menschlich genannt sein und uns alle ermutigen, wenn wir uns auf den beschwerlichen Weg machen, dieses Ideal zu realisieren.


Hier für die ganz Eiligen ein paar besondere Zitate, die im Nachgang zum Innehalten und Nachdenken anregen sollen.

Die wichtigsten Aufgaben der Unternehmensführung:

"Was immer Sie tun in der Entwicklung neuer Strategien, neuer Prozesse, der Verbesserung der Systeme, behalten Sie eines im Auge: 'Be close to your products, be close to your people and be close to your customers'."

Unternehmenskultur und wertorientiertes Management:

Die Kardinaltugenden eines Managers: "Mut, Gerechtigkeit, Weisheit und Bescheidenheit." "Leadership is action, not position."

Notwendige Führungsqualitäten:

"Die Bereitschaft zur ständigen Veränderung und die Fähigkeit, den Wandel zu managen, gewinnen heute eine besondere Bedeutung, da sich technologische und andere Veränderungen häufen und wir immer noch mit starren und bürokratischen Systemen, dem mentalen Beharrungsvermögen der Mitarbeiter und der Blockade durch alle möglichen Mitspracherechte konfrontiert sind. Größere Geschwindigkeit als die der Konkurrenz ist aber oft der entscheidende Erfolgsfaktor."
(die mediaclinique sieht hier gerade die Manager von Marken, Agenturen und Medien gefordert)

Innovation und Forschung:

"Meine größte Sorge ist diese, wie man auf englisch sagt, Complacency - selbstzufriedene Gleichgültigkeit. Deshalb habe ich mich ständig bemüht, die ganze Firma und alle Mitarbeiter alert zu halten, immer wieder neue Fragen zu stellen, mit dem Ziel, die ganze Firma immer wieder anzustacheln und sie am glücklichen und zufriedenen Einschlafen zu hindern."
(bei romeo sierra consulting heißt dies neudeutsch 'de/constructing culture')

Marketing (da lacht das Auge der mediaclinique):

"Vor allem hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß letztlich der Konsument entscheidet, was produziert werden muß und was Erfolg hat. Deshalb ist heute (endlich) überall Customer-Orientation die Devise, an der sich alle Marketing-Aktivitäten ausrichten müssen."

"Die Qualität der Werbung ist für den Erfolg meist viel entscheidender als die Höhe des Werbebudgets."

"Entscheidend für eine gute und erfolgreiche Werbung ist, daß alle Beteiligten, ob in den Agenturen oder in den Firmen, wirklich an das Produkt glauben, davon begeistert sind und sich mit voller Kraft dafür engagieren."

"Auf jeden Fall ist es wichtig, daß die Topleute des Unternehmens einen persönlichen Kontakt mit den Agenturen haben. Das motiviert und erhöht die Verständigung."

"Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor bei der Werbung ist Kontinuität ... . "Gegen diese Kontinuität wird oft gesündigt, weil es leider zu häufige Wechsel bei den Marketing- und Werbeleuten gibt und jeder neue sich profilieren möchte ..."

"Der Marketing-Mind, die richtige Einstellung und das Talent zum Marketing, ist wichtiger als die Kenntnis schematischer Marketing-Techniken."


Manches Zitat mag sich allgemeingültig, langweilig, verstaubt anhören, wirklich gelebt wird immer noch das Wenigste davon. Eine gute Gelegenheit, das ein oder andere zu einem guten Vorsatz für die kommenden Jahre zu machen.

Als Schlußwort noch ein Zitat aus dem eigentlich ersten Part 'Unternehmer oder Manager?' des Maucher-Buches: "Schon Goethe hat geschrieben: 'Wenn Ihr's nicht fühlt, Ihr werdet's nicht erjagen!' "

Was keinen entmutigen soll, es ist nur noch kein Meister vom Himmel gefallen, und ohne eigene Anstrengungen wird man keiner der Besten, und: Sobald man sich engagiert, wird man auch etwas fühlen ...

Friday, September 07, 2007

howard gardner : five minds for the future

now we do have a great book by howard gardner again (you remember, his last one did not excite me that much two posts ago).

at first sight it resembles pink's 'a whole new mind', but it is much more fundamental, offering a broader view on life.

in his studies and reflections gardner identified five 'minds' we need to master in the future:
1) the disciplined mind
2) the synthesized mind
3) the creative mind
4) the respectful mind
5) the ethical mind

"individuals without one or more disciplines will not be able to succeed at any demanding workplace and will be restricted to menial tasks.

individuals without synthesizing capabilities will be overwhelmed by information and unable to make judicious decisions about personal or professional matters.

individuals without creating capacities will be replaced by computers.

individuals without respect will not be worthy of respect by others and will poison the workplace and the common.

individuals without ethics will yield a world devoid of decent workers and responsible citizens: none of us will want to live on that desolate planet."

it makes sense to get not only aquainted to those minds, but to develop the underlying capacities inside yourself. the book is about explaining those.


while the creative and the synthesizing mind are not much of a surprise any more, i very much support his disciplined, respectful and ethical minds.

the disciplined mind: "knowledge of facts is a useful ornament but a fundamentally different undertaking than thinking in a discipline. ..." "... a discipline constitutes a distinctive way of thinking about the world. ..." a discipline exists in two ways: "... mastery of a craft, and the capacity to renew that craft through regular application over the years."

simply spoken: it still makes sense to learn and to understand and to be really good at one or two things in life - as a base for success.

and without respect and ethics in life and management, the market will destroy "the very virtues on which in the long run it depends".
i believe we do see that in every market: automotive, energy, oil, etc., and if the managers do not have enough ethics politicians, ngos and citizens will have them to make managers think again.


a greater problem is that our education systems and strategies do not offer help or support on mastering a discipline, because they just offer facts-and-data-learning and no real comprehension of a topic. this might be due to the 'fact' that even our teachers do not comprehend the topic they teach and that they are not engaged enough to do so.
there is no comprehension experience in our schools, not to mention a synthesizing experience.

the same with our managers: relying on facts and data, on things they see and touch, on information, instead of knowledge, insights and gut feeling - and this in a world of discontinuous ever accelerating change which is not to be mastered by our old ways of thinking and acting.


every single manager and leader, but also every single human being, will have to decide which path to follow, the path of least resistance or the path to personal and professional growth and success by aquiring the capabilities of howard's 5 minds for the future!

Friday, July 27, 2007

john naisbitt : mind set! - reset your thinking and see the future

john naisbitt, author of 'megatrends', 'global paradox', 'megatrends 2000', and other famous books about our respective future, has struck again with 'mind set!'.

as our mind may limit what we see, mindsets are powerful tools to open our minds to see what is actually happening, evolving, and building patterns.

in his new (2006) book he describes his own mindsets, which helped him to arrive at his images of the future. understanding his mindsets is almost like understanding the causes for his 'predictions'.

his eleven mindsets are:
01) while many things change, most things remain constant.
02) the future is embedded in the present.
03) focus on the score of the game.
04) understanding how powerful it is not to have to be right.
05) see the future as a picture puzzle.
06) don't get so far ahead of the parade that people don't know you're in it.
07) resistance to change falls if benefits are real.
08) things that we expect to happen always happen more slowly.
09) you don't get results by solving problems but by exploiting opportunities.
10) don't add unless you subtract.
11) don't forget the ecology of technology.

details you'll find in his book. you should read it.

for europe eg. he does see a "mutually assured decline"!
why? due to:
1) high taxes and big governments.
2) less innovation.
3) slow productivity growth.
4) restrictive labor laws.
5) declining export market share and rising protectionism.

sounds familiar and you agree?
we have to start today to teach our national and european politicians, so they do understand, too.

knowing the future is shaping the future.

Monday, July 23, 2007

jack trout : the power of simplicity

some eight years old this book still is a must read.

jack trout, co-author of 'positioning' (al ries / jack trout, you remember?), in his book talks about all the complexity we add to our daily lives, just because we do not dare to keep things simple.

with 'the power of simplicity' he fights complexity within management, leadership and people issues.

people fear simplicity, because they think they look stupid when giving simple answers or asking simple questions. although it shows almost wisdom to ask the most simple questions and give the most simple answers.

people, managers, so-called leaders hide behind complexity, because they feel insecure by supplying just the obvious answer, or even with just one answer and not a bucketful of them. they actually create complexity!
they hide behind a complex language to show off, to demonstrate their (non-existing) superiority.
jack says: "big ideas almost always come in small words!"

he recommends (to fight the fear of simplicity by): "trust your common sense. it will tell you what to do."


sometimes jack is almost cynical about certain managers, fellow consultants, and management or leadership authors: "to us, how to be an effective leader isn't worth a whole book.", which sets this book apart from the others in that market.

he quotes peter f. drucker, who wrote: "the foundation of effective leadership is thinking through the organization's mission, defining it and establishing it, clearly and visibly. the leader sets the goals, sets the priorities, and sets and maintains the standards." - and that is almost everything he thinks you need to know about leadership.

"working harder is not as effective as working smarter!"


john maeda : the laws of simplicity

john maeda, a renown graphic designer and professor at the mit media lab, introduces 'the laws of simplicity'.

why? john puts it this way: "the more complexity there is in the market, the more that something simpler stands out. and because technology will only continue to grow in complexity, there is a clear economic benefit to adopting a strategy of simplicity that will help set your product apart."

caveat: maximizing simplicity is easy, but that is not what people want. they want it simple, but with ever more features.

balancing simplicity and complexity is the challenge we all encounter in design, business, technology and life. john gives us ten simple laws to master that challenge, where the last law encompasses all others.
law no.10, which he calls 'the one', says: "simplicity is about subtracting the obvious, and adding the meaningful."

and he is right, we could live with that single law. in all our aspects of live. but we would have to practice a lot to achieve excellence in that.

it's a goal worth trying to reach. let's act! don't talk!

Saturday, July 29, 2006

james surowiecki : the wisdom of crowds

the bad news: surowiecki´s thoughts fill 370 pages. the good news: you only have to read the first half. the bad news: you have to read it! the good news: it will change your attitude.
'the wisdom of crowds' lectures about the benefits of decision making in groups instead of individual decision making (because the latter is mostly literally 'single-minded', if not he´s an inmate).

additionally to its impact on our everyday life, the book covers the benefits and pitfalls of decision making in corporations: "corporate strategy is all about collecting information from many different sources, evaluating the probabilities of potential outcomes, and making decisions in the face of an uncertain future."

i just quote a few lines, which struck me, because they contradict the daily business of almost every company you bump in out there.
"diversity helps because it actually adds perspectives that otherwise would be absent and because it takes away, or at least weakens, some of the destructive characteristics of group decision making." (eg. groupthink)
"fostering diversity is actually more important in small groups and in formal organizations ..."
...
"... diversity is, on its own, valuable, so that the simple fact of making a group diverse makes it better at problem solving."
...
"... groups that are too much alike find it harder to keep learning, because each member is bringing less and less new information to the table."
"... when decision makers are too much alike - in worldview and mind-set - they easily fall prey to groupthink." ... ("the important thing about groupthink is that it works not so much by censoring dissent as by making dissent seem somehow improbable.")
"... the more personal contact they have with each other, the less likely it is that the group decisions will be wise ones."
...
"diversity and independence are important because the best collective decisions are the product of disagreement and contest, not consensus or compromise."

now imagine the normal and average management meeting: every member (90% are men) born in the company, never seen something else outside, never challenged by the market, never trained in leadership, or strategy, never gained client- or marketing experience let alone -expertise.

why don´t they change, why don´t they grow?
because they "share an illusion of invulnerability, a willingness to rationalize away possible counterarguments to the groups´ position, and a conviction that dissent is not useful."
what makes their fewer and fewer successes in the past even less likely to be turned into true and sustainable success in the future.

Friday, July 14, 2006

malcolm gladwell : blink

you must read this book. you will know why 'at the blink of an eye'. no, not because the cover looks persuading and feels good in your hand, but because of malcolm´s photo in his blog: great hair. warm, yet modern colors. a boyish smile. a crazy scientist? einstein junior? a reggae musician? malcolm mclaren?

okay, as "we live in a world that assumes that the quality of a decision is directly related to the time and effort that went into making it" (as malcolm gladwell writes), you better imagine me having read all the thousands of articles about (and of course those written by) him and then, after 'walking over to amazon', buying 'the tipping point' and 'blink', reading them, finally starting to write these lines.

GREATNESS IN LEADERSHIP AND LIFE

one of my core beliefs as a leadership consultant is that we should not primarely be interested in developing good 'managers', but focus on good men and women, because i think this is what leadership is all about: great leaders are great men or women. they set an example and act as role models - without thinking about it. they just are. and one realizes that at the blink of an eye.
that is why i am convinced you have to read malcolm´s book. to work towards your own greatness. in leadership and life.

it is, i am sure, all about our 'n-intuition' (my abbreviation for 'we do not believe in intuition', not malcom´s), our little everyday ignorances, our lack of knowing ourselves, our distrust in our own and our fellows´, colleagues´ and superiors´ feelings and first impressions, and deceiving ourselves and our environment, what makes life more difficult than it really is.

but we can ease our lifes: "our first impressions are generated by our experiences and our environment, which means that we can change our first impressions - we can change the way we thin-slice - by changing the experiences that comprise those impressions."

SUCCESS IN LIFE

not just future leaders, but everybody, can learn a lot here - not just because everybody´s life is all about 'managing' difficult situations and making tough decisions every day.
learn about decision making, eg: "there are, i think, two important lessons here. the first is that truly successful decision making relies on the balance between deliberate and instinctive thinking. ... deliberate thinking is a wonderful tool when we have the luxury of time, the help of a computer, and a clearly defined task, and the fruits of that type of analysis can set the stage for rapid cognition. ...
the second lesson is that in good decision making, frugality matters. ... took a complex problem and reduced it to ist simplest elements: even the most complicated relationships and problems, ..., have an identifiable underlying pattern."

learn about stress and what happens to us, eg: "i think that we become temporarily autistic also in situations when we run out of time." ... "extreme visual clarity, tunnel vision, diminished sound, and the sense that time is slowing down. this is how the human body reacts to extreme stress, and it makes sense."

learn about experts and amateurs, eg: "when we become expert in something, our tastes grow more esoteric and complex. what i mean is that it is really only experts who are able to reliably account for their reactions."

DAILY BUSINESS OF (NOT SO) ORDINARY PEOPLE TEACHES MANAGERS

malcolm gladwell does not speak about managers, he speaks about leaders, about firefighters, nurses, doctors, musicians, car salesmen and soldiers. and that is why managers can learn a lot there: managers face the same stressful situations, but they do not know, they cannot imagine. they lose context and thereby their sound judgement. they too much try to understand rationally what they are doing, instead of just doing it.
"... the truth is that for the most important decisions, there can be no certainty."

EMBRACE THE VALUE OF THE 'BLINK IN THE EYE'

enjoy the context from where i extracted the quotes and start thinking and changing. embrace change! there is so much to gain. time, insight, empathy, intuition, sense, wisdom.

"i believe - and i hope that by the end of this book you will believe it as well - that the task of making sense of ourselves and our behavior requires that we acknowledge that there can be as much value in the blink of an eye as in months of rational analysis." - malcolm gladwell.

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  • Wie kann ein zweifach Lead Award gekröntes Magazin, das Mitte 2008 im 5. Jahre eingestellt wurde, heute 'aktueller denn je' sein?

    > Dazu muß man nur die 140- Zeichen(!)-Synopsis jeder einzelnen der 50 Ausgaben inhalieren! Enjoy!